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Quarantäne für Korallenfische

- Sinn oder Unsinn eines Quarantäneprozesses für Korallenfische - ein Artikel zum Thema, von Heinz Mahler.

Quarantäne für Korallenfische

- Sinn oder Unsinn eines Quarantäneprozesses für Korallenfische -

Zunächst sei gesagt, es gibt so viele verschiedene veröffentlichte Quarantäneverfahren für Korallenfische wie engagierte Hobby-Aquarianer mit mehr als 10 Jahren Erfahrung „auf dem Buckel“! Es ist also nicht leicht herauszufinden was wirklich richtig bzw. was als Quarantäne angebracht ist. Es gibt allerdings auch eine hinlängliche Anzahl Aquarianer, die entweder gänzlich uninformiert sind oder aber schlicht ignorant dieser Frage gegenüberstehen. Es soll sogar Zeitgenossen geben die behaupten ein längerer Quarantäneprozess sei schädlich für die Tiere. Manche möchten sich einfach nicht die benötigte Zeit dafür nehmen, andere wollen oder können schlicht die benötigte Summe Geldes nicht aufbringen. Wieder andere glauben gar eine Quarantäne sei nicht nötig oder das ein gesund aussehender Fisch eine eingeschleppte Krankheit oder Parasiten auch ohne Quarantäne überleben kann.

 

Das mag ja durchaus sein, ist sicher auch in vielen Fällen so, in einigen Fällen aber eben nicht und dann gefährdet man seinen ganzen Fischbestand. Warum ICH glaube, dass eine Quarantäne für neu erworbene Fische notwendig ist, möchte ich Ihnen im Folgenden erläutern.

Selbst unter den so genannten „alten Hasen“ der Meerwasser-Aquarianer ist die Nutzung der Quarantäne für neu erworbene Fische längst nicht etabliert, was schade ist. Gerade sie sollten es besser wissen und aufgrund oft langjähriger Erfahrung im Hobby ein Quarantäne-Aquarium nutzen. Auch ich gehörte zu Anfang zu denen die keine Quarantäne nutzten. Im Verlauf der Jahre jedoch bin ich dahinter gestiegen, warum es immer wieder einmal vorkam, dass ein eben erst erworbener Fisch nach wenigen Tagen, oder auch wenigen Wochen, verstarb oder schlicht „spurlos“ im Aquarium verschwand. „Er hat es leider nicht geschafft!“, ist recht oft zu lesen in deutschen und auch internationalen Fach-Foren, aber WARUM haben es diese Fische „nicht geschafft“?

Ist eine Quarantäne für Korallenfische überhaupt sinnvoll?

Warum sollte man eine Quarantäne prinzipiell für jedes Neuerworbene Tier anwenden? Ich möchte ihnen im Folgenden einige der Gründe nennen die in meinen Augen FÜR eine Quarantäne sprechen: 1. Bessere Akklimatisierung an ein Leben in Gefangenschaft (den das ist die Haltung von Fischen in einem Aquarium nun einmal) ohne sofort von bereits vorhandene Fischen gejagt, gestresst oder gar fast zu Tode gehetzt und zerbissen zu werden und damit fast ohne die geringste Chance auf eine erfolgreiche Akklimatisierung. 2. Man bekommt einen Fisch deutlich schneller dazu Nahrung aufzunehmen und kann dies auch überwachen, im Aquarium ist es meist eher nicht oder nur schwer möglich (zu starke Strömung sowie diverse andere Gründe). 3. Leichtere Umgewöhnung von dem im Meer aufgenommenen „Lebendfutter“ zu „toter Nahrung“ bzw. Frost- und Trockenfutter. 4. Eine Nahrungsaufnahme OHNE Futterkonkurrenz. 5. Die Quarantäne gibt dem Tier die Chance sich ohne Stress an ein Leben im Aquarium zu gewöhnen. 6. Mögliche Wunden oder Transportverletzungen heilen bzw. werden wesentlich besser und schneller überwunden oder können spontan medikamentös behandelt werden ohne Rücksicht auf Korallen und Invertebraten nehmen zu müssen. 7. Transportgeschwächte Tiere können sich ohne Stress erholen und durch Ergänzungs- bzw. Heilmittel im Futter zusätzlich gestärkt werden. 8. Vor allem aber schützt eine Quarantäne die Fische in ihrem Riff-- oder Meerwasser-Aquarium vor möglichen Krankheiten die der „Neuling“ mitbringen kann und die man sofort im Quarantäne-Aquarium behandeln und in vielen Fallen auch heilen kann. Möglicherweise fallen Ihnen noch weitere gute Gründe für eine Quarantäne ein, es würde mich freuen sie von Ihnen (gerne per E-Mail an mail@reefdreams.de) genannt zu bekommen. 

 

Die Sinn-Frage

Es mag seltsam klingen, aber eigentlich ist doch das einzige was sie ihrem Aquarium hinzufügen wollen ein bzw. der Fisch. Was sie aber unter Umständen, quasi „kostenlos“, mit bekommen sind Parasiten, Krankheitserreger oder gar Fischkrankheiten. Wollen sie das wirklich in ihrem Riff--Aquarium oder Fisch-Aquarium (FO,) wo es doch einen wirksamen Weg gibt dies in jedem Fall zu vermeiden? Die meisten Meerwasser-Aquarianer, so auch ich, haben ein meist emotionales Verhältnis zu ihren Tieren, insbesondere zu den Fischen im Aquarium. Sicher ist auch eine Menge Geld mit im Spiel, denn kostengünstig oder gar billig kann man unser Hobby wahrhaftig nicht nennen. Der Verlust von Tieren, ausgelöst durch eine „eingeschleppte“ Krankheit eines neuen Fisches ist also nicht nur ein emotionaler Verlust, nein es ist auch oftmals mit einem erheblichen finanziellen Verlust verbunden. Für die Tiere selbst ist die Quarantäne letztlich eine Reduzierung von Stress und in keinem Fall eine zusätzliche Belastung. Etwa 1/3 aller Anfänger und unter 5 Jahren im Hobby befindlichen Aquarianer weltweit nutzen einen wie auch immer gearteten Quarantäneprozess für neu erworbene Fische (in Deutschland dürfte die Zahl leider deutlich geringer ausfallen). Bei Profis wie z.B. Tierärzten, öffentlichen Aquarien sowie Zoos ist ein Quarantäneprozess unabdingbar und vorgeschrieben. Wenn hier auch die Zeitspanne der Quarantäne meist lediglich 3-4 Wochen beträgt (was ich für ein privat genutztes Aquarium für zu kurz halte, man denke an Cryptocarion irritans mit einer Verweilzeit des Erregers im Aquarium OHNE Fische von ca. 5 -6 Wochen) ist diese kürzere Zeit jedoch vertretbar da hier zusätzliche mikroskopische Untersuchungen gemacht werden und somit bestimmte Erkrankungen ausgeschlossen werden können. Diese Möglichkeit haben wir als Hobby-Aquarianer leider nicht oder sie ist mit nicht unerheblichen Kosten verbundem. Meine Empfehlung für eine erfolgreiche Quarantäne ist die Tiere wenigstens 5 (besser 6) Wochen im Quarantäne-Aquarium zu belassen. Betrachten wir uns die Quarantäne etwas genauer. Welches Equipment wird benötigt? Hier zunächst ein wichtiger Hinweis. Beim hantieren in einem Quarantäneaquarium ist es aus diversen Gründen angeraten Gummihandschuhe zu tragen. Ich weiß, das ist unebquem aber wichtig wegen einer möglichen Übertragung resistenter Keime, Viren etc. . Das Risiko ist zwar relativ gering allerdings doch vorhanden. In Japan und den USA findet man in fast allen so genannten LFS (Live Fish Store's) fertige “Quarantine Special Packages”. In Europa (zumindest aber in Deutschland) habe ich vergleichbares noch nicht finden können oder (falls doch im Sortiment vorhanden) schlicht übersehen.

 

Was wird benötigt für eine erfolgreiche Quarantäne?

1. Ein ausreichend großes Aquarium, ca. 10 Liter pro 1 cm Fisch sollten es aber schon sein. Das Aquarium kann flacher als ein Riff-Aquarium sein, 40 cm statt wie üblich 60 -80 cm Höhe sind OK. Es handelt sich ja um einen zeitlich begrenzte Verweilzeit die ohne Problem auch einmal in etwas beengter “Atmosphäre” verbracht werden kann. 2. Selbstverständlich wird Licht benötigt. Hier reicht es aber vollkommen aus wenn SIE “ihre Füße” gerade noch erkennen können. Auf Deutsch, Fischen ist die Beleuchtungsstärke relativ egal, Hauptsache man kann überhaupt etwas sehen. Man kann ein Quarantäne-Aquarium durchaus auch OHNE Beleuchtung betreiben idem man es z.B. an ein Fenster stellt und somit eine natürliche Beleuchtung hat. Es funktioniert bestens und spart Energiekosten. Energiesparlampen mit 9.500 Kelvin sind hier allerdings auch keine schlechte Wahl. Sie sind recht sparsam und bieten Tageslichtspektrum. Auf Algen muss ich im Quarantäne-Aquarium ja nicht zwingend achten, im Gegenteil, Docs z.B. und auch Zwergkaiser oder so manche Grundel würden sich darüber als zusätzlich “natürlich” Nahrungsquelle sehr freuen. 3. Eine Heizung benötigen wir selbstverständlich und ein geeignetes Thermometer zur Überwachung der Temperatur, tropische Fische mögen es bekanntlich warm. 4. Das Aquarium sollte mit diversen PVC Rohren und Winkel unterschiedlicher Größe als Versteck und Schlafplatz für die Tiere ausgestattet sein. Man kann auch Lochsteine verwenden, PVC finde ich aber besser, man kann die Rohre wesentlich besser reinigen als Lochsteine. 5. Für das Quarantäne-Aquarium sollte man sich einen möglichst wenig begangenen Platz aussuchen. 6. Eine Ecke des Quarantäne-Aquarium (ca. 40 x 40 cm) sollte man mit einer Folie oder auch Pappe als Sichtschutz und Ruhezone versehen. 7. Test Kit's bzw. Messmittel für die im Meerwasser-Aquarium üblicherweise gemessenen Werte sollten vorhanden sein. Ich denke ich muss hier nicht aufzählen was alles dazu gehört. 8. In einem Quarantäne-Aquarium sollte AUSSCHLIESSLICH Osmosewasser oder auch (weniger gerne aber möglich) destilliertes Wasser verwandt werden, ungefiltertes Trinkwasser aus der “Leitung” sollte man möglichst vermeiden, weil oftmals belastet mit Kupfer und zumeist reichlich Chlor. Silicat spielt im QT keine Rolle und kann vernachlässigt werden. Vollentsalzer sind also nicht notwendig, wenn man sie trotzdem nutzen möchte ist das sicher kein Nachteil. 9. Wer ein Quarantäne-Aquarium (ich möchte es von nun an kurz QT nennen) nutzt, sollte zumindest auch eine, wenn auch kleine, “Fisch-Apotheke” besitzen. Was da meiner Meinung nach im Einzelnen hineingehört ist im Kapitel -Meine Fisch-Apotheke- aufgezählt. Es ist nicht wirklich viel was man braucht aber man sollte doch stets bereit sein um mit dem geeigneten Medikament sofort nach einer Auffälligkeit eingreifen zu können. Je früher ich eine Krankheit bekämpfen kann je besser sind die Erfolgschancen. Muss ich noch einige Tage auf ein Medikanet warten weil es z.B. nicht vorrätig ist (Apotheke/Händler), kann es mitunter schon zu spät sein. Seien sie darum „vorbereitet“, es handelt sich ja um keine große Inverstition. 10. Optional sollte man für z.B. Lippfische geeignetes Bodensubstrat bereithalten, feiner Aragonitsand ist hier bestens geeignet, Quarzsande kann man, sollte man aber möglichst nicht verwenden. 11. Jetzt kommt ein Punkt den wir im Riff-Aquarium eigentlich scheuen wie der Teufel das Weihwasser, eine Filtermatte als biologischen Filter. Ja, ganz richtig, der aus der Süßwasser-Aquaristik bekannte Hamburger Mattenfilter ist hier bestens geeignet. Zum “einfahren” reicht es diesen einige Wochen (4-5 Wochen reichen aus) in das Technikbecken ihres Riffaquariums zu legen, danach wird er als Bio-Filter im QT eingesetzt.

 

 

Sie wundern sich? Das soll schon alles gewesen sein? Ja, ist es, Strömungspumpen, Abschäumer, UV_C oder Ozonisatoren sowie Live Sand oder Live Rock oder auch Kalziumreaktor und sonstige der üblichen Utensilien und Hilfsmittel werden im Quarantäne-Aquarium NICHT benötigt. Eine Erklärung warum das so ist folgt später.


Wir haben alles Benötigte zusammen? OK, let's start the QT!


1. Befüllen sie das QT mit Wasser aus ihrem Riff- oder Meerwasser-Aquarium. Sie können auch “mixen” mit frisch angesetztem Salzwasser (50/50), dass stellt kein Problem dar. Ausschließlich frisch angesetztes Salzwasser sollte für ein QT besser nicht genutzt werden. 2. Aktivieren sie den Hamburger Mattenfilter als biologische Filterung in einer Ecke des QT mit einer Membran-Luftpumpe (z.B. AM Mistral 200 oder vergleichbarer Pumpe (Schego etc.)). 3. Testen sie nun das Wasser auf Ammoniak, Nitrit, Nitrat, pH, spezifische Dichte bzw. Salinität und natürlich Temperatur. Nehmen sie gegebenen Falls nötige Anpassungen vor. Das Wasser bzw. die Werte sollten dem Im Riff- oder Meerwasser-Aquarium zumindest annähernd gleichen.


4. Das QT ist jetzt fertig zur Nutzung.

 

 

Aber was mache ich den mit dem QT wenn der Quarantäneprozess erfolgreich und ohne Einsatz von Medikamenten beendet ist fragen sie sich jetzt? Ganz einfach, um den biologischen Filter (Hamburger Mattenfilter zukünftig kurz HMF) am “laufen” zu halten, geben sie alle zwei Tage ein wenig Fischfutter (am besten Frostfutter (Mysis)) in das QT, das reicht den Bakterien um am Leben zu bleiben und ihr QT ist jederzeit einsatzbereit. Licht kann in dieser Zeit selbstverständlich abgeschaltet sein und bleiben. Sollten sie wieder Fische in das QT setzen wollen, müssen zunächst die zuvor genannten Tests und gegebenen Falls Anpassungen vorgenommen werden, danach ist das QT wieder “ready to use”, aber dazu später noch einiges mehr.



Wasserwechsel im QT

Für zukünftige Wasserwechsel wird, wie im Riff- bzw. Meerwasser-Aquarium auch, ausschließlich frisch angesetztes Salzwasser verwendet. Idealerweise setzt man das Wasser am Vortag an und hält es 24 Stunden mit einer Strömungspumpe “in Bewegung”! Ich weiß, alle Hersteller von Meersalz sagen das dies nicht mehr nötig ist, ich mache es trotzdem so. It's up to you now, do it or leaves it!



Der eigentlich Quarantäneprozess!


1. Der pH, Ammoniak, Nitrit sowie die Temperatur und die Salinität oder spezifische Dicht sollten nun täglich gemessen und gegebenen falls angepasst werden. 2. Halten sie unbedingt die Wasserqualität im Optimum. Ammoniak sollte in keinem Fall nachweisbar sein, wenn doch ist ein sofortiger Wasserwechsel notwendig, aber das kennen sie ja schon vom “normalen” Aquarium oder von jetzt an kurz DT (Display Tank). Nitrit sollte nie höher als maximal 0.05 ppm sein, falls doch, sofortiger Wasserwechsel sonst kann es gefährlich werden für die Tiere.

 

3. Sollte die biologische Filterung, aus welchen Gründen auch immer, nicht vernünftig funktionieren, kann man auch zusätzlich mit Adsorbern arbeiten (Diakat B Plus etc.). Müssen Medikamente eingesetzt werden, muss auf den Einsatz jeglicher Adsorber verzichtet werden. Eine Erklärung warum folgt später.


4. Sind mehrere Anpassungen notwendig verteilen sie diese über den Tag, niemals zugleich durchführen.

5. Entfernen sie täglich eventuell anfallende Futterreste einige Minuten nachdem der letzte Fisch (sollten mehrere im QT sein) gefressen hat und keine Nahrung mehr aufnimmt.


6. Machen sie einen wöchentlichen Wasserwechsel von 50%, weniger ist nicht angebracht, eher mehr bzw. öfter.

7. Behandeln sie im QT mit Medikamenten zum Beispiel gegen Amyloodinium ocellatum muss man sich selbstverständlich an die für die Behandlung geltenden Regeln für einen Wasserwechsel halten, um die Konzentration des verwendeten Medikamentes nicht zu reduzieren und somit eine erfolgreiche Behandlung zu gefährden. Gleiches gilt für andere Medikamente sinngemäß.

 

Nach erfolgreicher Quarantäne

.... sind ebenfalls noch einige Dinge zu beachten. Sollten während der Quarantäne Medikamente (insbesondere kupferhaltige) eingesetzt worden sein, MUSS man das QT einer Reinigung unterziehen um mögliche Rückstande von Kupfer oder sonstige Medikamentenreste zu eliminieren. Wie dies zu machen ist bzw. wie ICH es mache, finden sie im Kapitel - Reinigung des QT- beschrieben.

 

Sollten KEINE Medikamente zum Einsatz gekommen sein, kann man das QT nun weiter “am laufen” halten in dem man, wie schon zuvor beschrieben, etwa alle zwei Tage ca. 1,5 Gramm Frostfutter auf ca. 60 Liter Aquariumwasser in das QT gibt. Die biologische Filterung wird so am “Leben” gehalten und ihr QT ist jederzeit einsatzbereit. Das nun die “Futterreste” nicht mehr entfernt werden müssen, na ja, selbstredend nicht (auch Bakterien wollen leben :))!

 

 

 

Was macht man eigentlich mit dem "belasteten" Wasser des Quarantäne-Aquariums?

 

Selbstredend NICHT unbehandelt und ungefiltert in der Toilette entsorgen. Es befinden sich je nach Behandlungsart und Erkrankung des behandelten Fisches diverse Keime und Erreger im Wasser, die man nicht "einfach mal so" entsorgen kann. Ich verwende zum restlosen ENTKEIMEN ein Mittel, das unter anderem genutzt wird um Trinkwasser in Trinkwasseranlagen (Schankanlagen, Trinkwassersprudlern, Eiswürfelbereitern, etc.) zu DESINFIZIEREN. Es wirkt optimal gegen Pilze, Algen, Viren und pathogene Keime und zerstört diese wirkungsvoll. Nach einer Behandlung mit diesem Mittel kann man dann das Aquariumwasser problemlos über die Toilette entsorgen, wie gesagt, NACH EINER BEHANDLUNG! 

 


Antworten auf  Fragen die mir oft gestellt werden

Warum wird eigentlich kein Live Sand oder Live Rock im QT, als der doch sicher bessere biologische Filter, anstatt des Filterschwamms genutzt?

Nun, sehr simpel.... für den Fall das Medikamente eingesetzt werden müssen würde sowohl alles Leben im LS als auch im LR sofort abgetötet und somit nutzlos. Sand und Steine müssten entsorgt werden da nicht mehr nutzbar, eine teure Angelegenheit. Ein Schwamm dagegen kostet wenige Euro und ist schnell ausgetauscht.




Warum verwendet man keine Aktivkohle in einem QT?

Auch hierfür eine recht simple Erklärung. Würde ich Aktivkohle dauerhaft einsetzen währe die Wirkung von fast allen Medikamenten die eventuell genutzt werden müssen gleich Null.


Warum verwende ich keine Powerheads oder andere Strömungspumpen und warum keinen Abschäumer?

Nun, auch hier wieder eine einfache Erklärung. Den Abschäumer nutze ich nicht weil er mir ja all das ausfiltern würde was für eine biologische Filterung notwendig ist, nämlich die Nahrung der Bakterien die im HMF arbeiten. Strömungspumpen nutze ich nicht weil sie zum einen schlicht nicht benötigt werden und zum anderen es mir erschweren würden Futterreste zu entsorgen. Als Strömung und Sauerstoffversorgung ist die leichte Oberflächenbewegung eines HMF vollkommen ausreichend.


Warum verwendet man keine Produkte die eine biologische Filterung doch relativ schnell in Gang bringen können wie z.B die Prodibio Baks etc.?

Nun, aus dem gleichen Grund wie zuvor schon genannt. Bei Einsatz von Medikamenten (und damit ist in einem QT immer zu rechnen) wären sie nutzlos weil in kürzester Zeit Tod. Es geht auch ohne diese sonst recht hilfreichen Mittel, dauert nur etwas länger. Geduld sollte für einen Meerwasser-Aquarianer ja kein Fremdwort sein.



Warum sollte ich eigentlich niemals zwei oder mehr Fische auf einmal in einem QT behandeln?

Nun, das betrifft eigentlich nur neu erworbene Tiere. Tiere die in Ihrem DT gemeinsam erkrankt sind (z.B. an Cryptocarion irritans) können auch gemeinsam behandelt werden. Neu erworbene Tier besser nicht. Warum werden sie fragen? Nun, weil jeder der neuerworbenen Fische ja durchaus auch unterschiedliche Erkrankungen während der Quarantäne aufweisen bzw. bekommen könnte (oder diese schon mitbringt) die dann auch unterschiedlich behandelt werden müssen. Oder, im schlimmsten Fall (worst case Szenario) zwei oder auch mehrere Fische haben zur gleichen Zeit, zwei oder mehrere unterschiedliche Krankheiten, sie würden alle anderen Fische im QT ebenfalls infizieren, dann wäre auch ein QT nutzlos.


 

Meine "Fisch-Apotheke"

Die „Quarantäne-Apotheke“, oder was sollte man zum schnellen Handeln gegen Krankheiten unserer Korallenfischen „im Haus“ haben! Diese Liste ist ganz sicher nicht vollständig, beinhaltet aber all die Medikamente die ICH in MEINER „Fisch-Apotheke“ gegen die verschiedensten Erkrankungen und Verletzungen vorhalte.



KORVIMIN® ZVT

Ist ein Mineralstoff-Spurenelement-Vitamingemisch welches man bei bei entsprechenden Mangelerscheinungen, Appetitlosigkeit, Wachstumsverzögerung,, Leistungsschwäche und  Stresseinflüssen anwenden kann. Es ist sozusagen medizinal Nahrung und wird ca. 10 Minuten vor der Futtergabe über das Futter gestreut. Es richt etwas unangenehm, ist aber ein ideales Mittel um "Neuankömmlinge" relativ schnell wieder Fit zu bekommen sowie erkrankte und damit geschwächte Tiere zu stärken.



PREIS NEOSAL FLÜSSIG

Preis Neosal flüssig ist ein Mittel zur frühzeitigen Behandlung von Oodinium (Amyloodinium ocellatum) und Cryptocarion (irritans) im Seewasseraquarium. Wobei ich Cryptocarion irritans NICHT mit diesem Mittel behandele sonder mittels Hyposalinität, funktioniert absolut zuverlässig und ist schonender für die Fische. Mehr Information zu dieser Behandlungsmethode finden Sie auf meiner Homepage unter:


http://reefdreams.de/info_22.html

Zur prophylaktischen Behandlung bei Neukauf von Fischen hat sich NEOSAL FLÜSSIG bei mir allerdings bestens bewährt da es die Nitrifikations-Bakterien im HMF NICHT schädigt.

HW ODINEX SEEWASSER

Wirkt zuverlässig gegen Oodinium (Amyloodinium ocellatum), der so genannten „Samtkrankheit“, bei Korallenfischen. Bei den geringsten Anzeichen von Oodinium ist hw-odinex sofort anzuwenden. Dieses Medikament enthält unter anderem Kupfer 2.550 ppm, Vanadium 100 ppm und Sulfate 4.950 ppm. Das QT muss nach einer Behandlung damit in jedem Fall komplett gereinigt (siehe Kapitel -Reinigung des QT-) und der HMF „entsorgt“ werden, er ist in keinem Fall weiter zu verwenden.


TRIMARIN 20 ml

Gegen allerhand Schwächeparasiten wie auch Flossenfäule, Kiemenwürmer, Schuppensträube usw. Zusätzliche Filterung über Kohle oder Watte im QT ist bei diesem Mittel durchaus möglich aber nicht nötig.


AQUARIUM MÜNSTER MEDIMOR 100 ml

Ist ein Arzneimittel für Zierfische gegen die meisten Infektionen im Süß- und Meerwasser. Ich setze es ausschließlich ein bei größeren Wunden, Geschwüren sowie bei Flossenfäule.



MALACHITGRÜN

Malachitgrün ist wegen seiner unübertroffenen Wirksamkeit eines der von mir am häufigsten (meist prophylaktisch) angewendeten Medikament gegen Pilze und Bisswunden.

MARACYN 2

Maracyn 2  ist ein Breitband Antibiotikum für Fische welches man aber niemals ohne Anweisung eines Tierarztes anwenden sollte. Es hilft insbesondere bei inneren Erkrankungen und bakteriellen Infekionen aber auch bei extremer Flößenfäule, Erkrankung der Kiemen usw. Zur Behandlung löst man  je  1 Tablette in 30ml Osmosewasser auf (es werden je nach Aquariumgröße einige Tabletten benötigt) und gibt am ersten Tag je 3 Teelöffel dieser Lösung auf 10 Liter Aquariumwasser und in den folgenden 5 Tagen jeweils 1/2 Teelöffel auf 10 Liter Aquariumwasser. Das ganze selbstverständlich IMMER im QT, NIEMALS im DT.



Reinigung des QT

Die Reinigung des QT nach einem normalem Eingewöhnungsprozss bzw. einer „Standard- Quarantäne“ ist eigentlich nicht zwingend erforderlich, will man das QT weiter in „Bereitschaft“ halten. Wurden keine kupferhaltigen Medikamente (z.B. Neosal) zur Behandlung einer Erkrankung eingesetzt ist eine sehr gründliche Reinigung zwar nicht zwingend erforderlich aber dringend anzuraten. Warum das den nun? Die Fische zeigen keinerlei Anzeichen einer Krankheit, folglich gibt es auch keine Krankheitserreger mehr im QT! Nun, das stimmt soweit, trotzdem sollte man IMMER nach einer Behandlung mit nicht kupferhaltigen Medikamenten die folgende Reinigungsprozedur anwenden um im erneuten Einsatzfall des QT mit anderen Medikamenten eine Reaktion mit eventuell noch vorhandenen Medikamentenresten/spuren zu vermeiden.


1. Entfernen sie den HMF und entsorgen sie ihn (Sondermüll da mit Medikamentenreste behaftet).

2. Spülen sie das QT und das Equipment zunächst mit einfachem Leitungswasser.

3. Waschen sie danach alles im QT befindliche Material (PVC-Rohre, HMF-Rohre usw.) und auch das QT selbst mit einer 10%tigen Essiglösung gründlich ab.

4. Spülen sie das QT und das gereinigte Equipment mehrmals mit Leitungswasser, besser noch mit Osmosewasser ab.

5. Lassen sie alles gründlich, am besten mehrere Tage,trocknen.

6. Das QT ist nun mit neuem HMF wieder einsatzbereit.


Reinigen des QT nach Behandlung mit nicht kupferhaltigen Medikamenten oder nach dem Tod eines Tieres im QT:

Hat man einen oder auch mehrere Fische im QT gegen eine Krankheit behandelt und einer oder alle Fische sind im QT gestorben, empfehle ich das QT der folgenden Reinigungsprozedur zu unterziehen. Zunächst sollten alle Gegenstände die im QT genutzt wurden entsorgt werden. Weder der HMF noch die PVC-Rohre sind eine große Investition und wurden von mir genau aus diesem Grund empfohlen.


1. Entfernen sie den HMF und entsorgen sie ihn (Sondermüll da mit Medikamentenresten behaftet).

2. Spülen sie das QT mit Leitungswasser.

3. Waschen sie das QT wie oben beschrieben mit einer 10%tigen Essig-Lösung gründlich aus.

4. Im Anschluss verwende ich stets eine Lösung aus Wasserstoffperoxyd (bekommt man in der Apotheke) 1 Teil Wasserstoffperoxyd wird mit 10 Teilen Osmosewasser gemischt (Beispiel: 250ml Wasserstoffperoxyd und 2,5 Liter Osmosewasser) damit wäscht man erneut das Glas, vor allem aber auch die Siliconverklebeung des QT mehrmals gründlich ab. Wasserstoffperoxyd ist zwar eigentlich ein Bleichmittel wirkt allerdings auch desinfizierend, bakteriostatisch und pilzschädigend. Zitronensäure kann ebenfalls verwandt werden da es biologisch abbaubar ist und ebenfalls keinerlei Auswirkungen für Fische oder Invertebraten hat.


5. Nochmals mit Leitungswasser mehrmals gründlich ausspülen und einige Tage trocknet lassen.

6. Das Qt ist mit neuem HMF wieder Einsatzbereit


Reinigen des QT nach Einsatz von kupferhaltigen Medikamenten:

Oftmals sind es nur die kupferhaltigen Medikamente die bei einer Bandlung Wirkung zeigen, aber genau die machen uns auch größte Probleme wenn auch nur Spuren davon in unser Meerwasser-Aquarium gelangt, egal ob nun Riff- oder reines Fisch-Aquarium, Nano- oder Groß-Aquarium. Die Reinigung des QT muss daher SEHR gründlich sein so das auch der letzte noch so kleine Rest Kupfer beseitigt ist. Es gilt auch hier wieder wie schon zuvor beschrieben. Habe ich die Behandlung im QT erfolgreich abgeschlossen und den oder die Tiere in das Aquarium überführt und möchte zukünftig KEINE Invertebraten im QT behandeln, ist eine Reinigung zunächst nicht zwingend erforderlich. Sollte ich aber doch die Möglichkeit nutzen wollen und auch Korallen (z.B. bei Befall mit Brown Jelly) oder Invertebraten (Parasitenbefall) behandeln zu wollen, komme ich um eine gründliche Reinigung des QT nicht herum. Die schließlich erfolgreiche Reinigung meines eigenen QT nach eine Behandlung mit Kupfer habe ich mehrfach an Schnecken, Einsiedlern und kleineren Weichkorallen getestet, alle haben einen erneuten längeren „Einsatz“ im QT überlebt (zumindest die letzten Testkandidaten :) ). Das lässt darauf schließen dass auch der letzte Kupferrest beseitigt war. Die nun folgende Reinigungsprozedur habe ich daraufhin einige male Erfolgreich angewandt (meist für befreundete Aquarianer OHNE eigenes QT).


1. Wie schon mehrfach beschrieben, den HMF „entsorgen“. Er sollte in keinem Fall mehr zum Einsatz kommen.

2. Das QT MEHRFACH mit heißem Wasser ausspülen (Das Wasser sollte so heiß sein als eben für ihre Hände verträglich).

3. QT und Equipment abkühlen lassen.

4. Waschen sie nun das QT und Equipment mit der schon zuvor beschriebenen Essig-Lösung gründlich ab.

5. Nur spülen sie alles ein paar Mal mit Leitungswasser.

6. Es folgt die Reinigung mit der Wasserstoffperoxyd- Lösung ebenfalls wie schon zuvor beschrieben.

7. Erneut alles , diesmal wieder mit Osmosewasser, mehrfach spülen.

8. Nach dem trocknen ist das QT mit neuem HMF wieder einsatzbereit.

 

 

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit diesem Artikel die Hintergründe bzw. Sinn oder Unsinn einer Quarantäne und deren Ablauf etwas näher bringen. Wie immer würde ich mich über Feedback jedweder Art freuen. Nicht vergessen möchte ich es, mich bei meinen amerikanischen Freunden Jeff  Johnson & Frankie Lucci recht herzlich für die zur Verfügungstellung Ihrer Bilder, so manch neuer Idee und Anregung sowie vielen, vielen Diskussionen zu bedanken.  Your both always been an inspiration for me .....  thank you so much.


Heinz Mahler © Januar 2009

Die Redaktion:

 

Heinz Mahler pflegt eine sehr informative Homepage mit ettlichen Fachberichten zum Thema Meeresaquaristik. Schauen Sie einfach mal rein, es lohnt sich bestimmt. 


 http://www.reefdreams.de

 



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Kommentare Zum Anfang


uwe888 am 08.05.09#1
Hallo Heinz !

sehr interessanter und invormativer Bericht.
Da ende des Jahres eine Beckenvergrösserung
bei mir ansteht,und dann ja auch der ein oder andere Neuzugang kommen wird,werde ich wohl ein quarantäne AQ einrichten.

viele Grüsse Uwe
Salvelinus am 26.05.09#2
Leider werden immer noch viel zu viele Fische nach dem "Hoffnungsprinizp" nachgekauft und sofort ohne Quarantänezeit zu funktionierenden Fischgesellschaften ohne Parasiten und Krankheiten gesetzt. Kommt dann irgendwann der Super-GAU (und irgendwann kommt er immer!), dann wird in wenigen Tagen zerstört, was mit viel Mühe, Engagement und natürlich Geld aufgebaut wurde. Ich persönlich bin ein absoluter Verfechter der Quarantänehaltung und verstehe viele MW-Aquarianer nicht, die abgemagerte, geschwächte "Traumfische" in ihre Becken setzen und sie dann oft verlieren bzw. sich Erreger einschleppen, die ihren Traum vom Riff über Nacht beenden können. Heinz Mahler hat alle wesentlichen Gründe Pro Quarantäne genannt und es ist im Prinzip eine simple Rechnung. Jeder Fisch, der den langen Transport vom Fangort bis zum Aquarianer überlebt, sollte es wert sein, auch ein Quarantänebecken vorzuhalten und zu benutzen. Dagegen stehen lediglich die menschliche Ungeduld und ein zweifelhaftes Vertrauen in UV,Ozon und das eigene Glück.

Torsten Sause

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