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Wie ein Meerwasseraquarium entsteht-Teil 15 u. 16: erste Korallen, Cleaning Crew und Algenphasen

Unschön...

Da wir leider nur mit totem Gestein arbeiten können, bzw. arbeiten müssen, da es seit Mai keine Import aus Indonesien gibt, wird es Zeit Leben in das neue Aquarium zu bringen. Würde man aber bei lebenden Gestein auch nicht anders machen. Dies geschah dann mit ersten Korallen. Um den anstehenden Kieselalgen Paroli zu bieten, wurden auch erste Einsiedler und Schnecken eingebracht, die sog. Cleaning Crew. Und natürlich schlugen dann die Kieselalgen zu!

Nun haben wir die ersten Korallen eingesetzt. Die erste war eine angeschlagene Koralle, ein paar Tage später kamen dann schon die nächsten. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es keinerlei Algentätigkeit. Das sollte erst später folgen.

 

Das Video vom einsetzen der ersten Tiere gibt es hier:


 

Hier nun das zweite Video, wo die Kieselalgen richtig stark wucherten.

Hier findet ihr die Bilder die wir von den Korallen gemacht haben. Darunter waren eine Euphyllia, Echinophyllia, 2 Acanthastreas, eine Milka, 2 Scheibenanemonen und eine Alveropora. Diese kamen auf mehrere Tage verteilt ins Aquarium.

Ein Tip für alle Einsteiger was bei den Algenphasen passiert:

Nachdem nun der Steinaufbau und Bodengrund ins Aquarium eingebracht wurde, hat man noch Zeit den Steinaufbau zu vervollständigen. Danach beginnt die bei Riffaquarianern so genannte Einfahrphase. In dieser Zeit spielt die ganze Biologie verrückt und findet nach und nach erst zu sich. 

Nach dem starten des ganzen Systems kommt es also in den nächsten Tagen zu einem Anstieg an Ammoniak, Nitrit und dann als Endprodukt Nitrat. Das ist allerdings ganz normal da sich nachfolgend die Bakterien erst bilden. Es wäre der ganzen Einfahrphase abträglich wenn man hier schon Fische einsetzt. Zum einen existiert noch kein stabiles Milieu zum anderen belasten sie die gerade enstehende Biologie des Aquariums zu sehr. In dieser Phase ist das Messen der Wasserparameter, im besondern Ammoniak, Nitrit und Nitrat recht interessant, wenn auch eigentlich nicht nötig. Wichtig werden die Messungen aus meiner Sicht erst mit zunehmenden Algenrückgang und dem näherkommen des Tages der ersten Tiere. 

Ein möglicher Ablauf wäre der folgende:

  • Das Aquarium aufstellen und bei Verwendung von totem oder künstlichem Gestein das Riff aufbauen,
  • Technik einbauen
  • Wasser einlaufen lassen
  • Salz einfüllen
  • Sand zugeben ( keine Steine auf den Sand stellen)
  • hier raten sich nun Bakterienstarter an, ggf. reicht auch Bodengrund oder ein Stein aus einem bereits laufendem System um Bakterien mit rein zu bringen.
  • Nach 2-3 Tagen unter Beachtung der richtigen Salinität sollte man bereits erste - eher unempfindliche Korallen (Weichkorallen, Krusten, Scheiben, LPS wie Acantastrea ) - eingesetzt werden. SPS besser noch nicht einsetzen. Einfacher sind hier Tiere wie Stylophora, oder Seriatopora.
  • An dieser Stelle würde ich Adsorbermaterial einbringen (Silkatadsorber,Phosphatadsorber) und das Material langsam in der Schwebe in einem Filter mitlaufen lassen.
  • Da wir noch kein Korallenwachstum und damit Verbrauch an KH, Calzium und Magnesium haben, würde ich raten noch kein Versorungssystem zu starten.
  • Sobald nun erste Algen auftauchen, meist sind das Kieselalgen, dann erste Schnecken und Einsiedler ins Becken einbringen. Keine Sorgen der sog. Cleaning Crew passiert nichts. Die Schnecken und Einsiedler sind gegen den anfänglichen Nitrit Peak der ersten Zeit gut gewappnet. Die Algenphasen können heftig oder auch moderat ausfallen, da ist jedes Becken anders.
  • Sobald die Algenphase nachlässt gleich weitere Korallen einbringen. In der Regel nach ca. 7 Tagen bis 14 Tagen.
  • So langsam wird es nun Zeit für einen ersten Überblick über die Wasserwerte. Wir messen erst mal nur KH, gefolgt  von Nitrit / Nitrat und Phosphat. Sollten die Beläge nicht nachlassen bitte mal Silicat testen. (In der Hoffnung dass keiner Leitungswasser nutzt :-)
  • Wenn nun alle Werte im Optimum sind, kann man dann ruhig auch erste einfache SPS besetzen.
  • Wenn alles steht und beim Messen der KH Wert gesunken ist, sowie Calzium und Magnesium dann müsstet ihr euch um Euer Versorgungssystem Gedanken machen.  (Balling, Kalkreaktor,) Wir gehen zu einem späteren Zeitpunkt auch darauf ein.
  • Ich würde zudem bereits nach 14 Tagen mit einem 10% Wasserwechsel anfangen und dieses so auf Dauer fortsetzen. Ich bin heute der Ansicht, dass der Wasserwechsel das A und O ist, nicht so sehr wegen dem Eintrag (das kann man ggf. dosieren), mir geht es hier vor allem um dem nötigen Austrag aus dem Aquarium.  Dazu gibt es aber viele Ansichten. Es gibt einige System die heute verbreit sind die durchaus propagieren ganz ohne Wasserwechsel auszukommen. 

 

Noch ewas zu den zwei Algenphasen die sich nun vermutlich nach und nach einstellen werden. 

Das Kieselalgenwachstum:
Nach dem Einbringen der Steine und des Bodengrundes und zum Start des Aquariums werden zumeist erst mal Kieselalgen wachsen. Das äussert sich durch braune unschöne Beläge auf dem Bodengrund. Keine Angst das ist ganz normal, auch wenn es unschön ausschaut. Kieselalgen gehören zu den Erstbesiedlern. Diese braunen Kieselalgen lassen mit der Zeit, durch die Aufnahme an Silicat, nach und werden weniger.  Manchmal sind sie nach einer Woche schon wieder verschwunden. Wer Leitungswasser anstatt Reinstwasser genommen hat muss damit rechnen das es bei ihm etwas länger dauern kann bis dieses aufhört. (Wir raten dringend von der Verwendung von Leitungswasser ab)  Der Handel hält allerdings Silicatadsrober bereit, und man sollte bei einem starken Wachstum und hohen Silicatwerten nicht zögern hier etwas nachzuhelfen. Diese Phase kann schnell vorbei sein, oder aber sich sogar Wochenlang hinziehen. Ein paar Bilder wie das bei uns aussah:

erste, zarte Kieselalgen...

die dann rasend mehr wurden


erst im Sand dann auf den Steinen

Hier die Hochphase der Kieselalgen

Unschön...



Das Grünalgenwachstum (Fadenalgen)
Mit dem Wachstum der Kieselalgen beginnt aber auch oft gleichzeitg das Wachstum auf den Steinen die man sich eingesetzt hat. Zumeist sind das Fadenalgen, die ebenfalls nicht erwünscht sind und einer Plage gleich kommen. Hinzu kommt sicherlich das Wachstum von anderen Sorten, die man sich mitunter durch die lebenden Steine ins Becken geholt hat.  Man kann nun ggf. selber mit Caulerpa Algen gegenhalten. Diese stehen in direkter Nahrungskonkurrenz zu den Fadenalgen und sind so meist eher in den Griff zu bekommen.  Egal wie es kommt, bei dem einen dauert es weniger lang, bei dem anderen mehr.  

05.11.2010 Bild 6


Viel Erfolg, egal welchen Weg ihr nun beschreitet. Eine Sache noch, am besten möglichst die Finger aus dem Riff lassen, das ganze muss ich entwickeln können.

Beste Grüße Robert



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