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Korallenfische füttern Teil 1

Pygoplites diacanthus (c) by Manfred Kern, Ludwigshafen

Betrachtet man sich die vielen verschiedenen Artikel in Fachzeitschriften einmal genauer, wird man feststellen, dass die Fütterung der Korallenfische meistens nur am Rande beschrieben wird. Daraus könnte man die Schlussfolgerung ziehen, dass es mit der Fütterung keine Probleme gibt und so ziemlich alles erforscht ist. Leider ist dem aber keineswegs so!

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Korallenfische füttern Teil 1

Betrachtet man sich die vielen verschiedenen Artikel in Fachzeitschriften einmal genauer, wird man feststellen, dass die Fütterung der Korallenfische meistens nur am Rande beschrieben wird. Daraus könnte man die Schlussfolgerung ziehen, dass es mit der Fütterung keine Probleme gibt und so ziemlich alles erforscht ist. Leider ist dem aber keineswegs so! Korallenfische ernähren sich in der Natur völlig unterschiedlich und gerade für die beliebtesten Arten steht dem Aquarianer kein einziges optimiertes Futter zur Verfügung. Im Zoofachhandel bekommt man meistens Artemia, Mysis, einen  mysteriösen Futtermix und vielleicht noch ein Granulatfutter für seine Meerwasserfische. Ich bin manchmal erschüttert, wie wenig sich Aquarianer mit der Fütterung ihrer Fische und befassen. Wäre es nicht so, wie Jeff Goldblum in dem Hollywood-Klassiker Jurassic Park sagt: “Das Leben  findet immer einen Weg“!, wir könnten viele beliebte Arten gar nicht im Aquarium pflegen. Bevor man sich mit der Fütterung befasst, sollte man sich einmal ansehen wie ernähren sich Korallenfische in der Natur?

Doch zuvor gestatten Sie mir eine Frage: Worin unterscheiden sich Meerwasserfische ganz wesentlich von Süßwasserfischen? Die Antwort steht am des letzten Topics!

   

Was fressen Fische im Meer?

Das ist alles andere als einfach und kaum einmal ist bekannt was sie in der Natur wirklich fressen!

Innerhalb kürzester Zeit lernen selbst Aufwuchsfresser, dass das Futter im Aquarium von oben eingebracht wird! In der Natur kommt für diese Arten von oben vielfach nur tödliche Gefahr! Während der JBL-Workshops am Roten Meer und auf den Phillippinen habe ich stundenlang den Fischen beim Fressen und der Nahrungssuche zugesehen. Dadurch konnte ich für mich wichtige Erkenntnisse bestätigen, verwerfen oder überhaupt erst erkennen. Um wirklich beurteilen zu können woraus die Nahrung besteht, müsste man zu verschiedenen Jahreszeiten Sammlungen durchführen und den Mageninhalt der Fische bestimmen. Neben jahreszeitlichen Unterschieden gibt es aber mit Sicherheit regionale. So sind z.B. manche Populationen von Pygoplites hartnäckige Futterverweigerer (z.B. von Ostafrika), während andere problemlos selbst Granulat verwerten (z.B. Malediven).

Pygoplites diacanthus (c) by Manfred Kern, Ludwigshafen

Es nur sehr wenige fundierte Informationen über die natürliche Nahrung von Korallenfischen. In den älteren Büchern über Falter- Kaiserfische hat Allen in Tabellen Angaben zur Nahrung gemacht, doch sind die vielfach nicht stichhaltig und scheinen ebenfalls nicht auf Magenuntersuchungen zu beruhen.
Korallenfische ernähren sich nach Lehrbuchmeinung entweder überwiegend von Algen (herbivore) oder von tierischen Organismen (carnivore), nur wenige ernähren sich ganz gezielt sowohl von Algen, wie auch von tierischer Nahrung (omnivore).

-Im Aquarium können diese in der Natur typischen Einteilungen durchaus verschieden sein, in der Natur sind jahreszeitliche, individuelle und regionale Unterschiede möglich!-

Schon bei meinen eigenen Beobachten hat sich diese starre Einteilung für viele Fische allerdings nicht bestätigen lassen. So haben verschiedene Doktorfische mehrfach kleinere fast  tentakellose Quallen  gefressen. Wie fast jeder Aquarianer schon einmal beobachtet hat, fressen selbst sogenannte Algenfresser im Aquarium die Kadaver toter Fische an. Solange es körperliche Merkmale (vor allem wie das Maul ausgebildet ist) nicht unmöglich machen, werden Fische alles was irgendwie genießbar ist in der Natur fressen. Es gibt aber extreme Nahrungsspezialisten wie z.B. Anglerfische oder manche Falterfische, die nur noch ganz bestimmte Nahrung fressen können oder akzeptieren. Algenfressende Doktorfische fressen in der Natur eher ein Gemisch aus Algen, Mulmpartikel, Kalkablagerungen, Kleinstorganismen und Bakterien. Mit Algen, wie wir sie aus unseren Aquarien kennen hat das wohl eher wenig zu tun. Das was sie fressen erinnert mehr an Dreck als an frische grüne Algen.


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Kommentare Zum Anfang


20elias03 am 10.01.18#1
Hallo,
ich halte diesen Artikel für äußerst wichtig.Als Pfleger und Endkunde steht man oft hilflos den sogenannten Futterverweigeren gegenüber.Die Industrie liefert selten Neues oder Innovatives, um gerade schwierige Tiere zum Fressen zu motivieren.
Ich bin seit längerem dazu übergegangen,gerade schwierige Kanditaten möglichst naturnah zu ernähren.Ich hänge täglich verschiedene aufgetaute Muscheln an Klammern ins Becken.Durch die Nähe zu Frankreich ist es kein Problem,ganzjährig die unterschiedlichsten atlantischen Muschelsorten zu erhalten.Ergänzt durch Algenbätter, Frostfutter,etc. gelingt es auch schwierige Fische ans Futter zu bekommen und sie auch zu beschäftigen (z.B.bei Drückern wichtig).
gregorluenen2009 am 10.01.18#2
ja ich glaube auch das viel zu wenig von den leuten rumexperentieren in sachen futter - cyclops, weiße mücken, banane usw . . . bei mir gibt es eigentlich so ziemlich alles was gefressen wird - und das ist ziemlich viel . . . zudem stell ich auch immer die strömung ab beim füttern - die fische mögen sich anfangs erschrecken aber sie gewöhnen sich da recht schnell dran, und das ganze läuft für viele insassen viel entspannter ab . . . lg, gregor
robertbaur am 12.01.18#3
Es freut mich dass der Artikel von Joachim Gefallen findet, es folgen noch 3 weitere Teile zu dem Thema.
Gruß Robert

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