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Der Aquariencomputer der Fa. Aquatronica


Der Aquariencomputer der Fa. Aquatronica
Ein Überblick von Lars Buschkamp

Technische Geräte für Meerwasseraquarien gibt es fast wie Sand am Meer. Ob sie alle genutzt werden müssen um ein erfolgreiches Becken zu betreiben, sei dabei jedem selbst überlassen. Es gibt hierbei die unterschiedlichsten Ansichten. Dem Einen bleibt schon fast das Herz stehen, wenn der Abschäumer einmal für eine Std. seinen Dienst einstellt, der Nächste stellt das Gerät vielleicht sogar nur zeitweise an oder hat überhaupt gar keinen.

Aquariencomputer gehören sicher auch zu den technischen Geräten, bei denen Sinn und Zweck wieder Anlass zu Diskussionen geben. Ich möchte hier einmal meine Eindrücke über dieses Gerät festhalten und die Vor- und Nachteile etwas beleuchten.

Seit ca. 3 Monaten nutze ich nun den Aquarium Controller der italienischen Firma Aquatronica. Das Gerät wird hierzulande von der Fa. Fauna Marin vertrieben und ist ganz neu auf dem deutschen Markt. Grundlegender Ansatz bei der Planung zu diesem Computer waren nicht etwa Auswertungen der Messwerte o.ä. sondern das Ziel, ein Aquarium etwas sicherer betreiben zu können. Der Computer besteht aus folgenden Komponenten:

Dem Controller,
der so genannten Leistungseinheit, die in verschiedenen Konfigurationen erhältlich ist,
den Schnittstellen (hier Ph)
und den Elektroden


Der Aufwand mit den separat ausgeführten Schnittstellen mag im ersten Augeblick etwas umständlich wirken, bietet aber einen nicht von der Hand zu weisenden Vorteil. Zukünftige Entwicklungen sind ohne Probleme an den Controller bzw. die Leistungseinheit anzuschließen, da sich der Controller per Software-Update auf den neuen Stand bringen lässt.


Mein derzeitiges System umfasst dabei folgende Komponenten:

Aquarium Controller
6er Leistungseinheit
Temperaturmodul
Niveausensor
Ph Sensor
Redox Sensor
Leitwert Sensor
Dichte Sensor
PC Schnittstelle


Das System ist für jeden technisch einigermaßen versierten Menschen innerhalb weniger Minuten zu installieren und in Betrieb zu nehmen. Trotzdem ist es sinnvoll, im Vorfeld einmal einen Blick in die Anleitung zu werfen, um Anfangsfehler gänzlich auszuschließen.
Das Display könnte etwas größer sein, ist aber gut abzulesen.

Die Beleuchtungssteuerung ist schnell programmiert und funktioniert tadellos. Das System ist schnell zu verstehen und leicht zu programmieren. Schon hier macht sich allerdings die PC Schnittstelle bezahlt, denn die Programmierung ist damit doch um einiges leichter und vor allem übersichtlicher.
Ich betreibe mein gesamtes Licht an dem Computer, also Hauptbeleuchtung, Algenfilter- und Nachtlicht. Der Umstieg von den vorher benutzen Zeitschaltuhren war eine richtige Erleichterung.

Der Niveausensor ist bei mir im Filterbecken installiert und dient als Schaltsteuerung für das Verdunstungswasser. Sicherheitsfanatiker werden sich hier sicher noch einen zweiten Sensor installieren wollen, um im Falle einer Störung einen Dichteabfall zu verhindern. Da mein Nachfüllbehälter aber nur 20 Liter Osmosewasser enthält, habe ich bei einer Gesamtwassermenge von ca. 700 Litern darauf verzichtet.



Die Pumpensteuerung umfasst bei mir 2 Tunze Stream die im Wechsel angesteuert werden.
Die Programmierung hierfür ist wirklich einfach und hat nicht einmal 2 Min. gedauert.

Die weiteren Sensoren bedürfen wohl kaum der genauen Erklärung, da diese ausschließlich zur Messwerterfassung dienen. Einzige Ausnahme hier ist wohl der Leitwertsensor, den ich einsetze, um die Qualität meines Osmosewassers zu überprüfen. Die Sensoren sind vor Inbetriebnahme mit geeichten Kalibrierlösungen einzustellen, was etwas Zeit in Anspruch nimmt. Man sollte sich also besonders mit diesem Punkt in Ruhe beschäftigen, wobei die Vorgehensweise recht einfach ist und kaum Fehler möglich sind. Die Kalibrierung ist menügestützt und leicht nachvollziehbar.

Mein System ist über eine Schnittstelle mit dem PC verbunden, was eine gute Auswertung der Messdaten ermöglicht, die Programmierung erleichtert und, was viel wichtiger ist, Updates des Computers ermöglicht. So ist es möglich, weitere (zukünftige) Schnittstellen in den Computer zu integrieren.


Zur Zeit sind folgende Steuermöglichkeiten vorhanden:


Multi-Timer Funktion
Diese Funktion ermöglicht das automatische Ein- und Ausschalten z.B. der Pumpen für die Wasserbewegung, von der Beleuchtung und anderen elektrischen Vorrichtungen, mittels der Leistungseinheiten zu steuern.

Wellenwirkungen
Sie ermöglichen das alternative Antreiben von zwei oder drei Pumpen für die Wasserbewegung mit sich wiederholenden Zyklen, auch abwechselnd mit Pausen.

Gezeitenwirkung
Sie ermöglicht das alternative Antreiben von zwei Pumpen für die Wasserbewegung oder das Ansteigen mit festgesetzten Zyklen, ein jeder 6 Std.15 min. (Ebbe und Flut Ansteuerung).

Sommer-Funktion (nur Zweckmäßig bei Süsswasser)
Sie ermöglicht die Versorgung des unter dem Sand befindlichen Heizbandes für Intervalle von 5 Minuten/Std. während der Perioden, in dem es normalerweise nicht benutzt werden würde (Sommerzeit).

Blackout-Kontrollen
Diese Funktion protokolliert die Dauer eines Stromausfalles. Es kann festgelegt werden, welche Ausgänge bei wieder vorhandenem Strom wieder aktiv werden.

Notizbuch
Hier können Tätigkeiten (z.B. Wasserwechsel) geplant werden, auf die dann mit einem akustischen Signal hingewiesen wird.

Ablesen und Kontrolle der Parameter:
Temperatur – Niveau – pH – Redox – Leitfähigkeit und Dichte
Das ermöglicht (mittels der eigens dafür vorgesehenen Sensoren und Schnittstellen) die Werte von den oben genannten Funktionsgrößen zu messen und visualisieren. Auf der Basis der so abgelesenen Werte kann man den Zustand der Abgreifpunkte abändern, indem man eventuell angeschlossene Verbrauchervorrichtungen einschaltet oder ausschaltet.


Anschluß an einen PC
Hiermit wird der Controller an einen PC angeschlossen. Alle Funktionen sind übersichtlich auf dem PC aufzurufen und zu programmieren.
Messwerte können als Kurve ausgegeben werden
Alle Daten sind abzuspeichern.


Es ist möglich, bis zu 10 Leistungseinheiten hintereinander zu hängen, und diese an einem Controller zu betreiben. Somit kann auch der „Power“ Aquarianer seine Beckenwerte an einem, zentralen Punkt ablesen.


Weitere Entwicklungen:

Das das Gerät noch relativ neu ist, werden einige Schnittstellen erst nach und nach auf den Markt kommen. In der Entwicklung sind z.Z.

ein Leckagesensor (zur Absicherung bei Undichtigkeiten)
ein Telefonmodul (zur Benachrichtigung von definierten Mitteilungen und Fehlern)
Steuermodul für Dosierpumpen
DALI Steuerung der Beleuchtung
WLAN Modul


Fazit:

Ein Aquariencomputer ist sicher kein unbedingtes Muss, um ein gutes Becken betreiben zu können, aber er hilft, viele Kleinigkeiten besser zu bewältigen, bzw. notwendige Steuerungen auf einem Punkt zusammen zu führen
Dieses Gerät hat mich jedenfalls voll überzeugt und ich kann es allen, die vor der gleichen Überlegung stehen, nur empfehlen.
Lt. Rückfrage bei Fauna Marin, werden die in der Entwicklung befindlichen Schnittstellen kurzfristig zur Verfügung stehen. Man darf also auf weitere Neuigkeiten gespannt sein.
Ich werde weiter berichten, da mich Leckagesensor, Telefonmodul und DALI Steuerung sehr interessieren.


Mit salzigen Grüßen
Lars Buschkamp


Dieser Artikel ist am 20.07.2007 erschienen

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