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Die Balling +Plus Methode

Die Ballingmethode ist nun lange bekannt und wird oftmals auch rege genutzt. Trotz allem tauchen gerade in Foren immer wieder Fragen auf. Heinz Mahler beschreibt die Anwendung nach der Balling Plus Methode

Die Balling +Plus Methode

Die Balling Methode gilt in Deutschland inzwischen als etablierte und ausgereifte Möglichkeit, insbesondere SPS/LPS lastige Korallen-Aquarien mit Calcium, Magnesium sowie allen benötigten Spurenelementen und Vitaminen zu versorgen. Außerdem werden durch die Balling Lösungen die Karbonathärte sowie der PH-Wert der Aquarien auf einen optimalen Stand gebracht bzw. gehalten.

Die Balling Methode wurde von Hans-Werner Balling entwickelt, sie entspricht in etwa der schon einige Jahre zuvor in den USA von Randy Holmes Farley entwickelten Two Part Methode (inzwischen Three Part), wurde jedoch durch die zusätzliche Verwendung von NaCl (Natriumclorid/Kochsalz/Steinsalz) freiem Salz leicht abgewandelt.

Inzwischen gibt es weitere Abwandlungen dieser Methoden, so die Balling light Methode, die im wesentlichen der Two Part Methode des Randy Holmes Farley entspricht und OHNE NaCl freiem Salz, bei einem wöchentlichen 10%tigem Wasserwechsel auskommt Sowie der Balling Plus Methode, in der den Lösungen jeweils noch alle essentiellen Spurenelemente sowie Vitamine und Aminosäuren in genau berechneten Mengen zugeführt wird.

Ich selbst wende die Balling Plus Methode an und bin mit den bisherigen Ergebnissen mehr als zufrieden. Da im Internet ausreichend Seiten zu finden sind in denen die einzelnen Unterschiede genauer ausgeführt werden, spare ich mir das hier und zeige lediglich die von mir verwendete Rezeptur.

Wichtig für alle die eine dieser Methoden anwenden möchten. Ehe man mit einer der Varianten startet, sollte man die wichtigsten Wasserparameter wie Calcium (Ca), Magnesium (Mg) sowie die Karbonathärte (dKH) auf einen optimalen Wert einstellen. Welche Werte gelten als Optimal? Ein gemessener Calcium Wert zwischen 400 - 430 ppt, Megnesium 1260 - 1360 ppt sowie eine Karbonathärte von 6-8 dKH sehe ich als optimalen Start in die Balling-Methode an. Wie geht man weiter vor, was genau ist beim Start zu beachten? Nun, relative einfach, man verwendet die beim anmischen der 3 Balling-Lösungen anfallenden Reste der Salze. In einem der zahlreich im Internet zu findenden Ballingrechner gibt man die gemessenen IST/SOLL Werte ein, die man zuvor mittels guter Tests (Salifert, Tropic Marin etc.) ermittelt hat und bekommt anschließend die benötigten einzelnen Salzmengen angezeigt. Diese mischt man z.B. in 3 Behältnissen in je 1 Liter Osmosewasser an und dosiert diese dann über 5-7 Tage. Zwischenzeitlich jeden Tag messen, sollte der optimale Wert vor Ablauf der 5-7 Tage bei einem der Werte schon erreicht sein, wird die weitere Dosierung dieses Parts eingestellt, die anderen aber solange weiter dosiert bis optimale Werte vorliegen.

Man startet anschließend mit der Balling Dosierung a 10ml-15ml je 100L Aquariumwasser (Netto), also für ein 500 Liter Aquarium mit ca. 400 Liter Wasserinhalt (Netto) mit ca 40-60ml je Lösungsansatz. Meiner Erfahrung nach ist die untere Grenze der Dosiermenge besser geeignet, lieber minimal weniger als zuviel dosieren. Wichtig ist in der Anfangszeit das messen, es sollte mindestes alle 2 Tage gemacht werden. Man bekommt recht schnell ein Gespür für die korrekte Dosiermenge wenn man regelmäßig misst. Einmal „eingefahren“, reicht dann eine wöchentliche Messung der Werte.

Welche der drei Balling-Lösungen man zuerst dosiert ist im Prinzip egal, wichtig allerdings ist, das man es Zeitversetzt tut (ca. 2-10 Minuten Zeitversatz), damit es nicht zu Ausfällungen der einzelnen Salze kommt. Hier kommt nun wieder die Erfahrung ins Spiel. Ich persönlich finde es am besten man startet morgens, also noch in der Dunkelphase des Aquariums, mit der Balling-Lösung aus Kanister II (KH/PH). Das hat den Vorteil dass zugleich der in den Morgenstunden meist niedrige PH-Wert erhöht bzw. gepuffert wird. Danach sollte man die Magnesium-Lösung, also Kanister III dosieren und erst zuletzt Calcium aus Kanister I. Noch besser allerdings ist es, wenn die einzelnen Lösungen mehrmals über Tag, dann selbstverständlich in kleineren, angepassten Menge (Teil der Tagesdosis), dosiert werden. Dies ist allerdings nur mit Dosierpumpen realisierbar, wer von Hand dosieren möchte wird in aller Regel nicht die benötigte Zeit aufbringen können.

Ein weiterer wichtiger Faktor der Balling-Methode ist der wöchentliche 10%tige Wasserwechsel. Wer Balling light anwenden möchte sollte darauf keinesfalls verzichten, da es sonst, langfristig gesehen, zu Ionenverschiebungen der Salze mit den entsprechenden Auswirkungen für Korallen und Invertebraten führen kann.

Balling wendet man Idealerweise mit einer 3 Kanal Dosierpumpe an. Ob AquaMedic oder GroTech NG III ist sekundär, beide sind gut geeignet, wobei ich immer die GroTech Pumpen vorziehen würde. Es gibt auch Dosieranlagen die in der Wasserwirtschaft und Schwimmbädern oder im Lebensmittelbereich eingesetzt werden und durchaus verwendbar sind, allerdings in aller Regel auch wesentlich teurer in der Anschaffung. Wer überhaupt nicht mit einer Dosierpumpe arbeiten mag, kann selbstverständlich auch per Hand dosieren. Gut geeignet sind hierfür Kunststoff-Spritzen a 60ml die man in jeder Apotheke kaufen kann (siehe Foto).


Was benötige ich zum ansetzen der drei Balling-Lösungen?

Zunächst drei geeignete Behältnisse für die Lösungen. Ich verwende je einen 10 Liter Wasser- Kanister aus dem Camping Bereich mit einem Ablaufhahn aus Kunststoff pro Lösung. Weiter verwende ich eine 1,5 Liter fassende, wasserdicht verschließbare, lebensmittelechte Plastikdose für jede Lösung, in die ich in den Deckel ein 4mm Loch gebohrt habe durch die dann der Zulaufschlauch zur Dosierpumpe geführt wird. Dosiere ich mit einer Spritze ist das 4mm Loch selbstverständlich nicht notwendig.

 

Soviel zur „Hardware“, kommen wir zu den Chemikalien. Die Spurenelement-Lösungen die benötigt werden, kann man sich durchaus auch selbst anmischen. Da aber jeweils größere Mengen der Salze abgenommen werden müssen, wir aber oft nur wenige Gramm benötigen, verwende ich fertige Flüssiglösungen von Tropic Marin oder aber Fauna Marin (siehe unten):


Tropic Marin:

Pro-Coral K+ Elements
Pro-Coral A- Elements

Fauna Marin:

UltraPower Trace 1 - Strontium, Calcium Elements 250ml
UltraPower Trace 2 - Eisen, Zink Elements 250ml
UltraPower Trace 3 - Jod, Boron Elements 250ml

Sowie

ULTRAMARIN S – Aminosäuren und Vitamine 250ml


Die Salze der drei Lösungen werden mittels einer grammgenauen digitalen Waage abgwogen und jeweils in 10 Liter Osmosewasser (25°C oder wärmer) aufgelöst. Ich verwende hierzu einen alten „Salzeimer“ sowie ein kleine Powerhead um die Auflösung der Salze im warmen Wasser noch zu beschleunigen. Anschließend werden die Lösungen in die einzelnen Kanister umgefüllt. Der Eimer den ich zum anmischen verwende wird selbstverständlich nach jedem Mixvorgang mit klarem Leitungswasser ausgewaschen.

Hier die benötigten Salz- sowie Spurenelementmengen in Gramm bzw. Milliliter:


Kanister I

715 gr. Calciumchlorid-Dihydrat in 10 Liter Osmosewasser
+50 ml UltraPower Trace 1 - Strontium, Calcium
+50 ml UltraPower Trace 2 - Eisen, Zink


Kanister II

840 gr. Natriumhydrogencarbonat in 10 Liter Osmosewasser
+ 50 ml UltraPower Trace 3 - Jod, Boron

Kanister III

250 gr NaCl freies Meersalz in 10 Liter Osmosewasser
550 gr. Magnesiumchlorid-Hexahydrat
80 gr. Magnesiumsulfate-Heptahydrate
250 ml Fauna Marine UltraminS



Spurenelemente selbst hergestellt

Wer sich jetzt die Mühe machen will und seine Spurenelementlösunge selbst ansetzen möchte kann dies nach folgender Rezeptur der einzelnen Lösungen tun.

Element Lösung I

35,57 gr Bariumchlorid-Dihydrat (BaCl2 × 2 H2O) in 1 Liter Osmosewasser


Element Lösung II

243,45 gr Strontiumchlorid-Hexahydrat (SrCl2 × 6 H2O) 1 Liter Osmoswasser + 10 ml Element Lösung I


Element Lösung III

4 gr Kobalt(II)-chlorid-Hexahydrat (CoCl2 × 6 H2O) in 100 ml Osmosewasser


Element Lösung IV

18,46 gr Mangansulfat-Hydrat (MnSO4 × 1 H2O)
9,82 gr Kupfer(II)-sulfat-Pentahydrat (CuSO4 × 5 H2O)
8,8 gr Zinksulfat-Heptahydrat (ZnSO4 × 7 H2O)
8,9 gr Nickel(II)-sulfat-Hexahydrat (NiSO4 × 6 H2O)
32,45 gr Chrom(III)-chlorid-Hexahydrat (CrCl3 × 6 H2O) in 1 Liter Osmosewasser + 10ml Element Lösung III


Element Lösung V

4 gr Eisen(II)-sulfat-Heptahydrat (FeSO4 × 7 H2O) in 1 Liter Osmosewasser + 10ml Element Lösung IV


Element Lösung VI

2,5 gr Kaliumjodid (KaJ)
13,3 gr Natriumfluorid (NaF) in 1Liter Osmosewasser


Es wurden zwar insgesamt 6 Spurenelementlösungen angesetzt, den Kanistern I & II werden aber nur drei davon zugefügt da die Inhaltsstoffe der anderen drei in diesen bereits enthalten sind. Es handelt sich um die Element Lösungen II, V sowie VI. Diese werden wie folgt zugefügt:


Kanister I = Element Lösung II & Element Lösung V = Schwermetal Elemente

Kanister II = Element Lösung VI = Jod/Fluor Elemente

Zum auswiegen wird eine auf das Milligram genaue digitale Waage benötigt, kleinste Abweichungen in der Rezeptur könnten langfristig gesehen, fatale Folgen haben. Aus diesem Grund habe ich mich entschloßen die Element.Lösungen von Tropic Marin (wie oben beschrieben) einzusetzen. Gleiches gilt für die Aminosäuren und Vitamine. Hier nutze ich ausschliesslich ULTRAMARIN S von Fauna Marin.

H.Mahler/2008

 

Nachtrag:

Da mich zwischenzeitlich immer wieder Emails erreichen in denen zum Ausdruck kommt, dass offensichtlich doch einige Missverständnisse bezüglich der Dosiermengen bestehen, möchte ich dies hier noch einmal klarstellen. Bei ALLEN Varianten der Balling Methode werden in KEINEM FALL immer die gleichen Mengen der drei Lösungen dosiert. Dies geschieht lediglich in der ersten Woche um Vergleichswerte zu erhalten und dadurch feststellen zu können wie viel man von jeder der drei Lösungen benötigt, oder aber wenn es durch die wöchentlichen Messergebnisse so ermittelt wurde. Jedes Aquarium benötigt unterschiedliche, tägliche Dosiermengen der drei Lösungen um letztlich ein möglichst optimales Ergebnis zu erzielen. Jedes hinzufügen von Korallen in ein Aquarium (im besonderen SPS – Korallen) verändert die benötigte Dosiermenge jeder einzelnen Lösung (wenn auch nur geringfügig) nachweislich! Je kleiner ein Aquarium (Liter/Inhalt) je stärker wirkt sich eine Veränderung (Neubesatz) aus. Bitte dosieren Sie in KEINEM FALL über einen längeren Zeitraum immer die gleiche Menge aller drei Balling-Lösungen (Ausnahme: Durch Messergebnisse ermittelt), dies hätte relativ kurzfristig, fatale Folgen für jedes Aquarium und dessen Besatz.



(Die Tabelle unten zeigt die jeweilige Dosiermenge in Abhängigkeit zum Messergebnis eines 400 Liter Riff-Aquarium mit ca. 25% Soft- 40% LPS und 35% SPS-Korallenbesatz. Es wird wöchentlich ca. 15-20% Wasser gewechselt.)


Weitere Interessante Berichte aber auch wunderschöne Fotos (eine eigene Fotogalerie) finden Sie auf Heinz Mahlers Aquarium Seiten.

http://riffaquarium.hm-photogalerie.de/
http://www.hm-photogalerie.de/lang/de/index.html

Copyright 2005-2008 © HM - Photogalerie. Heinz Mahler, Alle Rechte vorbehalten

 



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Kommentare Zum Anfang


Zookultura am 07.04.08#1
In 1994, Ernst Pawlowsky, of Germany, introduced a new method of calcium supplementation, which soon became quite popular in the United States — Calcium part A and Calcium part B. At the same time, Rolf Hebbinghaus, of Germany, produced the calcium reactor, and Hans-Wermer Balling, also of Germany, developed the "Balling Method" of calcium supplementation.
from:
www.ecosystemaquarium.com

It will be very nice to get exact history about aquarium history.


Thomas Engels am 30.10.08#2
Es wäre sehr schön , wenn der Nachtrag am Ende dieses ausgezeichneten Artikkels auch auf der englischsprachigen Seite (von Heinz Mahler)eingetragen werden könnte.
Ich habe zur Zeit grösste Schwierigkeiten , den Kollegen hier in Norwegen glaubhaft zu machen , das die Dosierung der Lösungen nach der ersten Woche individuell und unterschiedlich sein sollte , alle Verkaufsstellen der Ballingsalze in Norwegen behaupten hartnäckig , das alle Lösungen IMMER in gleichen Mengen erfolgen solle.
Zu welchen Problemen dies führen kann , kann man sich denken...
Ich kann mir vorstellen , das dieses Missverständnis auch in anderen nichtdeutschsprachigen Ländern florieren kann.
mfG
Thomas Engels

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