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Zwergkaiserfische: Centropyge bispinosa


Unsere Erfahrungen zum bekannten Zwergkaiser Centropyge bispinosa.


Ein Rückblick auf ca. 17 Jahre Fischpflege
Einer unserer ersten Fische war damals (neben den oft unvermeidlichen Anemonenfischen) im Jahre 1991 unter anderem auch ein Centropyge bispinosa, wobei damals hiess er ja noch Centropyge bispinosus! Aus heutiger Sicht war es ein Unding dieses Tier in ein 150 Liter Aquarium zu stecken um ihn dort dauerhaft zu pflegen. Denn so klein war der Zwergkaiser da auch schon nicht mehr. Die beiden mitgepflegten Anemonenfische wurden von dem Zwergkaiser dermassen viel vertrieben, so dass wir die kleinen Anemonenfische schützen wollten und Ihn des lieben Friedens willen wieder verkauft haben. So ist das halt mit dem Beschützerinstinkt... Heue weiss man vieles besser. Wäre das Becken damals besser strukturiert gewesen, etc. etc. Eines ist allerdings schon hier fest zu halten. Dieser Zwergkaiser ist meiner Ansicht nach einfach in der Haltung und beim Futter wenig wählerisch. Ich denke zwar dass sie letztlich Fleischliches bevorzugen, aber sie nehmen auch Flockenfutter an.



Ich erinnere mich im übrigen noch recht genau. Nach unserem Umzug von München nach Kassel kauften wir im Jahre 1995 dann recht bald einen Zebrasoma flavescens und einen Centropyge bispinosa. Die beiden verstanden sich hervorragend, kein Wunder das damalige Becken fasste ja immerhin schon 300 Liter. Die Fische waren zudem nicht so groß dass es damals zu Anfangs zumindest noch keine Probleme gab. 2 Jahre später dann zeigte unser gelber Doc, Zebrasoma flavescens, erste Anzeichen von Hospitalismus. Dies geschieht oft wenn Fische in zu kleinen Becken ihr Dasein fristen müssen. Er schwamm nur noch an der Frontscheibe von rechts nach links und machte keinen glücklichen Eindruck.

Es wurde also Zeit für ein größeres Becken. Dieses 650 Liter fassende Aquarium kauften wir gebraucht, so im Jahre 1997. So zogen damals die beiden Fische, an andere kann ich mich kaum noch entsinnen, um - ins neue Heim. Bereits 1999 kauften wir dann das aktuelle Becken, ein ca. 1000 Liter fassendes Aquiarum mit den Maßen 190 x 80 x 65 cm. Auch in dieses kamen die beiden Fische. So 1997 herum wurde dann auch die paarweise Pflege bekannter, (Thaler 1997) was uns dann nach der Beckenvergrößerung im Jahre 1999 dazu veranlasste einen zweiten Centropyge bispinosa einzusetzen. Was soll ich schreiben, es ging gut. Es gab null Probleme mit einem der beiden Tiere. Bald drauf zogen zwei Centropyge bispinosa regelmäßig durch unser Aquarium und sollten noch viele Jahre zusammen verbringen. Ich habe bei den C. bispinosa doch immer gemischte Gefühle :-) Mal schwimmen sie ganz offen, mal zeigen sie sich wie in der Natur, eher am Rand der Dekoration, um notfalls schnell verschwinden zu können.



 


Allgemeines über Zwergkaiser:
Mittlerweile umfasst die Gattung Centropyge ca. 32 Arten und ist damit die größte in der Familie der Kaiserfische. Zwergkaiserfische eigenen sich im allgemeinen gut für das Leben im Aquarium. Riffbauten aus lebenden Steinen mit natürlichem Algenwuchs stellen dabei eine wichtige Nahrungsquelle dar. Zudem eignen sich Höhlen in den Steinaufbauten gut als Versteckmöglichkeit für Zwergkaiser. Überhaupt möchten uns an dieser Stelle ganz klar zu den Zwergkaiserfischen bekennen, denn sie sind für die Haltung im Aquarium weit besser geeignet als es Grosskaiser alleine schon wegen der Größe sind. Zwergkaiserfische leben paarweise oder in Haremsgruppen, das heißt ein Männchen mit mehreren Weibchen, versteckt zwischen Korallenbeständen. Da die Zwergkaiser Hermaphroditen sind, ist die Zusammenstellung der Paare meist kein Problem. Wenn Sie zwei Tiere kaufen achten Sie darauf einen größeren und einen kleineren zu nehmen. Das kleinere Tier wird zum Weibchen, während das größere ein Männchen wird. Meist gehen Zwergkaiser nicht an Korallen, aber ausschliessen kann man es nicht immer.

 

Erfahrungen mit dem zweiten Paar
Im Januar 2007 verloren wir dann aufgrund eines Supergaus beide Tiere, neben vielen anderen Fischen, vornehmlich natürlich auch welche in Paarhaltung. Zu diesem Zeitpunkt war der erste C. bispinosa bereits 12 JAHRE in unserem Aquarium und dürfte ganz sicher noch älter gewesen sein. Wäre der Supergau nicht gekommen, wer weiss :-) Ich schätze dass diese Fische ein Alter von locker 15 bis 20 Jahren in Aquarien erreichen können, wenn nicht sogar mehr. Auch nach 12 Jahren Aquarienpflege war keiner der bisherigen Zwerge über 10 cm groß geworden. Ein recht gutes Argument auch für etwas kleinere Aquarien. Eine Sache erachte auch ich als besonders wichtig. Auch deswegen, weil schon andere Autoren darauf hingewiesen haben und dies sicherlich immer wieder tun werden. Zwergkaiser sollte man als Paar oder Gruppe halten und nicht einzeln! Erst dann wird man ein Sozialverhalten sehen. Die Fische benehmen sich nun mal gänzlich anders als in der Einzelhaltung. So sollte man vielleicht weniger Arten und wohl damit weniger Farvielfalt gegen das aber viel interessantere Sozialverhalten tauschen.



 

Der Geschlechtsuntersschied:
Im übrigen ist der Geschlechtsunterschied, so empfinde ich es zumindest anhand unserer Tiere, recht einfach feststellbar. Joachim Großkopf hat im Artikel "Geschlechtsunterschiede von Korallenfischen" im Bezug auf viele Korallenfische hierbei auch wichtige Aufklärung geleistet. Der Artikel ist sehr lesenswert, wenn auch Joachim bei Centropyge bispinosa nicht zum selben Schluss kommt wie ich. So würde ich schon sagen dass man die beiden Zwerge die wir pflegen, durchaus am unterschiedlichen Schwanz auseinander halten kann. Der eine Schwanz ist deutlich Spitz zulaufend, der andere ist deutlich gerundet. Die beiden folgenden Fotos sollten das gut dokumentieren. Zum selben Schluss wie ich kam auch schon Sven Schneider im meerwasser-lexikon. Demnach ist das Männchen das Tier mit der spitzen Schwanzflosse, das Weibchen dass mit der runden Schwanzflosse. Dies kann man auch anhand der deutlichen Rundungen bei dem Weiblichen Tier nachvollziehen vor allem dann wenn sie ihre Balzspiele machen. Aber hier nun die versprochenen Fotos vom GU der beiden Tiere.



 

Das Balzverhalten:
Bereits bei unserem ersten Paar konnten wir relativ regelmässig abendliche Balzvorgänge der Fische beobachten. Damals leider noch ohne die Möglichkeit der Aufnahme konnte ich das nun endlich bei unserem neuen Paar bildlich festhalten. Die meisten Zwergkaiser sind Freilaicher (Baensch) und nur von Helmut Strutz fand ich im Zusammenhang mit Zwergkaisern den Hinweis auf das evtl. Höhlenlaichen. Vermutlich betrifft dass aber eher Tiere die in größeren Tiefen vorkommen. Man kann sich wohl nicht vorstellen dass diese deswegen bis nach oben kommen!

Das ganze passiert natürlich wie bei fast allen Fischen immer abends, wenn die meisten Leuchten aus sind und nur noch zwei Röhren brennen aber auch kurz vor dem gänzlichen Abschalten der Beleuchtung. Ob sie nach dem "Lichtausmachen" dann doch noch ablaichen, entzieht sich bisher meiner Kenntnis. Ich habe ja nun ein paar Tage Urlaub und kann ja mal schauen :-) Auf jeden Fall denke ich dass ich weniger schreiben muss wie sie sich verhalten, schauen Sie sich einafch das Video an. Achja, unser Becken sieht im Moment wirklich so schei... aus wie im Hintergrund zu sehen. Wir haben einerseits Probleme mit Glasrosen andererseits seit Umstellung auf die reine Keramik auch mit allen möglichen Plagen die es gibt. Cyanos und Goldalgen z.B. Dies soll aber nicht Gegenstand dieses Artikels sein. Nun aber viel Spaß beim "balzen" Nachfolgend sehen Sie nun einen Videomitschnitt des Balzverhaltens von unserem Paar.

Wir pflegen im übrigen die beiden Centropyge bispinosa zusammen mit einem Pärchen Centropyge loriculus und einem Paar Genicanthus bellus. Untereinander gibt es kaum Reibereien, vermutlich auch deshalb weil die Flammenkaiser noch etwas kleiner sind.

Wir hoffen wir bekommen einmal die nötigen Aufnahmen hin, um das Ablaichen im Aquarium per Video dokumentieren zu können. Bis dahin hoffen wir, Ihnen liebe Leser, eine kleine Anregung zur Paar- oder Gruppenhaltung von Zwergkaisern gegeben zu haben. Denken Sie immer dran, wir Menschen würden uns sicher alleine auch weniger wohl fühlen als zu zweit oder in einer Gruppe. Natürlich würde das auch beim Menschen schneller schief gehen wenn wir in einem kleinen Raum eingesperrt wären. Ich würde sagen dass man das durchaus auch auf unsere Fische, zumindest auf die Zwergkaiser übertragen kann.

Ach ja im übrigen :-) unsere bisherigen C. bispinosa sind in den ganzen Jahren nicht einmal an Korallen gegangen, dies kann man von den Centropyge loriculus nicht immer behaupten. Sie zupfen zumindest ab und an an mancher Koralle. Dieses kann man aber in dem Fall durchaus vernachlässigen.

 

mit salzigen Grüßen

Robert Baur-Kruppas

 

 


Dieser Artikel ist am 09.03.2008 erschienen

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