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Phosphat Probleme zu früheren Zeiten


Phosphat Probleme zu früheren Zeiten

Dies ist einer unserer ersten Berichte über das Problem Phosphat im Wasserkreislauf eines Meerwasseraquariums. Ende der 90er war es gang und gäbe das kleinpolypige Steinkorallen wuchsen. Auch schafften es die ersten sie nicht nur zu halten sondern auch zu vermehren, bzw. zu fragmentieren. Auch wir hatten zu der Zeit einige Steinkorallen im Becken die anfangs gut wuchsen. Wie das meist der Fall ist beschäftigt man sich erst mit den Dingen wenn sie vor der Haustür stehen. So auch in diesem Fall.


Wir hatten längere Zeit Probleme mit braunen Schmieralgen der sog. Braunen Pest. Hierbei handelt es sich um Dinoflagellaten die sich ohne Zugabe eines Zellgiftes (wie Algen EX) kaum entfernen lassen. Bei uns kam dieses wohl auch durch zuviel Silicat im Ausgangswasser. Als wir dieses Problem dann gelöst hatten verschwanden die Dinos zwar wieder, dafür kamen dann aber die roten "Schmieralgen", also Cyanbobaktieren. Sie waren bei uns bei weitem nicht so schlimm und störend als die braune Art. Aber schön war es trotzdem nicht.

Vor allem interessierte es mich ja warum denn nun diese wuchsen.
Nachdem ich alle Wasserwerte durchgemessen hatte stellte ich fest, das wir viel Phosphat (5 mg/L) im Becken hatten. Also daher wehte der Wind... Das muss man sich heute mal vorstellen, 5 mg Phosphat.... Meine Güte.
Das da überhaupt noch Korallen wuchsen ..



Also war das Problem lokalisiert - zuviel Phosphat.

Nun gab es ja auch damals schon einige Mittel auf dem Markt, wenn auch Phosphatadsorber auf Eisenbasis (wie Rowa, Ultra Powerphos oder Timo Phos Stop ) noch kaum zu bekommen waren.
Die Preise sind da auch sehr unterschiedlich gewesen. Das geht ging bei ca. 30.00 DM los und geht schnell über 100 DM (ja ja der Euro war noch weit entfernt)



Ich entschied mich für das Phospahtfällungsmittel von Korallin. Vor allem auch deshalb weil ich bisher mit dieser Firma sehr gute Erfahrungen gemacht hatte. Ich bestellt nun das Mittel „Phosphat Minus" von Korallin (http://www.Korallin.de), das in einer 500 ml Flasche geliefert wurde. Der Preis lag bei 29.50 DM. Laut den Herstellerangaben reicht die Flasche aus für sage und schreibe 10.000 Liter! Durch das Mittel soll das Phosphat gebunden bzw. gefällt werden, so daß es vom Abschäumer erfaßt werden kann.


Ich hielt mich ganz genau an die Anleitung. Erst reinigte ich den Abschäumer, und stellte diesen auf feuchte Abschäumung um. Ich gab nun laut Anleitung (die Anleitung schreibt von 2 - 5ml auf 100 Liter) 5 ml auf 100 Liter Beckenwasser hinein. Sofort trübte das Becken etwas ein, was aber nicht lange anhielt. Ich beobachtete die Tiere im Becken ganz genau. Keine der Korallen zeigte Unwohlsein oder andere Auffälligkeiten.

Ich stellte dabei auch fest, daß der Abschäumer ganz heftig am arbeiten war. Einen Tag später bei den Wassertests ergab sich dann folgendes Ergebniss: Der Phosphatgehalt war von 5 mg/L auf 2 mg/L gesunken. Ich wiederholte nun die Zugabe und einen Tag später war das Phosphat fast nicht mehr messbar. (der damalige Test ist mit einem heutigen Merck oder Rowa nicht zu vergleichen ) Nach und nach gingen dann innerhalb von ca. 2 Wochen auch die roten Schmieralgen wieder zurück.

Das war auch für mich ein Zeichen das wir die sog. Schmutzwasserform der Cyanos hatten! Für alle Interessierten, die gleiche Art Cyanos wächst auch wunderbar unter Reinstwasserbedingungen.


Fazit damals in 1998:
Am besten ist natürlich Phosphat gar nicht erst aufkommen zu lassen. Nur wer kann das schon wenn er Fische pflegt.. So ist es unumgänglich regelmässig den Phosphatgehalt zu messen. Nach heutigen Erkentnissen sollte der Wert bei unter 0,1 mg/L liegen. Korallin Phosphat Minus hat uns damals gut geholfen und war preislich eine echte Alternative. Vor allem dann wenn man einen hohen Wert nach unten drücken will.

 

Ergänzung im März 2003:

Wir haben in den letzten Monaten doch nicht gerade wenig Zuschriften bekommen die mit der Flüssigzugabe des Korallinabsorbers nicht zufrieden waren, da sie es nicht geschafft haben ihren Phosphatwert damit relevant zu senken. Das Problem liegt unserer Ansicht eben daran das der Abschäumer nicht so feucht gestellt ist das es die gewünschte Wirkung zeigt. Ausserdem läuft man Gefahr das eben bei dieser Zugabe das Phosphat zwar ausgeflockt wird, aber durch unzureichende Abschäumung dennoch im Becken verbleibt und sich dann in der Deko einlagert. Wesentlich zuverlässiger (weil es adsorbiert wird), aber auch deutlich teurer sind heute sog. Phosphatadsorber, wie Contraphos, (Aquaconnect) Rowaphos (Rowa) Timo Phos Stop (Matuta) oder ElimiPhos (Tropic Marin) Diese Mittel adsorbieren Phosphat und geben es nicht mehr ab. So entfernt man zuverlässig das Phosphat aus dem Becken wenn man das Material entfernt. Nun muss man selber entscheiden worauf man zurückgreift, es ist eine Sache des Preises und der Höhe des Phosphatgehalts.

Robert Baur-Kruppas, 1998 und 2003

 


Dieser Artikel ist am 09.09.2007 erschienen

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