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Phosphatreduzierung im Aquarium 2005


Phosphatreduzierung im Meerwasser Aquarium

Vor allem seit der Zeit als farbige Steinkorallen im Meerwasseraquarium überlebten und sich schliesslich sogar vermehren liessen, musste sich der Aquarianer auch mit der Reduzierung von Phosphat Gedanken machen. Natürlich war Phosphat auch vor diese Zeit schon ein Thema, was aber nicht so oft beachtet wurde, da man Weichkorallen und großpolypige Steinkorallen das oft nicht so schnell ansah. Diese Tiere sind zudem in der Lage wesentlich höhere Konzentrationen an Phosphat auszuhalten als Ihre kleinpolypigen "Kollegen".

Phosphat hemmt das Wachstum der Korallen und verändert die Farbgebung der Korallen ins braune. Der schlimmste Fall aber ist das anlagern von Phosphat in der Dekoration, oft im Boden oder den Steinen. Unter Umständen kann ein Wachstum von unerwünschten Algen durch eine hohe Phosphatbelastung begünstigt werden. Algen sind in der Lage Phosphat welches in der Dekoration einlagert ist wieder zu verwerten. Selbst in Aquarien wo kein Phosphat messbar ist kann dies der Fall sein. In natürlichem Meerwasser liegt der Phosphatwert bei unter 0,01 mg/l also meist weit geringer als in Aquarien.

Im Aquarium sollte man dies der Natur nachmachen und den Wert stets gering halten. Wir halten unseren Po4 Wert zum Beispiel auf einem Level von ca. 0,046 mg/L – 0,14 mg/l. Steigt der Wert höher ist es ein Zeichen für mich den Adsorber zu wechseln. Es ist im übrigen immer wesentlich aufwendiger ein Becken erst mal im Wert nach unten zu ziehen als dauerhaft einen Adsorber mitlaufen zu lassen um einen hohen Eintrag zu verhindern. Auch wird es so sein das man bei der ersten Adsorption etwas mehr Material brauchen wird, was aber von Aquarium zu Aquarium unterschiedlich ist.

Wir bekommen auch heute noch oft Anfragen mit Bildern von Aquarianern zugesandt mit der Bitte zu helfen. In vielen Fällen sieht man es schon auf den ersten Blick. Zuviel Phosphateinlagerungen! Der ganze Haushalt im Becken ist dadurch aus den Fugen geraten, Algen wachsen schneller als Korallen und stehen damit in direkter Nahrungskonkurrenz.

In den meisten Fällen hat unser Rat auch geholfen, wobei gerade bei stark belasteten Becken viel Adsorber von Nöten war, das Aquarium wieder ins Lot zu bringen. Aber Vorsicht. Es stimmt auch nicht zu glauben das nur alleine der Phosphatwert eine Algenplage auslöst. Bei dem vorhandensein von Algen begünstigt man ein Algenwachstum aber in den meisten Fällen ist Nitrat ebenfalls ein Faktor der nicht ausgeschlossen werden sollte.


Woher kommt Phosphat?

Gerade das Frostfutter stellt meiner Ansicht nach den größten Anteil des Phosphateintrages. Man kann den Eintrag sicherlich etwas minimieren indem man zum Beispiel das verwendete Frostfutter mit Wasser gut aus spült. Sicherlich ist ein starker Fischbesatz und Fütterung auch verantwortlich, aber ganz ohne Fütterung geht es nun mal nicht. Im übrigen belasten auch andere Futtersorten das Wasser erheblich. Messen sie einfach mal nach Zugaben von Zusatzmitteln den Wert im Wasser.

Aber was kann man nun tun um einmal eingebrachtes Phosphat wieder zu entfernen. Hier hält der Handel natürlich einige Produkte bereit. Man muss schon sagen zum Glück, den Phosphat und Silikat ist neben Nitrat eigentlich heute das Hauptproblem für ein gut funktionierendes Aquarium in dem Fische neben Korallen ihr glückliches Dasein im Aquarium verbringen.

Aber betrachten wir zuerst andere Möglichkeiten:

Leitungswasser:
Man wird es mir nicht glauben, aber es ist definitiv so das heute immer noch genug Aquarianer mit Leitungswasser arbeiten und meinen das wäre an sich okay. Dabei verschlechtert sich meist das Leitungswasser seit Jahren von den Werten her, anstatt das es besser wird. Allerdings ist das auch abhängig von ihrem Wohnort. Zur Sicherheit empfehlen wir jedem eine Analyseanforderung des zuständigen Wasserwerkes. Das Wasser sollte kein Phosphat und Nitrat aufweisen, denn das bekommt man ohnehin durch die Tiere und Futter im Becken auch schnell genug so.

Leitungswasser mit einem Phosphatgehalt von 0,1mg/l und 10mg/l Nitrat wird von manchem Aquarianer oft toleriert, teils aber auch aus Unwissen. Es ist aber doch erwiesen das man gutes Nachfüllwasser braucht, ein Wasser ohne Belastung. Die Belastung entsteht schnell genug im Aquarium. Und nicht nur Phosphat und Nitrat macht diesen Leuten Probleme. Oft kommt noch dazu das Silikat ins Becken kommt. Davon entstehen die typischen braunen Beläge am Boden! Kieselalgenwachstum....

Ich würde heute nicht mehr ohne Osmose/Reinstwasserfilter arbeiten. Teilweise geben wir Aquarianer über 100 Euro für eine Koralle aus, aber scheuen uns davor einen Teil des Wassers, bei Nutzung einer Osmoseanlage, zu verwerfen. Verwenden Sie das Abwasser der Osmoseanlage ruhig für ihren Garten, das ist hervorragend für die Pflanzen oder zur Befüllung eines Pools ? Ein Hinweis sei an dieser Stelle erlaubt. Osmoseanlage entfernen in der Regel das gesamte Phosphat, sofern es in einer normalen Höhe im Leitungswasser vorhanden ist, Silikat aber wird nur zu ca. 80% zurückgehalten. Leider hält sich bei manchen das hartnäckige Gerücht das eine Osmose alles entfernt, auf Silikat trifft das aber nicht zu. Hier sind die Rückhalteraten geringer.

Wasserwechsel:
Nur mit Wasserwechseln ist man in den seltensten Fällen in der Lage den Phosphatgehalt signifikant zu senken, außer in sehr kleinen Behältnissen. 50% Wechsel bringen etwas, aber wer macht das schon in Aquarien mit mehreren Hundert Litern? Allerdings soll dies auch keine Aufforderung sein den regelmässigen Wasserwechsel zu vernachlässigen. Wir wechseln zum Beispiel ca. 5 -10% in der Woche und je älter das Becken wird desto mehr steigt diese Rate an.


Null Phosphat?:
Auch erscheint es mir nicht sinnvoll der Wert auf 0,00 mg/l zu bringen. Denn dann kann es passieren dass die Korallen dann anfangen zu "mucken". Sie quittieren „null“ Phosphat mit einem deutlichen Anzeichen von verhungern, es kommt immer wieder mal zur oftmals schon beobachteten Gewebsauflösung. Sie brauchen Phosphat, aber eben nur in einer ganz geringen Dosis. Jeder der länger mit Korallen arbeitet, vor allem mit kleinpolypigen Korallen in natürlichen Farben, der kann dies oft auch nur an den Korallen und deren Veränderung in der Farbe und Wachstum erkennen.

Es gibt genügend Möglichkeiten Phosphat ins Becken zu bekommen. Egal ob das Ausgangswasser, Frostfutter, andere Fütterungen, Fischausscheidungen die Möglichkeiten sind vielfältig. Meist dauert es eine Weile bis man sicher überhaupt Gedanken machen muss, dann ist es aber meist schon so das man einen Wert von 0,5 oft schon überschritten hat. Es gibt und gab viele Möglichkeiten, manche davon sind in meinen Augen brauchbar, andere würde ich aber nicht mehr anwenden. Leider sind manche Dinge aber immer noch sehr verbreitet. Wir hoffen mit dem nachfolgenden Zeilen etwas Aufklärung in manche, ja doch man kann durchaus sagen, umstrittene Methoden, bringen zu können.



Materialien zur Entfernung von Phosphat aus dem Meerwasseraquarium:

Stahlwolle und Eisenwolle:
Bereits vor 15 Jahren wurde oft Stahl- oder Eisenwolle verwendet, was heute an sich kaum mehr der Fall ist, oder zumindest nicht sein sollte. Damals wurden zum Beispiel Nägel die dem Hufbeschlag dienten, verwendet. Da diese Art Phosphat zu entfernen doch erhebliche Nachteile mit sich bringt möchte ich aber doch etwas näher darauf eingehen.


Von der Technik her mag das ganze ganz nett klingen. Zum einen aber bekommt man kaum Eisenwolle im reinsten Bereich, und zum anderen haben wir bei Stahlwolle schon ein weiteres Problem. In Stahlwolle befinden sich zu viele Schwermetalle (giftige Stoffe) die oft Probleme bei den gepflegten Tieren verursachen können. Selbst Fische haben damit arge Probleme wie man nicht gerade selten gelesen hat. Oft greifen manche aus Kostengründen auf diese Art der Phosphatentfernung zurück. Es wäre im Übrigen ein Trugschluss zu denken das nun Reines Eisen des Rätsels Lösung wäre. Dort werden zwar keine Schadstoffe (wie bei Stahlwolle) abgegeben, dafür ist die Funktion nicht immer gegeben. Früher kam es bei der Verwendung von Eisenwolle zudem zu Problemen an der Technik, es blieben teilweise sogar Pumpen einfach so stehen und waren auch nach Entfernung der Eisenwolle, nicht mehr gangbar. Damals wurden aber auch Nägel, die dem Hufbeschlag dienten, propagiert. Diese hatten aber immer den Nachteil das sie auch Verunreinigungen wie Kupfer oder Blei enthielten.

Das ganze ist schon sehr lange her und fast in Vergessenheit geraten, na ja nicht ganz da man in Foren immer wieder von solchen Versuchen liest. Ich kann für meinen Teil nur davor warnen.

Reineisen:
Bei den Versuchen mit Reineisen in jüngster Zeit ergaben die Tests folgende Erkenntnisse.


Was in einigen, aber wenigen, Becken funktionierte, (es wird zum Teil dort heute noch angewendet) scheiterte jedoch im Versuch der breite Masse. Als Lösungsansatz konnte ermittelt werden, dass Becken die mit Spurenelementen versorgt werden, nicht funktionierten. Im Verdacht stehen dort die in den Spurenelementen enthaltenen Chelatoren. Es kam bei fast allen zur Bildung von Rost.

Es wurde eine kleine Menge (25 gramm) Reineisen in das System eingebracht. Besonders gut hat sich hier der kleine AquaClear Filter bewährt. Leider hat auch bei uns das Material sehr schnell zu rosten angefangen, ein merklicher Rückgang an Po4 war nicht zu messen. Trotz alledem stehen wir solchen Versuchen sehr positiv gegenüber. Und Rückschläge gibt es doch immer mal egal was man probiert.

Trotz des ersten Rückschlages laufen weitere Versuche mit Reineisen, allerdings mit geänderter Durchführung bzw. Anwendung.


Flüssige Phosphatfällungsmittel:
Auch heute noch sind diese flüssigen Eisenfällungsmittel weit verbreitet, aber in der Anwendung nicht mehr so häufig zu finden wie noch vor einigen Jahren. Meist sehr günstig und von der nötigen Menge sehr benutzerfreundlich, möchte ich aus heutiger Sicht eher davon abraten. Natürlich möchte ich das auch begründen, denn rein vom Preis her wäre es sehr attraktiv. Es wird in der Regel eine flüssige Substanz dem Becken zugeführt (Eisen 2 Verbindung) die dann das Phosphat bindet und damit ausflockt. Es entsteht Eisenphosphat. Dies wird deutlich sichtbar! (Eintrübung) Allerdings hat die Sache einen ganz wichtigen und entscheidenden Nachteil. Das so gebundene Phosphat kann in der kürze der Zeit nicht entfernt werden, und bleibt zum großen Teil im Becken. Selbst ein guter Abschäumer kann das, und mag er noch so feucht gestellt sein, nicht entfernten. So verbleibt zuviel davon im Becken und lagert sich ab. Diese Phosphatdepots aber können, so die eigentlich bisherige Meinung von Experten, durchaus wieder zurück gelöst werden. Dafür verantwortlich sind möglicherweise Bakterien oder Algen. Das Phosphat wird auf diese Art nicht ganz entfernt und verbleibt im Becken.


Adsorber auf Aluminiumbasis:
Seit einigen Jahren mittlerweile auch bekannt sind Adsorber auf Aluminiumbasis. Grundsätzlich von der möglichen Adsorbtionsrate her, wäre es ein Adsorber der sehr gut für die Phosphatentfernung geeignet wäre.



Wäre, hätte, wenn... Sie merken schon, so glücklich war ich bisher damit nie.

Ich habe nun schon mehrmals mit dieser Art Adsorber gearbeitet. Begonnen bei Tropic Marin mit dem ersten, bis zu den heutigen Adsorbern. Bei mir haben sie nie in dem Maße funktioniert wie die Adsorber auf Eisenbasis. So recht erklären kann man es mir auch nicht, da andere Aquarianer damit durchaus ihre Erfolge haben. Leider kann mir bisher auch keiner den Grund erklären warum es in manchen Becken nicht so funktioniert. Es scheint so zu sein das erst etwas anderes adsorbiert wird bevor Phosphat angegangen wird. Das setzt möglicherweise den Einsatz von mehreren Portionen voraus.

Wir wissen das eine hoher Gelbstoffanteil dafür verantwortlich sein soll, aber selbst wenn wir vorher viel mit Kohle filtern und das Wasser (Eimervergleich ) auf klares Wasser einstellen, zieht der Adsorber nicht. Ich weiß nicht warum aber es ist bei uns so. Wir würden uns freuen wenn sich die Aquarianer mal melden die damit Erfolge verzeichnen konnten. Es muss etwas im Wasser sein was der Adsorber vorher aufnimmt, bevor er an das Phosphat geht.


Adsorber auf Eisenbasis:
Bis heute habe ich mit Eisenadsorbern die besten Erfahrungen gemacht. Sie tun bei mir was sie sollen ohne wenn und aber. Bekannt ist hier vor allem der Platzhirsch aller bisherigen Adsorbern mit Namen RowaPhos. Diesen nutze ich seit ca. 1998/99 herum, nämlich zu der Zeit als SPS Korallen bei uns im Aquarium Einzug hielten und auch wie was gegen Po4 machen mussten. Leider ist RowaPhos auch der teuerste mit teilweise an die 60 Euro je 1000 ml im Fachhandel. Im Internet liegt der Preis teilweise darunter, ist oft aber immer noch ganz schön happig. Vor zwei Jahren kam dann ein neuer Adsorber dazu, nämlich Ultraphos und kurze Zeit später auch ein Eisen-Adsorber von der Fa. AMA. Damals wurden alle diese neuen Adsorber als Trockengranulat angeboten. Nur Contraphos von Aquaconnect und RowaPhos von Rowa wurde als Feuchtgranulat angeboten. Scheinbar habe die anderen Hersteller reagiert und bieten zumeist ihre Adsorber heute auch feucht an.



Warum feuchte Adsorber?
Feuchte Adsorber wie zum Beispiel RowaPhos oder Contraphos von Aquaconnect sind vor gereinigte Adsorber. Ich kann nur mutmassen was der Grund dafür ist. Ich nehme an man will verhindern das die Aquarianer wegen der berüchtigten "Roten Wolke" die beim Einsatz der ungereinigten Adsorber entsteht, sich jemand Sorgen macht. Man kann es durch das Reinigen zwar nicht ganz verhindern, aber das auftreten der sog. "Roten Wolke", ist dabei wesentlich geringer als ohne Reinigung. Der rote Eintrag kommt von den feinen Abreibungen des Adsorbers.

Wir würden allerdings aufgrund des feinen Staubeintrages die gängigen Adsorber auch nicht so benutzen. Keiner kennt die Langzeitfolgen durch den Eintrag von Eisenhydroxidstaub. Dieser Staub wird in das Becken eingebracht und verbleibt dann dort. Durch die Vorreinigung ist das aber meistenteils schon sehr minimiert worden. Die Adsorber haben dadurch keine geringere Aufnahmekapazität, sofern bei der Reinigung richtig damit umgegangen wird.

Manche Aquarianer nutzen teilweise sogar einfach Leitungswasser zur Vorreinigung. Es ist unbestreitbar, dass Leitungswasser den Adsorber erheblich in der Leistungsfähigkeit einschränkt, es kommt zur Aufnahme von verschiedenen Verbindungen aus dem Wasser. Viele Aquarianer merken es meist aber eh nicht, da sie meist die Adsorbtionsfähigkeit nicht beurteilen können. Nach meiner Erfahrung sind die Biofilme die sich nach Tagen auf allen Adsorbern in einem Aquarium bilden genauso schlecht für die weitere Leistungsfähigkeit eines guten Eisenadsorbers. Sie verhindern eine weiter gute Aufnahme des Materials. Darauf gehen wir aber später in der Anwendung nochmals ein. Denn gerade die Anwendung ist eines der wichtigsten Merkmale zum Betrieb eines Eisen - aber auch Aluminiumadsorbers. Wird er falsch angewendet holt er nicht annähernd das an Phosphat aus dem Becken was er an Kapazität hätte.




Korngrößen:
Die gängigen Adsorber auf Eisenhydroxidbasis gibt es meist in zwei Größen. Die feine Ausführung mit 0,5 - 2mm und die grobe Ausführung mit 2-4 mm. Auch hier würden wir zur feineren raten, da die Erfolge dort meist besser sind. Die gröberen werden oft als Langzeitadsorber angeboten nehmen aber nicht die gleiche Menge Phosphat auf wie die feine Ausführung.

Nachfolgend sehen sie Nahaufnahmen von drei Adsorbern auf Eisenbasis.


Anwendung der Adsorber:

Nun kommt der eigentlich wichtigste Teil des ganzen. Die Anwendung des Adsorbers. Man kann dabei sehr viel falsch machen, und verliert dadurch viel an Kapazität des Adsorbers.

Selbst ich habe schon einen Artikel verfasst den ich nun mit diesem hier, zum Teil wenigstens, revidieren muss. Man lernt eben doch nie aus. Erst vor einigen Jahren kamen sogenannte Wirbelbettfilter auf den Markt, von denen man dachte da sie optimal wären für den Betrieb mit diesen Materialien. Sie haben aber leider einen entscheidenden Nachteil, zumindest die meisten davon. Sie wirbeln das Material so stark das es zu einer Abreibung des Materials im feinsten Bereich kommt. So werden nach und nach feine Teile der Adsorber ins Becken gespült. Ich habe einige Meldungen hier wonach es bei manchen zu Problemen im Becken kam. Irgendwie logisch wenn dauernd etwas aneinander reibt das sich da auch Material löst. Dennoch, die Adsorber arbeiten auf der Basis des Wirbelbetts weit erfolgreicher als einfach einen Beutel ins Becken zu legen, und hoffen das genug Material durchspült wird. Man verschenkt mit der Hängevariante sehr viel des Adsorbers, ich kann nur schätzen, aber mehr als 50% des Möglichen wird man wohl nicht erfassen können.


Bisher habe ich einen Filter von Aqua Medic gentutz [ Es handelt sich dabei um eine Plexiröhre von Aquamedic mit Zulauf und Ablauf ] An sich ganz okay, und auch vom Preis her eine Alternative. Leider aber auch nicht wirklich das Optimalste, da man das Material nur mit grossen Aufwand vom Dreck und Biofilmen reinigen kann. So verliert man ohne Reinigung des Materials eine Menge an Adsorptionskapazität. In der Anwendung dafür ganz einfach und funktioniert auch.

Es gibt nun neuere Filter die nur kurzzeitig wirbeln, nämlich meist nur einen oder zwei Tage. Diese Filter, wie der nachfolgende sind mit kleinen Pumpen ausgestattet. Nach einem Tag aber ist das Material kaum mehr in Bewegung da die Pumpe das nun schon verschmutze Material (durch darauf lastende Biofilme) nicht mehr schafft zu bewegen. Dreck und Biofile die auf dem Adsorber lasten sind aber auch ein Grund weshalb ein Adsorber seine volle Leistungsfähigkeit nicht ausschöpfen kann.
Es hilft nun meiner Meinung nach nicht wirklich viel Kohle oder Watte, oder gar beides vor den Adsorber zu schalten. Das hilft letztlich nur für die Grobverschmutzung. Aber Biofilme lassen sich auf diese Art und Weise nicht verhindern.

Ich bin deshalb wieder zurück gegangen und verwende heute einen kleinen AquaClear Filter aus Süsswasserzeiten. Dieser hängt am Becken an. In diesen kommen 200 Gramm Adsorber, sie werden mit wenigen Hundert Litern Leistung durchspült. Nach einem Tag nehme ich das Säckchen heraus und halte es in die Strömung der 12.000 Liter Stream Pumpe. Das reinigt das Material weitaus effektiver als alle bisherigen Maßnahmen. Ich kann meist dort noch einen weiteren Rückgang an P04 messen, natürlich vorausgesetzt der Adsorber ist nicht erschöpft. Es zeigt mir aber auf wie schnell Adsorber erschöpft sind, wenn Biofilme darauf lasten. Bevor ich nun einen Phosphatadsorber in das Becken einbringe filtere ich zuerst über eine gute Aktivkohle. Man kann natürilch auch Kohle und Watte vor den Phospahtadsorber schalten, für die Grobverschmutzung ist das durchaus praktikabel. (siehe oben mit den Biofilmen)
Kohlefilterung muss sein, einfach um die Materialien nicht unnötig zu belasten, das Wasser ist klarer und sauberer der Adsorber hat es meist einfacher. Leider geht es nicht ganz ohne Arbeit. Machen Sie sich die Mühe und befreien Sie den Adsorber von den darauf lastenden Materialien. Es ist im übrigen nicht schlimm wenn diese Dreckschichten und Bakterien durch die Pumpe wieder in den Aquarienkreislauf kommen... also keine Sorge deswegen.

Gut eignen sich auch die guten Eheim Filter, die man durch eine Schnelltrennkupplung ohne viel Aufwand aus dem Wasserkreislauf entfernen kann. So kann man das Material gut reinigen und schnell wieder anschliessen.


Adsorbertest:
Vor einigen Wochen, als ich Anfing an diesem Artikel zu schreiben, schickte mir Frank Diehl von der Seite www.matuta.de einen Beutel mit einem neuen Eisenadsorber zu. Verpackung gab es noch keine, so dass ich leider keine Fotos einer Verpackung liefern kann. Das Material war verschweisst in einem durchsichtigen Beutel. Frank bat mich gleichzeitig darüber noch Stillschweigen zu bewahren, da er erst die Rückmeldungen der Tester abwarten wollte. Ich hielt mich auch daran, bis heute eben :-) Seit gesten nun habe ich Erlaubnis bekommen mein Ergebnis zu bringen. Und nichts liegt doch näher als in einem Bericht das erlebte gleich zu verwerten.

Der Inhalt der Testmenge betrug 500 ml. Er bat mich diesen Adsorber mal gegen die anderen Adsorber auf Eisenbasis zu vergleichen. Das habe ich gemacht, mit der selben Anwendung wie sonst auch. Ich nutze hierzu eine schwarze Damen Feinstrumpfhose in die der Adsorber gegeben wird. Dieses stecke ich in den AquaClear Filter. Der Adsorber wurde einmal am Tag entnommen und in den Auslauf der Stream gehalten um den Dreck und anlastendes Material zu entfernen. Durch die Feinstrumpfhose lässt sich das Material gut entnehmen und auch reinigen.


Mir fiel auf das der Adsorber dem RowaPhos vom Aussehen sehr ähnlich ist. Er ist allerdings braun/schwarz gemischt und von der Körnung her auch fein. Er ist ebenfalls gereinigt und feucht. Trotz dessen gab es natürlich den üblichen Rotstich, der sich aber in Grenzen hielt. Ich war ganz schön überrascht von der Leistungsfähigkeit des Adsorbers. Die entzogene Menge an Phosphat war gleich gut und gleich schnell wie mit dem bisherigen Platzhirsch mit Namen RowaPhos.
Zum Vergleich sei angeführt: Ich kann mit 500 ml ca. 0,4 mg/ je Liter in meinem Becken senken und das innerhalb von 24 Stunden. Wie bei vielen anderen bleibt mir fast immer ein Rest von 0,092 über. Da ich es aber auch nicht übertreiben will geht das in Ordnung. Dieser Po4 Wert hält dann eine Weile an. Sobald er wieder steigt ist es ein Zeichen, das entweder zuviele Biofilme das Material verstopfen, oder das Material schlicht erschöpft ist.


Glückwunsch an Frank Diehl von www.matuta.de
Er hat einen sehr leistungsfähigen Adsorber der den auf dem Markt befindlichen in absolut nichts zurück steht. Warum auch viel Geld für einen Adsorber bezahlen wenn andere das gleiche für weniger Geld genauso gut können. Ich kann daher den Adsorber der den Namen Timo Phos Stop tragen wird, nur wärmstens empfehlen. Frank Diehl teilt mir weiterhin mit das er erstmalig auch Aussteller der Messe Fisch und Reptil in Sindelfingen sein wird. Dort wird es den Adsorber zu einem guten Einführungspreis erstmalig zu kaufen geben. Der Messpreis wird bei 25 Euro liegen, der normale Verkaufspreis liegt bei ca. 33 Euro je 1000 ml Adsorber.



Und in letzter Minute eingetroffen, das Bild der Verpackung des neuen Timo phos Stop. Hier noch ein Link zum Shop direkt: Matuta.de


Messung Phosphat:
Natürlich ist eine genaue Messung des Phosphatwertes sehr wichtig. Vor allem dann, wenn sie selber mal messen möchten, wie die Adsorber arbeiten. Nach unserer Erfahrung erfüllen aber leider nur die wenigstens Tests auf dem Markt eine wirklich genau Messung, vor allem im niedrigen Bereich. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen nach wie vor dem Merck Aquaquant-Test. Dieser misst im Bereich von 0,046 bis 0,43 mg/l und kostet um die 90 Euro. Dafür gibt es ca. 200 Testmöglichkeiten. Den relative neuen Rowa/d&d Test konnten wir bis heute nicht vergleichen ob er wirklich mit dem Merck gleich zu setzen ist. Für den kleinen Geldbeutel empfehlen wir Ihnen den Tropic Marin Test.


Robert Baur-Kruppas im November 2005


Dieser Artikel ist am 09.09.2007 erschienen

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