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Phosphatmessung im Meerwasseraquarium 2002


Phosphatmessung im Meerwasseraquarium 2002


Einleitung:

Da wir bei der ersten Messreihe "Nitratmessung im Meerwasseraquarium" sehr interessante Erkenntnisse gewonnen hatten, liessen wir es uns nun nicht nehmen auch die relevanten Phospahttests zu messen. Es ging sowohl um die Ablesbarkeit und Zuverlässigkeit der auf dem Markt befindlichen Phospahttests.

Vorbereitung:

Hierzu wurde von Harald Mülder bei der Fa. Merck eine Phosphat-Stammlösung bestellt. (NR: 1.19898.0500) Diese ist haltbar bis 31.05.2005
Diese hat genau 1000 mg pro Liter Phosphat, was durch eine alkalimetrische Titration verifiziert wurde.



Das Wasser wurde bei 20 Grad (Eichtemperatur der Pipetten und Messzylinder) abgemessen und jeweils die nötige Menge Phosphatlösung, nach vorherigem Abpipettieren des Ausgangswassers, der Lösungen 1, 2, 3 und 4 zugegeben.

Des weiteren wurde das Osmosewasser (mit nachgeschalteten Reinstwasserfilter) mit einem Greiner Refraktometer auf eine Dichte von 1.025 eingestellt. Alle Tests wurden bei Zimmertemperatur gemessen. Es wurde darauf geachtet das beim Ablesen der Messküvetten kein Tages - bzw. Sonnenlichteinfall stattfand.

Verwendet wurde Crystal Sea Salz, welches vorher auf 0 Phosphat Gehalt überprüft wurde. Das Salzwasser wurde zwei Wochen vorher frisch angesetzt um eine Phosphatausfällung mit Calzium zu vermeiden. Die Testgläser des Merck Aquaquant-Testes und des Hanna Photometers wurden nach Vorgabe der Fa. Merck mit Natronlauge vor gereinigt. Die Phosphatlösungen wurden eine Stunde vor Testbeginn zupipetiert.

Alle Tropfentests wurden, sofern nachfolgende nicht anders angegeben, Mitte September 2002 im Zoofachhandel erworben.

Diese waren: Meerwasser Boettcher, Zoo Zajac und Welke Lünen. Alle Tests wurden mit dem jeweiligen zugehörigen Messbesteck durchgeführt.
Der Test der Fa. Red Sea stammt von Lemke-Meeresaquaristik, Rollshausen. Dieser wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt. Ebenso sandte uns Herr Sheka Habib von Salifert einen neuen Po 4 Test zu. Wir möchten beiden daher ganz herzlich danken.

Die Kosten des Phosphattestes betrugen 107,40 €.
Der Zeitaufwand lag umgerechnet bei ca. 16 Stunden.



Folgende PO4 Tests wurden in den Test einbezogen:



Harald Mülder bereitete vier Lösungen mit unterschiedlichen Phosphatkonzentrationen vor. Der genaue Inhalt der einzelnen Lösungen war nur ihm bekannt. So wussten die Testpersonen vorher nicht wieviel Phosphat in der jeweiligen Lösung vorhanden war. Jeder der Testpersonen musste jeden Test selbst ablesen und nach der angezeigten Farbe interpretieren.

Wie man anhand der nachfolgenden Tabelle sehen kann interpretiert man den angezeigten Farbwert nicht immer gleich. Also kommt es auch hier schon zu, nicht immer geringen, Abweichungen.


Ergebnis:

Lösung 1 enthielt 0,05 mg Phosphat
Lösung 2 enthielt 0,1 mg Phosphat
Lösung 3 enthielt 0,25 mg Phosphat
Lösung 4 enthielt 1,0 mg Phosphat



* Beim Mercktest mit der Lösung 4 musste das Testwasser mit 50% Osmosewasser verdünnt werden. Das Ergebnis wurde dann mal 2 genommen.


Zum Vergleich die Werte des Hanna Photometer:
Frank Diehl aus Krefeld, und ein weiterer Aquarianer waren so nett und haben den Test für uns durchgeführt. Frank hatte dazu aus einem Labor geeichte Phospahtlösungen bekommen, die genau wie unsere eingestellt waren. Und Sie hatten dazu neue Testbeutelchen :-) Wir denken das sich diese Ergebnisse durchaus sehen lassen können.




Fazit:

Wie man anhand der Tabelle sehen kann zeigte der Test der Fa. Hagen leider bei keiner der 4 Lösungen etwas an, und war damit ein Totalausfall. Der Merck Aquaquant zeigte die genauesten Ergebnisse, ist aber gleichzeitig auch mit ca. 75 € der teuerste Test. Allerdings egalisiert sich der Preis bei den möglichen 200 Messungen wieder etwas nach unten. Achten sollte man beim Kauf des Mercktest das es ein frischer Test ist. Denn dieser hat dann eine Haltbarkeit von ca. 3 und mehr Jahren. Das Pulver und die Tropfen gibt es einzeln nach zu kaufen.



Die restlichen Tests zeigten gerade ab 0,25 mg Phosphatgehalt doch ganz ordentlich an. Lieber etwas zuviel, als zu wenig. Zu Kritisieren ist auch hier aber wieder die schlechte Ablesbarkeit einiger Tests.
Die Tests (bis auf Tropic Marin, und Salifert die eine genauere Abstufung anbieten) fangen erst bei 0,1 mg an, messen aber auch schon einen Wert von 0,01 der dann höher interpretiert wird. Hier sollte unbedingt nachgebessert werden. Sprich: Eine feinere Abstufung unter 0,1 mg.


Ergänzung Tropic Marin Po4 Test [ 20. Juli 2003 ]

Vor einigen Tagen bekam ich einen nagelneuen Phosphat und Nitratest der Fa. Tropic Marin zugesandt mit der Bitte diesen doch nochmals zu testen. Gestern haben wir dieses dann auch, wie so oft zusammen mit Sabine und Harald Mülder, gemacht. Es wurde auf das Ansetzen einer voreingestellen Lösung verzichtet. Anstatt dessen wurde mit den bisher bekannten Tests gemesenn und dann verglichen. Auch hier wurde zuerst mit Tropic Marin gemessen, danach mit Merck. So kann man nicht selbst einen Wert interpretieren.

Es wurde sowohl Wasser aus unserem 1000 Liter Becken, sowie Wasser aus Haralds 1000 Liter Becken gemessen.




Fazit nach der Messung:

Tropic Marin hat auch den Po4 Test klar verbessert. Er zeigte, tendenziell gesehen, ähnlich genaue Werte wie die beiden sog. "Platzhirsche" von Merck !
Allerdings wäre es auch hier wünschenswert wenn die Abstufung noch etwas genauer wäre. Merck hat das gut vorgemacht. Allerdings bleibt beim Mercktest dann der Nachteil das man eben nur bis 0,43 messen kann, danach muss verdünnt werden. Dennoch, da so gut wie alle Tropfentests immer nur eine Tendez der Werte wieder geben, kann man den Test nach dieser Messreihe als durchaus gut bezeichnen.

Für uns zeigt es auch das wir wieder einen Phospahtadsorber einsetzen müssen. Vor nicht mal 6 Wochen lag der Wert Po4 bei 0,1 mg. In dieser Zeit nun ist der Wert in unserem 1000 Liter Becken auf fast 0,5 angestiegen.

Wir freuen uns das Firmen wie Tropic Marin mittlerweile solche Testreihen wie wir sie durchgeführt haben, durchaus ernst nehmen. Es zeigt auch das Tropic Marin, aber auch viele andere Firmen, dem Internet sehr aufgeschlossen gegenüber stehen.

Sabine Mülder, Harald Mülder, Manuela Kruppas und Robert Baur am 29.09.2002


Dieser Artikel ist am 16.09.2007 erschienen

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