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Ein Scheibenreiniger für Plexiglasaquarien


Scheibenreinigung bei Plexiglas-Aquarien
Nach der Veröffentlichung meines Beckens im Aqua-Bilderbuch von Korallenriff, habe ich etliche Schreiben bekommen.

Warum?

Es handelt sich um ein 2,10m langes Panoramabecken aus Plexiglas. Und Becken aus diesem Material scheinen in den Wohnzimmern immer noch selten vertreten zu sein, was sicherlich auch an dem höheren Preis liegt.

Das waren dann auch die beiden Favoriten bei den Fragen. Was kostet so ein Becken und wie sieht es mit der Reinigung der Scheiben aus? Zu den Preisen möchte ich mich in diesem Bericht nicht äußern und verweise auf die Hersteller.

Zu der Scheibenreinigung habe ich allerdings einige Erfahrungen sammeln können. Vom Hersteller wurden mir einige PE Spachtel mitgegeben. Mit diesen sollte eine Reinigung ohne Kratzer durchführbar sein. Andere Scheibenreiniger für Glasbecken (Klingen usw.) sind generell nicht geeignet und führen unweigerlich zu Kratzern. Auch Watte und sonstige Tücher sind ungeeignet. Diese führen zu feinen Schleifspuren. Außerdem können sich in diesen Tüchern usw., Sand vom Boden verfangen, die dann zu ganz erheblichen Kratzern führen.

Einige solcher Andenken haben sich in meiner Frontscheibe leider verewigt.

Also bleibt nur der Spachtel und man muß jedesmal mit der Hand in das Becken greifen? Nun, lange Zeit war es die wirklich die einzige Möglichkeit. Und es störte mich sehr, da einige am Anfang schreckhafte Fische auf diese Reinigung mit panischen Reaktionen reagierten. Somit reduzierte ich die Reinigung und die Scheiben sahen dem entsprechend aus. Ich hatte auch keine Lust, jeden Tag einen mittleren Aufstand zu machen, nur um die Scheiben zu reinigen.

Ich suchte also nach einem Scheibenreiniger, der wie ein Magnetreiniger aus der Süßwasseraquaristik funktionieren sollte. Dabei stolperte ich über eine Produktankündigung der Firma ATI. Ich dachte mir, das könnte es sein. Nur ist dieser Reiniger bis heute nicht käuflich zu erwerben. Wahrscheinlich wird er es auch nie zur Serienproduktion bringen. Auf die Gründe werde ich später noch einmal eingehen.

Ich entschloß mich also zum Bau dieses Reinigers.

In der Produktankündigung wurde ein Prototyp abgebildet, der aus Plexiglas gefertigt worden ist. Von diesem Material rate ich dringend ab. Die Plexiglasoberfläche der Becken ist zwar relativ hart, aber mit einem Plexiglasblock sollte man doch nicht auf die Oberfläche schlagen. Das würde beim Reinigen an den Beckenkanten aber früher oder später passieren. Ich entschloß mich also den Reiniger aus PE zu fertigen. Damit war er aus dem selben Material, wie die Klingen des Reiniger. Der optische Effekt eines Reiniger aus Plexiglas ist sicherlich besser, aber mit PE sollte ein Kratzer nun ausbleiben.


Erklärungen zum Aufbau

Hier sieht man nun die Einzelteile des Reinigers. Er besteht aus einem Oberteil mit Rädern und einem Unterteil mit den Klingen.Für das Ober und Unterteil mit den Maßen 120 x 80 mm wurde eine 20 mm starke PE Platte verwendet.In das Ober und Unterteil wurde ein Ausschnitt von 72 X 58 mm gefräßt.
 
Als Magnet wurde der Tunze Magnet eingesetzt.
 


Für meine 20 mm starke Beckenscheibe habe ich die Ausführung 30-40mm eingesetzt. Allein dieser schlägt schon mit ca. 190 € zu Buche.

In das Unterteil wurde jeweils 10 mm von der Kante entfernt, 2 Nuten in 3mm Stärke eingefräßt. Sie dienen zur Aufnahme der 20mm breiten  „Klingen“ aus PE. Diese Klingen haben eine Stärke von 3,1mm. Sie sitzen sehr stramm in den Nuten. Für die Räder wurde aus Kunststoff enstprechende Narben gedreht. Als Reifen dienen O-Ringe. 

Die Achse ist eine Edelstahlschraube.

Nun stand der erste Test an.

Das Ergebnis war überragend. Der Reiniger ließ sich mit 2 Fingern über die Scheibe rollen. Selbst die Krümmung der Panoramascheibe bereitete keine Probleme. Die Reinigung war genauso effektiv, wie mit den Magnetreinigern aus der Süßwasseraquaristik. Nur sehr hart sitzende Kalkrotalgen sind durch die PE Klingen nicht zu entfernen. Aber bei regelmäßiger Reinigung sind diese auch kein Problem. Wir haben diesen Reiniger auch einmal in einem Glasbecken getestet. Dort waren die Ergebnisse identisch. Sehr gute und vor allen Dingen leichte Reinigung. Niemals sind Kratzer durch diese Reinigung entstanden. Dieser Reiniger kostete zwar ein kleines Vermögen aber ich möchte ihn heute nicht mehr missen.


Nun zu der oben erwähnten Produktankündigung. Meiner Meinung nach wird es diesen Reiniger nicht in Serie geben, weil der Verkaufspreis einfach zu hoch wäre. Wer ist schon bereit 250 € und mehr für einen Scheibenreiniger zu bezahlen. Deshalb bleibt eigentlich nur das Selbermachen. Sicherlich hat nicht jeder die Möglichkeit auf eine Drehbank zu greifen zu können, oder eine CNC Fräse zu benutzen. Ich bin aber gerne bereit, bei Bedarf ein wenig unter die Arme zu greifen. Einige Teile habe ich noch, die ich zum Selbstkostenpreis abgebe.

Ich wünsche viel Spaß beim Basteln.

Frank Diehl

 

 


Dieser Artikel ist am 12.08.2007 erschienen

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