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Haltung und Vermehrung von Tubastrea Korallen

Aus dem Korallenriff Magazin Ausgabe 1, April 2020 - von Silvia Gerhard. Als ich vor 7 Jahren mit einem kleinen 20l Nanoriff mit der Meerwasseraquaristik begann, hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können, solche seltenen Schönheiten langfristig zu pflegen. Minimaltechnik ist mein Prinzip. Ein kleiner Eheim Skimmer, Eheim Aquaballinnenfilter mit Rowaphos, Nanoturbelle von Tunze , Regelheizer von Jäger und eine 24 Watt Led Lampe von Tropic Marin sind alles, was ich dazu brauche.

Ein Erfahrungsbericht von Silvia Gerhard

Als ich vor 7 Jahren mit einem kleinen 20l Nanoriff mit der Meerwasseraquaristik begann, hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können, solche seltenen Schönheiten langfristig zu pflegen.

Minimaltechnik ist mein Prinzip. Ein kleiner Eheim Skimmer, Eheim Aquaballinnenfilter mit Rowaphos, Nanoturbelle von Tunze , Regelheizer von Jäger und eine 24 Watt Led Lampe von Tropic Marin sind alles, was ich dazu brauche. Es erinnert ein bisschen an ein Süßwasserbecken, denn das meiste davon stammt wirklich noch daher.

Jetzt betreibe ich ein recht kleines 110l Riffaquarium ohne Abschäumer.

Das 110 Liter Aquarium von Silvia


Ohne Abschäumer ist ein wöchentlicher Wasserwechsel von 20% Pflicht, damit die Wasserwerte im Limit bleiben.

Mehrere Mangroven und Caulerpaalgen ziehen etwas Nitrat und Phosphat aus dem Wasser, aber in einem so minimalistischen System halten sich nur einfache Korallenarten, die keine 0-Werte und hohe Beleuchtung fordern.

Also halte ich Montiporas, Seriatoporas, Pocilloporas, Euphyllias, Caulastreas, Blastomussas, Axifuga, Acanthastreas, Favias, Fungias und einige Zooanthus und Gorgonien und Minianemonen für die Clownfische.

Und natürlich meine Sonnenkorallen Tubastrea faulkneri in gelb und orange.

Ich kaufte einen zweifarbigen Korallenstock und fütterte ihn täglich mit Frostfutter, dass ich schonend auftaue und mit einer Futterpipette jeden Polyp einzeln füttere.

Nach 2 Jahren entwickelten sich Planulalarven. Tubastreas gehören zu den Brütern, bei denen sich ungeschlechtlich Larven entwickeln. Wenn sie aus den Polypen schlüpfen, können sie tagelang durchs Wasser schweben, bis sie sich an einem geeigneten Stein festsetzen und ein Primärpolyp entsteht.

Einige Larven habe ich gefangen und in kleinen Gläsern mit einem Stück Lebendgestein zum Ansiedeln gebracht, täglich gefüttert und durch Bilder die Entwicklung festgehalten. Ein großer Artikel darüber ist im Magazin „ Koralle „ Nr. 93 2015 erschienen.

Jetzt, 2018, nach 5 Jahren Haltung habe ich 19 neue Korallenstöcke. Ich habe sie auf ein totes Euphylliageäst geklebt, damit ich sie alle gut an einem strömungsreichen Platz vor der Turbelle platzieren kann. So kann ich den kompletten Ast auch mal zur Reinigung aus dem Becken nehmen, wenn Algen die Polypen überwachsen.

Wunderschön anzusehen :-)

Da sie kein Licht benötigen sind sie in der Schattenzone gut aufgehoben und leuchten mit ihren grellen Farben auch im halbdunklen Standort.

Im natürlichen Habitat öffnen sich Tubastrea überwiegend nachts, wenn das tierische Zooplankton aufsteigt und im Schutz der Dunkelheit oberflächennahes Phytoplankton zu fressen.

Im Aquarium gewöhnen sie sich bald an die täglichen Futterzeiten und öffnen sich bereits nach 10 – 15 Minuten, sobald Futter ins Wasser kommt.

noch geschlossene Tubastrea

So kann man bequem erst die hungrigen Fische füttern und anschließend mit einer Futterpipette die einzelnen Polypen gezielt versorgen. Sie nehmen alle Futterarten an von Granulat über Staubfutter Mysis, Artemia, Cyclops usw.

Ich bevorzuge deutsche grüne Artemia, die den Darm voll Phytoplankton haben. Das ist unbelastetes Futter und bringt nicht so viele Abfallstoffe ins Aquarium.

Mit Meerwasser in eine Pipette gezogen werden sie sofort von den Polypen verschluckt. Man sollte kein Süßwasser an die Polypen spülen, denn dann verschließen sie sich schnell und können keine Nahrung aufnehmen. Sie bekommen einen osmotischen Schock. Wenn sich sie Polypen nicht öffnen, degenerieren sie schnell, auch wenn sie zu wenig Futter abkriegen oder von Fadenalgen bewachsen sind, sieht man bald nur noch ein kümmerliches gelbes Polypchen.

Man sollte daher schon beim Kauf darauf achten, dass die gelbe Farbe des gesunden Gewebes unversehrt aussieht, denn beim Import der Korallen bekommen sie oft wochenlang keine Nahrung und sind schwer wieder aufzupeppeln.

Tubastreas lassen sich durch Teilen auch vegetativ vermehren. Man sollte einen gut durchströmten Standort wählen, wo sie fest verankert werden sollten, damit sie nicht durch die Strömung wackeln.

Falterfische und manche Kaiserfische eignen sich nicht zur Gesellschaft, da sie sich von Korallenpoypen ernähren.

Bei optimaler Pflege bilden die Polypen Larven und lassen sie ins Wasser frei. Wenn sich ein Primärpopyp gebildet hat, kann er bereits nach 2-4 Wochen eigenständig mit kleinen Tentakeln Futter fangen und verwerten.

Pro Jahr entwickeln sich 3-5 Polypen. Sie wachsen dabei sehr langsam, deshalb gehören sie nicht zu den riffbildenden Steinkorallen.

Ich hoffe, dass ich sie noch einige Jahre halten kann und immer mal wieder neue Larven durchs Becken schweben.

Silvia Gerhard


Dieser Artikel ist in der 1. Ausgabe unseres Korallenriff Magazins erschienen.

Weitere Artikel finden Sie in unserem Magazin Archiv.




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