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Zu Besuch im Londoner Aquarium


Das London Aquarium liegt gleich neben dem „London Eye“ oder „Millenium Eye“, dem größten Riesenrad Europas unweit des London Dungeon direkt an der Themse bei der Westminster Bridge.

Der Eintritt ist mit 8.75 Pfund moderat angelegt (zumindest für Londoner Verhältnisse).

Das Gebäude ist ebenerdig und bietet inklusive Keller 3 Ebenen.

Nach dem Eintritt trifft einen erstmals ein geringer Schock, da außer blaubeleuchteten Wasserwänden und – Säulen nebst esoterischer Aufschrift Marke „Save Nature“ nichts zu erblicken ist.


Im ersten Untergeschoss befinden sich zum größten Teil europäische Süßwasserbecken mit Elritzen, Hechten, Sterlingen, Karpfen und Stichlingen, ein dem Indischen Ozean gewidmetes kleines Becken mit Steinfischen und einigen zum Zeitpunkt meines Besuchs neueingerichteten Becken mit typischen Einfahrphase-Braunalgen.

In dem Augenblick, als ich mich eher frustriert wieder Richtung Kasse begeben wollte um mein Eintrittsgeld rückzufordern, erblickte ich aber die eigentliche Sensation, die oberen Teile der beiden Riesenbecken, Atlantik und Pazifik, die durch große Panoramafenster einsehbar sind.

Die Becken sind beide ellipsenförmig angelegt, erstrecken sich über 2 Stockwerke (Höhe 5 Meter) und fassen rund 750.000 Liter (Atlantikbecken) sowie 1 Million Liter (Pazifikbecken).

Die Belegschaft des Atlantikbeckens besteht aus Dorscharten, Brassen, Katzen- und Dornhaien, Rochen (unter anderem auch die witzig aussehenden Kuhnasenrochen, Rhinoptera bonasus), Flundern, Schollen, Steinbutt usw. Da die Freischwimmer in Schwärmen gehalten werden ist hier ist auch ein wunderbares und sehr eindrucksvolles Schwarmverhalten der Fische zu beobachten.

Im Pazifikbecken tummeln sich mehrere Ammenhaie, ein wunderschöner und supereleganter Zebrahai, Riffhaie, Sandtiger aber auch Schnapper, Silberflossenblätter, Riesenzackenbarsche, Stachelmakrelen, Stirnfisch-Makrelen (Selene vomer), ein Pilotfisch, div. Barsche usw.

  In der Mitte des riesigen Beckens steht ein Pfeiler der einer antiken Osterinsel-Statue nachempfunden ist. Hört sich kitschig an kommt aber echt gut rüber.

Durch die immense Höhe und die Ausmaße der Aquarien hat nahezu jeder sein Plätzchen, d.h. während also die ca.. 30cm langen Flossenblätter und (leicht bizarr anmutenden) Stirnkopfmakrelen im oberen Bereich ungestört schwärmen kreisen die Haie eher in der unteren Region.
Nur die kleineren (10-20cm) Barsche konkurrieren in Bodennähe mit den Haien was kurzfristig fast zu einem Massaker geführt hätte als einer der doch rund 2 Meter langen Riffhaie auf einmal Hunger verspürt haben dürfte. Man sollte nicht glauben, wie schnell kleine Barsche davonziehen können ...
Tote gab es keine, anscheinend waren dem Hai die Barsche nur in die Schwimmlinie geraten, ich habe aber zum ersten Mal in meinem Leben einen Hai life böse werden sehen und den Anblick von Aggression doch zugleich geballter Kraft, Energie und Eleganz werde ich nicht so schnell vergessen.

Während man im ersten Kellergeschoss aus nächster Nähe die Schwarmgruppierungen beobachten kann und die Haie eher aus Vogelperspektive sieht findet man sich im zweiten Kellergeschoss dann Auge in Auge mit den kreisenden Haien wieder, da die beiden Riesenbecken, wie bereits erwähnt in beiden Stockwerken Panoramafenster haben.

Ansonsten bietet das zweite Kellergeschoss zuerst ein mehrere Tausend Liter fassendes Gezeiten- und Brandungsbecken (dagegen verblasst die Tunze Wavemaschine doch etwas) in dem Knurrhähne und Andere Tiere recht erfolgreich gegen heftigste Wellen ankämpfen. Obwohl mir allein vom Zusehen leicht übel geworden ist schienen die Tiere von den Schwankungen unbeeindruckt. Nur ein großer Hummer saß eher etwas mürrisch in einer Ecke.

Als nächstes finden sich ein Streichelbecken mit diversen Atlantik-Rochen (und laut Prospekt kleinen Dornhaien, ich hab in dem Becken aber keinen gesichtet, wahrscheinlich schreckt so was das Publikum zu sehr), das einem Landungssteg eines Englischen Seebades in Brighton nachempfunden wurde sowie ein wunderschönes Muränenbecken mit unter anderem einer ausgewachsenen, soll heißen 2 Meter langen Grünen Muräne (Gymnothorax funberis), allerdings war die dann nicht streichelbar ;-)

Weiters gibt´s noch ein Regenwald-Becken mit Knochenzüngler, Riesenguramis und Pacus (vegetarische Piranhas), gleich daneben allerdings das Aquarium mit den weniger Vegetarischen Verwandten.


Ein Mangroven-Brackwasser-Becken mit Flossenblättern (Monodactylus argentus und sebae), Argus- und Schützenfischen beschließt die Süßwasserabteilung im Zweiten Untergeschoss. Jedes dieser Becken würde ich auch auf etwa 20.000 Liter schätzen.

Ja, und dann gibt´s wieder mal Salziges:

Ein tonnenförmiges Becken mit Meeräschen und Garnelen, ein recht bizarres Rundbecken für Lobster, das wie ein Weltraum B-SciFi Movie aussieht und je ein Becken für Seepferdchen, Pfeifenfische und Schnepfenmesserfische, die leider nicht genauer beschrieben waren mir aber doch sehr nach den sehr selten anzutreffenden Macrorhamphosus scolopax aussahen.
Danach 2 größere Becken mit wohlbekannten buntgemischten Pfleglingen (Kaiser, unter anderem auch Imperator, Picasso-und Odonus Niger Drücker, Doktorfische, ein (gewagt) Papageienfisch tummeln sich im Reigen) und wirklich wunderschönen Steinkorallen. Von der Farbenpracht der Korallen sieht mir das ganze recht "Zeovith-verdächtig" aus.


Und wer sich nachher noch einen Hai oder Rochen aus Plüsch oder Plastik für zu Hause mitnehmen will, kann nach Lust und Laune im Souvenir-Shop zuschlagen.


Zusammenfassung:

Während die „kleineren“ Süß- und Salzwasseraquarien (so wirklich unter 1.000 Liter gibt´s da eh nix) zwar zum größten Teil schön und interessant sind, aber wohl in diversen Zoos bereits in ähnlicher Form betrachtet werden konnten, stellen die beiden Großbecken mit ihrer phänomenalen Atlantik- und Pazifikdarbietung sowie viele der Themenbecken ein wirklich beeindruckendes Erlebnis dar und lohnen auf jeden Fall einen Besuch.

Wer sich vorher genauer informieren möchte schaut einfach mal beim Londoner Aquarium vorbei.


http://www.londonaquarium.co.uk/

Mit salzigen Grüssen

Karl Kauf


Dieser Artikel ist am 01.08.2007 erschienen

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