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SPD setzt sich beim Importverbot durch

Madrepora: @Martin: Du hast in deinem Kommentar einige Punkte speziell aufgegriffen, die ich meinem vorangegangenen Kommentar erwähnt habe. Dass ich mich dadurch angesprochen bzw. angegriffen fühle ist doch nachvollziehbar. Es ist schwierig in solchen Foren seine Meinung in ausdifferenzierter Form darzulegen.Wenn ich das versuchen würde, säße ich morgen noch vor dem Computer. Aber darum geht es auch gar nicht. Ich bin durchaus bereit mich einzuschränken und wenn die Möglichkeit bestehen würde dieses Hobby ausschlißlich mit Nachzuchten in jeglichen Bereichen zu bestreiten würde ich mich außerordentlich freuen. Aber das ist -wenn überhaupt- Zukunftsmusik. Der momentane Stand sieht so aus, wie es CS beschrieben hat. Zucht funktioniert nunmal nicht, indem man sich abends mal für eine Stunde hinsetzt und ein wenig rumwerkelt. Ich habe einige Jahre Seenadeln gezüchtet und ich konnte das nur erfolgreich umsetzen, weil ich es in meine Arbeit integrieren konnte und immer vor Ort war. Es gab keine Wochenenden mehr, keinen Urlaub. Ansonsten würde ich allein beim Thema regelmäßige Fütterung und Futterzucht nicht hinterherkommen. Und was die weltweiten Schäden angeht: natürlich kann nicht alles wieder aufgearbeitet werden. Aber die Zerstörung von Riffen etc. würde ich auch nicht nur auf die Aquaristik schieben. Jeder, der ein Auto fährt sollte sich fragen was das zur Ozeanversauerung und damit zur Zerstörung der Meere beiträgt. Oder sich fragen wie bedeutend es ist, wenn ein Öltanker, der uns unser Öl anliefern sollte, umkippt. Und was den Import von Nachzuchten aus den USA angeht: erstens wäre ich mir nicht unbedingt sicher, dass die Tiere wirklich gezüchtet sind. Zweitens: Herr Paula sprach sogar davon, dass der Import von Nachzuchten erst nochmal besprochen werden müssen. Ein weiteres Problem in der Zucht: Ohne "frisches" Blut wird auch die beste Zucht irgendwann nicht mehr gut sein und den Tieren mehr schaden als helfen. Aber versteh mich nicht falsch: ich bin natürlich dafür, dass wir so viel wie möglich nachziehen und möglichst versuchen Nachzuchten zu kaufen und auf Arten verzichten, die bedroht sind oder denen wir so oder so nicht gerecht werden. Ich würde mir nur eine bessere Diskussionsgrundlage mit den Politikern wünschen. Die Einbeziehung von Fachleuten und Aquarianern. Momentan sieht es aus, als wenn sie sich nur von Extrempositionen beraten lassen.
@boops: Ich stimme dir vollkommen zu! Die Umsetzung von solchen Regelungen würde kompliziert werden. Aber das Thema ist nunmal auch kompliziert.

SPD setzt sich beim Importverbot durch

Madrepora: Falls es von Interesse ist: das hier hat mir "mein" SPD-Abgeordneter vor einigen Wochen auf meine Mail geschickt:

"Der von Ihnen angesprochene Antrag soll den Tier- und Artenschutz stärken. Entgegen Ihrer Befürchtung sind das für uns keine leeren Floskeln. Wir begrüßen dabei ausdrücklich das Engagement zahlreicher Tierzüchter und -kenner, die sich für den Artenschutz und den Schutz wildlebender Tiere einsetzen.

Im Zentrum unserer gemeinsamen Forderungen steht der Schutz der Arten und ein Verbot von Naturentnahmen. Daher will die SPD den Import von Wildfängen nach Europa und Deutschland einschränken, die gefährlich oder Überträger von gefährlichen Krankheitserregern sind. Der Import von Naturentnahmen bzw. im Herkunftsland geschützten Wildfängen muss für den kommerziellen Lebendtierhandel in die Europäische Union verboten werden. Auch müssen endlich falsch deklarierte Wildfänge kritisch geprüft und strenger kontrolliert werden. Wir wollen den Handel mit und die Haltung von Tieren, insbesondere auch von Wildtieren und exotischen Tieren bundeseinheitlich regeln. Die Arten in den Herkunftsländern müssen stärker geschützt werden.

Denn wie Sie richtig feststellen, beginnt der Artenschutz beim Erhalt des Lebensraumes bedrohter Arten. Selbstverständlich ist es auch für die SPD vorderstes Anliegen die Räume zu schützen, sei es im Zuge des Klimawandel, Rodungen, Vermüllung, Verschmutzung usw.

Selbstverständlich müssen Lebensräume erhalten und Tiere geschützt werden. Dies allein ist jedoch kein Argument, den Lebendtierhandel nach Deutschland und Europa nicht weiterführend in Frage zu stellen. Beispielsweise verschweigen inzwischen immer mehr Feldforscher bei Neuentdeckungen in ihren wissenschaftlichen Publikationen den Fundort, um ein gezieltes Absammeln für den Heimtierhandel zu verhindern. Da bedroht ja nicht automatisch geschützt heißt, ist der internationale Handel selbst mit vielen akut vom Aussterben bedrohten Arten noch immer erlaubt und wird in keinster Weise international reglementiert. So sind z. B. der Türkise Zwerggecko (Lygodactylus williamsi) aus Tansania als "Critically Endangered", die grüne Baumschleiche aus Honduras (Abronia graminea) sowie die Hornagame (Ceratophora stoddartii) aus Sri Lanka als „Endangered“ eingestuft - und trotzdem oder gerade deswegen blüht der Handel mit diesen Arten.

Der Hintergrund ist klar: Jährlich werden zwischen 440.000 und 840.000 lebende Reptilien sowie bis zu 380.000 Süßwasserfische nach Deutschland eingeführt. Trotz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES machen gefährdete Wildfänge immer noch einen großen Anteil der Importe nach Deutschland aus. Besonders bedenklich sind Importe von Arten, die im Herkunftsland bereits nationalen Schutzbestimmungen unterliegen, jedoch nicht international geschützt sind. Fast die Hälfte der Reptilien- und Amphibienarten aus Indonesien, die für den internationalen Heimtiermarkt exportiert werden, dürfen eigentlich nach den nationalen Bestimmungen nicht gefangen und dann ausgeführt werden. Deswegen brauchen wir europaweit Regelungen, die stärker Arten- und Tierschutzaspekte berücksichtigen.

Die allergrößte Anzahl von Tierhaltern wäre von unseren Forderungen in keinster Weise betroffen. Es geht in unserem Antrag nicht um Arten, die schon lange regelmäßig gezüchtet werden, so dass keine Naturentnahmen mehr nötig sind. Auch die allermeisten Hobby-Aquarianer wie Sie oder Terrarianer würden von einer entsprechenden Regelung nicht betroffen. Es geht stattdessen um Arten, die aufgrund ihrer besonderen biologischen Bedürfnisse kaum oder nur mit äußerst hohem Aufwand von Privatleuten zu halten sind (z. B. Affen, Laufvögel, großwüchsige Warane, giftige Schlangen), die bedroht, jedoch nicht internationale geschützt sind (z. B. neu entdeckte Arten, Arten mit kleinem Verbreitungsgebiet oder unsicherer Taxonomie) oder die ein erhebliches Risiko für die heimische Artenvielfalt darstellen.

Der Tier- und Artenschutz steht im Zentrum unserer Bemühungen. Es geht nicht darum, alles zu verbieten. Im Gegenteil, eine ganze Reihe von exotischen Arten wird hier regelmäßig und in großen Zahlen gezüchtet, so dass die hiesige Nachfrage vollkommen gedeckt wird. Gerade diese Arten sind es auch, die in Privathand gut zu pflegen sind und die auch von künftigen Haltungseinschränkungen nicht betroffen wären. Es geht stattdessen um Arten, deren Haltung in Privathand nur mit äußerst großem Aufwand adäquat und dauerhaft zu leisten ist. Es geht darum, die Wildwüchse im Wildtierhandel einzudämmen, wie sie seit zwei Jahrzehnten zu beobachten sind und mit deren Folgen Tierheime und spezielle Auffangstationen zu kämpfen haben. Diese kommen an den Rand ihrer Aufnahmekapazitäten und ihrer finanziellen Möglichkeiten. In vielen Bundesländern gibt es überhaupt keine geeigneten Auffangstationen für Reptilien und andere Exoten. Gerade deshalb sind auch bei diesem Thema auf die Aufklärungsarbeit, das Engagement und den engen Kontakt mit Fachexperten und Tierzüchter angewiesen.

Auch bei den anderen von Ihnen beschriebenen Problemen in der Hunde- oder Heimtierhaltung gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Insbesondere in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung sind die Probleme und Missstände unerträglich. Doch kämpfen wir mit allen konkreten Forderungen und Verbesserungsvorschlägen zugleich gegen die CDU/CSU und FDP, die den Schutz der Tiere allzu oft hinter Einzelinteressen stellen. Wie Sie richtig konstatieren: Da ist die Agrarlobby nicht weit."