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Anthelia, Xenia... schön anzusehen oder Plagegeist?


Anthelia, Xenien, Cervera... schön anzusehen oder Plagegeister!?
 
Was treibt mich zu diesem Bericht!?
 
Ich mußte leider vor wenigen Tagen mein Becken (das Aquarium des Monats Feb. 2008) komplett leeren.

Der Grund war eine massive Antheliaplage (Anthelia sp. 03 - Zartgefiederte Straußenkoralle), dazu kamen Xenien (Xenia umbellata - Pumpende Xenien) und die kleinwüchsige Cervera (Cervera sp.) Letztere habe ich mir mal eingeschleppt, woher weiß ich allerdings nicht mehr genau.

Hier sieht man noch ein paar Bilder von Februar 2008. (Die ganze Vorstellung ist auf dem oberen Link zum AQDM nach zu lesen)







 

Will ich Euch nun warnen, diesen Tiere nicht mehr zu kaufen oder einzusetzten?

..... Nein,... dass muß jeder für sich selber entscheiden!

Besonders Anfänger kaufen diese Tiere, dafür sind sie ja auch besonders geeignet. Sie sind wenig empfindlich, und halten auch in einem neueren Becken. Sie verzeihen so manchen Fehler, weshalb sie gerne gekauft werden. Fakt ist aber, dass diese sich vermehren "wie die Pest" und damit zur Plage werden können". Wenn ihr sie einsetzt,....von Anfang an bitte unbedingt im Zaun halten !  Auf keinen Fall unkontrolliert im Becken verteilen oder wachsen lassen.

Fühlen sie sich wohl, vermehren sie sich schnell. Bei mir wuchsen sie in Nährstoffarmen Wasser wie die Pest, NO3 und PO4  waren dabei an der Nachweißgrenze. Das soll jetzt nicht heißen, dass sie bei höheren Nährstoffwerten nicht genauso gut wachsen können.

Ich sage,......nie wieder !
 
Alles war schön anzusehen wie die Tiere in der Strömung wiegen, besonders in Verbindung mit der Wavebox.

Desto länger das Becken stand, desto schlimmer wurde es. Immer und immer wieder mußte ich ganze Felder der Anthelia entfernen und von den Steinen rupfen, ebenso von der Xenia. Die Cervera kann man nur mit einer Bürste entfernen.

Sitzt das Gewebe der Cervera aber auch tiefer im porösen Gestein sind sie nach ein paar Tagen wieder da. Anthelia und Xeniea warfen ihr Köpfe ab und trieben durchs Becken (Polypenausbürgerung). Überall wo sie hängen blieben wuchsen neue Kolonien.

Leider wuchsen sie auch zwischen den Großen SPS Stöcken von Acropora, Seriatopora etc. da diese Tiere nicht Lichthungrig sind, wie viele andere Tiere.

Die Korallen wurden förmlich von ihr "erdrückt", öffneten sich nicht mehr und starben ab! Anthelia, so wie die Cervera wuchsen in die unteren abgestorbenen Korallen hinein, obwohl Steinkorallen (SPS) die absolute Oberhand hatten. Sie wurden nicht vernesselt, fühlten sich aber in den dichten "Antheliamatten" nicht mehr wohl.
 
Die Bilder spiegeln leider etwas, aber ich glaube es ist gut zu erkennen wo überall die Anthelia sitzt!!



Am 1. Mai wurde das Becken von mir mit frischen neuem Lg neu angesetzt, davor stand es zwei Wochen komplett trocken.

Hier die ersten Bilder:




Ich denke wir sehen uns im Frühjahr 2010 zur Wahl des AQDM wieder !? ;-)
 

Viele Grüße, Gerd
 
Gerd Guddat im Mai 2009 (holzaquarium.de)

Anmerkung der Redaktion:

Herzlichen Dank lieber Gerd, für den Bericht und die darin enthaltenen Infos. Wir finden auch, dass man gar nicht oft genug auf diese Problematik hinweisen kann. Gerade solche Erlebnisse müssen gebracht werden. Eben auch um den Einsteiger rechtzeitig zu informieren. 

 


Dieser Artikel ist am 06.05.2009 erschienen

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Kommentare

charger
Dabei seit:10.03.2009
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Hallo zusammen
Ja so ein Problem habe ich ja auch ich kann die Xenien auch nicht los.Also dann besser am amfang an nicht ins Becken damit
Beitrag vom 30.06.2009 - 08:28 

mmegerle
Dabei seit:10.02.2009
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Klar Gerd hat natürlich recht, nach einer bestimmten Standzeit des Beckens sind alle SPS so gross dass Gärtnern eigentlich keinen Sinn mehr macht, weil man einfach nicht mehr rankommt, wenn Weichkorallen, oder auch Krusten dazwischen wachsen.
Dann hilft wirklich nur ein Schnitt. Aber ich denke man kommt nach langen Jahren des erfolgreichen Betriebs eines Beckens auch ohne eine Plage von "Sekundärbesiedlern" um einen Schnitt über kurz oder lang nicht mehr rum, weil erfahrungsgemäss natürlich auch die Steinis ineinander, übereinander, an die Frontscheibe und überall hin wachsen wo man sie nicht brauchen kann.

symbadische Grüsse
Michael
Beitrag vom 13.05.2009 - 18:48 

FrankJanko
Dabei seit:30.01.2009
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Hallo Gerd,
schade für das tolle Hausriff- was hast Du denn mit den Korallen gemacht?
"Gereinigt" und wieder eingesetzt?

Freue mich auf Bilder vom Entstehen des neuen Beckens!
Frank aus Dortmund
Beitrag vom 11.05.2009 - 11:51 

Gerd.G
Dabei seit:02.10.2005
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Hallo zusammen !

Dem Walter muß ich nochmal Danken, er hat eine Woche vor Abbau meines Beckens mal eben noch über 700 Bilder von meinem Becken geschossen, Danke !

Das Becken war zu 99% besetzt mit SPS, wem das zu Steril ist gut, aber das ist alles Geschmackssache,.....jedem das seine !
Das neue Becken wird genauso werden.

Immer wieder gärtnern ist auch ok, hab ich kein Problem mit. So ein Becken braucht nun mal seine Pflege. Wenn aber das Zeug zwischen den Stöcken wächst und man(n) nicht dran kommt und sie später in die Korallen wachsen hat es meiner Meinung nach keinen Sinn mehr !?

Viele Grüße, Gerd
Beitrag vom 10.05.2009 - 08:20 

wa2510
Dabei seit:31.10.2007
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Nun meldet sich der Schuldige an den verspiegelten Bildern auch mal
Wenn irgendeine Art (Korallen oder Anderes) so dominierend auftritt, wie das bei Gerd der Fall war, dann bleibt wirklich nur noch der Neustart.
Und man kann nur unterstreichen wie wichtig diese Information gerade für Einsteiger ist.
In unseren Aquarien, ist der Pfad zur Monokultur wirklich kurz.
Also immer schön Abstand halten und rechtzeitig Gärtnerisch eingreifen.
Weiter so Gerd !!!
Beitrag vom 08.05.2009 - 16:51 


Dabei seit:01.01.1970
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über "Geschmack" kann man immer streiten - doch typisch deutscher Michel ist natürlich sofort der versteckte Angriff. Komisch ich habe den Artikel nicht kritisiert sondern lediglich eine andere Meinung geäußert, bei der ich auch bleibe ! Werde meine Lehren raus ziehen und nur noch mitlesen.
Beitrag vom 08.05.2009 - 10:57 

nienhaus
Dabei seit:21.11.2007
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Tja , das Problem kenne ich auch . Ich schneide einfach immer mit einer Schere die Xenia - und Anthelia Polypen ab so das die Steinkorallen wieder Platz haben . Diese wachsen dann und auf deren gesunden Gewebe wachsen die Weichkorallen natürlich nicht . So werden diese immer weiter zurückgedrängt . Beläßt man die abgeschnittenen Xenia- bzw. Antheliapolypen im Becken wachsen sie dort natürlich wieder an . Hat aber auch den Vorteil das sich dort dann keine Algen ansiedeln . könnt ihr auf Link ganz gut sehen .
Beitrag vom 07.05.2009 - 20:00 

mmegerle
Dabei seit:10.02.2009
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Auch ich bin Fan von SPS, die ja ein intaktes Korallenriff klar dominieren. Die hermatypischen "Weichen" aller Art sind immer eher Sekundärbesiedler in einem intakten Riff.

Allerdings ist auch mir eine reines Steini Becken, ohne Xeniden oder Gorgonien zu "starr". Pumpende Xenia (umbellata) sind für mich einfach auch wunderschön und faszinierend, wenn sie auch zur Plage werden können. Aber was kann im Riffbecken, das gute Bedingungen bietet, eigentlich nicht zur Plage werden, ohne "gärtnerische" Eingriffe

Ich mach´ den ganzen Seewasser- und Korallenriffspass jetzt auch seit 24 Jahren und wenns keine Xeniden waren dann wars was anderes was zur Plage wurde ) - etwas ist auf alle Fälle immer gekommen das sich zur Plage entwickelt hat und bekämpft werden musst. Und wenn es keine Plage war, die zu einem "Beckenneustart" geführt hat, dann wars nach Murphy irgendein technischer Unfall

Aber auf alle Fälle ein guter Beitrag und Hinweis von Gerd dass man als Einsteiger der überwiegend SPS pflegen möchte auch bei Xeniden etc. vor einer Plage gewappnet sein sollte.
Beitrag vom 07.05.2009 - 13:11 

robertbaur
Dabei seit:24.08.2004
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Hallo zusammen

Der Bericht spiegelt ganz sicher das wieder, was auch andere schon erlebt haben. Greift man nicht früh genug ein tut man sich immer schwer. Daniel Knop berichtete im übrigen schon vor Jahren über die sog. Monokultur. Das ist halt immer so, wenn eine Art oder Tiergruppe zu sehr das Becken für sich einnimmt.

Ich finde den Bericht sehr gelungen Gerd. Danke

Gruß Robert
Beitrag vom 07.05.2009 - 11:12 

Heinz Mahler

Dabei seit:02.08.2006
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Hallo Gerd, auch ich finde den Bericht vollkommen OK. Er spiegelt Deine Erfahrungen (und sicher die vieler andere Reefer, wie auch meiner) wieder. Manche Kombination an Korallen KANN im jeweiligen Einzelfall fatale Folgen haben und Deinen Hinweis darauf finden ich nicht nur angebracht sonder für Anfänger im Hobby sicher auch lehr- bzw. hilfreich.

Zum Hinweis von wegen "SPS Becken zu steril" ... Gott sei Dank sind die Geschmäcker verschieden und wer sagt denn das abgesehen von den Xenien keine andere Weichkorallen im Aquarium sind bzw. waren? Gerd schreibt keine Zeile darüber.

Grüßle

Heinz
Beitrag vom 06.05.2009 - 17:51 


Dabei seit:01.01.1970
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Sorry aber kann ich nicht teilen. Becken die ausschließlich mit SPS besetzt werden sind für mich viel zu steril.
Beitrag vom 06.05.2009 - 13:12 

Rohleder
Dabei seit:07.04.2005
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Ein schöner Hinweis für Aquarianer die sich der reinen Steinkorallenpflege und hier insbesonder der SPS verschrieben haben. Aber wie viele sind das eigentlich ????
Ich finde man hätte in dem Bereicht etwas differenzieren sollen und ausdrücklich auf diese Tiergruppe hinweisen sollen. In anderen gemischten Beckentypen sind diese Korallen sehr begehrt.
Beitrag vom 06.05.2009 - 12:28 

Manuela
Dabei seit:07.09.2004
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Lexikon:9

Hallo Gerd, prima Bericht! Wir hatten sowas ähnliches auch schon mal mit Xenien. Wir konnten das Unglück aber noch rechtzeitig abwenden, weil wir früh genug, massiv gegen die Xenien vorgegangen sind. Ein bisschen Glück gehört sicher auch dazu. Jahrelang hatten wir dann keine Xenien, Scheiben und Krustenanemonen im Aquarium. Sie sind wunderschön - können aber zur Plage werden. Nur ohne sie sind die Zwischewnräume zwischen den Korallen leer und das sieht nicht so schön und natürlich aus. Dann fehlt (mir) einfach etwas. Deshalb haben wir im jetzigen Aquarium auch wieder mehrere Scheibenanemonen drin ...
Beitrag vom 06.05.2009 - 02:37 

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