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27 - Kaiserfische im Gemeinschaftsaquarium?


Fische fürs Aquarium: Kaiserfische

Nach den der Vorstellung der Weich- und Lederkorallen, Scheiben- und Krustenanemonen, Steinkorallen SPS und LPS wie auch den Putzhilfen, gehen wir nun zu den verschiedenen Fischarten über. Wir sind uns natürlich bewusst das es schwer ist eine allgemeine Empfehlung zu jedem Fisch zu machen, den jeder Fisch hat auch seinen eigenen Charakter.

Überhaupt werden Sie als Einsteiger schnell feststellen das es immer wieder neue Überraschungen geben kann. Teils sind das sehr ergreifende Momente, teils aber auch Dinge die man sich vorher nicht gedacht hätte. Das mögen nur Kleinigkeiten sein, wie zum Beispiel der neue Einsiedlerkrebs der vermeintlich tot im Becken liegt, sich aber in Wirklichkeit nur gehäutet hat.. Es gibt immer wieder Erlebnisse die die Meeresaquaristik auf Jahre spannend macht. Es ist meist ein Hobby das einem nie mehr los lassen wird. Ausser, ja ausser wenn es nicht klappt, wenn mehr Algenplagen oder schlechte Erlebnisse das Bild das sie erhoffen zu sehen trüben. Meist liegt es aber an Ihrer Konsequenz sich mit der Thematik selbst zu beschäftigen, für jedes Problem gibt es eine Lösung. Oft findet man in der Literatur Hinweise, oft auch in aktuellen Foren die sich mit der Thematik befassen. Dort findet man erstaunlich viele Menschen die immer wieder neue Tips haben die einem das Aquarianerleben leichter machen.

Nach der sicherlich spannenden Einfahrphase mit vermutlich allen Höhen und Tiefen haben sie sich sicherlich schon einige Blicke in Bücher oder andere Medien geworfen um ihre Lieblingsfische zu finden ? Die auf die man nun so lange Zeit warten musste ? Wir sind uns sicher das es den meisten so geht, uns ging es damals nicht anders wie Ihnen heute.

Wobei man dazu erwähnen muss das damals die Zeiten noch ein klein wenig anders waren. Zu unseren Anfangszeiten (1991 rum) gab es zum Beispiel keine oder kaum Kaiserfische und Falterfische, denn die waren damals verboten. Sie durften nicht nach Deutschland eingeführt werden. Sie wurden lediglich unter der Hand gehandelt! So schwammen sie meist gut versteckt bei den Händlern in deren Ausweichbecken im Keller. Ein Nebeneffekt für den Aquarianer war das sie das zwei - bis fünffache kosteten als sie es heute tun.

Nun wissen wir ja heute wieder ein wenig mehr als die Aquarianer vor vielen Jahren, zumindest geht man durch den Lerneffekt der Jahre und wissenswerte Artikel in Fachzeitschriften sowie Büchern davon aus, das der Wissenstand heute höher ist. Neue Aquarianer aber wissen meist nicht viel über die Tiere die sie gerne halten möchten. Doch gerade bei Kaiserfischen sollte man sich vorher gut mit jedem Tier auseinandersetzen und möglichst viel über das jeweilige Tier in Erfahrung bringen.

Kommen wir nun aber zur Kaiserfischhaltung im Aquarium:

Zuerst muss man etwas unterscheiden, es gibt Großkaiserfische und Zwergkaiserfische die auch Herzogfische genannt werden. Ein sehr signifikanter Unterschied wie wir finden, und eminent wichtig. Wie der Unterschied schon vermuten lässt werden die Tiere der einen Art grösser die der andern bleiben weit kleiner. Beide Arten beherbergen wunderschöne Fische die sich teilweise auch recht gut für die Haltung im Aquarium eignen.

Zwergkaiserfische:
Centropyge - Paracentropyge


Mittlerweile umfasst die Gattung Centropyge ca. 32 Arten und ist damit die grösste in der Familie der Kaiserfische. Zwergkaiserfische eigenen sich im allgemeinen gut für das Leben im Aquarium. Riffbauten aus lebenden Steinen mit natürlichem Algenwuchs stellen dabei eine wichtige Nahrungsquelle dar. Zudem eignen sich Höhlen in den Steinaufbauten gut als Versteckmöglichkeit für Zwergkaiser. Überhaupt möchten uns an dieser Stelle ganz klar zu den Zwergkaiserfischen bekennen, denn sie sind für die Haltung im Aquarium weit besser geeignet als es Grosskaiser sind. Aber halt, auch hier gibt es Ausnahmen. Deswegen möchten wir Ihnen gleich zu Anfangs den Zwergkaiser nennen, der meist garantiert an Korallen gehen wird. Er ist damit eigentlich einer der wenigen Ausreisser aus der Gruppe Zwergkaiser, da die anderen Arten mit der Korallenschädigung eher zurückhaltend sind.


Er ist meist kein Korallenverächter...
Gerade der wunderschöne Centropyge bicolor geht früher oder später an Korallen, so zumindest die Erfahrungen der Autoren nach einigen Jahren Recherche. Wir kennen nur einen Fall wo einer 7 Jahre nichts gemacht hat, aber dann von heute auf morgen damit anfing und nicht mehr aufhörte. Sicherlich gibt es auch Erlebnisse die sich nicht mit der unsrigen decken, aber so macht nun mal jeder im Laufe der Zeit seine Erfahrungen. Das wird sich im übrigen durch alle Fischarten ziehen die wir Ihnen vorstellen wollen. Und beim C. bicolor bleibt es nicht beim zupfen, er langt meist schon richtig zu. Er wird mit ca. 13 bis 15 cm doch deutlich grösser als andere Zwergkaiserfischarten. Die tatsächlich Grösse liegt an dem gebotenen Platz im Aquarium.

Neben Centropyge bicolor sind noch von folgenden Zwergkaiserarten Übergriffe gegen Wirbellose bekannt:
Centropyge flavissima, C. colini (Tiefwasserart), C. tibicen. Allerdings kann man das nie verallgemeinern... diese Erwähnung soll Ihnen als Information mit auf dem Weg gegeben werden.

Wir schreiben bewusst Aquarium denn man kann ja durchaus auch ein Fischaquarium betreiben. Dort würde es nicht stören das die Fische Korallen als Futter ansehen. Ausgehend von den der Annahme das diese Artikelreihe von Neueinsteigern gelesen wird, verzeihen sie bitte den folgenden Hinweis an die Neueinsteiger:

Kaiserfische können Korallen fressen, oder zumindest durch das zupfen daran so derart belästigen das die Korallen eingehen.

Aber das tun zweifellos nicht alle Kaiserfische, vor allem sind die Chancen bei einigen Zwergkaisern am grössten das diese die Korallen in Ruhe lassen. Eine allgemein gültige Aussage wird es von uns nicht gegen, aber wir können ihnen wenigstens einige Arten nennen und auch genauer vorstellen.

Wir nennen Ihnen nun einige Arten die sich in den letzten 10 Jahren als recht "brave Arten" ohne häufige Korallenschädigung erwiesen haben.


Centropage argi: Mit ca. 6 cm Endgrösse einer der kleinsten Zwergkaiserfische, und zudem hübsch gefärbt. Die Autoren finden das er ein ausgezeichneter Fische für das Gemeinschaftsaquarium ist. Ähnlich einzuschätzen vom Verhalten wie der nachfolgende Centropyge acanthops. Kommt aus der Karibik und braucht wie alle Zwergkaiser jeden Tag Salat oder Algen zum zupfen. Die meisten Zwergkaiserfische gehen schnell ohne Probleme an Ersatzfutter (Frostfutter). Trotzdem sollten sie immer was zum zupfen bekommen.... Eisbergsalat, Norialgen, Löwenzahn etc.


Centropage acanthops:Der aus Südafrika bis Madagaskar vorkommende C. acanthops ist alleine schon von seiner Grösse von 6 - 7 cm wunderbar für das auch eher kleinere Aquarium geeignet. Wir würden ihn dennoch auf Dauer nicht unter 300 Liter halten. Er kann und sollte Paarweise gehalten werden. Es rät sich natürlich auch hier an beide gleichzeitig einzusetzen. Bei ausreichendem Futterangebot an Algen und Salat sind Übergriffe gegen Korallen (ohnehin zupft er wenn dann nur) so gut wie ausgeschlossen. Kommt zudem meist gut mit anderen Centropyge Arten aus, wie zum Beispiel mit dem C. argi. Neigt allerdings dazu Neuankömmlinge erst mal anzumachen, (Rangordnung) aber das Verhalten ist ja allen Zwergkaisern eigen.


Centropyge bispinosa:Einer der Autoren hält ihn als Paar, wo einer sogar Jahre später nachgesetzt wurde. Der ältere ist mittlerweile 8 Jahre im Aquarium, und immer noch fidel. Ein wunderschöner und vom Verhalten her eher unauffälliger Zwergkaiser. Man sieht ihn nicht so häufig aber als scheu kann man ihn auch nicht bezeichnen. Bei ausreichender und abwechslungsreicher Futtergabe (Salat und Algen) geht er, bei uns zumindest nicht an Korallen. Weder zupfen noch fressen! Neigt dazu Neuankömmlinge erst mal zu unterdrücken was sich nach einigen Tagen aber wieder gibt. Perfekt für die Paarhaltung geeignet. Er bleibt mit ca. 12 cm Grösse doch erstaunlich klein und ist auch für kleinere Aquarien ab 500 Liter geeignet. Sollte aber viele Höhlen angeboten bekommen, dann ist er weit zutraulicher.


Centropyge loriculus: Zweifelsohne einer der schönsten unter den Zwergkaiserfischen. Aber auch einer derjenigen die sicher mal an einer Stylophora oder Poccilopora zupfen werden. Direkt Korallen fressen äusserst selten aber mit feinen filigranen Korallen hat er es nicht so. Einer der Autoren pflegt ein Pärchen in seinem Aquarium was oft gut funktioniert. Besonders dann wenn sie in unterschiedlicher Größe zusammen eingesetzt werden. Allerdings neigt C. loriculus dazu nachgesetzte andere Zwergkaiserarten gnadenlos zu jagen. Hier gibt es auch Ausnahmen. Mit einer Schwimmschule kann man hier dem Neuling das Leben einfacher machen, den mit der Zeit lassen die Aggressionen der alteingesetzten Tiere nach.


Paracentropyge multifasciata: Der Form halber möchten wir ihn auch mit aufführen :-) Kommt in letzter Zeit öfter in den Handel. Beide Autoren haben ihn bisher nicht gehalten, aber aus Gesprächen mit anderen Aquarianern geht hervor das er weit heikler einzustufen ist, oft lässt er sich nicht einfach auf das bei uns im Aquarium angebotene Futter umstellen. Wir würden ihn daher als Nahrungsspezialist einstufen, der vermutlich im natürlichen Raum von Schwämmen und anderem lebt. Hier sollte man möglichst viel gutes Lebendgestein anbieten auf denen Algen wachsen. Über Korallenschädigung ist uns nichts bekannt, man sollte aber mit zupfen an Korallen durchaus rechnen. Trotz dessen das er in letzter Zeit öfter in Handel auftaucht ist er wenig verbreitet, über die langjährige Haltung gibt es kaum sichere und verwertbare Infos.

Wie Sie sehen haben wir nun schon einige Tiere aus der Familie der Zwergkaiser die man, na ja mit kleinen Abstrichen, als zumeist unbedenklich einstufen könnte. Es gibt noch viele weitere Zwergkaiserfische die gut im Aquarium zu halten sind, wir raten Ihnen aber dringend sich vor dem Kauf ausreichend über das jeweilige Tier zu informieren. Einen Zwergkaiser möchten wir Ihnen aber nicht vorenthalten, auch wenn sie ihn vermutlich kaum schon mal zu Gesicht bekommen haben...


Centropyge interruptpa: Ihn werden wir wohl weder im Handel noch überhaupt irgendwo zu sehen bekommen. Diese Aufnahme stammt von der Interzoo 2004, Nürnberg und wurde am ELOS Stand gemacht. C. interrupta wird knapp 17 cm gross und ist damit einer einer der grössten der Zwergkaiserfische. Sein Vorkommen beschränkt sich auf den Japanischen Raum. Sehr selten und Superteuer wird er für Aquarianer in Europa vermutlich immer ein Traum bleiben. Allerdings gibt es von ihm und einigen andern Zwergkaiserfischen die ersten gelungenen Nachzuchten [Baensch 2003], die aber sicherlich zum heutigen Stand nicht, oder kaum bezahlbar sein werden. Dennoch Baensch hat viel für die Aquaristik getan, was unseren höchsten Respekt verdient. C. interrupta hat eine Eigenart die andere Zwergkaiser nicht zeigen: Er frisst den Kot anderer Fische des Riffs! Er gehört allerdings zu den gut haltbaren Arten, sofern man ihn sich leisten kann.


Zwergkaiser eignen sich auch jeden Fall schon von der Grösse her weit besser für ein Heimaquarium da sie deutlich unter 20 cm bleiben.

Abschliessend bleibt noch zu erwähnen das man alle Zwergkaiser im Auge behalten sollte, Übergriffe gegenüber Korallen kann man nie gänzlich ausschliessen. Aber in Summe ist sie bei den Zwergkaisern wesentlich geringer als sie das bei den nachfolgenden Tieren ist, den Kaiserfischen.



Kaiserfische:
Apolemichthys - Chaetodontoplus - Genicanthus -Holacanthus -Pomacanthus - Pygoplites


Das in unseren Augen zuerst mal grösste Problem bei den Kaiserfischen, zumindest bei den meisten Großkaiserfischen ist die zu erwartendene Grösse. Teils 30, 40 oder 50 und noch mehr Zentimeter, ja das erreichen manche Kaiserfische. Und deswegen sollte man sie nicht in zu kleinen Aquarien halten. Was ist klein und was ist gross...? Eine sehr schwierige Definition, und sicher hat hier auch jeder seine Ansicht. Wir möchten auch hier nicht Zahlen und Angaben um uns schmeissen.. aber einen kleinen Anhaltspunkt möchten wir ihnen doch geben:


Ein 15 cm Fisch der dauernd in Bewegung ist in einem 2 Meter Becken kann so nervig sein das man das Aquarium schon für zu klein hält. Hingegen ein 25 cm Fisch der kaum schwimmt sondern eher steht und sich nur langsam bewegt, den würde man vermutlich nicht als zu gross ansehen. Also liegt alles immer im Auge des Betrachters. Auch wir mussten schon Fische abgeben die einfach zu gross geworden sind, wir nehmen uns hier nicht aus. Meist merkt es der Pfleger das die Fische mit der angebotenen Beckengrösse nicht mehr zu recht kommen. Man entwickelt mit der Zeit einfach ein Gespür dafür.



Wir erachten aber selbst 3000 Liter Aquariengröße für einen 50 cm grosswerdenen Kaiserfisch als deutlich zu klein! Zum Problem der Größe kommt noch das manche sehr heikel sind in der Pflege, andere sind hingegen oft reine Nahrungsspezialisten. Gut das es auch kleiner bleibende Arten gibt. Überhaupt sind einige Arten dabei die man doch, die einen mehr, die anderen weniger empfehlen kann. Vieles liegt auch an Ihrer Intention. Möchten sie nur bestimmte Korallen halten oder sind Ihnen Fische von Haus aus wichtiger als die Korallen, kann mal vieles eher verwirklichen was in einem vollbesetzten Korallenaquarium nicht so einfach geht.


Im Bild oben zu sehen Apolemichthys arcuatus, ein Nahrungsspezialist der sich kaum im Aquarium halten lässt. Wird zum Glück kaum angeboten. Er gehört zu den Fischen die man sich nicht kaufen sollte.

Bei allen Kaisern, egal ob Zwergkaiser oder nicht, es gilt aber eines als sicher:

Man kann vieles selbst mit beeinflussen. Sei es durch die Beckeneinrichtung, den Schwimmraum, die Vielfältigkeit und dauernde Verfügbarkeit des Futterangebots sowie die Mitbewohner... all das hat Einfluss auf den Fisch.

Wesentlich besser geeignet als der vorhergehende A. arcuatus, ist Apolemichthys trimaculatus. Alle Kaiserfische sollten im übrigen möglichst klein gekauft werden, da sie sich wesentlich einfacher in der Nahrung anpassen lassen als Tiere die im Meer nur Schwämme fressen... Er wird mit knapp 18 cm auch nicht zu gross!


Apolemichthys xanthopunctatus:einer der schönsten Kaiser, der sich sogar gut halten lässt. Allerdings ist es auch bei ihm vorprogrammiert das er an Grosspolypige Steinkorallen geht. Und wie das bei allen schönen Fischen so ist, er kostet ein kleines Vermögen. Lässt sich aber gut als Paar halten, wie einige andere Arten auch. Das nachsetzten ist allerdings oft eine nicht ganz einfache Sache. Auch bei ihm hilft das einsetzten wenn er möglichst klein ist, dann gewöhnt er sich einfacher auf die Aquariennahrung um.

Alle Kaiser gehen weniger an Korallen wen sie den ganzen Tag Salat oder Algen zum zupfen haben !!!

Ebenso ist es oft so das die meisten juvenilen Kaiserfische, sich eher an das Aquarienleben gewöhnen als schon adulte, also grosse Kaiserfische. Diese sind meist schon so Nahrungsspezialisiert das die Chancen sie gänzlich auf Ersatzfutter umzugewöhnen meist nicht sehr hoch sind. Die meisten Grosskaiser ernähren sich von Schwämmen und anderen Wirbelosen die im Meer deutlich verbreiteter sind als in unseren Aquarien. Leider sagt diese Erkenntnis absolut gar nichts aus darüber ob ein Kaiserfisch später an Korallen geht oder nicht.


Im Bild: Chaetodontoplus meredithi... garantiert geht er an Grosspolypige Korallen... und das nicht zur zupfend !


Chaetodontoplus dubouleyi: Auch er wird früher oder später den Geschmack an grosspolypigen Korallen finden. Dafür ist er wenn mal eingewöhnt gut haltbar, und wenn er sehr klein eingesetzt wurde sollte die Haltung überhaupt kein Problem darstellen. Wie oben bereits erwähnt man kann zwar vieles machen, aber man kann nie ausschliessen das ein Kaiser nicht doch an Korallen geht und diese so schädigen kann das sie dabei ihr Leben lassen.

Es gibt allerdings auch hier einige Möglichkeiten einen annehmbaren Korallenbesatz zu bekommen selbst wenn ihr gekaufter Kaiser nicht von manchen Korallen lassen will. Allerdings muss man auch hier unterscheiden welche Art Korallen meist angefressen werden. Oft sind es Weich- und Lederkorallen und natürlich auch Grosspolypige Steinkorallen die von vielen Grosskaisern geschädigt werden. Kleinpolypige werden oft nicht beachtet was evtl. ein kleiner Ansatz sein könnte.


Ganz sicher ein Traumtier, Pomacanthus imperator. Wird zum einen zu gross (40 cm) und frisst mit ziemlicher Sicherheit an Korallen. Allerdings kann man das durch ein gute Futterangebot einigermassen einschränken. Bieten Sie jedem Kaiser den ganzen Tag etwas zu zupfen an, bevorzugt Salat ! Ganz ausschliessen kann man Übergriffe aber nicht.

Es gibt einige Aquarianer die folgendes praktiziert haben und fahren damit auch heute noch gut. Man integriert einige Korallen ins Aquarium, bevorzugt natürlich solche wo die Chancen gut stehen das keine Übergriffe stattfinden. Nach dem einbringen der Kaiserfische merkt man im Laufe der Zeit schnell welche Korallen auf dem Speiseplan stehen und kann diese entfernen, ein zweites Aquarium oder andere Ausweichmöglichkeiten natürlich vorausgesetzt. Man nimmt nun die betroffenen Korallen heraus und versucht andere ob diese in Ruhe gelassen werden.


Pomacanthus maculosus: Auch er geht wie alle anderen Pomacanthusarten mit zunehmenden Alter an Korallen!


Pomacanthus navarchus: Wie der deutsche Name schon lautet, ein echter Traumkaiserfisch. Er bleibt mit knapp 20 cm meist noch angenehm klein für einen Großkaiser, und geht - so wird oft berichtet - bei weitem nicht so seher an Korallen wie andere Groskaiserfische. Man muss zwar mit Übergriffen rechnen aber die halten sich bei ihm meist in Grenzen. Lässt sich oft problemlos auf Ersatzfutter umstellen, was ihn für uns zu einer Art macht die man bei einem ausreichend grossen Becken durchaus probieren könnte. Allerdings gibt es hier sicher auch einige die unserer Empfehlung nicht folgen werden wollen, bitte schieben sie die Schuld dann nicht auf uns :-) Aber mal im Ernst, wenn wir Ihnen schon keinen Pomacanthus ausreden können, dann raten wir zu diesem.


Pomacanthus paru: der Franzosenkaiserfisch.. Nicht nur das er mit deutlich über 40 cm zu gross für fast jedes normale Aquarium wird, dies erreicht er meist wesentlich schnelle als viele andere Kaiserfische. Wenn er gut gefüttert wird sind das maximal drei bis vier Jahre und er ist ausgewachsen. Dieser Fisch hat einen unheimlich hohen Futterbedarf... Auch er geht sowohl klein als auch mit zunehmenden Alter leider an Korallen. Ansonsten ist er als eher wenig empfindlich einzustufen.


Pygoplites diacanthus:Vermutlich der schönste und interessanteste aus der Familie der Kaiser. Aufgrund seiner Empfindlichkeit sollte man ihn am besten gar nicht halten, viele überleben die ersten Taage nicht, die meisten davon aber auch kein halbes Jahr. Wir können hier nur vermuten das er sich dann schon zu sehr an sein natürliches Futter gewöhnt hat und die Umstellung nicht mehr packt. Am besten erscheint uns das man ein Tier erwirbt das schon beim Händler an Futter geht, und zwar bevorzugt an Frost und Flockenfutter. Vieles liegt bei dem Fisch vermutlich an der Qualität der Hälterungsanlage und dem Fang. Kann natürlich an Korallen zupfen und sie Schädigen. Bevorzugt werden dabei meist Weich- und Lederkorallen wie auch Krustenanemonen. Fische die beim Händler nichts fressen sollte man nicht erwerben es sind oftmals Todeskandidaten. Anders als früher empohlen würden wir ihn wenn dann im Wirbellosenbecken halten dort sind die Chancen des Überlebens weitaus höher als im reinen Fischbecken. Wird im Handel oft angeboten, überlegt aber meist leider nicht lange. Oft gehen sie nicht mal ans Futter. Wäre aber ansonsten von der Grösse her optimal für Aquarien mit ca. 1000 Liter Inhalt.

links: Genicanthus bellus, ein Lyrakaiser, weiblich.




Leider sind diese wunderschönen Fische kaum aquaristisch beachtet, dabei sind es sehr interessante Fische die sich im Meer von grösserem Zooplankton ernähren. Selbst wenn man in die Literatur schaut findet man nicht vieles über sie. Doch sie wären aus allen bisher genannten Arten die hervorragendsten Fische für das Aquarium. Klar sie sind anfänglich etwas heikel, auch bei der Futteraufnahme. Aber wenn eingewöhnt sehr gut zu halten, vor allem lassen sie die Korallen in Ruhe. Sie leben meist nicht direkt im Riff direkt sondern in der Freiwasserzone.

Uns sind keine Übergriffe gegenüber Blumentieren bekannt, was ihn zu einen wesentlich interessanteren Kaiser macht als die sonst bekannten Korallenfresser.

Auf dem Bild oben rechts sieht man ein Weibchen von Genicanthus melanospilos

Man kann zudem bei den Lyrakaisern die Fische gut unterscheiden da Männlein und Weiblein gänzlich unterschiedlich gefärbt sind. Man braucht in der Regel nur zwei Weiblein holen, dann wird eines mit der Zeit zum Manne. Wir halten Lyrakaiser für absolut unterschätzt!

Natürlich ist es meist ein anfänglich empfindlicher Fisch, aber da sind andere auch. Wenn ein Genicanthus im Becken etabliert ist, haut ihn so schnell aber nichts mehr um. Leider kommen vielen nicht sonderlich gut bei uns an, was auf eine Fehlbehandlung nach dem Fang hindeutet. Oft sind das Medikamente, Kupfer oder Antibiotika die von den Genicanthusarten nicht vertragen werden. Meistens kommen Genicanthusarten im Meer in einer kleineren bis grossen Gruppe vor, mit wenigen Männchen und vielen Weibchen.


im Bild sehen sie ein Pärchen Genicanthus caudovitattus.

Weit mehr Arten, als wir an dieser Stelle vorstellen können, finden Sie im www.meerwasser-lexikon.de

Wir hoffen das wir Ihnen mit der Vorstellung der verschiedenen Arten einige interessante Info mit auf dem Weg geben konnten? Gerade das Kapitel Kaiserfische könnte ganze Bücher füllen :-)

Die berühmte Lanze für Ihr Gemeinschaftsbecken möchten wir aber in der Tat nur für Zwergkaiserfische brechen, wie natürlich auch für die meisten Lyrakaiserfische, die sich so gut wie immer hervorragend für die Aquarienhaltung eignen. Viele Kaiser werden einfach zu groß und mit der Zeit ergeben sich so gut wie immer Probleme im Gemeinschaftsaquarium im Bezug auf den Appetit auf Korallen.

Vergessen Sie eines nicht. Sie haben das Tier gekauft, das Tier kann nichts dafür wenn es das macht was es aus der Natur gewohnt ist. So sollten sie sich den Kauf von Kaiserfischen vorher gut überlegen, man kann bei der Wahl der Tiere vieles falsch machen!

Frank Diehl, Robert Baur-Kruppas


Dieser Artikel ist am 26.08.2007 erschienen

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