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Wenn neue Fische krank werden...


Pünktchen treten auf...
Es kommt eigentlich sehr häufig vor das gerade bei Neu eingesetzten Fischen nach einigen Tagen Pünktchen auftreten. Meist kann man das ab dem zweiten bis vierten Tag beobachten. Da man gerade neue Fische ohnehin die ersten Tage genauer betrachtet, wird man diese zweifelsohne schnell ausmachen können. In der Regel handelt es sich bei den großen Pünktchen, die nach kurzer Zeit auftreten, meist um Cryptocarion irritans.


Es handelt sich hierbei um einen Erreger der eigentlich immer latent vorhanden ist. Erst durch die Schwächung des Fisches, ausgelöst durch zum Beispiel den Transport, durch Angriffe von anderen Fischen, oder evtl. auch schlechte oder sich zu stark veränderte Wasserqualität, also einfach durch die ungewohnte hohe Stressituation des Fisches aufgrund der neuen Umgebung, können diese Pünktchen auftreten.


Was aber tun wenn es so weit ist..?

Medikamente und Quarantäne

Gerade unerfahrene Aquarianer greifen bei auftretenden Pünktchen schnell zu diversen Medikamenten die es ja zahlreich am Markt gibt. Allerdings gibt es - wenn man es genau betrachtet - wenig was man im Wirbellosen Becken geben kann.

Das einzig mir bekannte Medikament das im Riffbecken einigermassen geholfen hat, waren die Medizinalflocken der Fa. Tetra. Diese gibt es aber leider - für die ganze Aquaristik muss man das bedauern - nicht mehr. Vermutlich musste die Fa. Tetra aufgrund von geltenden Gesetzen diese Medizinalflocken vom Markt nehmen. Schade, es würde hier sehr gut helfen.

Wichtig oder entscheidend ist der Wirkstoff Malachitgrün, der hier gegen den Erreger angeht.

Manche würden nun sagen, besser ist hier Quarantäne dann kann einem das nicht passieren. Nun das stimmt so meiner Meinung nach nur bedingt.

Ist ein Quarantäneaquarium so eingerichtet wie ein Riffaquarium dann würde auch ich mir davon etwas versprechen. Ist dem aber nicht so, und es wartet auf den Neuankömmling ein leeres karges Becken mit nur wenig Steinen als Versteckmöglichkeit, ich bin sicher - hier wird sich kein Fisch freuen. Und ein Fisch der sich nicht wohl fühlt ist so gut wie jedem Krankheitserreger noch viel mehr ausgesetzt, der Ausbruch von Cryptocarion ist viel wahrscheinlicher. Ausserdem muss man immer bedenken das der Fisch ja nach einer gewissen Quarantänezeit wieder gefangen werden muss um ins Hauptbecken überführt zu werden. Das Fangen des Fisches, und die damit auch verbundenen kleinen Verletzungen der Haut bedeuten wieder Stress, so das es wieder zu einem Befall mit Pünktchen kommen kann.


Wir halten es seit Jahren so, das wir beim Händler den Fisch den wir gerne mit nach Hause nehmen möchten, genau ansehen und auch eine Probefütterung vornehmen lassen. Treten bereits hier Anzeichen auf das der Fisch nicht fit ist, Finger weg. Wichtig ist hier die genaue Beobachtung des Tieres. Wie schwimmt der Fisch, wie verhält er sich. Schon hier lässt sich viel im Vorfeld ersehen. Klemmt der Fisch die Flossen, ist er sehr scheu, scheuert er sich sogar, und ist er desinteressiert am Futter ?
Dann würde ich hier eher empfehlen den Fisch noch eine Weile beim Händler zu lassen. Es gibt fast nichts sicheres als ein Tier das schon mehrere Wochen beim Händler schwimmt und frisst.
Fragen Sie Ihren Händler bei welcher Dichte er die Tiere hält. Das grösste Problem der Tiere ist der osmotische Schock wenn sie von einer niedrigen Dichte in eine höhere kommen. Leider halten einige Händler Ihre Tiere bei einer Dichte von 1,015 - 1,017 um die Tiere vor den Parasiten zu schützen.

Auch ein langsames umgewöhnen reicht hier nicht aus. Die Schleimhaut wird geschädigt der Fisch erleidet grossen Stress da er sich erst auf das neuen Milieu umstellen muss. Wie bei uns Menschen reicht das oft schon für eine Erkrankung aus!


UV Anlagen, - keine Verluste mehr durch Krankheiten?

Ein nicht von der Hand zu weisender Punkt ist der Einsatz einer auf die Beckengröße angemessene UV Anlage. Hier wird das Aquarienwasser durch eine Röhre oder ähnlichem geleitet. Während des passieren des Aquarienwasser wird mittels UV Licht das Wasser bestrahlt. Mehr Infos über UV Anlagen findet man unter dem Link:
Sinn und Zweck ist es die im Wasser befindlichen Erreger abzutöten. So wird das Wasser keimärmer was den Fischen durch weniger Druck sehr entgegenkommt. Wichtig ist hierbei aber das die UV Anlage drei Wochen vor dem besetzten läuft. Denn so lange braucht ca. eine UV Anlage um den großteil der Keime zu vernichten. Auch das ab und an laufen lassen kann man sich hierbei ruhig sparen. Denn es bringt einfach nichts. Im Gegenteil der Brenner macht weitaus länger wenn er durchläuft und nicht dauernd an und wieder ausgeschaltet wird.


Anfangs gut Füttern... vor allem vitaminisiertes

Ganz entscheidend ist das die Fische anfangs viel und vor allem abwechslungsreich zu fressen bekommen.

Wie heisst es so schön: Satter ist man wesentlich zufriedener als wenn man hungert.

Hier bietet es sich zusätzlich an die erste Zeit jede Futtergabe zu vitaminisieren. Später wenn alle Fische gesund und munter im Becken schwimmen, kann man auf eine ein bis zweimalige Vitaminzugabe in der Woche zurückgehen. Wir nehmen hierbei Multisanostol aus der Apotheke. Es geht aber auch jedes Vitaminpräparat das der Zoofachhandel bereithält.


Gesund in den Tag...

Ebenfalls für wichtig erachte ich die gezielte Fütterung der neuen Fische. Sicherlich nimmt ein Doktorfisch meist auch schnell Frostfutter auf. Aber das ist nicht, oder nur bedingt, seine eigentlich Nahrung. Sehr wichtig ist die Aufnahme an Eiweiss und Fett zur Energiegewinnung. Bei der Aufnahme der Algen nehmen sie sehr viele kleine Tierchen mit auf und jagen auch aktiv Plankton. Der Mix macht es bei den Tieren, denn so ist auch ihr Magen-Darm-Trakt ausgelegt

Hier bietet es sich logischerweise an sowohl Frostfutter als auch ausreichend Algennahrung zu füttern. Besonders geeignet halte ich dafür sowohl die Nori Alge, als auch Spirulina Flockenfutter. Zusätzlich ist es nicht verkehrt wenn man sich nach Löwenzahn umschaut. Es wird oft geschrieben das dieser nicht besonders wertvoll an Inhaltsstoffen ist. Das stimmt schon, aber ich denke das auch eine gewisse Beschäftigungsterapie für die Fische von Vorteil sein kann. Denn Doktoren fressen in der Natur eben auch den ganzen Tag.
Hier wäre es auch sinnvoll das der Handel sich der Problematik annimmt. Es kann nicht sein das gerade ein so heikler Fisch wie der Weisskehl Doktor nur mit Artemia gefüttert wird, wenn ihm Algen lieber wären. Sicher er nimmt zu und schwimmt auch nett herum. Aber seine Konstitution ist bei einem richtigen Nahrungsangebot (also Algen oder geeigneter Ersatz) eben weitaus höher.

Weiterhin kann man gerade am Anfang, später ruhig auch mal so, durch das einbringen einer Banane den kranken Fischen wirklich etwas gutes tun. Wir kenne viele Berichte wonach viele Fische die Krank waren erst an Banane gegangen sind. Eine gewisse Heilung durch die Inhaltsstoffe kann man hier dann einfach nicht verleugnen.. Und schaden kann es in keinem Fall. Wir füttern nun seit schon über drei Jahren Banane, auch Karotte, und unsre Fische sind alle topfit und gesund.

Man wird aber auch sehen das an der Banane so gut wie alle Tiere fressen, angefangen vom Einsiedlerkrebs zur Garnele bis hin über fast alle Fische.


Eine Zusammenfassung, die aber nicht nur bei einem Pünktchenbefall angewendet werden kann:

* nur gesund wirkende Fische erwerben
* drei Wochen vorher UV Anlage anschalten und durchgehen betreiben
* Anfangs den Fischen viele Vitamine und ausreichende Futtermengen anbieten
* der Ernährungsgewohnheit der Tiere angepasst füttern
* evtl. Malachitgrün über das Futter reichen


In einem Aquarium in dem alle Parameter stimmen, ist die Chance viel höher das die Pünktchen in einigen Tagen wieder weg sind, wie in einem wo die Wasserqualität schon nicht stimmt. Ebenso denke ich das es wichtig ist darauf zu achten, welche Tiere man miteinander vergesellschaftet. Denn auch Aggressionen untereinander sind oft der Auslöser von Krankheiten. Sicherlich wird es immer noch mal vorkommen das ein neuer Fisch trotz aller Vorsichtsmassnahmen dennoch stirbt. Aber in der Summe dessen was man tun kann, sind die Chancen doch sehr hoch das viele Fische es eben doch packen. Und ich denke das ist das wichtigste :-)

Viele grüße

Manuela Kruppas und Robert Baur-Kruppas


Dieser Artikel ist am 19.08.2007 erschienen

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Kommentare

Salvelinus
Dabei seit:21.11.2007
Kommentare 
Korallenriff:4
Lexikon:0

Gegenüber dem Süßwasseraquarianer, dem das Auftreten von "Ichtyo"-Pünktchen den Angstschweiß auf die Stirn treibt, hört man in MW-Kreisen immer wieder die Meinung: Alles nicht so schlimm, das ist völlig normal und kommt auch immer wieder vor. Nun, der MW-Aquarianer hat sicher den entscheidenden Vorteil, dass im MW-Auarium neben Putzerfischen und Putzergarnelen die Parasiten mittels Ozonisierung und UV-Anlage und unterstützender Mittelchen häufig soweit zurück gedrängt werden können, dass sie irgendwann nicht mehr sichtbar sind, obwohl sie latent im MW-Aquarium weiter vorhanden sind.

Aber machen wir uns nichts vor: Wir sitzen hier auf einer Zeitbombe ! Sehen wir uns mal die Verhältnisse zwischen Parasit und Wirt(Fisch) an. Im natürlichen Lebensraum befallen die meisten Fischparasiten ihre Fischwirte und ohne, dass es zu nennenswerten Schäden oder Problemen kommt. Vermehrungsformen der Parasiten werden im Riff oder Meer weit verstreut und finden nur vereinzelt wieder einen Neuwirt. Die meisten werden wohl zusammen mit dem Zooplankton in irgendeinen Magen landen oder nicht rechtzeitig ihren bevorzugten Wirt finden und zugrunde gehen. Soweit so gut !

Wie sieht es aber im MW-Aquarium aus ? Hier kommen die Fische nach div. Transporten und Zwischenhälterungen in einem mehr oder weniger schlechten Zustand an. Eines ist aber sicher: Die Tiere sind erhöhten Stress ausgesetzt und div. Umweltfaktoren, die sich in div. Hälterungs- und Fütterungsproblemen darstellen. Dazu kommt eine häufig zu enge Haltung mit Konkurrenten und unbekannten Fischarten und Schadstoffen im Wasser beim Händler. Das schwächt den Fisch und hier schlägt die Stunde der bisher "ungefährlichen" Fischparasiten. Unter diesen Bedingungen können sie sich gut etablieren und vermehren. In der Enge des MW-Aquariums finden trotz Ozon und UV fast alle Nachkommen der Fischparasiten einen neuen Wirtsfisch - oder besser den Wirtsfisch ihrer Eltern, die dort ebenfalls noch sitzen. Die Population an Parasiten nimmt zu und der Teufelskreis beginnt. Ich unterhalte mehrere großvolumige Süßwasserbecken und ein MW-Becken. Für mich gehört es zum Standard, jeden Fisch ausnahmslos erst einmal in Quarantäne zu setzen. Ich weiß, dass das die Freude an der Neuerwerbung schmälert und die nachfolgenden Wochen sehr viel Geduld erfordern. Aber es lohnt sich ! Ich kann und will nicht ein vollbesetztes Aquarium, sei es im Süß- oder im Meerwasser mit giftigen Farbstoffen oder anderen Chemikalien vergiften und hinterher Pflanzen bzw. Korallenverluste beklagen und mir zusätzliche Probleme schaffen.

Beim seriösen Großhandel werden alle Fische einer Quarantäne unterzogen und mit div. Mitteln gegen Ektoparasiten behandelt. Dort sitzen die Fische teilweise extrem dicht in Kreislaufsystemen und ohne diese Medikamentengabe würde kaum ein Fisch wieder lebend zum Aquarianer kommen.
Aber leider gibt es auch schwarze Schafe und es wird direkt aus der Box (Direktimport) verkauft. Und seien wir ehrlich. Wenn jemand seinen Traumfisch beim Händler sieht und der Wunsch ihn zu besitzen übermachtig geworden ist, wer läßt sich von ein bischen Scheuern an Steinen oder fraglichen Verhalten vom Kauf abhalten ? Neulich sah ich beim MW-Händler einen Clownfisch mit einem stark ausgebildeten Oodinium. Darauf angesprochen kommt die Antwort: "Das geht von alleine weg und wenn nicht, dann taugt der Fisch nichts !" Behandeln kann ich ihn in der Anlage nicht - das wäre zu teuer !" Kein Kommentar !

Ich weiß, jeder hat eine andere Meinungen und andere Erfahrungen. Ich plädiere für eine Quarantäne von 4 Wochen und gebe über 2 Wochen ein Mittel gegen Ektoparasiten und Kiemenwürmer. Ich habe mehrere Jahre in einem Süß- / MW-Großhandel als Laborleiter gearbeitet und täglich Fische mikroskopisch untersucht. Es gehört im Großhandel zur Routine, alle ankommenden Fischsendungen genauestens zu untersuchen und prophylaktisch gegen Parasiten zu behandeln. Am meisten stört mich der Satz:"Weiße Pünktchen kommen immer vor und man kann eigentlich nichts dagegen machen !"

Cryptocarion und Co. sollten in keinem gepflegten MW-Aquarium vorkommen. Es ist eine unnatürliche Umwelt, die wir den Fischen anbieten, die trotz aller Technik und Erkenntnisvorschritts immer nur eine suboptimale Haltung darstellt.

Es mag viele Monate und Jahre gut gehen, aber da wir nie alle Umweltparameter ständig im Griif behalten, bricht irgendwann der "Schwächeparasit" aus.

Das erwähnte Futter der Fa. TETRA mit Malachitgrünoxalat ist verboten wurden, da dieser Farbstoff sehr giftig ist und als krebserregend eingestuft wurde. Wer möchte, trotz der unbestrittenen Wirkung gegen Ektoparasiten, seine Fische chronisch vergiften ? Noch schlimmer ist, dass der Farbstoff im Ausland an Speisefische (z.B. Pangasius) verfüttert wurde und wird. Sogar in Forellen wurde er bereits gefunden. Es stand zwar auf der Packung, ..."darf nur an Tier verfüttert werden, die nicht der Lebensmittelgeinnung dienen"..., aber will das kontrollieren ?

Torsten Sause



Beitrag vom 24.02.2008 - 19:33 

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