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Wenn neue Fische nicht fressen wollen.....




Da es immer wieder vorkommt das neu eingesetzte Fische nicht fressen, möchten wir hier eine kleine Hilfestellung geben. Nur für den Fall der Fälle.... Das dies doch recht häufig vorkommt, zeigen uns die vielen Anfragen per eMail an uns.

Im Grunde sollte man sich vor jedem Kauf eines Fisches die Futteraufnahme zeigen lassen. Sprich - der Händler sollte einem zeigen wie der Fisch frisst. Die alleinige Aussage des Händlers: "der frisst schon... ist nur im Moment satt" darf uns nicht genügen. Jeder gesunde Fisch zeigt Interesse an Futter. Es sind bestimmt Tiere, die nicht an das Futter gehen wollen. Eine vielzahl von Kaiserfischen, einige wenige Doktorfische und sehr oft der Pinzettfisch. Hier kommt es immer wieder vor das diese genannten Tiere das Futter regelrecht verweigern und einfach nicht fressen wollen.





Es folgen nun einige Tips was man in einem solchen Fall unternehmen kann. Eine Garantie das es damit klappt können wir nicht geben! Aber es ist einen Versuch wert. Jeder der sich zum Kauf eines solchen "heiklen Tieres" entschliesst, sollte auf das Verweigern von Futter vorbereitet sein. Um hier rechtzeitig und richtig reagieren zu können, sollte sich der Aquarianer vor dem Kauf über geeignete Maßnahmen für das betreffende Tier erkundigt haben. Einige Dinge müssen eventuell im Vorfeld eingekauft werden und sollten dann zur Verfügung stehen [zu Hause sein]. Damit dem Futterverweigerer auch sofort geholfen werden kann.

In der Regel sollte man alle Frostfuttersorten, aber auch Flockenfutter durchprobieren. Manche Fische fressen einfach nicht das Futter, das sie fressen "sollen". Wir hatten mal einen Putzerfisch der war ganz verrückt auf Flockenfutter! Es gibt auch hier bei den Fischen Individualisten, die Futter bevorzugen, welches von ihrer Art eigentlich gar nicht so gerne gefressen wird. Trotzdem: dieser Fisch bevorzugt dieses Flockenfutter, also bekam er es auch. :-)

Vor allem am Anfang, da der Fisch noch neu im Aquarium ist, sollte viel mehr und öfter gefüttert werden. So hat der Neue auch die Chance an etwas Futter dran zu kommen. Denn oft wird der "Neue" vom Altbesatz ordentlich unter Druck gesetzt. Das hat auch einen zweiten positiven Nebeneffekt: Der Altbesatz bekommt signalisiert: Es ist trotz des "Neuen" immernoch genug Futter für alle da.

Unserer Meinung nach auch sehr wichtig: von Anfang an viel vitaminisiertes Futter zugeben. Wir selber nehmen zum Beispiel Multisanostol (gibt es bei Schlecker). Das Frostfutter wird gefroren und ohne Wasser in ein Litermaß gegeben, Multisanostol darüber geschüttet und so stehen gelassen. Nach etwa 20-30 Minuten dann das Futter wie gewohnt in einen feinmaschigen Futternetz unter fliesendem Wasser ausspülen. Das Futter aus dem Netz in das Litermaß zurück geben. Nun Leitungswasser auf das Futter im Litermaß geben. Jetzt mit dem Futternetz portionsweise Futter in die Strömung des Aquarium geben (ohne das Leitungswasser zu verwenden).

Zusätzlich haben wir immer Norialgen im Haus. (solche Algenblätter gibt es zum Beispiel von Dennerle) Diese sind eigentlich auch immer den ganzen Tag im Aquarium zu finden. An einer Art Zangenhalterung hängt so gut wie immer ein eingerolltes Blatt Norialgen oder anderer Algen. Im Sommer auch mal Löwenzahn oder Eisbergsalat. So kann jeder der Hunger hat (das betrifft vor allem die Algenfresser) den ganzen Tag dort hinschwimmen und fressen. Viele Fische sind dieses Verhalten vom natürlichen Biotop her gewöhnt! Den ganzen Tag zupfen und fressen....

Grundsätzlich gibt es bei uns mind. einmal die Woche lebendes Futter, in Form von Artemia und Mysis. Das würde ich nun auch jedem raten, gerade für den neuen Fisch. Die natürliche Bewegung des lebenden Futtes kann schon mal das zuschnappen des Fisches auslösen [reflex]. Hat man das geschafft hat man so gut wie gewonnen. :-) Man sollte nach und nach unter die lebenden Artemien (oder Mysis) einen immer höhren Anteil an Frostfutter mischen. Das erleichtert dem Fisch das umgewöhnen von Lebend- auf Frostfutter.

Zusätzlich kann man versuchen in einer "Nordseefiliale" frische Muscheln zu bekommen. Es gibt viele positive Berichte das neue Fische sich durch das Muschelfleisch zur Nahrungsaufnahme haben bewegen lassen. Am besten eine Hälfte der Muschel ins Becken geben. Allerdings muss man dazu anmerken das diese Art der Fütterung sicherlich - auf Dauer gesehen - recht Wasserbelastend ist. Aber gerade in der Anfangsphase ist das schon mal zu vernachlässigen.

Beim Pinzettfisch gibt es oftmals das Problem das er nicht - wie eigentlich erwünscht - an Glasrosen geht. Oftmals kann hierbei behilflich sein, das man eine Glasrose im Aquarium zerdrückt. Der somit ausgelöste "Geschmack" im Wasser hat schon mehrmals geholfen das der Chelmon auf einmal Appetit auf Glasrosen bekommen hat. Aber auch hier gibt es keine Garantie. Vor allem denken wir, das es nicht mehr zeitgemäss ist, nur wegen der Glasrosen einen Pinzettfisch einzusetzen. Gibt es doch mit der Wurdemanni Garnele andere Möglichkeiten der Plage her zu werden. Zur Plage Glasrosen befindet sich in der Rubrik Plagegeister ein weiterer interessanter Beitrag der helfen kann diese Plage anderweitig zu entfernen.

Ein in unseren Augen sehr guter Tip kam von Joachim Großkopf aus Nürnberg:
So macht man "Futtersteine":

Man kaufe in einer Drogerie Agar Agar und mache damit Futtersteine:
ca 500ml Wasser aufkochen und nach Anleitung auf der Packung AgarAgar zugeben (ist wie Puddingkochen). Das Wasser wird schon bei Raumtemperatur fest, also schnell und sorgfältig arbeiten. Das heiße Wasser von der Kochplatte nehmen und am besten auf der Spüle unter gelegentlichem Rühren abkühlen (dabei bleiben!). Wenn es nicht mehr heiß ist, Futter wie Flocken, Granulate, Artemia, gehackten Tintenfisch zugeben. Weiter rühren. Vor dem endgültigen eindicken die Masse auf vorbereitete kleine Steine geben, nach etwa 15 Minuten fest und verfütterbar.

Die Steine nicht einfrieren, sie können aber in Beutel verpackt etwa 3-5 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Länger wäre nur bei einem Zusatz von Konservierungsmitteln möglich, was aber nicht ratsam ist. Für Berufstätige ist so eine Fütterung auch bei Abwesenheit möglich. Morgens einen Futterstein in das Aquarium legen und der neue Fisch(e) kann mehrere Stunden nach Bedarf Nahrung aufnehmen. Agar Agar trübt leicht mal, also nicht zuviele Steine gleichzeitig einbringen.

Außerdem sollte man bei abgestellter Strömung noch lebende große Artemien und Mysis verfüttern.

PS: Joachim Großkopf sollte vielen von Euch bekannt sein. Unter anderem publiziert er in regelmässigen Abständen Fachartikel in diversen Meerwasser-Fachzeitschriften. Sein Hauptaugenmerk liegt in der Fischzucht. Er hält unter anderem auch spezielle Meerwasser-Vorträge. Nicht unerwähnt wollen wir das Buch von Joachim Großkopf lassen. Es heisst "Das Korallenriff im Wohnzimmer".

Der folgende Tip stammt von Mirco Shapher aus Fürth

Attrappe für Chelmon und Forcipiger zum Nutzen ihrer ökolgischen Nische:

Man nehme eine Fotodose (gibt es meist im Fotogeschäft umsonst - am besten sind die durchsichtigen, aber das ist nur meine Erfahrung) und bohre mehrere Löcher in die Seitenwand (Durchmesser zwischen 4 und 6 mm); den Deckel und Boden kann man mit kleineren Löchern versehen, um Luftblasen in der Dose zu vermeiden. Kanten mit einem Bastelmesser versäubern, gut ausspülen. Mit Steinstückchen füllen, Kies ist gut; er sollte allerdings so grob sein, dass er nicht aus den Löchern rieselt. Nun gibt man ein Stück Frostfutter (unaufgetaut!) in die Fotodose auf den Kies, verschließt die Dose und stellt sie ins Becken, am besten an oder auf einen Stein. Ein Kohlefaserstab an der Dose hilft bei der Entnahme, einfach mit einem Gummiring befestigen. Nach und nach taut das Futter auf und rutscht über den Kies an die Seitenwände ab, wo es von diesen Arten (nicht von den anderen) gut zu erreichen ist. Somit wird der Kampf um das Futter dem langsameren Fresser vorenthalten. Beim Einbringen von schon aufgetautem Futter kommt es meist dazu, dass die Strömung fast den gesamten Futterinhalt aus der Dose mitreißt. Natürlich sollte man sonstiges Futter immer auftauen und spülen.

Apropos: ich habe beide Fischarten bisher am besten mit lebenden Tubifex zum Fressen gebracht - die überleben zwar nicht lange, aber ganz hartnäckige Chelmons gehen vielleicht an lebende Tubifex aus der Fotodose. Da muss man sich aber beeilen, denn die Würmchen halten dem Salzwasser osmotisch nicht lange stand.


Wer weitere gute Futtertips hat?
Wir werden diesen Tip dann hier mit Deinem Namen veröffentlichen! :-)

Und nun wünschen wir Euch viel Freude mit Euren Tieren

© Text: Manuela Kruppas& Robert Baur-Kruppas
Bad Karlshafen, 23.12.2001

 


Dieser Artikel ist am 19.08.2007 erschienen

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