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Ein Reisebericht über einen Segelturn im Mittelmeer


Als diese Idee entstand war ich nicht dabei. Mein Schwager und zwei Freunde saßen beim Wirt und belauschten am Nebentisch einen intensiven Erfahrungsaustausch. Da ging es um Katamaran & Istrien & billig & Gaudi & wunderschön u.s.w. Nachdem sie erfahren hatten das der Wirt auch Kapitän des besagten kleinen Schiffes ist, war die Sache sehr schnell ausgehandelt und beschlossen. Mir wurde die Angelegenheit von meiner Frau !! unterbreitet.


Anfang August letzten Jahres [2003] fuhren wir los. Der Treffpunkt hieß Pula-Marina Veruda. Von meinem Heimatort aus (Telfs-Tirol ) sind es um die 700 km - also etwa 8,5 Std zu fahren. Wir fuhren die komplette Strecke auf der Autobahn. Am Samstag morgen um 08.00 Uhr kamen wir in Pula an, zwei Stunden zu früh! Das kam uns sehr gelegen, denn trotz Müdigkeit hatten wir Lust auf ein großes Frühstück. Wir steuerten zielsicher den Hafen an, setzten uns an der Promenade an zwei kleine Tische und bestellten - unter freiem Himmel und direkt am Meer - ein GROßES Frühst.... - Nein! ein Bier. :-)
Beim Kellner erkundigten wir uns nach "unserem" Schiff, denn unser Käptn sagte man kennt es hier, da er neun Monate im Jahr dort „liege“ Schiff-technisch gesehen! Der gute Mann sagte „nein!?“ kennt er nicht.

Wir erfuhren das es in Pula drei Häfen gibt und der unsere ganz am anderen Ende der Stadt liegt. Man glaubt gar nicht wie groß Pula ist. Es gibt dort sehr schöne Hotelanlagen direkt am Wasser, daher ist diese Gegend auch sicher für Nichtsegler geeignet. Eine sehr schöne und alte Stadt, immer einen Ausflug wert. Unser Käptn erwartete uns schon am Schranken, denn ohne Befugnis gibt es hier kein reinkommen! Das ist gut für´s Auto, denn das war auf dem Gelände gut aufgehoben. Nachdem wir einkaufen waren, Getränke aller Art und einige wenige Lebensmittel (wir hatten von zu Hause Speck-Käsewürste aus eigener Herstellung schon im Gepäck) ging die Fahrt los!

Als wir alles umgladen hatten kam schon der erste „Manöver-schluck“ hochprozentig manoman! 10.30 Uhr: ein gr. Bier und zwei Metaxa - na dass wird lustig! Wir hatten mit unserm Käptn folgende Preis-Leistung ausgemacht: Samstag bis Samstag, bei eigener Anreise 220.- Euro inkl. Frühstück, pro Mann.


Unser erstes Ziel war Rovinj, vom Wasser aus ein wunderschöner Anblick, da fuhren wir nur vorbei weil man uns in der nächsten Stadt schon erwartete. Die Stadt Rovinj, wunderschön auf den Felsen gebaut. Auf der Kirche in der Mitte steht eine große Statue ,die sich den Einheimischen nach, immer in die Richtung dreht ,aus der die Unwetter drohen!!?


Porec - da trafen wir am Abend Leute aus unserer Heimatgemeinde. Dieser Abend war etwas anstengend, aber so viel gelacht und geso... hatte ich schon lang nicht mehr. Das Wetter meinte es mit sehr viel Sonne und herrlichem Weitblick gut mit uns. Der Wind ließ uns leider im Stich und so tuckerten wir am nächsten Morgen „hinaus auf´s Meer“ wie unser Käptn zu singen pflegte. Die Strecke des Vortages zurück, allerdings weit draussen im offenen Wasser. Dort hatten wir dann auch ein riesiges Glück, denn wir bekamen Delphine zu sehen! Drei Stück! Und unser Käptn war selbst überrascht, das sah man ihm an. Ein tolles Erlebnis, auch wenn sie uns nicht allzu nahe kamen.

Wir legten am Abend in einer kleinen wilden Bucht an und ging das erste Mal seit Antritt dieser Reise ins Wasser. Natürlich mit Taucherbrille und Flossen. Als leidenschaftlicher Schnorchler habe ich neuerdings auch eine Digicam mit Unterwassergehäuse. Das war ihr und mein erster Einsatz. Ich bin nur noch vom Hunger getrieben aus dem Wasser zu kriegen, denn diese Welt ist meine! Mit so einem netten kleinen Boot kann man in jede kleine Bucht und was gibt es schöneres? Man sitzt am Abend an Deck, einer kocht was leckeres, man isst und trinkt ein Bierchen, unterhält sich über den Tag und anderes... die Abendsonne im Gesicht - Ohh JA!

Von hier aus ging es nach Cres und Losinj, etwas flache aber auch sehr interresante Inseln, die durch eine kleine Dreh-Brücke verbunden sind. Zwei Mal täglich kann man mit dem Schiff zwischen den Inseln durchfahren.


Als wir in Mali-Losinj, der größten - nein - einzigen Stadt der Insel anlegten, war ich angenem berührt. Hier verlebte ich vor 18 Jahren meinen allerersten Urlaub, mit Zelt und so...

Am Abend gab es hier auf dem Hauptplatz, der am Nachmittag gähnend leer war, ein Livekonzert und wuselnde Menschenmassen. Geile Stimmung und Unterhaltung vom Schiff aus, da wir direkt an diesem Hauptplatz angelegt hatten. Wir haben uns sehr gut mit den Einheimischen und Touristen verstanden. Das Fest ging bis in die Morgenstunden und wir haben das Ablegen verschlafen. Unser Käptn ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, denn wir hatten bei Antritt dieser Reise kleine Aufgaben an Bord von ihm zugewiesen bekommen, wie Anker einholen, Leinen los, Müll entsorgen (selbstverständlich ordnungsgemäß) Segel setzen u.s.w und dazu waren wir an diesem Tag sowieso nicht fähig.

Man kann überall die Bemühung und Verantwortung der Einheimischen erleben ihr Land und Wasser in Ordnung zu halten ABER: der Tourismus macht es ihnen schwer. In einigen (wilden) Buchten kommt es durch hohe Frequenzen an unverantwortlichen Sonntags-Kapitänen zu richtigen Müllhalden unter Wasser!! Die meiste Schuld gebe ich dem Italienischen Massen-Ausflügen. (selbst gesehen)


Ich möchte hier noch kurz erwähnen, dass es nicht ratsam ist so eine Reise zu machen, wenn die Italiener Ferien haben. Denn da kann man sich sehr aufregen, aufgrund deren Umwelteinstellung und das wollen wir ja nicht oder?
Wir sind dann zwei Tage an mehreren kleinen Inselchen gelandet und kamen fast bis nach Zadar, und das macht es für mich unvergesslich. Wenn man es anders mag braucht man es mit seinem jeweiligen Käptn nur zu vereinbaren. Insgesamt hat mich alles in allem an die 400.-Euro gekostet. Diese Reise war sehr entspannend und erholsam.


Ich kann nur jedem empfehlen ebenfalls eine solche Reise mit Freunden zu machen. Wenn man zusammenpasst, wird einem das immer in schönster Erinnerung bleiben.


Schöne feuchte Meeresgrüße aus Tirol

m.f.g
Hans Peter Ladstätter
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Dieser Artikel ist am 05.08.2007 erschienen

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