Was bisher geschehen ist?
Am 31. August 2005 bin ich nach Indonesien aufgebrochen, um in dem Marine National Park Bunaken in Nordsulawesi ein Korallenriffschutzprogramm mit Kindern durchzuführen. Für den ersten Monat war geplant alles vorzubereiten, um die ersten Klassen Anfang Oktober einladen zu können. Eine Woche lang verbrachte ich in Jakarta, um erste Kontakte zu anderen Organisationen, die sich auch um Riffschutz kümmern, aufnehmen und einen Erfahrungsaustausch in der Zukunft gewährleisten zu können.
Besuch bei TERANGI (Terumbu Karang Indonesia)
Unter anderem besuchte ich auch die Organisation TERANGI (Terumbu Karang Indonesia), die sich bereits seit einiger Zeit mit dem Thema Umwelterziehung auf den Inseln vor Jakarta beschäftigt.
Der Fastenmonat Ramadhan und die ersten Gruppen
Anfang Oktober hatten die Kinder eine Woche Schulferien, weil der Fastenmonat Ramadhan angefangen hat. Indonesien ist das größte muslimische Land der Welt und somit ist der Ramadhan ein wichtiger Monat für die Menschen dort. Wenn das Korallenriffschutzprogramm in einem anderen Teil Indonesiens durchgeführt werden würde, so könnte es während des Fastenmonats keine Aktivitäten im Education-Center geben, weil jeden Abend das Fasten gemeinsam mit der Familie gebrochen werden muss und die Kinder somit nicht von zu Hause weg sein können.
In der ersten Woche (vom 03. Oktober bis zum 5. Oktober) wurde dann die erste Gruppe von der kleinen Insel Siladen eingeladen. Insgesamt kamen 15 Kinder aus den Klassen 4, 5 und 6 in Begleitung von einer Lehrerin und einer Mutter. Das kleinste Mädchen war 6 Jahre alt, der älteste Junge 11 Jahre.
Dennoch hatte keines der Kinder während der drei Tage Angst oder Heimweh. Ganz im Gegenteil. Alle hatten sehr viel Spass an dem Projekt und mussten beim Abschied weinen und wollten nicht wieder zurück auf ihre Insel.
Wie sahen die drei Tage aus?
Am Montag, den 03. Oktober um acht Uhr habe ich die Kinder abgeholt. Schon die Überfahrt zu der Insel Bunaken genossen die Kinder sehr, weil die meisten Kinder nur sehr selten von ihrer kleinen Insel wegkommen.Nach einer kleinen Vorstellungsrunde durften die Kinder gemeinsam einen „Willkommens-Fragebogen“ ausfüllen, anhand dessen ich mehr Informationen über die Kinder bekommen möchte, z.B. ob die Kinder schon mal etwas über Mangroven, Seegraswiesen und Korallenriffe in der Schule gelernt haben, ob sie die Funktionen der unterschiedlichen Lebensräume schon kennen, ob Korallenriffe Steine, Pflanzen oder Lebewesen sind, welchen Beruf der Vater ausübt, was sie selber einmal werden möchten und ob sie traurig wären, wenn sie keinen Fisch mehr essen könnten, etc. Mit diesem Fragebogen möchte ich herausfinden, was die Kinder schon über das Meer wissen, um dann flexibel darauf reagieren zu können. Nach dem Ausfüllen schauten wir uns dann die Schlafräume an, wo sich jedes Kind begeistert ein Bett aussuchte. Danach machten wir gemeinsam einen Rundgang um die Gegend besser kennenzulernen.
Ebenso lernten die Kinder unter welchen Bedingungen Mangroven leben können. Sie lernten die unterschiedlichen Wurzeltypen kennen.
Nachdem die Kinder viel Theoretisches gelernt hatten und erste Informationen in ihr Heftchen notiert hatten, gingen wir an den Strand um das Spiel „Build an Island“ zu spielen. Mit viel Hingabe bauten vier Gruppen die unterschiedlichsten Inseln. Anhand dieses Spieles wird den Kindern klar, was geschieht, wenn sie die Mangrovenwälder zerstören. Ihre Insel schwimmt förmlich davon.
Man sieht also, dass die Kinder doch eine gewisse Macht ausüben können. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Kinder noch lange an das Gelernte erinnern können.
Aber wie ging es weiter?
Nach dem Mittagessen machten die Kinder eine kleine Mittagspause. Nachmittags wiederholten wir kurz das am Vormittag Gelernte und machten uns mit Clipboards ausgerüstet auf den Weg zu den Mangoven und Seegraswiesen. Ich erklärte den Kindern vorher, dass sie nur etwas sehen würden, wenn sie sich ruhig verhalten würden. Gemeinsam schlichen wir uns als “Forschergruppe“ dann in die Mangroven, wo wir Lebewesen, Wurzeln und Früchte skizzierten. Im Education-Center besprachen wir die Ergebnisse und klebten die Arbeitsbögen ins Heftchen.Dann war es auch schon wieder Abendessenzeit. Nach dem Abendessen schauten die Kinder dann noch einen Dokumentarfilm über Korallenriffe in Indonesien.
„Wir schützen Schildkröten!“ Am nächsten Morgen um 6 Uhr standen die Kinder dann schon wieder vor der Tür des Education-Centers, wo sie den Vormittag mehr über Korallenriffe lernten. Was sind Korallen. Wie pflanzen sie sich fort? Was ist der Unterschied zwischen Hart- und Weichkorallen? Wer lebt in den Korallenriffen? Warum sind Korallenriffe so wichtig?
Wieder durften die Kinder während dieser theoretischen Einheit viele Fotokopien in ihr Heftchen einkleben und ausmalen.
Wunderwelt Korallenriffe
Vor dem Mittagessen fuhr ich dann mit den älteren Kindern zu einem geeigneten Schnorchelplatz, um ihnen die wunderschöne Unterwasserwelt zu zeigen. Keiner von ihnen war je zuvor schnorcheln gewesen und so musste zuerst eine gewisse Grundangst überwunden werden, bevor die Kinder dann das Korallenriff in seiner vollen Schönheit bewundern konnten.Die Kinder waren begeistert!
Insgesamt kamen im Monat Oktober vier Gruppen von den Inseln Manado Tua, Siladen und Mantehage für drei Tage in das Education-Center. Das Programm sah für alle Gruppen sehr ähnlich aus. Bisher läuft alles erstaunlich gut. Es bleibt zu hoffen, dass es weiterhin so gut vorwärts geht.
Sarah Noack :)
Bitte beachten Sie die Fotos in der Galerie!
26. Oktober 2005 ® Sarah Noack
29.07.2007