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Korallenfische füttern Teil 3

In Teil 3 geht es um Algen, Pflanzliche Ersatznahrung wie Banane, Haferflocken etc. gefolgt von anderen Futtermitteln.

Korallenfische füttern Teil 3

5.Getrocknete/Geröstete Algen/Algenbeimischungen

Gute unbelastete Qualität ist eines der besten Ersatzfutter die wir haben. Ganz wichtig ist das Einweichen in Süßwasser, nicht im Salzwasser! Es genügt die Algen wenige Minuten einzuweichen und dann mit den Fingern zu zerreiben. Immer nur frisch verfüttern. Das Wasser kann bei der Fütterung verwendet werden. Vorsicht, nicht zu viel füttern. Die Algen enthalten viel Jod, das sollte bei der Dosierung von Ersatzlösungen beachtet werden. Wenig gut ist es, die getrockneten Algen mit Clips im Aquarium zu fixieren.

Nori Algen

In verschiedenem Industriefutter sind mittlerweile Beimischungen wie Spirulina und Kelp enthalten. Spirulina ist eine Cyanophyte, die mittlerweile eine weite Verbreitung gefunden. Sie enthält ungesättigte Fettsäuren. Man kann feines Spirulina-Pulver auch zur Aufzucht von Artemia-Nauplien verwenden.

 

Spirulina wird mehr in Flockenfutter (bis ca. 20%) eingesetzt. Kelp wird vor allem für Granulat verwendet. Spirulina kann man recht gut in der Agar-Agar-Mischung für die Futtersteine verwenden. Im Naturkosthandel gibt es eine ganze Reihe verschiedener getrockneter Algen, leider haben meine Fische davon eigentlich nur die Nori-Algen gerne gefressen. Wenn man derartige Trockenalgen ausprobiert sollte man speziell den Jodgehalt beachten, wird zusätzlich noch Jod für die Korallen dosiert, kann es zu Überdosierungen kommen.

 

6.Pflanzliche Ersatzfutter wie Banane, Haferflocken, Löwenzahn etc.

Ich persönlich halte von diesen Ersatzfuttermittel eigentlich nicht sehr viel. Banane soll gegen Lochkrankheit helfen (garantiert nicht), Haferflocken sind stark verschmutzt und enthalten viel Phosphate, die bessere Alternativen zu Löwenzahn ist der maßvolle Einsatz von getrockneten Algen. Wer unbedingt Salate, Banane, Löwenzahn oder Haferflocken verwenden möchte, sollte ausschließlich Bio-Qualität verwenden.

 

Die Verwendung herkömmlicher Ware ist sehr riskant. Die Anschnitte der Bananen werden vor dem Transport gegen Fäulnis behandelt (Schälen hilft da gar nichts). Salate können viel Nitrat enthalten. Haferflocken quellen zudem stark! Löwenzahn irgendwo in der Natur gesammelt, kann mit allem möglichen verunreinigt sein, schließlich leben wir in einer Kulturlandschaft. Kritisch ist bei Bananen z.B. der hohe und eher verdauliche Kohlenhydratgehalt  im Vergleich zu Algen (ca. 10:1). Fische benötigen als wechselwarme Tiere nur einen viel geringeren Anteil Kohlenhydraten als etwa Säugetiere. Vermutlich ist die Verfütterung stark Kohlenhydrathaltiger Nahrung für den Blutkreislauf der Fische problematisch und es ist durchaus denkbar, dass die Bauchspeicheldrüse über Gebühr belastet wird. Diabetes bei Fischen kann durchaus vorkommen. Bei Haferflocken ist das Verhältniss zu Algen sogar etwa 30:1, bei Salaten etwa mit den Algen vergleichbar.

 
7.Ersatzfutter wie gekochter Schinken, Rinderherz

Eine Verwendung von Fleisch macht keinen Sinn, höchstens Robbenfleisch für Große Weiße Haie (Carcharodon carcharias) und Geflügel für Tigerhaie (Galeocerdo cuvier). Besonders das öfters angepriesene Rinderherz kann von den meisten Fischen nur sehr unvollständig verdaut  werden. Die wenigsten Arten verfügen über ein Verdauungssytem, dass mit Fleisch von Säugern oder Vögeln fertig wird.


8.Futtersteine - „Futtermix“

Die Herstellung eigener Futtermixe garantiert zumindest ausgewählte Inhaltsstoffe.
Garnelen, Tintenfisch, Fischfleisch, etwas Kalkpulver, Spirulina, Fischöl (Kapseln), wenig (!) Vitamine und zum Binden Sojabohnen-Pulver, Weizenkleie oder Agar Agar.

Bei Mischungen ist es aber immer schwierig zu erkennen ob die Fische nur ganz bestimmte Anteile herauspicken. Sauberstes und zügiges Arbeiten ist sehr wichtig um Verunreinigungen mit Bakterien zu minimieren! Gleiches gilt für die Herstellung von Futtersteinen, hier allerdings können sich die Fische schwerer einzelne Bestandteile herauspicken und Chelmon fressen so sogar Granulatfutter. Der Vorteil ist, dass Aufwuchs fressende Fische so entsprechend ihrem natürlichen Rhythmus immer wieder kleinere Mengen fressen können. Manche Fische, wie z.B. Drückerfische schlagen sich eventuell den Bauch zu arg voll. Einige Arten können fast nur so eingewöhnt werden (Korallenfresser und andere anspruchsvolle Aufwuchsfresser). Planktonfresser profitieren von dem, was von den anderen Fischen aufgewirbelt wird. Den Fischen steht so in der Eingewöhnungszeit auch Futter zur Verfügung, wenn man nicht zuhause ist. Durch das Agar Agar (nicht verdaulich) sind die Nahrungsbestandteile recht gut in dem Gelee eingebunden.

NWA Fishfood Standard: 25% Artemia, 15 % Mysis klein, 30 % Mysis mittel, 30 % Pazifik Krill + Vitamine usw. grobe Partikel sind vorgewaschen



Herstellung:

- Futtersteine bereit legen
- ½ Liter Wasser aufkochen
- Entsprechend Anleitung Agar- Agar anrühren und zugeben
- Wasser langsam abkühlen lassen
- Bei ca. 40-50° C die Futterbestandteile einrühren und dann gleich auf die Futtersteine verteilen

- Die Masse wird bei Raumtemperatur fest

- Im Kühlschrank etwa 4-5 Tage haltbar

- Futtersteine immer nach dem Einschalten der Beleuchtung in das Aquarium legen, am Abend wieder herausnehmen.

Ein Artikel von Joachim Großkopf

Teil 4 folgt demnächst.

mit salzigen Grüßen vom Team Korallenriff.de



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Kommentare Zum Anfang


nwicklein am 17.02.18#1
Sehr interessanter Artikel. Allerdings vermisse ich häufiger Begründungen der Postulate. Z. B. "Wenig gut ist es, die getrockneten Algen mit Clips im Aquarium zu fixieren." - Warum?
Oder habe ich die Begründung nur überlesen?

Gruß
Norbert
robertbaur am 17.02.18#2
Hallo Norbert,

ich kann in dem Fall auch nur raten, was Joachim meinte. Er ist leider, falls du es nicht wusstest, viel zu früh im Oktober 2016 verstorben. Er fehlt vielen Menschen, vor allem aber unserem Hobby.

Wichtig ist die Algen vorher in Süsswasser zu baden, das macht es dem Fisch leichter diese gut aufzunehmen.

Wo fixiert ist glaub ich Wurscht.

viele Grüße Robert


nwicklein am 17.02.18#3
Hallo Robert,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Das wusste ich tatsächlich nicht. Tut mir wirklich leid.

Gruß
Norbert

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