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Die Knötchenkrankheit – Lymphocystis

Lymphocystis, oder auf deutsch die „Knötchenkrankheit“, ist leider gar nicht so selten vorkommend in unseren Aquarien. Häufig wird sie, zumindest wenn sie sich noch im Anfangsstadium befindet (selbstverständlich nur im Meerwasser-Aquarium), mit Crytocarion irritans verwechselt. .... weiter lesen?

Die Knötchenkrankheit – Lymphocystis

Behandlungsmethoden und Informationen zur Erkrankung

 

Lymphocystis, oder auf Deutsch die „Knötchenkrankheit“, ist leider gar nicht so selten vorkommend in unseren Aquarien. Häufig wird sie, zumindest wenn sie sich noch im Anfangsstadium befindet (selbstverständlich nur im Meerwasser-Aquarium), mit Cryptokaryon Irritans verwechselt. Da mich immer wieder einmal Fragen hierzu erreichen dachte ich, es ist vielleicht gar keine schlechte Idee einen kurzen Artikel zu verfassen, auf den ich dann verweisen kann. So here it is ... !

 

Die Lymphocystis oder Knötchenkrankheit ist eine häufiger vorkommende Virusinfektion  und befällt, verursacht durch eine Reihe von Viren, sowohl Marine- als auch  Süßwasser-Fische. Zunächst vielleicht ein eher beruhigender Hinweis, Lymphocystis alleine ist nicht tödlich verlaufend für den befallenen Fisch, es sei den man ignoriert völlig andere Krankheiten (an denen der Fisch ebenfalls erkrankt sein kann), Sekundärinfektionen bzw. Erkrankungen, die Wasserqualität im Aquarium oder achtet nicht auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. 

 

 

Ehe Sie nun mit einer Behandlung beginnen können, möchten Sie sich ja bestimmt zunächst absichern, dass es sich auch wirklich um die Knötchenkrankheit handelt. Nun, es gibt sehr viele Fotos im Internet die Fische zeigen, die diese Krankheit in den unterschiedlichsten Ausprägungen aufweisen. Ich würde die sichtbaren Symptome als Klumpen oder Knoten bezeichnen, ich denke das trifft es ganz gut. Sie sind in aller Regel weiß bis Rosa und zeigen sich in Ausformungen, die an einen Blumenkohl oder auch Maulbeeren und Brotkrumen erinnern. Zu finden sind diese „Klumpen, Knoten oder Krumen" in den unterschiedlichsten Größen, oberflächlich auf der Haut des Fisches, oft auch auf den Flossen. Die allermeisten dieser „Klumpen oder Knoten“ sind kleiner 1 mm, einige sind größer 2-6 mm und nur ganz wenige noch größer.

 

Das Virus (tatsächlich ist es eine Gruppe von Viren, jedes aus dieser Gruppe kann die Erkrankung auslösen), das für diese Erkrankung verantwortlich ist, kann in Meerwasser OHNE einen Host (Fisch) bis zu 7 Tage überleben, das zeigten entsprechende Forschungen. Das Virus wird durch Haut und Gewebe Abschürfungen sowie Schnitte und Bisswunden anderer Fische übertragen. Auch das Fangen mit Netzen, sowohl beim Züchter als auch beim Händler/Importeur oder im heimischen Aquarium, bergen ein Risiko in Bezug auf das infizieren mit dem Virus. Bei mikroskopischen Untersuchungen anderer Hautzellen als die der offensichtlich befallenen Stellen des Fisches stellte sich schnell heraus, dass auch diese vom Virus befallen waren. Die Virusinfektion „überzieht“ also den GANZEN Fisch und nicht nur Teile davon. Weiter fand man heraus, dass sowohl Nachzuchten, als auch Wildfänge, in einigen Fällen latent von diesem Virus befallen sind. Erschwerend hinzu kommt eine lange Inkubationszeit (mehrere Monate). Wegen der langen Inkubationszeit und der Tatsache das nicht alle infizierten Fische den Virusbefall sofort zeigen, mag der eine oder andere denken, die Krankheit sei nicht ansteckend. Das ist falsch, sie IST ansteckend.

 

 

Wir wissen nun das Virus verbreitet sich über Abschürfungen, Schnitte und Bisswunden auf den GANZEN Fisch. Es benötigt aber zunächst einen „Zugang“ zur Fischhaut jenseits der Schleimschicht. Da es in einem Aquarium immer wieder dazu kommt das sich ein Fisch an scharfen Kanten von Korallen schneidet oder von anderen Fischen oder Mitbewohnern gebissen wird, findet das Virus ideale Übertragungswege, die sich auch kaum verhindern oder umgehen lassen. Nur anhand von Beobachtungen ist es sehr schwer zu ermitteln, ob ein Fisch vom Virus befallen ist oder nicht, erst die bekannten sichtbaren Zeichen geben Klarheit über einen Befall mit Lymphocystis.

 

Infizierte Fische müssen nicht zwangsläufig auch äußere Anzeichen zeigen, sie können durchaus schon Monate mit dem Virus infiziert sein OHNE das geringste äußere Anzeichen. Zum „Ausbruch“ kommt die Infektion oft erst, nachdem ein Fisch z.B. gefangen, behandelt oder über längere Strecken transportiert und somit starkem Stress ausgesetzt wurde. Auch falsche Pflege im Aquarium, falsche oder mangelhafte Ernährung oder eine ungenügende Einrichtung des Aquariums oder dessen technische Ausstattung (oder eine Kombination aus vorgenannten) kann „Auslöser“ der Virusinfektion sein. 

 

Habe ich einen infizierten Fisch im Aquarium, heißt das nicht zwangsläufig das Er auch gesunde und in Top-Kondition befindliche andere Mitbewohner ansteckt. Es KANN zu einer Infektion kommen, muss aber nicht! Also nicht in „Hektik“ geraten, wenn man eine Erkrankung im Aquarium erkennt, die Wahrscheinlichkeit das sich andere Fische infizieren ist relativ gering. Auch wenn ein gesunder und bisher unbelasteter Fisch sich infizieren sollte, heißt das noch nicht, das es auch zum „sichtbaren“ Ausbruch kommt. In Sachen „Ansteckungsgefahr“ hat dieser Virus eine gewisse Ähnlichkeit mit einem menschlichen Erkältungsvirus, auch viele Menschen tragen den Virus in sich, es kommt aber nie zum Ausbruch der Erkrankung (Oder, nicht jeder der mit einem „erkälteten“ in Berührung kommt steckt sich auch an). Auf der anderen Seite, wie auch schon zuvor beschrieben, entdecke ich die Erkrankung z.B. auf den Flossen eines meiner Fische, heißt das nicht das sich NUR dort das Virus findet.

 

Diese Gruppe von Viren ist irgendwie ungewöhnlich, sie sind quasi „selbstlimitierend“. Verbessern sich die Bedingungen für den betroffenen Fisch, verringert sich die Anzahl der Viren, es kommt zu einem deutlichen Rückgang. Das muss nicht heißen der Fisch ist nun geheilt, da er unter Umständen keine äußeren Anzeichen mehr zeigt. Es ist wie beim Menschen mit der Erkältung, die äußeren Anzeichen sind verschwunden, er kann aber immer noch andere anstecken. Es liegt an uns, dafür zu sorgen, dass die Bedingungen für unsere Fische optimal sind. Sorgen wir für eine Top-Wasserqualität in unseren Aquarien, eine gesunde und ausgewogene Ernährung für seine Bewohner sowie eine möglichst stressfreie Umgebung und es muss nicht zwingend zu sichtbaren Anzeichen der Erkrankung kommen.

 

Was ist zu tun wenn ein Fisch ernsthaft erkrankt ist? Nun, zunächst möglichst alle (oder soviele als möglich) Stressfaktoren eliminieren bzw. verringern und das bedeutet:

 

Den Fisch in Quarantäne setzen wenn:

 

  • Eine sehr große Anzahl von „Knötchen“ erkennbar sind

  • Er sichtbar von anderen Fischen angegriffen und dadurch gestresst wird

  • Knötchen den Fisch am fressen hindern

  • Der Fisch Anzeichen von Sekundärerkrankungen zeigt

 

Die Wasserqualität prüfen und gegebenenfalls optimieren:

 

  • Detrius aus dem System entfernen

  • Filter erneuern oder reinigen

  • etc.

 

Auf die "richtige" Ernährung achten:

 

  • Bekommt der Fisch ausreichend Futter ?

  • Sind die Zeitintervalle der Fütterung ausreichend ?

  • Verabreichen Sie Vitaminreiches Futter, insbesondere mit Vitamin C

  • Futterzusätze wie Lipovit, Knoblauch u. a. helfen hier ebenfalls

 

 

Denken Sie daran, der Fisch zeigt die Symptome, weil er entweder stark gestresst wurde (Transport, Attacken anderer Fische usw.), oder die Bedingungen im Aquarium nicht ausreichend gut sind/waren, oder aber die Ernährung mangelhaft ist/war. All das KÖNNEN wir selbst ändern, ehe wir mit Medikamenten behandeln. Beachten Sie bitte ALLE oben genannten Maßnahmen und suchen sich nicht nur die heraus die sie „bequem“ umsetzen können, wie gesagt, beachten Sie bitte ALLE im Interesse Ihres Fisches. Tun Sie dies, wird Ihr Fisch schon nach wenigen Wochen keinerlei Anzeichen der Knötchenkrankheit mehr zeigen.

 

Wenn es notwendig war, den Fisch zu isolieren, also in ein Quarantäne-Aquarium zu setzen, dann sollten Sie ihn mit einem Antibiotikum behandeln. Das Antibiotikum soll den Fisch nicht von seiner Lymphocystis heilen, das kann ein Antibiotikum gar nicht (es wirkt antibakteriell, nicht gegen Viren), es soll ihn aber vor möglichen Folgeinfektionen insbesondere bakterieller Erreger schützen und verhindern das diese überhaupt im Quarantäne-Aquarium Fuß fassen können. Ich empfehle den Einsatz von „­Maracyn Two“ (in den USA erhältlich), folgen Sie einfach den Anweisungen auf dem Beipackzettel. In Deutschland kennen wir das Medikament als Minocycline aus der Humanmedizin, es gehört zu den Tetracyclinen (verschreibungspflichtig) und zeigt eine bakteriostatische Wirksamkeit auf grammpositive, grammnegative und zellwandlose Keime. Unabhängig von der antibakteriellen Wirkung von Minocyclin wurden seit dem Jahre 2000 auch Schutzeffekte für Nervenzellen und Nieren nachgewiesen. Antibiotika bitte NIEMALS im eigentlichen Aquarium einsetzen, es würde die gesamte Beckenbiologie ZERSTÖREN, da ALLE Bakterien abgetötet werden. Also noch einmal eindringlich darauf hingewiesen, wirklich NIEMALS im AQUARIUM anwenden, wenn überhaupt dann nur im Quarantäne-Aquarium.

 

Wie kann ich nun dafür sorgen (davon ausgegangen Sie haben alles zuvor Genannte beachtet), das der Fisch diese lästigen „Knötchen“ möglichst schnell los wird. Eine Möglichkeit wäre der „Einsatz“ von Putzerlippfischen (­Elacatinus oceanops) oder auch Putzergarnelen. Das manuelle Entfernen im Aquarium ist wenig sinnvoll und auch nicht ohne Schaden für den Fisch möglich. Die Viren verbleiben in großer Zahl im Aquarium und das sollte nicht unser Ziel sein. Medikamente ins Aquarium einbringen? Nun, Sie haben den Absatz zuvor gelesen, davon ist aus den dort genannten Gründen ebenfalls dringend ABZURATEN. Befindet sich der Fisch im Quarantäne-Aquarium, kann man ihn alle zwei Tage heraus fangen und die betroffenen Stellen mit einem Q-Tipp und einem Desinfektionsmittel abtupfen. Es hilft zwar, notwendig ist diese Maßnahme allerdings nicht wirklich. Auch eine antivirale Salbe (Zinksalbe ist z.B. so eine Salbe) kann helfen, auch hier muss der Fisch heraus gefangen werden und vorsichtig die betroffenen Stellen mittels Q-Tipp mit Salbe bestrichen werden. Hilft, ist aber ebenfalls nicht notwendig. Beide zuvor genannten Möglichkeiten stressen das Tier lediglich und sind somit als kontraproduktiv zu bewerten, werden aber verbreitet leider immer wieder angewendet. Selbst wenn die "Knubbel, Knötchen oder Krumen" nach einer Behandlung mit einer stark fetthaltigen, antiviralen Salbe abfallen, was hilft das? NICHTS, der Fisch trägt das Virus am GANZEN KÖRPER, er ist deshalb noch lange nicht vom Virus befreit.

 

Nicht ganz einfach solch ein Problem in einem Aquarium in den „Griff“ zu bekommen bzw. unter Kontrolle zu halten, eine „Putzer-Crew“ bestehend aus Lippfischen und Garnellen kann hier helfen. Am einfachsten allerdings ist es, sie machen es wie mit IHRER Erkältung. Die schon zuvor genannte Maßnahmen anwenden und dann einfach „aus sitzen“.

 

Heinz Mahler im Januar 2012

 



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Kommentare Zum Anfang


BerndK. am 15.02.12#1
Antibiotika haben als Vorbeugungsmittel auch im Quarantänebecken nichts zu suchen!!!
Die Problematik der Förderung multiresistenter Keime mit ihren schlimmen Auswirkungen auf Menschen dürfte hinreichend bekannt sein. Nicht für umsonst sind Antibiotika verschreibungspflichtig.
wiki911 am 15.02.12#2
Fischkrankheiten kann man gut vorbeugen in dem man Ozon oder UV verwendet um somit den Keim auf ein minimum zu reduzieren.Generell ist(wie bei allem) die Dosierung entscheident.


Gruß
Wiki
Zauberapfel am 15.02.12#3
Moinsen,

Mit Antibiotika werde ich bei Viren Null Erfolg haben, da sie nur gegen Bakterien wirksam sind.

Ozon verbessert das Redoxpotential des Wassers, es ist allerdings nicht in der Lage, in den Mengen, wie es im Aquarium dosiert wird, Keime oder Bakterien abzutöten. Dazu stand 2010 oder 2011 mal ein sehr interessanter Artikel im Meerwasseraquarianer. Unbestritten ist, dass es die Wasserqualität verbessert. Die Dosierung die zum Abtöten von Keimen usw. ausreichend wäre, tötet auch Fische ab, weil dadurch die Kiemen verbrennen und die Fische quasi ersticken.

Einzig eine wirklich dauerhaft und ausreichend aleistungsstarke UV Lampe kann helfen. Auch dazu gibt es Herstelkerunabhängige Teste und Berichte, die die Hersteller aber freuen dürften. Denn was wirklich effektiv ist, haben wohl die wenigsten tatsächlich im Becken.
AndiV am 17.02.12#4
Hallo Bernd,

ich denke, dass Du doch ein wenig am Thema vorbei geschrieben hast.
Multiresistente Keime entstehen durch die mehrfache und wiederholte Anwendung eines Medikaments im gleichen Körper, egal ob Mensch oder Tier.
Wieviele Fische gelangen in ihrem Leben denn zum wiederholten Male in ein Quaratänebecken?
Deshalb kann da doch nicht von Multiresistenz gesprochen werden!

Andreas


Liebe Grüße

Andreas
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20elias03 am 17.02.12#5
Hallo,
nach dem Lesen vorheriger 4 Kommentare erlaube ich mir auch noch meinen Senf hinzuzugeben.
Von allen Ratschlägen ist wohl die leistungsstarke UV-Lampe wohl die beste Lösung.Ozon scheidet aus .Die antimikrobielle Dosierung ist für Fisch und Keim tödlich.
Multiresistenzbildungen im aquaristischen Rahmen sind unrealistisch.Aber,Antibiosen schaden der Darmflora des Fisches enorm, was ihn dann wieder anfälliger für Folgeinfektionen macht.Auch wurde bereits darauf hingewiesen, daß Viralinfektionen nicht darauf ansprechen.
Preis Coly und P.V-Power scheinen gute Helfer zu sein.Eine Anreicherung des Futters stärkt die Immunität der Tiere.Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht.
Michael Weis
wiki911 am 18.02.12#6
@20elias03

Deine Erfahrungen scheinen radialer oder auch isolater sowie vakuumilater Natur zu sein.Was muss ein Mensch gelitten haben um soviel Nonsens von sich zu geben.Ich kenne Aquarien da ernähren sich Doktoren nur von dem was sie im Aquarium finden,haben einen dicken Bauch ,und sehen kerngesunde aus.

Das Redoxpotential ist für eine gute Nitrifikation entscheiden,welches die Keimbelastung auf natürlichem Wege nicht nur reduziert,sondern so gut wie ausschließt.

P.S : Brauchst jetzt nicht im Duden nachblättern,meine Worte sind Abhandlungen anderer Wortgefechte und stehen somit im Neusprech meines Diktats.

Gruß
Wiki







BerndK. am 18.02.12#7
Hallo,

wer meint, dass bei seinem Umgang mit Antibiotika im Aquarium keine Gefahr bezüglich der Bildung und Ausbreitung multiresitenter Keime besteht, sollte sich einmal näher mit dieser Problematik befassen. Für eine breitere Diskussion ist hier kein Raum. Aber schon allein die Entsorgung über das Abwasser ist problematisch.
Viele Menschen, die selbst nie Antibiotika eingenommen haben, damit aber regelmäßig umgehen, sind heute MRSA-Träger; besonders Tierärzte, Landwirte in der Massentierzucht und auch schon Fischzüchter in kommerziellen Lachsfarmen. Da muss man mit seinem Hobby nicht auch noch zum weitverbreiteten Missbrauch beitragen!
Zauberapfel am 18.02.12#8
Hört hört,

der nette Wiki911 haut mal wieder voll in die Tasten...

Und dann beleidigt sein, wie sich andere dir Gegenüber ausdrücken. Habe das Gefühl, daß du derjenige bist, der sich regelmäßig im Ton vergreift.

Ich kann der Aussage mit UV nur zustimmen und auch dem, was über Ozon geschrieben wurde. Denke nicht, daß das Nonsens ist. Aber du hast in deinem Projekt sicher andere Erfahrungen gemacht.

Übrigens wirst du im Meer keine rundgefressenen Doktoren finden... Die sollte auch im Aq nicht so aussehen. Die meisten Tiere, die wir halten, sterben an Überfettung.

Gruß
S.
Heinz Mahler am 18.02.12#9
Zunächst wollte ich mich ja nicht zu den bisherigen Kommentaren äußern, tue es nun aber doch da man den einen oder anderen Kommentar einfach nicht unkommentiert stehen lassen kann (wird leider etwas länger).

@BerndK.

Zunächst muss ich sagen, dass ich Ihre Befürchtungen in Sachen Keimbelastung und multiresistenter Keime durchaus nachvollziehen kann. Nun aber die Einschränkung. WER sagt Ihnen, dass ich das „Quarantänewasser“ nach Gebrauch, UNGEFILTERT oder UNBEHANDELT einfach in der Toilette entsorge? Das wäre unverantwortlich, JEDEM denkenden Menschen sollte das klar sein. Es gibt verschiedene Möglichkeiten das „Brauchwasser“ aufzubereiten, ich verwende dafür z.B. „biostream ZERO“, Pilze, Algen, Viren und pathogene Keime werden durch das hochwirksame Chlordioxid wirkungsvoll bekämpft. Es entspricht der aktuellen Trinkwasserverordnung und findet Anwendung z.B. um schädliche Biofilme in Trinkwasseranlagen (Schankanlagen, Trinkwassersprudlern, Eiswürfelbereitern, etc. zu entfernen.


So viel „Hirn“, an die fachgerechte Entsorgung des Wassers aus einem Quarantäneaquarium zu denken, traue ich eigentlich jedem normal denkenden Menschen zu. Mhh, da scheine ich mich wohl getäuscht zu haben.


@all
Ich betreibe nun Meerwasser-Aquaristik fast 30 Jahre, in dieser Zeit habe ich nur wenige Male tatsächlich erkrankte Fische behandeln müssen, in den meisten Fällen allerdings erfolgreich. Zumeist nutze ich das Quarantäne-Aquarium zu Eingewöhnung neuer Tiere. Das „Brauchwasser“ anschließend einfach „weggekippt“ habe ich aber nie und so viel „Hirn“ dies nicht zu tun traue ich wie schon gesagt jedem zu.


Zu denen, die UV-C bzw. Ozon anwenden wollen, um Krankheiten auszuschließen. Keine Frage, beides ist sehr hilfreich, richtig angewendet, eine Erkrankung in jedem Fall verhindern, tut es allerdings nicht. Ich spreche aus Erfahrung, da ich BEIDES STÄNDIG als Profilaxe und zur Keimabsenkung in meinen Aquarien nutze.

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robertbaur am 19.02.12#10
Hi zusammen

schön dass hierzu doch weitesgehend vernünftig diskutiert wird. :-)

Zunächst möchte ich bei Heinz für die Arbeit und Mühe zu dem Artikel ganz herzlich bedanken. Es gibt nicht viele Aquarianer die Ihr Wissen an dritte weitergeben, sich also hinsetzen, etwas verfassund und damit ja ein Stück weit Gefahr laufen kritisiert zu werden. Aber gerade der Rückschluss aus vielen Meinungen und Erfahrungen, gibt oft das berühmte Salz in der Suppe. Und darum sollt es zu guter letzt geht. Dass wir weiter kommen.

Gerade das Thema Antibiotika beschäftigt ja doch viele Fachzeitungen über Jahre schon, aber auch uns immer wieder.

Ich persönlich halte die Anwendung in einem Quarantäneaquarium für durchaus ok, man muss halt die Beseitigung des Wassers richtig angehen. Hierzu gibt es auch hier hinterlegte Artikel wie man sowas neutralisieren kann. Wenn ich aber daran denke was die Tiere die wir meist ja essen schon an Antibiotika enthalten, ich weiß nicht ob ein Quarantäneaquarium da so viel Einfluss hat. Dennoch gehört die richtige Entsorgung mit dazu.

Allerdings würde ich nicht unbedingt gleich zu Antibiotika in Verbindung dieser Knötchenkrankheit greifen. Diese heilt meist bei guten Umweltbedingungen von alleine. Dennoch empfinde ich die Erwähnung nach alternativen Heilmethoden schon als wichtig und auch richtig. Natürlich auch die daraus resultierende Diskussion dazu.

lieben Gruß
Robert

PS: hier eine kleine Anleitung zur Entsorgung:

Um Antibiotika unschädlich zu machen gibt man auf 20 Liter Wasser (das Wasser das weggeschüttet werden soll – auf keinen Fall ins Aquarium geben!) 50 ml eines Haushaltsbleichmittels. Das Wasser muss dann gründlich durchmischt werden, und sollte dann noch einige Stunden stehen bevor es dann in den Abfluss gekippt wird.

BerndK. am 19.02.12#11
Hallo nochmals,

mit meiner Kritik am Antibiotikaeinsatz möchte ich den hervorragenden Artikel von Heinz Mahler keinesfalls abwerten.
Die Antibiotikaproblematik reduziert sich aber nicht nur auf die Beseitigung des Abwassers (wobei ich mir hier auch nicht sicher bin, dass wirklich jeder sorgsam arbeitet). Wie ich schon angeführt habe, sind inzwischen viele Leute die häufigen Umgang mit Antibiotika haben latente MRSA-Träger, obwohl sie die Medikamente natürlich selbst nie eingenommen haben. Ursache ist nach neuesten Erkenntnissen eine stark erhöhte Mutationsrate der Bakterien bei bloßer Anwesenheit von Antibiotika. Stärkere Mutationsraten bedeutet auch eine größere Wahrscheinlichkeit der Entstehung resistenter Stämme mit breiten Übertragungsmöglichkeiten.

Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit der Bildung im Quarantänebecken und die Übertragung auf den Mensch eher gering, aber keinesfalls völlig ausgeschlossen.
Da dieses Problem mit der Nichtbehandelbarkeit einfachster Infektionen dynamisch anwächst - in Deutschland sterben inzwischen jährlich einige tausend Menschen daran - gilt es in allen Lebensbereichen den leichtsinnigen Umgang zu stoppen, auch in der Aquaristik! Hier kann man ohne großen Schaden - bei oft auch zweifelhaftem Nutzen - darauf verzichten, in der Humanmedizin aber nicht.
Leider ist die drohende Allgemeingefahr, auch wenn die Medien inzwischen häufiger berichten, im breiten Bewußtsein noch nicht verankert. Daher auch aus Unkenntnis die vielen verharmlosenden Kommentare.
Und dass es andere noch weit problematischer treiben, dürfte kein akzeptables Gegenargument sein.

Gruß

Bernd

Ps. Ich bin alles andere als ein ängstlicher Ökofreak, habe hier aber ein entsprechendes Hintergrundwissen.
BerndK. am 19.02.12#12
Und noch eine Erklärung für die, die sich fragen wie so etwas funktionieren soll:

Es geht nicht um die Erreger bei den behandelten Fischen, sondern um den "Zoologischen Garten" der millionenfachen Keime auf Eurer Haut. Die bringt Ihr in die lauwarme Antibiotikabrühe mit der Hand ins Becken ein, wo sie sich in kurzer Zeit explosionsartig vermehren und eben auch mutieren können. Beim späteren Hineinfassen erfolgt dann die Rückübertragung, besonders bei leichten Mikrohautwunden oder Berührung der Schleimhäute.
Zauberapfel am 19.02.12#13
Moinsen,

ich denke, soweit möglich, ist vorbeugen die beste Medizin. Und meiner Meinung nach, ist der richtige Besatz und vor dem einsetzen neuer Fische eine Quarantäne, die beste propylaxe. Ebenso, wie eine Abwechslungsreiche und auf die Bewohner angepasste Ernährung.

Sollte dann doch mal eine Krankheit auftreten, ist eine Quarantäne Behandlung vielleicht auch mit einem Antibiotika hilfreich. Aber das sollte immer das letzte Mittel der Wahl sein. In der Humanmedizin wird leider viel zu häufig direkt auf Antibiotika zurückgegriffen, ohne das feststeht, daß es sich wirklich um einen bakteriellen Infekt handelt.

Aber wir sollten auch alle froh sein, daß es Antibiotika gibt. Viele Menschen sterben sicherlich an resistenzen einiger Bakterien, oder durch falsche Verschreibung eben dieser Mittel. Trotzdem sehe ich es als gutes Mittel an, ich möchte nicht wissen, wieviele Menschen heute noch diversen Krankheiten, oder an Infektionen sterben würden, wenn wir in der Medizin keine Antibiotika hätte. Ich denke die Zahl wäre deutlich höher, als die, die wir durch Resistenzen feststellen.

Gruß
Sebastian
Heinz Mahler am 19.02.12#14
Mein LIEBER Bernd, schlimm wenn man unbedingt recht haben WILL ! Ich, und das sollte auch JEDER vernünftige Mensch tun ( ...und er wird es vermutlich auch (außer Bernd, der würde es wohl nicht tun), habe beim hantieren in meinem Quarantäneaquarium selbstverständlich Gummihandschuhe an. Die gibt es in extra lang, speziell für solche Zwecke, zu kaufen. Wenn Du doch noch einmal antworten solltest, denke vorher lieber noch zweimal nach, ehe Du dich äußerst.

@Zauberapfel
Dein letztes Statement trifft exakt das was ich mit diesem Artikel sagen wollte und wer RICHTIG liest wird auch genau DAS lesen. Danke
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Heinz Mahler am 19.02.12#15
PS. Das hatte ich jetzt schon fast vergessen.

Vor ein bis zwei Jahren habe ich einen Artikel zum Thema "Quarantäne von Korallenfischen" hier in Korallenriff.de eingestellt. Schon damals habe ich auf die Problematik in Sachen Keimbelastung beim Hantieren im Quarantäneaquarium hingewiesen und gewarnt. Wer noch einmal nachlesen möchte, findet den Artikel hier:

www.korallenriff.de
BerndK. am 27.02.12#16
Schade, wenn man auf sachliche Hinweise meint polemisch und persönlich abwertend reagieren zu müssen. Das spricht dann für sich selbst.

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