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Mikroben fressen Plastikdreck im Meer


Plastikabfälle in den Meeren sind eine Bedrohung für die Umwelt. Forscher der University of Sheffield und vom Centre for Environment, Fisheries and Aquaculture Science haben entdeckt, dass eine Kombination verschiedener Mikroben, die auf Plastikabfällen gedeiht, sich von anderen freilebenden Mikroben deutlich unterscheiden. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass diese Mikroben die Plastikteilchen mit ihren giftigen Inhalten aufspalten. 
 
Plastikabfälle im Meer sind ein nahezu unendliches Problem, denn es dauert tausende Jahre bis die Kunststoffe komplett abgebaut werden. "Plastik gehört zum täglichen Leben und wird von den Konsumenten als wegwerfbares Gut behandelt", so Jesse Harrison von der University of Sheffield. "Kunststoffe sind heute die am häufigsten und am schnellsten  wachsenden Abfallkomponenten der Meere." 

Nur bestimmte Mikroben besiedeln Plastik 
 
Obwohl Mikroben in den Ozeanen die zahlenmäßig häufigsten Lebewesen sind, handelt es sich um die erste DNA-basierte Studie, die sich damit beschäftigt, wie die Kleinstlebewesen mit den Plastikteilen interagieren. Untersucht hat das Forscherteam unter der Leitung von Mark Osborn etwa, wie sich solche Mikroben an Fragmenten aus Polyethylen - einer Substanz aus der Plastiktüten gefertigt werden - haften. Die Forscher entdeckten, dass das Plastik sehr rasch von verschiedenen Bakterienspezies besiedelt wurde, die eine Art Biofilm darauf bildeten. Der Biofilm wurde aber nur von bestimmten Arten mariner Bakterien gebildet. 
 
Osborn will mit seiner Forschergruppe nun untersuchen, wie die mikrobielle Interaktion mit Mikroplastik in den verschiedenen Habitaten der Küstenbereiche variiert. Dann könnte man sagen, welche Organismen große Umweltvorteile haben und welche nicht. "Mikroben spielen eine Schlüsselrolle im Erhalt des gesamten Lebens im Meer. Sie sind jene, die noch am ehesten im Stande wären, giftige Substanzen oder vielleicht sogar das Plastik selbst aufzuspalten und zu neutralisieren", meint Harrison. 
 
Massiver Anstieg von Plastikmüll im Meer 
 
Im Vorjahr hat eine Studie der Nihon University in Chiba gezeigt, dass Plastikabfälle in den Ozeanen aufgrund der Umwelteinflüsse wie etwa Sonne und Regen sehr schnell zu kleinen Teilchen zerfallen, obwohl sie sehr stabil wirken. Aber gerade der Zerfall in kleine Fragmente, die weniger als fünf Millimeter messen, ist besonders gefährlich, weil dabei toxische Substanzen frei werden. 
 
Über den Anstieg von Plastikmüll im Ozean, berichtet auch der Dokumentar-Kinofilm "Plastic Planet" von Werner Boote. "80 Prozent des Kunststoffmülls - die UNO spricht von insgesamt weltweit jährlich rund sechs Mrd. Tonnen - gelangen über Flüsse in die Ozeane", zitiert Boote gegenüber pressetext die Fakten. Die Meeresschutzorganisation Oceana schätzt, dass weltweit jede Stunde rund 675 Tonnen Müll direkt ins Meer geworfen werden, die Hälfte davon ist aus Plastik. 
 
Wolfgang Weitlaner,  Wien (pte/01.04.2010)


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01.04.2010



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