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Klimawandel und Raubbau gefährden Weltmeere


Anlässlich der derzeit in Indonesien stattfindenden World Ocean Conference http://woc2009.org weist der Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) http://www.wbgu.de auf die weltweite Bedrohung der Meere hin. Die Gewässer um Indonesien, Malaysia, den Philippinen und Neuguineas gehören zu den artenreichsten der Erde. "Zugleich sind sie aber aufgrund zahlreicher Einwirkungen und Ereignisse extrem unter Druck", so der Biologe Carsten Loose Stellvertretender Generalsekretär gegenüber pressetext.

"In dieser Region gibt es massive Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Regeln zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung", so Loose. "In vielen Teilen dieser Region wurden Korallenriffe als Quelle für Baustoffe genutzt. Weit verbreitet waren nicht nachhaltige Fischereimethoden wie etwa Dynamit- oder Giftfischerei. Durch die Rodung der Regenwälder gelangen Sedimente ins Meer, die die Korallen schädigen", so Loose. Es gebe ein ganzes Bündel an Problemen, die auf menschliches Handeln zurückzuführen sind. Dazu kommt noch die Erwärmung und die zunehmende Versauerung des Meerwassers. "In den vergangenen Jahren hat das Meerwasser um 0,1 ph-Wert abgenommen. "Für alle kalkbildenden Lebewesen, dazu gehören Muscheln, Schnecken und Korallen, ist das sehr problematisch, da sich die Kalkskelette und Schalen nicht bilden können."

"Da die Riffe bereits vorgeschädigt sind, stehen sie anderen Streßfaktoren weniger resistent gegenüber", meint Loose. Dazu gehöre etwa der Anstieg des Meeresspiegels. Die Erwärmung der tropischen Ozeane steigere zudem die Zerstörungskraft der Wirbelstürme. "Die steigenden Wassertemperaturen sorgen bei den tropischen Korallenarten zudem für die Korallenbleiche", fügt der Biologe hinzu. Ein gutes Beispiel für den effektiven Schutz von Riffen gebe es in Australien.

"Am Großen Barriereriff ist das Schutzgebiet auf rund 30 Prozent der gesamten Fläche ausgedehnt worden. Zudem achtet ein Management darauf, dass keine fremden Arten eingebracht werden", so Loose. Im Vergleich zu den wesentlich ärmeren Ländern gebe es in Australien genügend finanzielle Mittel, um den Schutz der Riffe durchzusetzen. "Es wäre unbedingt erforderlich, dass die internationale Staatengemeinschaft hier gemeinsam handelt, um die Meere effektiv zu schützen."

Als wichtigste Konzepte zum Schutz der weltweiten Meere sieht Loose die sehr schnelle Reduktion der Treibhausgasemissionen. "Die Beschränkung der maximalen Erwärmung auf zwei Grad muss unbedingt durchgezogen werden, da sie auch für den Schutz der Ozeane relevant ist." Das zweite Wesentliche sei die Durchsetzung von effektiven Nachhaltigkeitskonzepten. "Wenn diese Schutzmechanismen nicht durchgeführt werden, ist es um die Zukunft der Korallenriffe schlecht bestellt", betont der Wissenschaftler.

"Die bestehenden völkerrechtlichen Regelungen, insbesondere das UN-Seerechtsübereinkommen, sind nicht ausreichend. Kompetenzüberschneidungen der Institutionen, die für den Schutz der Ozeane zuständig sind, führen zu Ineffizienz", so WBGU-Vorsitzender Hans Joachim Schellnhuber. Meeresressourcen sollten dringend besser geschützt und nachhaltig bewirtschaftet werden, um die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen gegenüber höheren Meerestemperaturen und Versauerung zu stärken. Dazu gehöre auch die Einrichtung eines Netzwerks aus Meeresschutzgebieten, das 20 bis 30 Prozent der Ozeanfläche einnehmen sollte.

Da jeder fünfte Mensch weniger als 30 Kilometer vom Meer entfernt lebt und unmittelbar durch Meeresspiegelanstieg und Sturmfluten bedroht ist, müssen nationale und internationale Strategien für Schutz und Anpassung weiterentwickelt werden. Dies schließt auch Pläne für einen Rückzug aus gefährdeten Gebieten ein.    

Aussender: pte, A, Manado/Berlin am 11.5.2009

Redakteur: Wolfgang Weitlaner

 

 

 

 

 

 


Dieser Artikel ist am 11.05.2009 erschienen

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