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Mit der Kraft der Miesmuschel


So fest wie die Miesmuscheln auf ihrem Untergrund in der stürmischen Nordsee könnten zukünftig Implantate auf lebendem Gewebe sitzen. Durch einen auf dem Kleber der Meerestiere basierenden Hybrid-Klebstoff soll nun erstmals ein Titanimplantat mit dem Zahnfleisch verbunden werden. Das Vorhaben ist einer der Gewinner des Innovationswettbewerbs Medizintechnik 2007. Es soll vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit bis zu 300.000 Euro für die Durchführung eines Schlüsselexperiments gefördert werden.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines neuartigen Feuchtklebstoffs, der hauptsächlich aus den Klebeproteinen der Miesmuschel Mytilus edulis und synthetischen Trägermaterialien (Polymeren) besteht. Die von Miesmuscheln aus einer Drüse ausgeschiedenen Proteine sind vielen technischen Klebern überlegen. Sie härten im (Salz-)Wasser und sind dort lange beständig, besitzen eine hohe Festigkeit und sind elastisch. Gleichzeitig haften sie auf so verschiedenen Untergründen wie Glas, Holz, Knochen oder Teflon. Der Einsatz des Muschelklebers wird nach Ansicht von Projektleiter Professor Robert Sader vom Universitätsklinikum Frankfurt nicht auf die Zahnmedizin beschränkt bleiben: "Wenn das so funktioniert, wie wir es uns vorstellen, könnte man zum Beispiel eine Herzklappe einkleben anstatt sie anzunähen."

Bei der Suche nach der optimalen Zusammensetzung des Klebers wollen die Wissenschaftler verschiedene Mischungen testen. Insbesondere die Verträglichkeit des Klebers und seine physiko-chemischen und mechanischen Eigenschaften stehen dabei im Vordergrund. Schließlich soll der neue Haftstoff seine Fähigkeiten unter Alltagsbedingungen beweisen und ein Titanimplantat mit dem Zahnfleisch verbinden. Wichtig ist, dass dabei eine feste, aber mechanisch flexible Verbindung zwischen dem Implantat und der angrenzenden Schleimhaut sowie dem Bindegewebe entsteht. Dadurch soll die natürliche Barrierefunktion des Zahnfleisches erhalten bleiben. Denn entscheidend für die langfristige Stabilität eines Zahnimplantats ist es, das Eindringen von Bakterien und somit eine lokale Infektion zu verhindern. Zudem muss der Kleber den Kaubewegungen standhalten.

Eine Miesmuschel hält sich mit ihren Klebeproteinen an einer Keramikoberfläche fest. (Quelle: Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung - IFAM)

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Dr.  Robert Sader, Universitätsklinikum Frankfurt a. M., Klinik für Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie, Theodor-Stern-Kai 7, 60596 Frankfurt, Tel.: 069 6301-5643, E-Mail: R.Sader@em.uni-frankfurt.de

 

 

 

 

 

Mit freundlicher Genehmigung durch Klaus Rischka

Dr. Klaus Rischka
Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und
Angewandte Materialforschung  - IFAM
Biomolekulares Oberflächen- und Materialdesign
Wiener Str. 12
28359 Bremen

phone: +49(0)421/2246-482
fax:   +49(0)421/2246-430
mailto: klaus.rischka@ifam.fraunhofer.de

Quelle: http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/

 

 

 

 


Dieser Artikel ist am 26.09.2008 erschienen

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