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Der Bodendurchfluter


Der Bodendurchfluter


Der Bodendurchfluter ist ein umgekehrter Bodenfilter. Der Bodenfilter ist vielleicht noch dem ein oder anderen bekannt. Bei dieser Filtermethode machte man sich den Bodengrund als mechanischen und vor allem biologischen Filter zunutze. Dazu legte man den kompletten Boden des Aquariums mit einem Geflecht aus Bodenfilterplatten aus. Diese Platten schaffen einen Abstand vom Bodengrund zum Aquariumboden. Die Platten selber haben nach oben hin viele Löcher und Schlitze. Der Hohlraum unter den Platten ist ca. 1 cm hoch.

Mit einer starken Pumpe wurde beim Bodenfilter nun das Wasser aus dem Aquarium durch den Bodengrund angesaugt und dann wieder über die Pumpe ins Becken gegeben. Dazu benutzte man häufig die Powerhead-Pumpen von Hagen, die auch einen entsprechenden Adapter mitliefern.




Das Rohr auf dem zweiten Bild stellt die Verbindung zur Pumpe dar. Dieses Verfahren hatte einen großen Vorteil: Man konnte sich einen Außenfilter sparen und hatte mit dem Bodengrundfilter einen Filter mit einer enormen Filtermasse. Diese Systeme arbeiteten auch zu Beginn ohne Probleme, die Wasserqualität war hervorragend. Besonders in Amerika war diese Form der Filterung weit verbreitet. Doch nach längerer Standzeit kam es immer wieder dazu, dass solche Becken aus unerfindlichen Gründen „umkippten“. Das Problem liegt eigentlich auf der Hand. Da das zu filternde Wasser durch den Bodengrund gezogen wird, reichert sich der Bodengrund sehr schnell mit nützlichen Bakterien an, aber auch mit vielen Schwebstoffen, die im Bodengrund hängen blieben. Im Laufe er Zeit entstanden so anaerobe Zonen im Bodengrund. Futterreste und ähnliches faulten im Bodengrund.

Es bildete sich Schwefelwasserstoff und das kippte die Beckenbiologie schließlich. Nachdem dies erkannt wurde, fing man an den Bodengrund öfter auszutauschen, oder wenigstens umzuschichten. Dies führte aber häufig dazu dass das biologische Gleichgewicht empfindlich gestört wurde, abgesehen von dem Stress dem die Bewohner des Beckens ausgesetzt waren und natürlich der Arbeit die der Pfleger hatte. Man ging schließlich dazu über das Prinzip des Bodengrundfilters zu hinterdenken und kam auf eine Modifikation, die eigentlich auf der Hand liegt:


Die Umkehrung des Prinzips. Man setzte nun Außenfilter ein, die das Wasser durch normale Ansaugrohre in Bodenhöhe aus dem Aquarium saugten. Das Wasser wird im Filter mechanisch gereinigt und wird anschließend durch den Bodenfilter in das Becken zurückgedrückt. So findet im Bodengrund ausschließlich eine biologische Filterung statt. Es kann nicht mehr zu dem oben beschriebenen Problem führen.

Daher beschloss ich auch ein solches System in meinem Becken einzubauen:



Auf dem Bild oben sieht man recht deutlich die Bodenfilterplatte und zwei der Fallrohre. In meinem Becken betreibe ich den Bodendurchfluter mit 2 Außenfiltern. Ich benutze zwei Filter, damit es nicht ganz so leicht zu strömungslosen Bereichen im Bodengrund kommen kann. Mein Becken hat die Bodenmaße 120cm x 50cm und ich betreibe diesen Bodenfilter mit zwei Fluval 303 Filtern die mit Watte und Kohle bestückt sind.
Dieses System hat mehrere Vorteile:

- Man kann einen relativ dicken Bodengrund verwenden in dem sich viele nützlichen Kleinstlebewesen bilden können und ideale Bedingungen für manche Anemonen und andere Tiere schaffen.

- Das Becken erhält so einen biologischen Filter mit enormen Filtervolumen

- Die Strömung von unten hält Gefrierfutter länger „in Schwebe“ und reichert sich nicht irgendwo an strömungsarmen Bereichen im Becken ab.

- Der normale Mulm der sich am Boden ansammelt wird wieder nach oben gedrückt, wo er von den Filtern aufgenommen werden kann.

Allerdings muss man ein solches System immer gut beobachten. Sollten sich irgendwo schwarze Bereiche im Bodengrund bilden, dann ist höchste Vorsicht angesagt (Hinweis auf Schwefelwasserstoff und andere Fäulnisprodukte). Natürlich ist es sicherlich keine Lösung für alle Wasserprobleme, aber wie ich meine ist es doch ein interessantes System, das ein wenig Beachtung verdient.


Bei weiteren Fragen stehe ich Euch natürlich gerne zur Verfügung.
Wendet Euch einfach an dbieling@gmx.de

Über ein Feedback würde ich mich sehr freuen.

Dennis Bieling


Dieser Artikel ist am 15.09.2007 erschienen

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