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Die Wodkamethode Teil 3


Wodkamethode Teil 3
Über die Auswirkungen durch eine Bakterienblüte nach Wodazugabe im Aquarium.

Anfang des Jahres 2004: Die Wodka Methode hörte sich sehr interessant an. Eine recht einfach und preiswerte Methode zur Reduzierung der Nitrat- UND Phosphatwerte und das gleichzeitig! Ein Bericht über unsere Erfolge, Beobachtungen und Hinweise dazu ging bereits in der gleichen Rubrik (Teil1) online. Im Januar 2004 habe ich dann diesen Bericht durch meine persönlichen Hinweise ergänzt. Die Hinweise lauteten wie folgt:


Ergänzung von Manuela, im Januar 2004
Hinweise, die meiner persönlichen Meinung nach, wichtig sind:

* Die "Wodka Methode" ist nichts für Aquarianer die zum Zeitpunkt der, möglicherweise wochenlangen, Testphase ihr Aquarium nicht genau beobachten können. (z.B. aus beruflichen Gründen)
* Während der Wodka Methode muß ein Abschäumer laufen, der regelmäßig gesäubert werden sollte
* Während der Wodka Methode sollte ein Schnellfilter installiert sein, der alle 1 bis 2 Tage gesäubert werden sollte
* Sollte der Nitratwert um 5-10 sein - reicht die Reduzierung der Werte (unserer Meinung nach). Ein Wert um "0" ist nicht unbedingt anzustreben, da Korallen Nitrat zum Wachsen brauchen.
* Wer feststellt, das seine Korallen unwohlsein zeigen, sollte zwei Tage mit der Wodkazufuhr aussetzen und dann die Beigaben langsamer erhöhen!!
* Ist eine Reaktion im Aquarium festzustellen? Haben sich Kohlenstoffbläschen am Substrat, auf den Steinen ... gebildet? ODER Ist ein Schmierfilm auf den Scheiben? ODER Ein Belag auf den Steinen? ODER Schleimen mehrere Korallen ab? All dies könnte ein Zeichen für eine aktive oder bevorstehende Bakterienblüte sein. (Ferndiagnosen mit Anfragen per eMail sind hier nahezu unmöglich!) Sollte eines dieser Reaktionen zu erkennen sein, dann bitte langsam die Wodkazufuhr reduzieren und die täglich nötige Zufuhr ermitteln.
~~~
* Wir haben bei 10 ml Wodka pro Tag begonnen, weil wir seit Monaten hohe Nitrat und Phosphatwerte hatten. Wir gingen davon aus, das dieser Wert nur langsam zu senken sei und hohe Wodkamengen nötig wären, um diese Werte zu senken.
* Wir begannen mit 10 ml Wodka pro Tag und steigerten diesen Wert um 1 ml pro Tag (10 ml, 11 ml, 12 ml, 13 ml, 14 ml...)
* Als wir unserer Meinung nach den höchsten Wert erreicht hatten (43 ml pro Tag) stoppten wir diese hohe Zugabe und gaben ab dem nächsten Tag nur 20 ml in unser Aquarium. Dieser Wert (20 ml) wurde langsam weiter gesenkt...
* In unserem Aquarium war keine Bakterienblüte zu beobachten! Ein Unwohlsein der Korallen war auch nicht zu bemerken, jedoch war das Wasser etwas trübe von den vielen Bakterien. DAS war bei uns der Grund die Wodkazufuhr zu senken.
* Wer seine Tiere langsam an bessere Wasserverhältnisse gewöhnen möchte ODER wer Unwohlsein bei seinen Tieren feststellt (Korallen) ODER wer sich nicht sicher ist - der sollte: Die Wodkazufuhr wesentlich langsamer vorantreiben als wir dies taten! Mann könnte beispielsweise mit 5 ml Wodka beginnen (bei hohen Nitrat und Phosphatwerten) und diese 5 ml Wodka über mehrere Wochen geben. Tägliche optische Kontrolle der Tiere und regelmäßige Messungen der Wasserwerte (Nitrat und Phosphat) sind hierbei sehr wichtig! Erst wenn die nötige tägliche Zufuhr von Wodka ermittelt wurde, können die regelmäßigen Messungen in größeren Abständen erfolgen.
* Jeder der sich für die Wodka Methode entscheidet muß sein Aquarium, zumindest in der Anfangsphase - bis der Wert eingestellt ist, gut beobachten. Dies gilt allerdings nicht nur nach Beginn der Wodka Methode. Dies gilt für jegliche Veränderung im und am Meerwaseraquarium!


Wir hatten im Testverlauf eine Zufuhr von über 40 ml Wodka pro Tag! Mittlerweile sind wir bei 5 ml Wodka täglich. Dies hält den Nitratwert bei etwa 5 - gerade richtig für Korallen im Wachstum. Unwohlsein zeigte in der gesammten Zeit nur eine großpolypige Steinkoralle, das kann allerdings auch an unseren Baggergrundeln liegen, die die Koralle gerne "zugeschüttet" haben. Die Koralle wurde deshalb umgesiedelt und wächst nun in der Küche im Aquarium weiter.

Mit aquaristischem Gruß

Manuela Kruppas



Nun, am 5. März 2004 möchte ich diese Beobachtungen durch weitere Hinweise ergänzen. Der "Belag" der sich auf Steinen, jeglichem Substrat, auf Schnellfiltern, auf und in den Strömungs-/Pumpen, im Abschäumer und einfach überall sammelt - der fällt eigentlich nicht weiter auf. Auch lässt er sich schwer fotografieren:


Der bakterielle Belag auf der Vorderscheibe unseres 1000 L Aquarium. Fotografiert mit Blitzlicht, um ihn überhaupt sichtbar zu machen. Der Belag sieht weißlich und etwas dreckig aus. Er ist vergleichbar mit dem grünen Algenwachstum auf z.B. der Frontscheibe. Bei starkem Algenwachstum wächst schnell mal die Frontscheibe mit diesem grünlichen, feinen und dünnen Belag zu. Bei dem Bakterienbelag sieht dies sehr ähnlich aus. Der bakterielle Belag wächst genauso flächig, ist aber weiß bis schmutzig weiß.


Der bakterielle Belag an der Scheibe wirkt etwas faseriger als der grünliche Algenbelag (dieser Belag wächst bereits drei Tage - für das Foto)


So sieht es derzeit - IM - Abschäumer aus !! Tägliche Reinigung ist nun sehr wichtig. Und SO sieht es an der Scheibe vor der Strömungspumpe aus, natürlich ist der Belag auch in und an der Ströumngspumpe! An den Aquarieninnenwänden, auf den Steinen, überall...


WENN dies passiert ist sollte man die Wodkazugabe für mindestens zwei Tage stoppen und den Abschäumer und alle anderen technischen Geräte gründlich reinigen. Besonders die Funktion des Abschäumers ist nun sehr wichtig! Auch für den Sauerstoffeintrag ins Aquarium!

Aber auch die Strömungspumpen, Schnellfilter, Innenfilter oder Aussenfilter müssen nun gereinigt werden. Denn in diesen Geräten sitzt ebenfalls der bakterielle Belag und verhindert das korrekte Funktionieren der Geräte!! Das Flies der Schnellfilter ist täglich voll mit schlammigem "Modder" (so dick ist derzeit der Belag auf unserem Flies). Der Abschäumer bringt faserige Beläge heraus. Die Flüssigkeit ist auf dem Foto etwas hell, an manchen Tagen ist sie aber wesentlich dunkler. Warum sie mal heller und mal dunkler ist weiß ich nicht. Wichtig ist auch nur: Jetzt den Abschäumer reinigen!

Eine TÄGLICHE Reinung der Geräte ist solange durchzuführen, bis sich der Betrieb der technischen Geräte normalisiert und das bakterielle Wachstum in dieser Stärke aufgehört hat! Wo es möglich ist, kann natürlich der Belag abgewischt (Frontscheibe, Seitenscheiben,...) oder gar abgesaugt (beim Wasserwechsel) werden.

Fazit:
Die Frage war: Ethanolzugabe / Wodkazugabe gefährlich?


Die Antwortet lautet für mich: Nein. Wer etwas Neues testet MUSS aufpassen und die Augen offen halten. Dann ist es auch nicht "gefählich" für die Tiere die wir pflegen. Bei Beginn des Testes waren wir (Robert und ich) uns darüber im klaren, das erst wenige Erkenntnisse zu diesem Thema vorliegen. Da muss man dann eben genauer beobachten... und schnell reagieren.

Darum aufpassen wenn:

* die Steine "schmierig" wirken (Steine, feste Korallen wie z.B. Acropora, Montipora flächig wachsend, etc)
* die Korallen blasser wirken?
* offensichtlich Schnecken plötzlich Gelege auf der Frontscheibe machen (der Anfang des weissen Belages?)
* die Pumpen nicht richtig arbeiten (Strömung zu wenig? Pumpe verdreckt!)
* der Abschäumer so dreckig ist (faseriger Belag?)
* der Schnellfilter täglich gereinigt werden muss, weil das Flies so schnell verdreckt
* das Wasser trüber wirkt (Schwebstoffe)
* ...

Anfänger/ Beginner oder Umsteiger in die Meeresaquaristik: Ich finde das es nichts für Anfänger / Beginner / Umsteiger ist. Leute die gerade beginnen haben vielleicht noch nicht genug Erfahrung um zu sehen wenn etwas im Aquarium oder mit den Tieren nicht stimmt. Das Aquarium in der Startphase ist noch nicht stabil für solche "Tests" und die schlechten Werte zu Beginn eines Aquarium in der Anfangsphase sind normal und gehen auf natürliche Weise wieder weg.

Ich wünsche gutes Gelingen und immer einen salzigen Daumen!

Gruß
Manuela Kruppas, 5. März 2004




Dieser Artikel ist am 15.09.2007 erschienen

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