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Licht ist Leben


Licht ist Leben
Aquarienbeleuchtung im Wandel der Zeiten von Bernd Mohr, Rüsselsheim

Seit dem Bestehen der Meerwasseraquaristik wird nach dem idealen Licht zur Haltung von Niederen Tieren, neuerdings vorwiegend von Steinkorallen gesucht. Von der alten, guten Leuchtstoffröhre über HQL und HQI wurde alles versucht unseren Pfleglingen, ausser vielen anderen Parametern, wie Wasserqualität, Schadstoffarmut, Spurenelementezufuhr usw., ein der Natur nachempfundenes Aquarienleben zu ermöglichen. Für viele unserer Pfleglinge, die meist aus lichtdurchfluteten Lebensräumen stammen, ist wie in der Überschrift dieses Artikels bereits erwähnt - Licht ist Leben – oder zumindest ein sehr großer Teil davon.


Ich möchte hier einen kurzen Abriss der Beleuchtungsmöglichkeiten, die ich in meiner 43-jährigen „ Meerwasser-Aquarianer-Laufbahn“ gesammelt habe, geben.





Mein erstes Meerwasseraquarium war in der damals üblichen, gegen den heutigen Stand primitiven Technik, ausgerüstet. Dazu gehörte auch eine zeitgemäße Aquarien-Beleuchtung, die aus handelsüblichen Leuchtstoffröhren bestand.

Die für diese Beleuchtung verwendeten Röhren wurden aus verschiedenen Farbvarianten so zusammengestellt, dass ein nach dem vorhandenen Wissensstand ein möglichst naturnahes Licht zum Einsatz kam. Es wurde die zu dieser Zeit noch übliche Aquarien-Abdeckung mit Röhren dicht an dicht bestückt. Es wurden Farben, wie Gro-Lux, Warmweiß, Tageslicht und spezielle Röhren aus USA, die korkenzieherartig gedreht waren, gemischt verwendet.

Mit dieser Beleuchtung war die Haltung und Pflege verschiedener Niederer Tiere, die man damals käuflich erwerben konnte, sogar über längere Zeit möglich. Man konnte schöne Becken mit Lederkorallen, Anemonen, Scheiben- und Krustenanemonen sowie Zylinderrosen bestaunen.Auch schon damals war eine reiche Auswahl an Fischen vorhanden, für die dieses Licht ausreichend war.

Als nächste Beleuchtungsart wurden HQL-Lampen erprobt, die sich aber wegen des meist stark betonten Rotanteils im Spektrum für die Meerwasser-Aquaristik nicht durchsetzen konnten.

Der folgende Schritt war ein riesiger Meilenstein in der Beleuchtung für Meerwasser-Aquarien. Es wurden die ersten HQI – Brenner eingesetzt. Diese Brenner waren farblich ausgelegt zur Beleuchtung von Werkshallen usw.
Die Kelvinzahlen wurden mit ungefähr 5000 K angegeben. Im Laufe der Jahre und wachsender Erfahrung der Hersteller, unter Mithilfe namhafter Aquarianer, wurde der HQI-Brenner immer mehr optimiert, sodaß z.Zt. Brenner in sehr vielen Kelvinzahlen und Farbspektren zur Verfügung stehen.

Heute ist es möglich mit diesen Brennern viele der empfindlichsten Niederen Tiere, nicht nur zu pflegen, nein sogar auch zu vermehren. Dadurch wird die Natur-Entnahme reduziert und ein großer Beitrag zum Naturschutz praktiziert.

In den heutigen Becken sieht man alle Farbarten von HQI-Brennern mit verschiedenen Spektrumarten und Kelvinzahlen von 5000 – 20000 K, die nach den Notwendigkeiten der Pflege, wobei immer an erster Stelle das Wohl der Tiere stehen muß , aber auch zum Erreichen der entsprechenden Optik, ausgewählt werden.

Die Entwicklung der Beleuchtung in meinem 3000l Becken verlief wie folgt :
8 x 150 W AB zur Haltung von Lederkorallen usw.
8 x 250 W AB + 4 x 36 W Osram 67 bei Umstellung auf Steinkorallen
8 x 400 W AB + 8 x 36 W Osram 67 zur Alleinhaltung von Steinkorallen usw.
32 x 54 W ATI – Leuchtstoffröhren wechselweise Blue u. Sun.








Jede Veränderung der aufgeführten Beleuchtungsstärken u. Arten brachte für die niederen Tiere eine Verbesserung der Farben, weiteres Öffnen der Polypen u. eine Wachstumssteigerung. Man darf diese Erfolge jedoch nicht allein unter dem Aspekt des Lichtes sehen .Alle anderen Wasserparameter müssen stets OK sein, d. h. im sogenannten grünen Bereich liegen.

Meiner Meinung nach wurde die Beleuchtung der Aquarien vor einigen Monaten nochmals getopt (auch hier kann man wie überall im Leben anderer oder gegenteiliger Meinung sein ) und zwar durch Einsatz von Leuchtstoffröhren mit T5-Technik. Da es hier noch keine Langzeiterfahrung gibt, kann man ein endgültiges Urteil erst in einiger Zeit erwarten, jedoch ist der Anfang sehr vielversprechend .

Die Beleuchtungsanlagen meiner drei Aquarien wurden vor 4 Monaten komplett auf T5-Beleuchtung der Firma ATI umgestellt. Zum Einsatz gebracht wurden, wechselweise angeordnet, Röhren der Sorte BLUE und SUN.

Durch Einsatz dieser Röhren entstehen nachstehend aufgeführte Vorteile. Auch ein kleiner optischer Nachteil, der von einigen Betrachtern moniert wird, soll nicht verschwiegen werden.

Zuerst der Nachteil, wenn es überhaupt einer ist, oder ob es nur im Auge des jeweiligen Betrachters liegt. Es ist das Fehlen der sogenannten Sonnenkringel, die von einigen Leuten vermißt werden, die aber unbestritten dem Aquarium einen Hauch von Natur verleihen.

So und nun folgt eine Zusammenstellung der vielen Vorteile, die durch Einsatz der neuen Technologie erreicht werden können.

Abmessungen u. Wattzahlen :
Die neue T 5 – Technik ist in folgenden Varianten erhältlich, damit man für jede Aquariengröße die richtige Abmessung wählen kann .
Die Leuchtbalken sind als Einzel - u. Doppel-Lampen erhältlich , wobei die Breite der Einzellampe 8,5cm, die der Doppellampe 18 cm beträgt.

90 cm –Lampen haben einen Verbrauch von 39 W
120 cm dto. 54 W
150 cm dto. 80 W

Ich verwende über meinen Aquarien nur Doppelleuchten , die seitlich auf Plexiglasleisten geschraubt u. ca. 20 cm hoch über der Wasseroberfläche an Ketten befestigt sind.








Vorteile :
Gleichmäßige, diffuse, farbverbessernde Ausleuchtung
Super Reflektoren auf den 16 mm Röhren für hohe Lichtausbeute
Kein flackern nach dem Einschalten, dank elektronischer Vorschaltgeräte
ca. 50% weniger Hitzeentwicklung
ca. 50% Stromersparnis bei gleicher Helligkeit
5 Jahre Lebensdauer bei nur 10% Leistungsverlust ( das wird die Zeit lehren )

Für meine Anlage, bestehend aus 3 Becken, 1x 3000l , 1x 800 l u. 1x 480 l habe ich eine Gesamteinsparung von ca. DM 13 000.- über eine Zeit von 5 Jahren errechnet. Dies beinhaltet sowohl die Stromkosten - Reduzierung als auch den Kauf von neuen Brennern über diesen Zeitraum.

Für welche Beleuchtungsart sich der einzelne Aquarianer entscheidet, bleibt ihm selbst überlassen, aber ich denke, meine oben gemachten Ausführungen sollten zumindest als Denkanstoß angesehen werden.

Anmerkung: In der Galerie zu diesem Artikel finden sie 20 wunderschöne Fotos aus dem Aquarium von Bernd Mohr aus dem Jahre 2001.

Bernd Mohr, Rüsselsheim den 10.10.2001, Erstveröffentlicht in der Fachzeitschrift DER MEERWASSERAQUARIANER Jan. 2002


Dieser Artikel ist am 15.09.2007 erschienen

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