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Magnesium, und sollte es zudosiert werden?


Magnesium, und sollte es zudosiert werden?
ein Artikel aus der Zeit wo kaum jemand die Ballingmethode kannte


Magnesium hat mit ca. 1380 mg/L (bei einer Dichte von 1.023 bzw. 35 Promille Salinität) einen recht hohen Anteil im Wasser. Zum Vergleich: Calzium bringt es gerade mal auf ca. 430 mg/L Wasser. Im Herbst 1999 kam gerade aus diesem Grund wohl eine Diskussion in diversen Foren (wobei damals gab es nur zwei *g*) im Internet auf. Es ging darum das bei einigen Aquarianern die Ihren Magensiumgehalt gemessen hatten der Wert doch um einiges zu gering war. Ein Wert unter 1000 war damals keine Seltenheit die Ballingmethode kaum verbreitet.

Neugierig geworden habe ich mir von Salifert einen Test gekauft. Nach der Messung stand fest, ich gehörte auch zu denjenigen die wohl zu wenig MG im Beckenwasser hatten. Den mein Test zeigt einen Wert von 990 mg an. Nun muss ich aber dazu sagen das bei uns keine Tiere schlecht standen oder dergleichen. Im Gegenteil, es war ein gutes Wachstum im Aquarium. Der Besatz war aber mehr Weich- und Lederkorallenlastig, Steinkorallen (kleinpolypige) eher die Ausnahme. Aber auch die standen gut. Also eigentlich nichts was greifbar wäre. Wobei man schon vorausschicken muss das Korallen, auch Steinkorallen keine Magnesiumverbraucher sind. Das trifft dann eher auf das wichtige Calzium zu. Dennoch gerade Kalkrotalgen sind auf Magnesium angewiesen, ebenso wie Mangroven zu den starken Magnesium Verbrauchern gehören.



Damals im Jahr 1999 gab es diese Art von MG Zusatz noch nicht. Diese Flasche war im übrigen ein Geschenk von Thomas Chronz :-)

Aber nu nweiter im Text, schliesslich sind wir noch weit vor 2000 und unser Wissen war damals einfach noch nich so weit wie heute. Nun habe ich mittels MG-Chips den Wert von 990 auf 1500 mg/L angehoben. Die Chips, damals gab es nichts anders, lösten sich sehr schnell auf, und das Magnesium-Wasser wurde dann dem Becken zugeführt. Geschadet hat es keinem in unserem damaligen 650 Liter Aquarium, das schon mal voraus geschickt.... Nach einer Woche habe ich den Wert aus verständlichen Gründen dann nochmal nachgemessen. Er lag immer noch bei 1500 mg. Die nächste Messung war dann fast drei Monate später. Auch hier war ich sehr erstaunt. Denn der Wert lag bei 1450 mg. Also gehe ich nun davon aus das sich MG bei weitem nicht so schnell verbraucht wie es mittlerweile einige Hersteller von Magnesium Präparaten weismachen wollen. Kein Wunder, wenn man bedenkt das Korallen kein MG verbrauchen....

Auf der Interzoo in Nürnberg wurden dann (ich weiss zumindest einen Hersteller) auch gleich ein Magnesiumpräparat angeboten. Aber wollen wir mal das nicht gleich schlechtmachen, denn es geht noch weiter. Ich habe mir natürlich Gedanken gemacht, warum der Wert doch noch so hoch war. Anscheinend hat es mit dem nicht so ausgeprägten Kalkrotalgenwachstum das sich MG kaum verbraucht. Je nach Becken halt :-)


FAZIT:
Hat man viele stark wachsende Kalkrotalgen, oder möchte diese erhalten, dann kommt man auf Dauer um eine Zudosierung kaum herum. Wobei man hier noch sicherstellen müsste ob sich das nicht mit den regelmässigen Wasserwechseln der Pro Salze ausgleichen läßt. Denn Salz ist ja auch nicht gleich Salz. Es gibt Salzsorten da ist von Haus aus weniger Magnesium vorhanden als in anderen Sorten.

Wichtig ist auf jeden Fall das man das vorher den Magnesiumwert genau messen sollte, und nicht einfach Magnesium zugibt. Hinzu kommt das manche die Algenprobleme im Aquarium hatten auch einen geringeren Magnesiumwert im Wasser hatten. Dieses müsste aber noch genauer untersucht werden um hier einen sicheren Anhaltspunkt geben zu können. Es ist einfach nur aufgefallen das gerade bei Schmier - und Fadenalgen auch fast immer ein zu niedriger Magnesiumwert vorlag. Vorreiter ist hier wieder mal Michael Mrutzek der bei fast allen untersuchten Algenproben und Wasser ein Defizit feststellen musste.


Robert Baur-Kruppas, September 1999


Zusatz im März 2002: Seit kurzer Zeit gibt es ein Dolomit-Material für den Kalkreaktor. Es nennt sich Magnesium Pro und stammt von der Fa. Grotech. Hiermit ist einem ein Mittel gegeben, wo es ohne viel Aufwand und kosten möglich ist als Beimischung im Kalkreaktor (nicht mehr als 10%) den Magnesiumgehalt langsam anzuheben. Ein Testbericht von Frank Diehl - zu finden in der Rubrik Produkte im Test - klärt hier voll und ganz auf.

 

Heute mit dem Wissen um die Ballingmethode ist alles ganz easy geworden. Ballingrechner an, Werte eintragen und Ausrechnen lassen was fehlt. Damals war das leider nicht so ganz einfach. Gerade weil diese Entwicklung des Wissens in der Meerwasseraquaristik uns so wichtig ist haben wir den eigentlich Uraltartikel mit in das neue Web übetragen (2007) Denn immerhin sind seit der ersten Diskussion um den MG Wert gute 8 Jahre vergangen, eine lange Zeit in dem Hobby wo es immer viel neues gibt. Denken wir nur an Armine Glasers Veröffentlichung vor kurzer Zeit, dass es gar nicht so schlimm ist wie wir glauben. Das ein Werte von über 138ß mg/L MG überhaupt nichts bringt und man damit eher die Steine "füttert."

Mit salzigen Grüßen

Robert Baur-Kruppas

 


Dieser Artikel ist am 02.09.2007 erschienen

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Kommentare

Benjamin
Dabei seit:21.10.2006
Kommentare 
Korallenriff:5
Lexikon:262

Ich möchte mich mal , im Zusammenhang mit der Magnesiumnachdosierung und Beispiel führend , über ein Ärgernis auslassen das mich schon solange beschäftigt seit dem ich Meerwasseraquaristik betreibe : " Wenn man sich die Spurenelementkonzentrationen und die auf der Flasche befindlichen , entsprechenden Dosierungsempfehlungen der Hersteller betrachtet , bekommt man leicht den Eindruck , daß in den Flaschen größere Mengen an Gold , Platin oder Titan verarbeitet wurden . " Nun gibt es Mitglieder meines Berliner Vereins ( Verein für Meerwasseraquaristik 1969 e.V. ) , die sind der Meinung , daß , wenn man einen Kalkreaktor gefüllt mit Korallenbruch benutzt und regelmäßig einen Teilwasserwechsel macht , auf die zusätzliche Nachdosierung von Spurenelemente gänzlich verzichtet werden kann . Die Argumente sind besonders was kleine und mittelgroße Aquarien anbelangt nicht einfach von der Hand zu weisen . Ich bin da etwas anderer Meinung , da durch Abschäumung oder adsorberative Filtermaterialien doch eine Menge an Elementen verloren geht . Besonders hart trifft es da Magnesium ,Jod , Strontium und natürlich Eisen . Diese also am schnellsten aus dem Kreislauf verschwindenen Elemente müssen auf jeden Fall in ausreichenden Maße nachdosiert werden . Was für eine Mogelpackung uns da nun einige Herstellerfirmen präsentieren spottet eigentlich jeder Beschreibung ! Um das mal mit Berliner Deutsch zu sagen : " Globen die eijenlich wir sind doof ? " Es gibt zwar Firmen z.B. Easy life oder Red Sea , die da etwas heraus fallen aber die Mehrzahl kann man getrost vergessen . Ich möchte jetzt nicht näher noch auf Leute eingehen die ihre Becken nach der sogenannten Zeolithmethode fahren und dadurch noch mehr zudosieren müssen als der Durchschnitsaquarianer , sondern belasse es dabei das man , bei größeren Wassermengen , manche Lösungen wöchentlich Flaschenweise zuführen müßte . Das glaube ich kann nicht das Gelbe vom Ei sein , und darum stelle ich mir Magnesium , Jod , Eisen und Strontiumlösungen schon seit längeren selber her und glaubt mir da weiss ich 100% was drinn ist .
Beitrag vom 20.04.2008 - 17:43 

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