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Borstenwürmer...und nun?


Wer kennt sie nicht, die bedrohlich aussehenden Borstenwürmer mit ihrem unzähligen Borsten?

Eines schon mal vorneweg. So schlecht wie alle tun sind diese gar nicht. Zumindest die kleinen Arten erfüllen einen guten Zweck, nämlich den, den Bodengrund schön locker zu halten. Ich denke das Borstenwürmer erst dann zu einer Gefahr werden wenn sie zu wenig Futter haben. Ausnahme ist natürliche der große Feuerborstenwurm. Der wird wohl immer zu einer Gefahr werden, und das sowohl für Fische als auch für Korallen. Ist der Nahrungsbedarf eines Feuerborstenwurmes einfach zu hoch.



Nun aber zu den normalen, größeren Arten.
Die haben manchmal die Unart sich in unsere schönen Blumentiere zu begeben und diese dann von innen heraus aufzufressen. Sicher machen sie das nicht zum Spaß, sondern weil sie Hunger haben....und überleben wollen. Aber meist merkt man dieses erst wenn es schon zu spät ist, da unsere Korallen doch sehr lange widerstandsfähig bleiben. Fraßspuren von kleinen Borstenwürmern werden noch gut weggesteckt, aber das halt dann nicht auf Dauer.

Wichtig erscheint mir hierbei auch das man seine Korallen doch genauer ins Auge fassen sollte. Dabei lässt sich doch oft auch was erkennen. Zum Beispiel kleine Häufchen bzw. Ansammlungen am Rand einer Koralle deuten oft auf einen ungebetenen Besucher hin. Das können auch Schnecken, Krabben oder dergleichen sein.


Jeder von uns sollte sich auch mal die Mühe machen und sich nachts ein wenig in seinem Becken umsehen. Mit einer Taschenlampe "bewaffnet" wird man dabei einiges an "Geschäftigkeit" im Becken erleben können. Und kann dabei sicher den einen oder anderen Plagegeist entdecken.

Meist schleppt man sich diese in lebenden Steinen aber auch in Korallen ins Becken ein. Ich kenne eigentlich kein Aquarium wo es diese nicht gibt.
Borstenwürmer sind Nachtaktiv, weshalb wieder der Tip mit der Taschenlampe angewandt werden kann. Einige der Borstenwürmer kann man sicherlich nachts bei den Streifzügen, mit der Taschenlampe, fangen. Aber Vorsicht! Nicht mit der Hand anfassen. Das ist wie wenn man in eine Brennessel fasst, es wird noch tagelang jucken.....

In Fachbüchern wird beschrieben das man mit einer Pinzette oder einer Greifzange einiges ausrichten kann. Das hat aber meine Erfahrung nicht bestätigen können. Mit beiden Gerätschaften hat man nämlich das Problem das man die Borstenwürmer nicht sehr gut zu fassen bekommt. Ausserdem reisst man diese oft auseinander, was leider auch nichts bringt da sich aus den beiden Teilen dann je ein Borstenwurm entwickeln kann.

Nun gibt es doch relativ viele Möglichkeiten um die Anzahl der Borstenwürmer im Aquarium zu verringern.

Falle Nummer 1 (Styropor)

Von einem guten Bekannten habe ich aber auch noch einen sehr sehr guten Tip bekommen :-)
(Danke Micha :-)
Man nehme zwei Styroporteile. Dazwischen lege man Mysis oder Muschelfleisch. Um das Styropor kommt dann ein Gummi der die Styrporhälften und das Futter zusammenhält. Am Abend wird dieses dann in den Boden ein wenig eingebuddelt. Am nächsten Morgen hat man den selben Effekt. Es werden unzählige Borstenwürmer zwischen den Styroporhälften liegen......Das muss man sicher aber öfter praktizieren, da man wahrscheinlich jeden Tag Borstenwürmer finden wird.

Falle Nummer 2 (Korallenkleber-Verpackung)

In der Ausgabe der Koralle Nummer 13 fand ich einen Klasse Tipp den wir gleich ausprobiert haben. Man nehme einen herkömmlichen Epoxydharz-Korallenkleber der meist in einem Kunststoffröhrchen verpackt ist. Es ist die Verpackung die uns hier am meisten interessiert. Stellt diese doch die neue Falle dar.

Man bohrt nun mittels einens HS Bohrers Löcher in die Verpackung. Das klappt wie auf dem Foto zu sehen wunderbar.

Als besonders gut haben sich Löcher mit den Maßen 4 und 6 mm erwiesen. Am besten ist es zwei verschiedene Fallen vorzubereiten. Zum Beispiel eine mir 4 mm Löchern und eine mit 6 mm Löchern. So kann es einem nicht passieren das die Borstis wieder aus der Falle abhauen. Am Abend wird diese, mit schmackhaften Futter wie Muschelfleisch, kurz vor abschalten der Beleuchung ins Aquarium eingebracht und am nächsten Morgen wieder entfernt. Beschwert mit einem Stein sollte die Falle auch da bleiben wo man sie haben will. also los gehts, auf zur Borstenwurmjagd :-)

Berichtet doch mal wie es bei Euch gelaufen ist?


Zum anderen gibt es auch natürliche Möglichkeiten den Borstenwürmern beizukommen.

Es gibt zum Beispiel mit der Stenopus hispidus Garnele (Scherengarnele) eine Art, die Borstenwürmer mit Vorliebe fressen. Wenigstens die kleinen, was ja auch schon mal ein kleiner Erfolg ist.

Es gibt eine Reihe Lippfische (Halichoeres aber auch die großen Coris Arten) die den ganzen Tag danach graben. Mit dem heutigen Wissen würde ich klar zu Halicoheres Arten raten, da die nicht soviel Unfug anfangen und nicht so gross werden. Nach unseren Beobachtungen gehen Halichoeres Arten ebenfalls gierig dem Fang nach Borstenwürmern nach. Das Wissen haben wir heute, aber damals in den 90er Jahren wussten wir es noch nicht.



Da wir so einen Coris Lippfisch mal hatten, möchte ich das Verhalten von dem Lippfisch (Coris frerei - früher auch unter Coris formosa beschrieben) hier schildern.

Der sehr aufmerksame Lippfisch Coris frerei wurde im Jahr 1995 gekauft. Damals war er so ca. 4 cm lang echt niedlich. Die beiden Anemonenfische gingen damals gleich auf ihn los *eg* Wahrscheinlich weil er damals noch ein wenig wie ein Anemonenfisch aussah........Das ging aber nur wenige Tage, da hatte er sich durchgesetzt.

Gleich nach dem Einsetzen ins Becken fing er an aufmerksam herum zu schwimmen und im Bodengrund zu wühlen. Ich wollte es erst nicht glauben, aber wir haben es mit eigenen Augen gesehen. Er sucht und gräbt im Boden bis er einen Borstenwurm gefangen hat, den er dann auch gleich begierig verspeist.
Das macht er eigentlich den ganzen langen Tag bis er sich auf die Minute genau dann zu seinem Schlafplatz zurückzieht. Da die Lippfische sich nachts verbuddeln, haben wir ihm extra eine Ecke mit feinen Korallensand eingerichtet. Er wußte dieses zu schätzen denn da schläft er auch....

Leider wird dieser Fisch 35 cm lang.....und ist daher nicht für jedes Becken geeignet.

Unser Lippfisch (mittlerweile so ca. 12 cm lang) hat seit einigen Tagen sein bisher doch recht braves Verhalten geändert. Er stellt seit dem auch Blödsinn im Becken an, weshalb wir uns dann entschlossen haben ihm ein neues Zuhause zu geben.

Ihr werdet Euch nun fragen was macht er denn auf einmal...........?

Er geht seit einigen Tagen an diverse Weichkorallen, schubst diese mit ihren Substratstein durch das Becken. Die Tridacna maxima dreht er bis zu achtmal am Tag um und versucht diese von unten her zu fressen. Die große und schöne Wulstkoralle (Trachophylia geoffroyi) schmeisst er zwei bis dreimal am Tag um, so das sie auf den Kopf liegt. Der reinste Innenarchitekt, der vor lauter Langeweile einfach nicht weiss was er machen soll. Einfach kein Fisch für ein kleines Heimaquarium. 

So schön wie der Fisch auch ist, aber das geht doch zu weit, weshalb wir uns jetzt um ein geeignetes Becken für ihn bemüht haben. (Danke lieber @xel)

Er kommt in ein reines Fischbecken, da kann er sich dann austoben. Ich habe trotz der Vorkommnisse den Kauf dieses Tieres nie bereut. Alleine schon die leichte Pflegbarkeit und das absolut zutrauliche Verhalten diesen Fisches ist es Wert gewesen. Ausserdem möchte ich hier bemerken das dieser Lippfisch wie wahrscheinlich auch viele andere seiner Art sehr schlau ist.
Wir beide (meine Frau, Manuela und ich) hoffen das er in seinem neuen Zuhause weiterhin eine Menge Spaß hat...... und noch sehr sehr lange lebt!

Neben den Lippfischen und Garnelen über die wir berichteten gibt es doch etliche Tiere die von Borstenwürmer leben bzw diese auf den Speiseplan haben. Darunter befinden sich auch etliche Schnecken wie z.B. Oliva sp. 01, Lambis Schnecken wie z.B. Lambis crocata oder auch Babylonia zeylanica.

Robert Baur-Kruppas, Januar 2000



Dieser Artikel ist am 18.07.2007 erschienen

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