Korallen-ZuchtPreis AquaristikMasterfischKoelle ZooAquafair
Meerwasser-Lexikon Aqua-Buch Aqua-Markt Aquabilderbuch

33 - Falterfische im Gemeinschaftsaquarium?


Falterfische im Aquarium:

Nach dem Kapitel Kaiserfische sind zweifelsohne oft auch Falterfische im Visier der Neuaquarianer. Verständlich, aus der Sicht der Autoren. Sind Falterfische doch eine echte Augenweide!

Leider aber sind die wenigsten Falterfische für die gemeinschaftliche Pflege im Gesellschaftaquarium geeignet. Sie sind einfach zu sehr Nahrungsspezialist und laben sich zu oft an unseren gepflegten Blumentieren. Schauen Sie sich einfach mal die Form des Maules an, es lässt schon erahnen das diese Tiere eine andere Ernährungsweise haben. Wir gehen daher auch nur auf einige Falterfische ein, die öfter in den Handel kommen. Zugleich möchten wir Ihnen einfach nur mal schildern mit was Sie zu rechnen müssen, wenn Sie sich für bestimmte Falterfische entscheiden. Es gibt sicherlich aber auch solche Falterfische die kaum oder gar nicht an Blumentiere gehen, wie zum Beispiel die zwei bekannten Prognathodes Arten. Diese kommen aber auch selten bis gar nicht in den Handel.

Man sollte sich daher den Besatz vorher gut überlegen, man kann bei den meisten Tieren vorher nie zielsicher sagen ob und an was sie letztlich gehen. Nur um ein Beispiel zu nennen: Der Pygoplites diacanthus von einem der Autoren soll normal an Leder oder Weichkorallen gehen, vergreift sich aber mit Vorliebe an großpolypigen Steinkorallen. Wie man anhand des Beispieles sieht kann man schlecht vorhersagen was Ihnen nun schmeckt. Ebenso kann das mit den Faltern gehen wobei sich die Schädigung vermutlich eher an Steinkorallen auswirken wird. Fast alle der insgesamt mehr als 100 Falterfisch-Arten werden sich mehr oder weniger an unseren Blumentieren vergreifen !


Chelmon rostratus:
Der zweifelsohne meist verkaufte Falterfisch im deutschem Lande.....
Es ist an sich nicht schwer haltbar und integriert sich nach einigen Tagen gut ins Aquarienleben... Alles fast schn perferkt...... ja... wenn denn das mit der Futteraufnahme nicht wäre. Viele Pinzettfische nehmen leider keinerlei Frostfutter an. Auch heute können wir nicht sagen warum das so ist, aber einige (eindeutig die grosse Mehrzahl der Tiere ) nehmen partout kein Frostfutter an. Das einzige was sie dann anrühren sind Röhrenwürmer oder sog. Zwergsabellen. (sog. kleine Miniröhrenwürmer) Sind diese alle verenden die Tiere oft, sie verhungern einfach. Zweifelsohne scheiden sich an dem Falterfisch die Geister der Pfleger. Die einen machen die niederschmetternde Erfahrung das er verhungert, andere bringen ihn an das Ersatzfutter und sehen die Pflege daher etwas einfacher. Eines kam man ihm aber nicht anlasten, er schädigt nicht - wie viele andere Falterfische - Korallen.
Es mag Einzelbeobachtungen geben deren Tenor anders ausfällt, wir meinen aber das gerade er sich nicht für Korallen interessiert. Vielfach wird der Chelmon rostratus als Glasrosenfresser empfohlen, was unserer Ansicht nach nur bedingt zutrifft. Es gibt nicht wenige Aquarianer die davon berichten das er nicht an Glasrosen ging. Ebenso gibt es viele die davon berichten das ihr Chelmon mit der Glasrosenplage schluss gemacht hat. Auch hier wissen wir nicht warum das so ist. Grundsätzlich gehören Glasrosen wie Röhrenwürmer zum natürlichen Narhungsspektrum des Fisches. Evtl. verschmähen manche Ch. rostratus die Glasrosen wenn sie sich an die Ersatznahrung gewöhnt haben... Sie merken schon beim lesen... Man kann sich nicht sicher sein das er Glasrosen frisst und man kann sich ebenso nicht sicher sein das er Ersatzfutter annimmt. Dennoch ist er ein wunderschöner und interessanter Fisch der eine echte Bereicherung für das Aquarium darstellt. Ganz wichtig erscheint uns vor dem Kauf des Fisches, lassen Sie sich zeigen das er an Ersatzfutter geht..... !! Tun Sie dieses nicht ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross das ihr Chelmon nicht lange leben wird. Zur Paarhaltung möchten wir derzeit noch nichts schreiben, mit einer gewissen Kenntnis und der Möglichkeit Tiere miteinander zu vergleichen geht dieses aber durchaus. (persönliche Nachricht von Joachim Großkopf) Joachim Großkopf wird dazu aber noch separat an geeigneter Stelle Stellung beziehen.


Chaetodon kleinii:
Gleich hinter dem Orangebinden-Pinzettfisch folgt der, im direkten Vergleich, eher farblich unauffälligere Ch. kleinii. Vermutlich steht er wegen seiner Vorliebe für Glasrosen oft auf dem Wunschzettel vieler Aquarianer. Und vermutlich genau aus dem Grund wird er sehr häufig im Handel angeboten. Leider geht er (anders wie der Chelmon rostratus) auch an vieles andere. Auch das kann man schlecht festlegen, die Berichte reichen von Röhrenwürmern über jegliche Art von Korallen. Da er echt "verfressen" ist kann man ihn aber gut fangen. Die Eingewöhnung ist leicht, ebenso die Futteraufnahme des Fisches.

Auch beim Chaetodon kleinii ist eine Verpaarung möglich. Helmut Strutz, ein begeisterter Aquarianer aus Hamburg, hat einige sehr informative Artikel in Fachzeitschriften (z.B. der Meerwasseraquarianer) veröffentlicht, die auf die Thematik der Verpaarung und das Laichverhalten eingehen.. Wir empfinden diese als sehr lesenswert und informativ und können nur dazu raten diese Tiere, sofern man sie pflegen möchte, als Paar zu halten.


Chaetodon semilarvatus:
Dieser Falterfisch soll als Beispiel der vielen anderen unterschiedlichen Falterfische dienen. Er ist mitunter Nahrungsspezialist, und wird mit großer Sicherheit Ihre Steinkorallen schädigen. Er ist aber nach der oft typischen heiklen Einfahrphase gut haltbar und nimmt, wenn mal etabliert sehr schnell Ersatzfutter in Form von Frostfutter an. Diesen Falter sollte man - sofern dies vom Platz her möglich ist - als Paar pflegen wenn man sich das im Gemeinschaftsquarium zutraut. Besser geeignet erscheinen den Autoren aber Große Becken mit Weich und Lederkorallen... Das Wort Groß erwähnen wir auch deshalb weil gerade dieser Falterfisch mit ca. 25 cm eine nicht gerade geringe Endgröße hat. Anzumerken ist noch das viele Falterfische in den ersten Tagen nach dem Import sehr heikel sind und zu Ektoparasiten neigen. Bei guten Wasserwerten und ausgewogenen Fischbesatz wie schneller Futteraufnahme kann man Falterfische sehr wohl pflegen. Liegt einem allerdings viel an Korallen sollte man auf diese Tiere verzichten.

Falls Sie vorhaben einen oder mehrere Falterfische zu pflegen.... bitte informieren sie sich vorher gut! Vor allem im Bezug auf die Erfahrungen der vielen Meerwasseraquarianer welche Erfahrungen Sie mit den Übergriffen auf Korallen haben. Aber auch was bei der Pflege von mehreren Arten zu beachten ist. Es ist leicht einen Fisch einzusetzen, ihn zu fangen ist oft leider ein schwieriges Unterfangen. In Summe aber kann man festhalten das die meisten Falterfische Korallenpolypen zupfen und dies im Aquarium nicht sein lassen werden.

Frank Diehl, Robert Baur-Kruppas


Dieser Artikel ist am 26.08.2007 erschienen

Bilder-Galerie Pfeil Zum Seitenanfang

Kommentare

mmegerle
Dabei seit:10.02.2009
Kommentare 
Korallenriff:12
Lexikon:1

Der Artikel spricht mir aus der Seele, weil er die Individualität der Tiere deutlich macht. Was man zum Artikel noch ergänzen könnte. Viele der Falterfische picken nicht nur Korallenpolypen, sondern auch Mördermuscheln, die Röhrenwürmer in Porites Korallen, Kalkröhrenwürmer die sich im Riffbecken sehr schön machen. Insgesamt muss man sich also klar machen, dass man unter Umständen auf einiges verzichten muss, wenn man einen Versuch mit Falterfischen im gemischten Riff-Becken machen will.
Setzt man einen Falter als Fressfeind für bspw. Glasrosen ein und man fängt den Fisch wieder raus, weil er sich "entpuppt" hat, was die Schädigung anderer Nieder betrifft, so kann man in aller Regel davon ausgehen dass einige Monate später auch die Glasrosen wieder da sind.
Ausnahmen beim natürlichen Verhalten der Falter bestätigen die Regel
Gruss Michael
Beitrag vom 30.05.2009 - 11:52 

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie Registriert und Angemeldet sein



Werbung
Aqua Medic