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31 - Doktorfische Teil 3


Teil 3: Gattung Acanthurus und Zusammenfassung

36 Acanthurus Arten sind bekannt und daran wird sich vermutlich auch nicht mehr viel ändern. Wir möchten einige Arten die oft im Handel zu finden sind etwas genauer vorstellen. Hinzu kommen natürlich noch viele andere Arten, die aber im Handel keine besonders große Verbreitung haben und zudem mit deutlich über 40 cm einfach zu gross werden.

Anfangen möchten wir mit dem wohl heikelsten aller Doktorfische, Acanthurus leucosternon, dem sog. Weisskehldoktorfisch.


Er ist einer der beliebtesten und meistverkauften Doktorfische aus der Gattung Acanthurus, vermutlich aufgrund seiner auffälligen Färbung. Wir können dem eigentlich nur zustimmen, er ist der schönste der Doktorfische. Leider aber ist es auch der empfindlichste und heikelste Doktorfisch, der das Aquarienleben leider nicht sonderlich häufig lange überlebt. Wir können zwar keine konkreten Zahlen nennen, schätzen aber das von 100 verkauften Tieren maximal 10 Tiere die ersten drei Monate und die Hälfte davon, also ganze 5 Tiere von 100 das erste Jahr im Aquarium überleben. Ein wirklich schlechter Schnitt der aufzeigt wie schwer die Haltung und Pflege des heiklen Tieres sein kann.

Acanthurus leucosternon, der Weisskehl-Doktorfisch ist weit verbreitet im Indik, bis zu den Christmas Islands wie Cocos Keeling Islands. Er lebt einzeln und Reviergebunden im flachen Wasser von Korallenriffen. Zum fressen finden sich oft grosse Schwärme ein, die dann zusammen Algen abweiden. Danach geht allerdings jeder wieder seiner Wege. Dieser Doktorfisch stellt die höchsten Anforderungen an den Aquarianer: Besonders saubere und stabile Wasserverhältnisse, viel Schwimmraum, ausgewogende Nahrung und eine angemesse UV Anlage sind das mindeste was man zur Pflege benötigt. Zudem erweist sich der Weisskehldoktorfisch bisweilen als recht agressiv gegen andere Doktorfische, teils sogar gegen gleich gefärbte andere Fischarten.

Eine Paarhaltung ist auf keinen Fall möglich, genau wie die Haltung einer Gruppe. Alle bisher gemachten Versuche schlugen fehl so das wir nur dazu raten können es nicht noch ein weiteres mal zu versuchen. Warum der Weisskehl so empfindlich ist wissen wir nicht genau, manche nehmen an das es an dem Korallenbesatz liegt auf deren Nesselgifte der Fisch reagiert. Allerdings glauben wir das eher nicht. Es gibt einige Aquarianer die halten ihren Doktorfisch schon jahrelang in vollbesetzen Steinkorallenaquarien, dies wäre sicherlich nicht möglich, wenn Nessselgifte der Korallen wirklich Einfluss darauf hätten. Natürlch gibt es vereinzelt Erfolge bei der Paarhaltung, aber wirwürden deutlich davon abraten.

Vor allem nach dem einsetzen ins Aquarium bekommt so gut wie jeder Weisskehl-Doktorfisch Pünktchen, teils sieht er aus wie ein der gute alte "Streuselkuchen". Die meisten überleben das nicht, und nur ganz wenige fangen sich. Ein weiterer unangenehmer Effekt ist auch das sie zu gerne andere Fische anstecken. Nicht selten haben Aquarianer nach dem zusetzen eines Weisskehldoktorfisches schon den ganzen Fischbestand verloren. Die grössten Chancen sind unserer Ansicht nach nur einen Doktorfisch zu pflegen am besten - nämlich den Weisskehldoktor selber. Kaum ein anderer Fisch neigt wie der Weisskehl dazu das Massgebende Tier im Aquarium sein zu wollen. Gibt es ein zweites ebenso aktives Tier, dann neigt dieser ebenfalls schon zu Pünktchen. Plötzliche Veränderungen im Aquarum ziehen meist auch einen Befall mit Pünktchen nach sich. Wir können es nur wiederholen hier ist eine angemessene UV Anlage Pflicht. Der Weisskehldoktor sollte nicht in Aquarien unter 1000 Liter gepflegt werden, wenn auch er meist unter 20 cm Größe bleibt. Auch er zeigt seine satten Farben nur wenn er sich wohlfühlt.


Acanthurus japonicus, der Philippinendoktorfischist weit weniger im Handel verbreitet als der Weisskehl-Doktorfisch. Nichts desto trotz, er ist von der Pflege und Empfindlichkeit genauso heikel wie der A. leucosternon. Es gibt nur wenige die ihn lange Zeit halten. Andere die ihn schon mal eine Weile pflegen konnten beschreiben ihn als weniger emfpindlich, aber oft ist er in diesen Aquarien dann nach einer Weile nicht mehr zu sehen. Ohne UV Anlage sollte man gar nicht erst daran denken ihn pflegen zu wollen. Um ihn weniger zu stressen sollte man keine anderen Acanthrurus Arten mit ihm pflegen, das macht sie oft besonders empfindlich. Auch er sollte ein grosses Aquarium von ca. 800 Litern geboten bekommen wenn er die 10 cm überschritten hat. Wird mit ca. 14 cm deutlich kleiner als andere Acanthurus Arten und kommt aus dem Nordwestpazifik, Südjapan und den Philippinen.


Acanthurus achilles, ist im Handel ebenfalls eher in recht geringen Stückzahlen zu finden. Wir würden ihn in der Pflege als mind. genauso heikel einstufen wie den Weisskehldoktor, was sich aber dann nach der heiklen Einfahrphase meist einigermassen gibt. Dafür neigt der Achilles dazu sehr territorial zu sein und andere Fische anzugreifen bzw. er unterdrückt sie sehr häufig. Ein sehr empfindlicher Fisch, den Kauf würden wir uns auch gut überlegen. die Überlebensrate ist hier sicherlich kaum höher als beim Beispiel des Weisskehl-Doktorfisches. Auch er ist nicht mit anderen Acanthuriden zu vergesellschaften, da er mit zunehmender Größe einfach zu agressiv wird. Er kommt an verschiedenen Gebieten im Pazifik vor bis einschliesslich Mikronesien und Hawaii.


Acanthurus pyroferus der Pazifk-Mimikrydoktor kommt aus dem Indo-Westpazifik. Er ist bei weitem nicht so problematisch in der Pflege wie die vorgenannten Arten und wird ca. 17 cm im Aquarium. Auch er braucht ausreichend Schwimmraum, im ausgewachsenen Zustand sollte er über 1000 Liter zur Verfügung haben. Besonders interessant ist bei ihm das nachahmen (Mimikry) von verschiedenen Zwergkaisern und zwar in Forum und Farbe. Dazu gehören Centropyge flavissimus, C. heraldi und C. vrolikii. Auch er gehört zu den Doktroren die mehrmals ihr Farbkleib ändern. Ein guter Aquarienpflegling für größere Aquarien, und nicht so empfindlich und agressiv gegenüber anderen Fischen oder Artgenossen. Ein Acanthurus den wir auch ohne grosse Bedenken empfehlen können


Acanthurus chronixis: Es handelt sich hierbei aber nicht wirklich um einen Acanthurus chronixis sondern um einen semiadulten Acanthurus pyroferus. Trotz alledem wird er immer noch im Handel unter dem Namen angeboten, was aber nicht korrekt ist. Acanthurus chronixis wurde erst einige Male gesehen und ist sehr sehr selten. Unseres Wissen, (persönl. Nachricht von Andre Luty) gibt es nur ein bis zwei Exemplare die im Amiland in Alkohol konserviert sind. Mehr Info sind fast nicht zu bekommen ausser von Randall selbst. Wir hoffen das der Handel sich an den neuen Namen gewöhnen wir, es ist ja eigentlich schon länger bekannt.



Acanthurus coeruleus - Blauer-Doktorfisch im Bild noch in juveniler Färbung: Wir halten den Blauen Doktorfisch für ebenfalls nicht so schwierig und empfindlich wie die drei Problemfische Acanthurus leucosternon, A. japonicus und A. achilles. Dafür wird er für das normale Riffbecken mit ca. 30 cm einfach auf die Dauer zu gross. Man kann ihn aber, wenn er ganz jung eingesetzt wird, schon einige Jahre gut halten. Er scheint grundsätzlich aber mit anderen Doktoren auch nicht so gut auszukommen, vor allem juvenil hat er es überhaupt nicht mit dem Zebrasoma flavescens. Beide sind ja gelb....allerdings ist das eher nur eine Vermutung.. Paarhaltung sollte bei allen Acanthurusarten nicht versucht werden, da es selbst in sehr grossen Aquarien meist zu Problemen unter den Tieren kommen kann. Zwar mag die Haltung eine Weile lang funktionieren aber adulte Fische stressen sich meist so sehr das die Lebenserwartung nicht so hoch ist wie wenn sie alleine gehalten werden. Acanthurus coeruleus ist ebenfalls ein recht aktiver Fisch, der zudem gerne den Chef in einem Aquarium markiert - eine charakterliche Eigenschaft die man fast auf die gesamte Familie münzen könnte. So lange kein zweiter da ist der ihm den Rang streitig machen will ist es ein recht friedlicher Zeitgenosse. Nachgesetzte Doktroren werden allerdings oft sehr agressiv angegangen. Auch dieser Doktor ändert sein Farbkleid. Juvenil immer gelb, wird er später ganz blau, mit einem weiss- bis gelben Schwanzstielstachel. Er kommt aus denm tropischen Westatlantik aber auch bei Asencion vor. Kuiter/Debelius berichten das es sogar nördliche Ausreisser bis nach New York und südlich bis nach Rio de Janeiro gibt.


Acanthurus lineatus der Blaustreifen-Doktorfisch: Auch ihn sieht man im Handel realtiv häufig. Kein Wunder ist er doch ein echt schöner und interessanter Doktorfisch. Oft schwimmen sogar mehrere in verschiedenen Behältnissen im Fachhandel. Mit Glück sehen sie ein grosses Exemplar, wo einem dann schon bewusst wird das es ein so grosser Fisch viel Schwimmraum brauchen wird. Er ist nicht ungewöhnlich heikel, wenn auch nicht leicht einzugewöhnen. Wenn aber mal etabliert ein recht stabiler Fisch. Allerdings braucht dieser, da er gut 30 cm gross wird ein wirklich grosses Aquarium. Zu allem Unglück kommt noch das er bisweilen recht agressiv ist und andere Fische angehen kann.

Vornehmlich richtet sich das zwar gegen andere Doktoren, aber man kann nicht ausschliessen das er nicht auch andere kleine Fische unterdrücken wird. Eine Paar- oder Gruppenhaltung geht nichtl, oder auf jeden Fall nicht lange gut. Zwei kleinere kann man mal kurzfristig zusammen halten, aber die werden sich mit zunehmenden Wachstum immer öfter bekämpfen bis nur noch ein Tier überbleibt. Ausnahme bestätigen sicher die Regel.... aber möchten Sie das etwa wirklich heraus finden ? Für die einigermassen angemessene Pflege bei einem halbwüchsigen Fisch in einem Aquarium sollte man über deutlich mehr als 1000 Liter Wasser verfügen, und bei einem erwachsenen Tier sollten es schon mind. 5.000 bis 10.000 Liter sein. Einer der Fische die viel "Auslauf" brauchen und den ganzen Tag sehr schnell und viel schwimmen. Acanthurus lineatus ist im Indo-Westoazifik weit verbreitet. Ganz sicher aber ist er kein Tier für ein 500 Liter Aquarium und wenn er noch so schön ist.


Acanthurus sohal der Arabische Doktorfisch: Sein Vorkommen ist auf das Rote Meer, das Arabische Meer und auf den Arabischen Golf beschränkt. Leider wird er noch 5 cm grösser als Acanthurus lineatus so das von ähnlichen Aquariengrössen ausgegangen werden muss! Das heisst das er durchaus 35 cm in einem ausreichend grossen Aquarium erreichen kann. eine weitere Ähnlichkeit zum A. lineatus ist die Zankhaftigkeit und Agressivität die manche dieser schönen Doktorfische im Aquarium an den Tag legen. Er ist ebenfalls nicht so empfindlich die wie ersten drei Arten, aber auch nicht leicht in den ersten Tagen. Alle Acanthuriden brauchen ein hervorragendes Milieu im Aquarium.

Eine Paar- oder Gruppenhaltung ist nicht möglich und würde mit ziemlicher Sicherheit einem der Fische das Leben kosten. A. sohal wie A. lineatus neigen dazu sich ganz schlecht mit anderen Acanthurusarten zu verstehen. So sollte man im Hinblick auf die Gesundheit nicht zuviele einer Gattung halten. Das trifft vor allem auf die Gattung Acanthurus zu.


Fazit:

Zebrasoma Arten sind mit kleinen Abstrichen gut im Aquarium zu halten, teilweise sogar als Paar oder in einer kleinen Gruppe. Sie sind weniger empfindlich und werden bis auf den Z. rostratum, Z. veliferum und Z. desjardini in ihrer Endgrösse nicht so gross . Trotz alledem, eine gewisse Aquariengrösse sollte man auch den kleineren Doktorfischen bieten. So schlagen wir für kleinere Doktorfische aus der Gattung Zebrasoma eine Mindesgrösse von 500 Litern vor. Denken Sie daran die Fische wachsen mit den Jahren. Sobald ein Doktorfisch zum Hospitalismus neigt, und dauerhaft von rechts nach links schwimmt, sollte man den Fische entweder abgeben oder sich ein grösseres Becken zulegen. Sie schwimmen zwar viel aber nicht mal annähernd so viel, so schnell und so agil wie Acanthurusarten. So gut wie alle Ctenochaetus Arten sind für die Aquarienhaltung zu empfehlen. Sie sind weder sonderlich agressiv noch schwer in der Eingewöhnung und nachfolgenden Haltung. Grösser werdende Arten sollten auch dementsprechend mehr Schwimmraum bekommen. Acanthurus Arten sind zum einen meist sehr empfindlich, territortial und agressiv und brauchen dazu einen wirklich angemessenen Schwimraum, oft von mehreren Tausend Litern. Sie lassen sich so gut wie nie lange zu zweit halten, ja meist klappt die Vergesellschaftung untereinander nicht. Das mag bei manchen eine Weile gehen das wollen wir nicht bestreiten, aber auf lange sicht und Jahre geht sie meist schief. In Aquarien unter 1000 Liter sollte kein Acanthurus Doktor gehalten werden, und wir sehen die 1000 Liter Marke als das nötig Minimum bei kleineren bis mittleren Tieren. Überschreiten die Tiere 15 cm ist ein 1000 Liter Becken nicht mal anhähernd mehr ausreichend. So sollte man sich den Kauf von Doktorfischen vorher gut überlegen und nicht nach Farbe, Gestalt, Geschmack und Verfügbarkeit richten, sondern danach ob sie in ein Aquarium passen.

Manuela Kruppas und Robert Baur-Kruppas


Dieser Artikel ist am 26.08.2007 erschienen

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