Korallen-ZuchtKoelle ZooARKAextremecorals.de Mrutzek Meeresaquaristik
Meerwasser-Lexikon Aqua-Buch Aquabilderbuch Facebook

Acroproa Strudelwürmer


Ich hatte damals einen ziemlich starken Befall mit diesem Strudelwurm. Das Baden der Korallen war mir nur sehr eingeschränkt möglich, da die Stöcke stark mit der Dekoration verwachsen waren. Dennoch bin ich der Plage Herr geworden, ohne einen Stock zu verlieren. Wie das funktionierte, das möchte ich hier schildern.



Den sog. Formosa Strudelwurm habe ich anhand der folgenden Merkmale lokalisiert:

Das Gewebe der Korallen färbt sich von der Basis aus heller und wirkt marmoriert. An den Korallenstöcken schimmert das Skelett der Korallen durch.

Später werden die befallenen Stellen am Skelett grünlich (Algen). Ein weiterer Faktor ist das erkennen der Laichpakete. Diese treten meiner Erfahrung nach nur an der Basis der Korallen auf, an der das Gewebe schon vollständig entfernt ist. Also am besten immer von unten auf die Korallenäste oder die Basis schauen. Die Laichpakete befinden sich meist nah an Abzweigungen

Ich habe zuerst die o.g. Parameter stabilisiert. Dies dauerte etwa eine Woche. Gleichzeitig habe ich, über einen Zeitraum von etwa zwei Monaten, begonnen, Lugolsche Jodlösung 1% in einer Dosis von täglich 5 ml auf 1000 Liter Wasser direkt im Becken zu dosieren.

Es handelt sich hierbei um eine Lugolsche Lösung der Fa. Merk. Sie ist in folgenden Gebinden erhältlich.

250 ml
1000 ml
2500 ml
Anbei die Daten des Flaschenaufdrucks:

Lugols Jodlösung für Mikrosokopie
Iod-Kaliumiodlösung 1 %
Merck Nummer 1.09261.1000

Die Endnummer 1000 gbit die Gebindegröße an. Hierbei handelt es sich um eine 1000 ml Flasche. Sollen es 250 ml sein, so lautet die Nummer 1.09262.0250 usw.


Eine Veränderung an Fischen, Korallen, Wasserwerten oder Algenbewuchs konnte während dieser Zeit nicht bemerkt werden. Ich möchte noch darauf hinweisen, daß mein Becken sehr gut besetzt ist und stark abgeschäumt wird. Dies fördert sicherlich den schnelleren Abbau / Umwandlung der Lugolsche Jodlösung. Ich habe bis auf die Verstärkung der Grünfärbung bei sämtlichen grünen Steinkorallen während der Behandlung keinerlei Nebenwirkungen feststellen können - auch nicht bei den Fischen. Ich kann mir nur vorstellen, daß bei Becken ohne Abschäumer / sehr geringer Besatz mit Steinkorallen die Dosis vielleicht zu hoch sein könnte. Zur Unterstützung wurde noch ein Sechsstreifenlippfisch mit eingesetzt.

Das Resultat hat mich überrascht. Nach etwa 8 Wochen waren keine Strudelwürmer mehr sichtbar. Diese Maßnahme half bei allen Korallenarten. Ich habe etwa 50 verschiedene SPS Korallen in meinem Becken. Auf keiner der Arten ist der Strudelwurm bis zum heutigen Tage wieder aufgetaucht. Ich muß jedoch auch sagen, daß ich grundsätzlich jeden neuen Ableger vor dem Einsetzten genau untersuche und auch in einer Jodlösung bade.

Ich denke um derartigen Krankheiten Herr zu werden, ist es am Wichtigsten, erst einmal wieder "optimale" Bedingungen für die Korallen zu schaffen., also die Werte stablisieren.

Die Behandlung über einen längeren Zeitraum ist wichtig, um auch die neu geschlüpften Strudelwürmer zu schädigen. Auch die Absenkung des P04 Gehaltes mittels Rowaphos dürfte sich positiv auswirken. Sind die Korallen erst einmal wieder optimalen aquaristischen Wasserwerten ausgesetzt, ist scheinbar der "Eigenschutz" durch die Korallen wieder stabilisiert. Ein Besetzten der Korallen mit Korallenkrabben als "Prophylaxe" wirkt sich ebenfalls positiv aus.

Des weiteren gebe ich auch noch bis heute einen ml pro 1000 Liter / täglich Lugolsche Jodlösung zu.
Meine Wasserwerte während der Behandlung:

NO3: 5 Mg (Hana)
PO4: 0,04 Mg (Hana)
Salzgehalt: 1,023
PH: 7,8 - 8,3 (digital)
Mg: 1290 Mg (Salifert)
Ca: 500 Mg (Salifert)
KH: 8 (Salifert)

Also:

Wasserwerte (Ca / Mg / PO4 / NO3 / KH) stabilisieren
Zugabe von 1%-iger Lugolscher Jodlösung: 5 ml / 1000 Liter täglich über 2 - 3 Monate
Geeignete Fische zur Eindämmung einsetzten
Zur Prophylaxe weiterhin 1 ml 1%-iger Lugolscher Jodlösung: auf 1000 Liter täglich
Korallenkrabben
Hinweis auf starke Abschäumung und dichten Besatz mit Steinkorallen (Dosiermenge)


Update vom März 2003:

Nachdem einige Zeit vergangen ist und die Entwicklung der Meerwasseraquaristik nicht stehen geblieben ist, möchte ich diesen Bericht nochmals aufgreifen und aus aktueller Sicht noch einige Anmerkungen dazu vermerken.

Nachdem ich im September ein neues Becken aufgestellt habe, dass ausschließlich mit SPS Korallen besetzte wurde, hatte ich mir diese Plagegeister wieder eingeschleppt. An verschiedenen Acropora Korallen entstand dadurch erheblicher Schaden und die Vermehrung ging rasant voran, so dass ich gezwungen war, diese einzudämmen.

Der Hauptunterschied zu meinem vorher bestehenden Becken, ist der, dass es sehr nährstoffarm betrieben wird. D.h. das Wasser weißt nahezu keine Belastungen an PO4 und NO3 auf. Spurenelemente kommen nur noch sehr selten zum Einsatz, damit die natürliche Farbausbildung bei den Korallen erhalten bleibt und nicht in Braun umschlägt.
Diese Braunfärbung resultiert in erster Linie aus der Dichte der Zooxanthellen im Gewebe. Sind viele Nährstoffe vorhanden, so wird das Wachstum der Zooxanthellen begünstigt. Das Ergebnis stellt sich in der Färbung der Korallen mit einem einheitlichen Braun dar.

Verschiedene Elemente - unter anderem auch die Zugabe von Jod sind neben vielen anderen Parametern dafür verantwortlich dass sich die Dichte der Zooxanthellen im Gewebe verstärkt. Aus heutiger Sicht würde ich diese Behandlungsmethode in meinem jetzigen Becken nicht mehr anwenden, da sich diese sehr negativ auf die Färbung der SPS auswirken würde.

Um dem Befall trotzdem Einhalt zu bieten bin ich dazu übergegangen 4 Sechstreifenlippfische (Pseudocheilinus hexatenia) gleichzeitig einzusetzen. Die Fische sind ständig damit beschäftigt die Korallen abzusuchen und Schädlinge abzuweiden. Innerhalb von wenigen Wochen zeigte sich der gewünschte Erfolg. Der Befall minimierte sich und verschwand von selbst. Bis zum heutigen Tag habe ich keinerlei Befall mehr feststellen können. Das liegt etwa 1 Jahr zurück. Das Thema wurde eindringlich im Meerwasserforum (www.meerwasserforum.com) diskutiert. Die dabei gewonnenen Erfahrungen decken sich zu 100 % mit den meinigen.

Die damalige Anwendung dieser Methode hat sich bei mir als überaus wirkungsvoll erwiesen. Hier muss jedoch jeder selbst entscheiden, wie wichtig ihm die Färbung der SPS Korallen ist.

Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass die biologische Bekämpfung dieser Plage sicherlich der bessere Weg ist.
Alexander Girz
März 2003



Anmerkung der Redaktion: Wir halten Berichte dieser Art für sehr wichtig, gerade um weitere Informationen über diese Art der Plage zu sammeln, und diese dann an so viele Aquarianer wie möglich weiter zu geben. Die Tiere werden es uns danken.

Wir möchten uns daher sehr herzlich bei Alexander, aber an dieser Stelle auch bei allen anderen die uns immer so gut unterstützen, bedanken. Ein dickes Danke auch an Lars Sebralla, der uns das Foto vom Gelege zur Verfügung gestellt hat :-)

Manuela und Robert
im Juni 2001


Dieser Artikel ist am 17.07.2007 erschienen

Bilder-Galerie Pfeil Zum Seitenanfang
Bisher wurden keine Kommentare abgegeben
Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie Registriert und Angemeldet sein



Werbung
ARKA