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Alternative Futtersorten.....


Oft kommt es vor das gar nicht so wenig Aquarianer Ihren Fischen und Korallen nur eine geringe Auswahl an Futter anbieten. Hierzu gehören die üblichen Flockenfuttermischungen sowie Frostfutter wie Artemia und Mysis. Durch nicht wenige Artikel in den letzten Jahren hat sich aber hier das Bewusstsein, was und wie oft man füttert, stark erweitert. Heute bekommen unsere Fische, allen voran Doktorfische, Löwenzahn oder andere Salate, ab und an sicher auch mal eine Banane. Auch Norialgen finden seit geraumer Zeit nun den Weg zu unseren Fischen.


Durch Aufklärungsarbeit in Berichten, egal ob in Fachzeitschriften oder Internet, wurde hier vieles erreicht so das die Vielzahl unserer Fische heute wesentlich gesünder leben als früher. Oft mag es auch nur die Beschäftigung sein, es gefällt vielen Doktoren nun mal den ganzen Tag Salat zu fressen.
Es hat sich wahrlich viel getan, in den letzten Jahren.

Auch ist man mittlerweile davon weggekommen mehrere futterfreie Tage in der Woche zu machen, in den frühen neunziger Jahren war das noch gang und gäbe. Da musste man noch so auf die Wasserqualität achten, was heute oftmals nicht mehr der Fall ist. Sicher gibt es auch heute noch Aquarien die einen zu hohen Besatz und eine unzureichende Technik aufweisen, so das dort noch gegen Nitrat gekämpft werden muss. Die Regel ist dies aber sicher nicht mehr. Ich sehe heute viel mehr "dickere" und wohlgenährtere Fische als früher, was meine Meinung dazu unterstützt.

Ich möchte Ihnen lieber Leser heute eine ganz andere Sorte Futter vorstellen. Diese Art Futter wird im Handel meist angeboten für die Aufzucht von Jungfischen. Nun dazu verwenden wir es, bis auf eine Ausnahme über die ich nachfolgend noch Berichten werde, nicht.

Zusammengefasst handelt es sich hierbei um Kleinstfutter, teilweise auch Staubfutter genannt.


Futter für die Fische:
Wir verwenden dieses Futter für kleine Fische in der hauptsache Grundeln aus der Gattung Eviota und Trimma, die in letzter Zeit vermehrt von den Philippinen (Insel Cebu) zu uns kommen. Hier hat die deutsche Firma Fauna Marin als eine der ersten überhaupt eine Fangstation nach dem neuen MAC Standard.


Diese Grundeln sind meist kleiner als 1 cm und haben mit der Aufnahme von gefrorenem Artemia meist anfangs ihre Probleme. Es ist einfach zu gross und dazu noch ungewohnt. Gerade die hier gezeigten Futtermittel haben mir dabei einen sehr guten Dienst erwiesen. Alle neuen Grundeln bekamen bei uns einen Mix aus den gezeigten Futtermitteln und frisch geschlüpften Artemianauplien. Später mit der Akklimatisierung im Becken nehmen manche der kleine Grundeln auch gefrorenes Artemia. Wobei man hier bedenken sollte das dieses Futter fast schon so gross ist wie die Grundeln selbst, so das es in meinen Augen nicht die optimale Nahrung darstellt.

Unsere Grundel "Stonogobiops yahsa" zum Beispiel kommt sofort raus wenn das rotfarbene Cyclop Eeze ins Wasser kommt. Ohnehin ist diese zarte Grundel bei uns bei weitem nicht so scheu wie manche Autoren bisher geschrieben haben. Wenn auch es über dieses Tier noch sehr wenig Berichte gibt. Erstmals beschrieben von Michael Mrutzek als Stonogobiops spp. in der Zeitschrift das Aquarium im Jahre 2001, kam in der Januarausabe 2003 der Koralle ein kurzes Porträt in der Rubrik "Raritäten". Wir pflegen sie zusammen mit 25 anderen Fischen, teils auch grossen Doktorfischen, in einem 1000 Liter Becken. Wichtig ist das die Grundel eine Höhle findet wo sie rausschauen kann :-) Man sollte sie zusammen mit einen Randalli Krebs halten, da das Verhalten der Grundel dann noch interessanter, und nicht mehr so scheu ist. Optimaler wäre es natürlich ein kleines ruhiges Becken für diese doch zarte Grundel zu bieten!

Futter für Korallen:
Seit dem wir die gezeigten Futtermittel verwenden zeigen gerade grosspolypige Steinkorallen ein mind. doppelt so gutes Wachstum wie vorher. Daher gehe ich davon aus das diese vor allem das feine Futter sehr gut verwerten können. Ich bin auch davon überzeugt das kleinpolypige Steinkorallen dieses Futter aktiv aufnehmen, was ihnen letztlich auch zu gute kommt. Da man die Staubfuttersorten nicht so gezielt geben kann, wachsen natürlich dann auch die sog. Plagegeister wie Glasrosen sehr viel besser als vorher.



Futter für Filtrierer:
Ich bin nach vielen Gesprächen und einem regen Erfahrungsaustausch mit Frank Diehl (siehe unter Interviews) heute der Meinung das manche der hier gezeigten Futtersorten ganz wichtig sind im Bezug auf filtrierende Korallen oder Gorgonien. Frank Diehl zeigte mir wunderbar auf das sich Gorgonien die bisher als nicht haltbar angesehen wurden, nun sogar Wachstum zeigen. Aber Achtung, diese Thematik ist so speziell das ich in diesem Artikel darauf nicht näher eingehen möchte. Es ist mit diesen Futtermitteln mehr möglich als man allgemein annimmt, vor allem im Bezug auf Gorgonien.

Natürlich sind diese Futtersorten allesamt Wasserbelastend. Aber welches Futter ist das nicht ?

Dennoch sehe ich nach nun 8 Monaten das die Tiere sich wesentlich wohler fühlen als vorher. Manche Fische sind regelrecht vernarrt in einige der Futtersorten. Anfänglich stiegen die Nitratwerte, sogar im kleinen Becken bis auf 40 Nitrat an. Dann aber mit einem starken Wachstum von Schwämmen gingen die Werte wieder bis auf 0 Nitrat zurück. Das Wachstum der Schwämme hat den Vorteil das man eben auch gleich über diese selbst filtert :-)

Zu den genannten Futtersorten kommt seit kurzer Zeit noch Plankton hinzu. Zum einen Nannochloropsis das wir selber ziehen, aber auch andere käufliche Planktonprodukte. Der Hintergrund ist ein Versuch, den wir zusammen mit Frank Diehl gemacht haben, im Bezug auf die Haltung von Haarsternen. Es ging hierbei darum was genau die Haltung ermöglichen könnte. Ob es eben nur am Plankton liegt, oder ob noch andere Faktoren oder sogar Futtersorten hier Einfluss nehmen können.

Cyclop-Eeze®
Cyclop-Eeze® enthalten mindestens 3.000ppm (bis zu 7500ppm) Astaxanthene (Carotenoid). Es führt auf eine natürliche Weise zu einer hervorragende Hautpigmentierung und einer sehr intensiven Rotfärbung. Cyclop-Eeze® enthalten einen 40 mal höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren als frisch geschlüpfte Artemia. Sie haben durch dies ebenfalls das höchste bekannte natürliche Vorkommen an Omega 3 Fettsäuren. Sie sorgen für ein sehr rasches Wachstum, eine hohe Widerstandskraft gegen Krankheiten und für eine hervorragende Laichbereitschaft. Cyclop-Eeze® ist reich an unterschiedlichen natürlichen Lockstoffen wie Betain und mehreren verschiedenen Aminosäuren.


Dorswal - Schwebefutter
Es handelt sich hierbei um ein Futter das, wie der Name schon sagt, lange in der Schwebe bleibt.
Analyse:
Wasser 3,2% Roheiweiss 71%, Rohfett 8%, Asche 12%, verd. Eiweiss cirka 64%, Stärke 77%

Wir stellen es zwar vor, verwendeten dieses aber nicht sehr lange.

 

Baby Star
Baby Star ist ein Brut- und Aufzuchtfutter für alle Zierfische. Es soll laut Hersteller Lebendfutter wie Artemia ersetzen.

Inhalt:
Eiweiß: mind. 56%
Fett: mind 18,5 %
alle essentiellen Vitamine und Fettsäuren.
Das Futter gibt es in 5 verschiedenen Größen, bis 3mm.

Wir setzten dieses Futter weniger für Fische sondern eher für die Fütterung der Gorgonien ein. Wobei es heute sicherlich bessere Alternativen gibt... ist es fein genug und sollte Gorgonien als Nahrung dienen.



Brinelife Artemia
Es handelt sich dabei um entkaspulierte Artemia die zur direkten Verfütterung dienen.


Wir verwenden einen Mix aus den hier gezeigten Sorten, wobei Cyclop Eeze den Löwenanteil darstellt. Wichtig wäre noch die Erwähnung das wir alle diese Futtermittel nach Anbruch im Kühlschrank lagern. Vor allem haben uns diese Futtersorten bei der Aufzucht eines Pterapogon kauderni grosse Hilfe geleistet. So war es auch ohne Lobstereier möglich den kleinen mit dem hier beschriebenen Futter gross zu ziehen. Vor allem wieder das Cyclop Eeze kam auch hier sehr gut an. Es stellte mit lebenden Artemianauplien die Hauptnahrung des Jungfisches dar.



Auch Bosmiden eignen sich sehr gut als Futtermitel für Fische und Korallen



So lässt sich zusammenfassend sagen das mit diesen gezeigten Futtermitteln, und mit den schon bekannten Frostfuttersorten, wie Bosmiden, Cyclops oder Lobstereier uns Aquarianern eine reichhaltige Auswahl an feinem Futter zu Verfügung steht.

Manuela Kruppas und Robert Baur, im Juni 2003


Dieser Artikel ist am 25.08.2007 erschienen

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