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Umkehrosmoseanlagen: Wie regeneriert man die Membrane?


Wissenswertes über Umkehrosmoseanlagen
und wie regeneriert man die Membrane?

Einleitung:
Dieser Artikel soll vor allem denen Hilfestellung geben die zum einen sehr alte Anlagen im Betrieb haben, aber auch denen helfen, die merken das ihre Membrane nicht mehr so richtig will und nicht mehr das zurückhält was die Anlage soll.

Kaum ein Leitungswasser hat heute noch so sauberes Wasser und damit eine gute Qualität, das man es uneingeschränkt zur Nutzung in der Meeresaquaristik verwenden könnte. Viele verwenden sogar noch einen nach der der Osmose geschalteten Reinstwasserfilter um den verbliebenen Rest an Silicat zu entfernen. Denn bei vielen war gerade der Reinstwasserfilter des Rätsels Lösung im Bezug auf immer wieder auftretende braune Beläge im Aquarium, besonders auf dem Bodengrund.

Eine Umkehrosmoseanlage entfernt einen Grossteil der organischen, metallischen aber auch mineralischen Stoffe aus dem durchgeführten Wasser. Die Rückhalterate liegt hier im Gro bei bis zu 95%. Die grosse Ausnahme ist Silicat, das nur zu 85% zurückgehalten wird. So kommt bei einen hohen Ausgangswert noch immer genug Silicat ins Becken, das sich unter schlechten Umständen braune Beläge bilden.

Membranen aus Acetat wurden früher oft benutzt. Heute verwendet das kaum mehr jemand, weil diese Membrane zu anfällig gegen Bakterienbefall war. Sie sollten daher auch heute auf dem Markt verschwunden sein und keine Rolle mehr spielen. Die meisten heute verkauften Osmoseanlagen arbeiten mit einer Membrane aus Polyamid/Polysulfon, die ebenfalls resistent gegen Bakterien ist. Die Fa. hw aus Krefeld arbeitet bei ihren Osmoseanlagen mit einer Membrane die aus Polyvinyl gefertigt ist. Diese Membrane soll den Vorteil bieten das sie völlig resistent gegen Bakterien ist, Chlor in geringem Masse verträgt und zudem vor allem mehr Silicat zurückhält als die andere Membranen. Die Rückhalterate bei Silicat liegt laut hw bei ca 94%.

Nach Angaben auf der Homepage von Aqua Medic hält eine Membran bei Leitungswasser mittlerer Härte ca. 3 - 6 Jahre.
 

Infos zum Betrieb:

Um die angegeben Wassermengen zu erreichen müssen aber einige Dinge beachtet werden. Der Wasserdruck der Leitung wo die Anlage angeschlossen werden soll, muss mind. 4 Bar Druck bieten, und nicht unter 10 Grad kalt sein. Sind diese beiden Punkte erfüllt steht dem Betrieb nichts mehr im Wege. Ganz wichtig ist das regelmässige Spülen der Anlage nach und besser auch noch vor dem Gebrauch. Wir spülen unsere Osmose nach Gebrauch immer gute 10 Minuten. Damit spült man
sämtliche aufgehaltenen Verbindungen wieder aus der Membrane aus. Hinzu kommt das eine Membrane nicht eintrocknen sollte. Daher alle Tage mal entweder nutzen oder ab und an mal spülen. 

 


Vorfilter - Kohlefilter:

Zur Ausstattung einer Osmoseanlage gehört heute zum einen ein Vorfilter, (siehe Bild links) und ein Kohelfilter (siehe Bild rechts). Der Kohlefilter ist besonders dann wichtig wenn man Chlor im Leitungswasser hat. Der Vorfilter ist allerdings unserer Ansicht nach besonders wichtig da er die Membrane vor Verunreinigungen und groben Schmutz schützt. Da diese Vorfilter meist nicht lange halten, tauschen wir unseren mittlerweile regelmässig alle 4 - 6 Monate, je nach Wasserbedarf. Wer sich mal die Mühe machen will einen gebrauchten Vorfilter aufzuschneiden, weiss was wir damit meinen. Händler wie Michael Mrutzek zum Beispiel müssen aufgrund der Wassermengen die dort durchlaufen ihre Vorfilter alle vier Wochen erneuern. Ist der Vorfilter hinüber lässt zum einen die Leistung an sich nach, aber es kommt auch zu der Verunreinigung der Membrane. Das wieder herum führt dann zu Leistungseinbussen im gesamtem, so das man durchaus wieder Stoffe ins Osmosewasser bekommt die man gar nicht möchte. Ist die Membrane dann komplett hinüber so bleibt nur der Kauf einer neuen, oder gleich einer neuen Anlage da es preislich kaum einen grossen Unterschied macht.

Gerade die vielen Mails die wir immer wieder zu Algenplagen bekommen lassen den Schluss zu das dieses Thema, den Vorfilter regelmässig zu tauschen, allzu oft auf die leichte Schulter genommen wird.

Ein weiterer nicht unwichtiger Hinweis kommt von der Internetseite der Fa. Aqua Medic: Auch das Spülventil unterliegt einem Verschleiss. Wenn die Abwassermenge zu gering wird, ist das Ventil verkalkt und kann in Säure (Essig) entkalkt werden. Steigt die Abwassermenge dagegen an, muß das Ventil ausgetauscht werden.
 

Überprüfen der Leistungsfähigkeit:

Was aber nun tun wenn die Leistung der Anlage nachlässt und die angegebenen Werte nicht mehr erreicht werden? Als erstes sollte man daraufhin prüfen ob die Anlage noch die Leistung bringt die sie bringen müsste. Dazu braucht man nur einen Gesamthärtetest (GH) der ansonsten eigentlich eher im Süsswasser eine Rolle spielt. Man misst nun zuerst das Ausgangswasser, also das Leitungswasser. Danach misst man das Wasser das aus der Anlage kommt, also das Reinwasser. Dieses Reinwasser sollte nun 95% vom dem haben was das Leitungswasser hatte.

Ein Beispiel:

Ausgangswasser: 10 GH
Reinwasser:       0,5 GH

Bei diesen Werten wäre die Membrane noch in allerbester Ordnung. 
 

Reinigung der Membrane:

Was aber nun tun wenn diese Werte nicht mehr erreicht werden und keine 95% zurückgehalten werden? Im folgenden möchten wir einen kleinen Tip geben den wir vor einigen Jahren in der Fachzeitschrift der Meerwasseraquarianer gelesen haben und auch erfolgreich so anwenden konnten.

Viele empfehlen eine Membrane über Nacht einfach in Essig zu legen. Dieses brachte aber nicht den gewünschten Erfolg. Sicher verbesserte sich das Ergebnis, aber nicht so sehr wie bei der folgenden Empfehlung.

Viel besser geeignet ist unser Ansicht nach handelsüblich Zitronensäure 1% welche man in jeder Apotheke bekommen sollte. Gut dran ist nun der der seinen Vorfilter aufmachen kann. Denn dort hinein füllt man die Zitronensäure. Wichtig ist das die Zitronensäure mind. 25 Grad hat, besser noch mehr. Nun spült man die Osmoseanlage. Achtung ! Ein evtl. vorhandener Kohlefilter muss selbstverständlich vorher entfernt werden.

Für die jenigen die ihren Vorfilter nicht öffnen können, bleibt nur der Weg eine sehr starke Strömungspume anzuschliessen und dann die Zitronensäure mit Druck durch die Anlage zu pumpen. Hierzu eignet sich ein extra Eimer in dem man die Zitronensäue geben kann. Auch hier muss ein evtl. Kohlefilter entfernt werden.

Voila :-)

Nach dem üblichen Spülen von mind. 15 Minuten mit Leitungswasser sollte man zur Sicherheit nochmals messen. Ist der Wert des Reinwassers nicht wesentlich höher als vorher, und weit von den 95% entfernt, lässt sich die Membrane nicht mehr regenerieren und muss erneuert werden.
 
 


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Manuela Kruppas und Robert Baur, 08.März 2003, (c) Korallenriff.de

 

 


Dieser Artikel ist am 15.08.2007 erschienen

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