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3. Internationale Tage der Meerwasseraquaristik


Bekannte Namen der Meerwasserszene, wie etwa Julian Sprung, Dietrich Stüber, Peter Wilkens, Hans-Werner Balling, Joachim Grosskopf oder Dieter Brockmann sowie viele andere, sind sicher ein Grund zu Pfingsten den Weg von Tirol nach Strasbourg auf sich zu nehmen um die 3. Internationalen Tage der Meerwasseraquaristik der französischen Aquarienvereinigung Récif France zu besuchen. Besonders dann, wenn einem – wie in meinem Falle durch den Schweizer Kollegen Ruedi aus dem Meerwasserforum - das Angebot gemacht wird, in seinem Wohnmobil mitzufahren....

Eines vorweg, die französischen Kollegen der Récife France rund um den Präsidenten Jean-Claude Ringwald und Jean Jacques Eckert hatten wieder einmal eine sehr gute Veranstaltung auf die Beine gestellt.

Und so machte ich mich denn bereits am Freitag auf den Weg und legte am Bodensee einen Zwischenstop ein, wo meine Frau und die Kinder das Wochenende bei meinen Eltern verbringen wollten. Am Samstag fuhr ich dann recht früh los und nach einer zügigen Fahrt traf ich bei Ruedi in der Nähe von Basel ein. Nach einer „Besichtigung“ seines Beckens und etwas Fachsimpelei setzten wir die Fahrt mit seinem Wohnmobil in Richtung Strasbourg/Elsaß fort.

Nach einem Zwischenstop bei einem Weinbauern um ein paar gute Tropfen einzukaufen (logischerweise nutzt man so eine Fahrt natürlich auch in diese Richtung aus), trafen wir gegen 14.00 Uhr in Illkirch ein. Ort der Veranstaltung war der Salle des Fetes des südlich von Strasbourg gelegenen „Vorortes“. Hier bekamen wir nach der Bezahlung des Tagungsbeitrages (der auch die Mittag und Abendessen enthielt!) noch die Tagungsunterlagen sowie verschiedene Produkte ausgehändigt. Leider hatte sich die Gruppe der Meerwasseraquarianer aus dem Forum, die ursprünglich geplant hatte sich dort zu treffen, stark reduziert. Letztendlich waren neben uns beiden noch Tabata2 (Monica) und Ulrike Hardt sowie Heinz E. anwesend – ach ja und natürlich nicht zu vergessen - auch der im Forum schreibende Hans-Werner Balling! Dieser hielt auch dann gleich – nach einer kurzen Begrüßung durch J.C. Ringwald - den „Einführungsvortrag“ über die von ihm entwickelte „Ballingmethode“: Mineralstoffe im Riffaquarium, Ergänzung, Wechselwirkung, Messung.

Für die französischen Teilnehmer übersetzte J.J. Eckert „live“ ins französische, was vor allem aufgrund des unterschiedlichen Satzbaues der beiden Sprachen und oftmals noch zusätzlich erschwert durch die Satzlänge kein leichtes Unterfangen war. Dazu kam noch die Hitze, die allen Teilnehmern zu schaffen machte, dafür aber der Bar zu guten Umsätzen verhalf. Wer allerdings der beiden Sprachen mächtig war, konnte selbst feststellen, dass J.J. Eckert seine Sache wirklich ausgezeichnet machte.

Dann folgte der Vortrag von Daniela Stettler, die über die Pflege und Vermehrung ihrer  Tubastrea berichtete. Wer bereits letztes Jahr in Sindelfingen war, kannte die beiden Vorträge schon, allerdings hatte H.W. Balling dieses Mal den Vortrag auf eine Power point Präsentation umgestellt und

Daniela Stettler war wesentlich weniger nervös als bei ihrem aller ersten Auftritt vor Publikum in Sindelfingen, als auch die Technik nicht ganz mitspielte.

Den „Abschluss“ des ersten Tages bildete dann der Vortrag von „Urgestein“ (O-Ton J.C. Ringwald bei der Ehrung) Dietrich Stüber aus Berlin. Er sprach zum Thema Phosphat Nitrat, schädliche Inhaltsstoffe eine Meerwasseraquariums und seine Erfahrungen und Beobachtungen hierzu.

Danach ging es über zum Abendessen, bei dem sich die Fachgespräche und Diskussionen an den einzelnen Tischen fortsetzten.

Am Sonntag Vormittag startete die Reihe der Vorträge mit Heiko Blessin (Marketingleiter bei JBL), der über die Forschung für die Meerwasseraquaristik mit Beispielen aus Australien, Südostasien und der Karibik berichtete. Begleitet war der Vortrag von zahlreichen schönen (vor allem) Unterwasseraufnahmen. In den Pausen zwischen den Vorträgen bot sich Zeit um sich zu erfrischen/regenerieren/Flüssigkeit nachtanken (puh diese Hitze), zum Gespräch untereinander und mit den Referenten sowie zum Besuch der kleinen Ausstellung, in der sich verschiedene Firmen präsentierten: ein französischer Buchhändler (die meisten Bücher allerdings auf französisch, nur wenige englische und keine deutschen), Tropic Marin, Tunze, marine art (unter anderem Korallen, www.marineart.de), Daniel Knop (seine Bücher) und Aquarium Systems. Weiters waren im Vortragssaal Produkte der französischen Firma Aquavie ausgestellt.

Unter anderem signierte auch Julian Sprung (am Stand seines Sponsors Aquarium Systems) für Interessierte seine Bücher, dabei zeigte er, dass er auch gut zeichnen kann.Die persönlich Widmung verzierte Sprung noch mit kleinen Zeichnungen – hier entsteht in kürzester Zeit ein Mandarinfisch

Der nächste Referent war Dirk Petersen, der über sein Projekt „SECORE, ein Beitrag zur Erhaltung der Korallenriffe“ berichtete. Bei diesem Projekt geht es um Sexual Coral Reproduktion, einem Projekt, das er zusammen mit zwei Kollegen (Michael Laterveer und David van Bergen) sowie dem Rotterdamer Zoo, der Uni Essen, dem Cuarcao Sea Aquarium und mehreren Zoos durchführt. Ziel soll die geschlechtliche Vermehrung von Steinkorallen in Gefangenschaft sein, um die Entnahme in der freien Natur - für aquaristische Zwecke - zu verringern, gefährdete Arten nachzuziehen und geschädigte Riffe wiederherzustellen.

Nach dem Essen folgte der Vortrag von Julian Sprung „Neue Erkenntnisse über die Haltung von Goniopora spp. und Alveopora spp. im Aquarium“. Den Veranstaltern war es gelungen – nicht zuletzt durch Sponsoring von Seiten der Firma aquariumsystems und durch Verzicht von Sprung auf sein Honorar – den bekannten Autor und Meerwasseraquarianer bereits zum dritten Mal nach Strasbourg zu bringen.Hier zeigte sich das „international“ ganz deutlich: während Julian Sprung sein Referat natürlich in englisch vortrug übersetzten J. C. Ringwald (ins französische) und J.J. Eckert (deutsch) den Text in einer genialen „trippel-Conference“.


Da Joachim Grosskopf Vormittags angerufen hatte, dass er mit einer Autopanne liegen geblieben sei und nicht wüsste bis wann er eintreffen würde, wurde umgeplant und der Vortrag von Dieter Brockmann vorgezogen, der sein Riffdachaquarium präsentierte. (es soll nicht unerwähnt bleiben, dass J. Grosskopf kurz vor Beginn des Referates von D. Brockmann eingetroffen ist)


Den Abschluss der Vorträge am Sonntag bildete Werner Baumeister, der für Graig Bingman eingesprungen war und über die Karibik und ihre Unterwasserwelt referierte. Anschließend gab es eine kleine Feier mit Ehrung der Referenten sowie Aperitiv und Abendessen.

Die Vorträge am Monntag begannen dann mit Joachim Grosskopf, der über die Möglichkeit der Nachzucht von Tieren (Fische, Garnelen) und die damit verbundenen Schwierigkeiten berichtete

Es folgte Lars Sebralla über „Kalkwasser versus Kalkreaktor, pro und kontra“ und dann als Schlusspunkt noch einmal Julian Sprung mit dem Thema „Nano-Nano: physische, chemische und technische Aspekte der
modernen Microaquarien“ in dem er in die Thematik der Miniaquarien zwischen 80 und einem Liter näher einging.

Nach dem anschließenden Mittagessen traten Ruedi und ich wieder die Heimreise an.

Alles in allem waren die „Internationalen Tage der Meerwasseraquaristik“ eine Reise wert (trotz der Hitze) und den Leuten der Récif France rund um J. C. Ringwald und J. J. Eckert ist es gelungen wieder nahmhafte Referenten und Personen aus der Meerwasseraquaristik nach Strasbourg zu holen, und in einer gut organisierten Veranstaltung zahlreiche Aquarianer aus mehreren Ländern zu einem Erfahrungsaustausch und Treffen/Kennenlernen zusammenzubringen. Insgesamt waren bei den einzelnen Vorträgen jeweils zwischen 120 und 150 Zuhörer anwesend.

Markus Köchle, Tirol am 13.06.2003

 


Dieser Artikel ist am 12.08.2007 erschienen

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