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Unsere ersten Erfahrungen mit roten Cyanobakterien


Wir werden oftmals gefragt was man gegen rote Schmieralgen (rote Cyanobakterien) machen kann die plötzlich im Becken auftreten.



Das Auftreten der roten Cyanobakterien ist bei den meisten Aquarianern die sich an uns gewendet haben vorwiegend am Boden. Wir selber hatten zum Glück noch keine, tun aber auch alles dafür das wir ein entstehen dieser Batierien bisher verhindern konnten.

Dieser Artikel richtet sich aber vornehmlich an diejenigen die anhand ihrer gemessenen Werte nicht weiterkommen, da diese in Ordnung sind. Denn Derjenige, der zu hohe Phosphat und Nitratwerte hat, weiss sicherlich das man diese erst korrigieren muss. Phosphat sollte in unseren Riffaquarien kaum nachweisbar sein. Die Betonung liegt auf kaum, denn ohne Phosphat gibt es auch meist kein Leben. Es sollte mit einem normalen Wassertest (Tropic Marin, Salifert noch besser und genauer ist der von Rowa/Merck) nicht nachweisbar sein.


Hier möchte ich nun einige Möglichkeiten aufführen bei denen rote Cyanos auftreten können

1. Zuviel Dreick im Boden

Schuld daran ist meiner Meinung nach der im Boden befindliche Detrius. Wäre kein Detrius vorhanden, würden wohl auch keine Schmieralgen wachsen. Durch Fischausscheidungen etc., bildet sich auch im Meerwasser Dreck, der im Boden liegen bleibt. Es ist eine irrige Annahme das es nur im Süsswasser nötig ist, den Boden sauber zu halten. Denn auch hier machen die Fische Dreck... Und dieser Dreck im Boden bildet dann auf lange Zeit die Grundlage dafür, das die Schmieralgen wachsen können. An ein verschobenes Lichtspektrum glaube ich selber nicht, es könnte aber sicherlich mit der Auslöser für so eine Plage werden.

2. Schlechte Wasserwerte

Ein weitere Möglichkeit ist natürlich das zu hohe Phosphat und Nitratwerte verantwortlich sein können. Meist auch dann beide zusammen.
Hier muss man einfach nur messen, dann ist man ein Stück schlauer. Das aber nur der Erwähnung halber....

3. Super Wasserwerte ;-)

Besonders in langjährigen Aquarien, vorwiegend mit sehr guten Wasserwerten, sprich wenig bis kein Nitrat tritt eben auch diese Cyanobakterien auf. Einige reden bzw. schreiben hier von einer Reinstwasserform der Alge, was ich so durchaus bestätigen kann und möchte. Denn hier ist es einfach so das der ganze Stickstoffhaushalt gestört zu sein scheint.


Ich kenne mittlerweile einige Aquarien in denen gerade mal einige Fische schwimmen, und ein leistungsstarker Abschäumer seinen Dienst verrichtet. Meist sind in diesen Aquarien die Werte bombig, Nitrat ist gar keines vorhanden.

Was uns wichtig erscheint ist dass im Beckenmileu eine krasse Veränderung herbei geführt werden sollte. Das können die Bakterien nicht ab

Man kann nun einerseits die Belastung erhöhen, ein gutes Mittel gerade bei Becken die nahe null Phosphat und Nitrat gefahren werden.

Dies entweder durch einen vermehrten Fischbesatz, reduzierung der Abschäumung, oder aber durch künstliche Erhöhung des Nitratwertes. Hier eignet sich zum Beispiel Calziumnitrat. Allerdings sollte der ungeübte sehr vorsichtig sein. Eine weitere Möglichkeit ist die Zugabe von Harnstoff. Hier ist die Dosierung noch schwerer da sich Harnstoff erst umwandeln muss, und dieses nicht sofort geschieht. Es dauert ca. zwei Tage bis sich die Zugabe von Harnstoff im Aquarium auswirkt. Hier ist als ein gutes Händchen von nöten. Ein wenig probieren und langsames steigern der Menge ist sehr hilfreich.

Man muss bedenken das gerade Korallen selber auch Phosphat (wenn auch nur sehr wenig) brauchen um zu wachsen. Hier muss ein guter Mittelwert gefunden werden. Ich selber testete damals recht viel mit Acroporas. Auch hier ist dasselbe zu beobachten.


Zusammenfassend:

Regelmässiges absaugen des Drecks, welches gut mit einem sehr großen Schlauch, oder mit einem Filter funktioniert. Bitte nicht den ganzen Bodengrund auf einmal absaugen, immer nur ein viertel das sichtbaren Bodengrundes im Aquarium. Der Grund liegt darin das meist auch Tiere im Aquarium leben die sich von den im Boden lebenden Tieren ernähren und dann Schwierigkeiten hätten noch genug zu finden. Ich denke das eine gewisse Regelmässigkeit - wie so oft - dem Becken sicher gut tun wird.

Wir haben, auch auf die Gefahr hin das wir Kieselalgen bekommen, erst vor einigen Tagen den Bodengrund komplett gewechselt. Es ist kaum zu glauben was da nach nur knapp einem Jahr an Dreck zum Vorschein kommt. Und es ist schon ein sehr starker Unterschied, nun ist das Becken wieder sehr viel heller.

Brennerwechsel nach spätestens 12 Monaten, da Brenner sowieso einmal im Jahr gewechselt werden sollten, wollte ich diese Möglichkeit hier an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen.

Wasserparameter beachten, wohl der wichtigste Teil. Da es sich meist um zu sauberes Wasser handelt, sollte man hier dann alles nötige veranlassen um den Nitratwert anzuheben. Denn meist ist das der hauptäschliche Grund für eine rote Cyanoplage. Wichtig ist die Werte genau zu kennen um auszuschliessen das es wirklich an einem nahe Null Werten liegt.

Von dem Einsatz mit Mitteln gegen Cyanos selber halte ich nicht soviel. Dies mag zwar helfen, oder dem einen oder anderen auch schon geholfen haben, aber wenn dann muss man auch die Ursache selber suchen und abstellen. Ich möchte hier gerne noch empfehlen nicht alle dieser aufgeführten Methoden und Möglichkeiten auf einmal zu machen. Wie immer im Meerwasserbereich sollte man nicht alles auf einmal ändern sondern immer nach und nach. Denn eine zu große Änderung könnte zu weiteren Problemen führen.
Mit Einstellen der ganzen Parameter, wird sich früher oder später ein Erfolg abzeichnen, und die roten Cyanos gehen zurück.


Robert Baur-Kruppas, Mai 2001


Dieser Artikel ist am 17.07.2007 erschienen

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