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Ein Aufenthalt in Portugal und seine Folgen


Was gibt es schöneres als das Meer, oder erst recht: an diesem zu wohnen? Da sich diese Gelegenheit anbot, genutzt zu werden, entstand der nun folgende Bericht:

Ich verbringe meine Zeit derzeit im Norden Portugals, an der schönen Atlantikküste. Da ich hier ein halbes Jahr verweilen werde, gesellte sich natürlich auch rasch ein kleines Aquarium zum Inventar: 20 Liter, Lampe, Deckelfilter, so viel zur Technik. Keine große Nummer also. Die Idee: Ein Meerwasseraquarium einzurichten und am Laufen zu halten, ohne irgendetwas dafür zu kaufen (außer dem Becken und Futter), oder ein Arsenal an Maschinen zu Wasseraufbereitung aufzustellen.


Letztere übernimmt nämlich das Meer. Wöchentlich mit Kanister die zehn Minuten zum Strand herunter laufend, scheute ich also mehr Kosten als Mühen. Entspannend ist es allemal, an einem sonnigen Tag zwischen Felsen herum zuklettern und bei Ebbe mit einem Kescher vor Wasserlöchern zu hocken.


Folglich stammen auch Einrichtung und Besatz komplett aus eigenem Fang. Einige Steine mit Kalkrotalgen, Seetang, Sand und Schnecken, sowie drei Felsgarnelen, zwei Einsiedler, zwei (wie ich vermute) Blennis, eine Anemone, eine Krabbe. Letztere stellten zwar gewisse Risikofaktoren dar, Unfälle mit Insassen blieben bislang aber aus.

Anfangs gab es der Anemonen zwei, doch brachte ich die violette schnell zurück ins große Weite, da sie gar zu aktiv nach Beute suchte. Die andere ist grün mit pink eingefärbten Spitzen, was sich unter dem schwachen künstlichen Licht leider nicht so gut sehen lässt. Sie verhält sich wesentlich passiver und zieht es vor, vorbeischwimmendes einzusammeln.


Alle Tiere nahmen sofort Futter an, Frost- wie Flockenfutter, und zeigten keinerlei Anpassungsschwierigkeiten. Am leichtesten ließen sich die Garnelen fangen, da sie mir bereits bei der Suche nach ihnen um die Füße schwirrten. Mehr als Hand aufhalten und in den Kescher schubsen war also nicht nötig. Wie auf den Bildern zu sehen, tragen zwei der Garnelen ständig Eier mit sich rum, langweilig scheint es ihnen also nicht zu sein.

Die Krabbe (oder sagt man Krebs?) läuft zwar alles um und klettert auch schonmal über die Anemone in den Filter, Angriffe auf die anderen Tiere konnte ich aber noch nicht beobachten. Aber sie krabbelt (oder sagt man krebst?) ja auch erst seit vier Tagen ihre Runden. Über die Blennis gibt es nicht viel zu berichten, sie schwimmen weniger als sie hüpfen, und sie haben ständig Hunger.

Erfreulich blieben bis dato jedwede Krankheiten bei den Tieren aus, es gab keine Algenprobleme oder sonstige "Wasserunstimmigkeiten". Nichtmal die Frontscheibe nimmt einem wochenlanges Nicht-Putzen übel. Die Verwendung echten Meerwassers erspart einem also so manchen technischen und chemischen Aufwand, Experiment erfolgreich.


Da ich in wenigen Monaten wieder zu den Daheimgebliebenen stoßen werde, und die Garnelen zu klein für die Pfanne sind, werden wohl alle am Ende den Weg zurück in den Ozean finden. Denn, was gibt es schöneres als das Meer, oder in diesem zu wohnen?

Tobias Feige

Bitte beachten Sie weitere Bilder in der Galerie 


Dieser Artikel ist am 04.08.2007 erschienen

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