Was gibt es schöneres als das Meer, oder erst recht: an diesem zu wohnen? Da sich diese Gelegenheit anbot, genutzt zu werden, entstand der nun folgende Bericht:
Ich verbringe meine Zeit derzeit im Norden Portugals, an der schönen Atlantikküste. Da ich hier ein halbes Jahr verweilen werde, gesellte sich natürlich auch rasch ein kleines Aquarium zum Inventar: 20 Liter, Lampe, Deckelfilter, so viel zur Technik. Keine große Nummer also. Die Idee: Ein Meerwasseraquarium einzurichten und am Laufen zu halten, ohne irgendetwas dafür zu kaufen (außer dem Becken und Futter), oder ein Arsenal an Maschinen zu Wasseraufbereitung aufzustellen.
Folglich stammen auch Einrichtung und Besatz komplett aus eigenem Fang. Einige Steine mit Kalkrotalgen, Seetang, Sand und Schnecken, sowie drei Felsgarnelen, zwei Einsiedler, zwei (wie ich vermute) Blennis, eine Anemone, eine Krabbe. Letztere stellten zwar gewisse Risikofaktoren dar, Unfälle mit Insassen blieben bislang aber aus.
Anfangs gab es der Anemonen zwei, doch brachte ich die violette schnell zurück ins große Weite, da sie gar zu aktiv nach Beute suchte. Die andere ist grün mit pink eingefärbten Spitzen, was sich unter dem schwachen künstlichen Licht leider nicht so gut sehen lässt. Sie verhält sich wesentlich passiver und zieht es vor, vorbeischwimmendes einzusammeln.
Da ich in wenigen Monaten wieder zu den Daheimgebliebenen stoßen werde, und die Garnelen zu klein für die Pfanne sind, werden wohl alle am Ende den Weg zurück in den Ozean finden. Denn, was gibt es schöneres als das Meer, oder in diesem zu wohnen?
Tobias Feige
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04.08.2007