Korallen-Zuchtcompact-lab Tropic MarinKoelle ZooRicordeaAquafair
Meerwasser-Lexikon Aqua-Buch Aquabilderbuch Facebook

Klein aber oho…. die neue Vlieser-Serie von ClariSea


Zunächst kannte man die Vliesfilter hauptsächlich im Teich- / Koi Bereich, bis vor wenigen Jahren die Firma Theiling mit dem „Rollermat“ die Vliesfilter für jedermann bezahlbar machte und diese auch größentechnisch so waren, dass sie bereits für kleinere- und mittlere Aquarien interessant wurden. Damit hielt die Vliesfiltertechnik nun auch Einzug in das salzige Hobby. Renommierte Marken, wie Royal Exclusiv nahmen sich mit den neuen Dreamboxen 3.0 ebenso der Thematik an. Allerdings hier im High-End Bereich und zwar auch beim Preis und den Abmessungen. In diese Lücke schlüpft nun ein kleiner, aber smarter Hersteller aus England. ClariSea möchte, dass seine Vliesfilter für jedes Aquarium funktionieren und hat sich deshalb Ihre Konstruktion auch patentieren lassen. Grund genug für uns, die Filter für Euch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen 
 
 
Nun bevor man etwas testen kann, muss man es erst einmal bekommen. Das war in diesem Fall alles andere als einfach. Nach längerer Internetrecherche wurden wir nicht wirklich fündig uns schrieben daher den Hersteller direkt an, welcher uns berichtete, dass alle Filter vergriffen seien. Diese erste Batch sei sozusagen noch „Handmade“ gewesen und es würde nun ein potenter Produzent für die Massenfertigung gesucht. Dieses könne aber noch einige Wochen dauern. Also keine prickelnden Aussichten. Allerdings waren wir über ein Angebot bei Fischers Riffgrotte gestolpert. Also diesen Händler kontaktiert und „Hurra“, er hatte noch einen einzigen, von ehemals zehn, am Lager. Also den Filter bestellt und gewartet. Wenige Tage später war das gute Stück dann bei uns angekommen.
 
 
Der Filter kommt in komplett montierten Zustand inkl. Vlies. Man muss also nichts anderes machen, als diesen anzuschliessen.
 
Dazu stehen prinzipiell vier Möglichkeiten zur Verfügung:
 
- Im Hauptschluss z.B. über die Rückführung im Wasserkreislauf (Befüllung über  
  Gravitation)
- Im Nebenschluss mittels Bypass im Rücklauf (Befüllung über Gravitation und Kugelhahn)
- Im Hauptschluss mit entsprechend dimensionierter Pumpe (Befüllung aktiv mit Pumpe)
- Im Nebenschluss mittels Bypass an Pumpe (Befüllung aktiv mit Pumpe über Kugelhahn)
 
Anders als z.B. beim Rollermat der Fa. Theiling, kann dieser Filter jedoch nicht extern betrieben werden. D.h. man muss diesen entweder in einem Technikbecken, im Aquarium selbst oder einer externen „Wanne“ o.ä. betreiben. Dieses liegt darin, dass das Zu- und Ablaufmanagemnet keinen anderen Betrieb ermöglicht.
Ich musste mich aus Platzgründen und da ich nur eine Pumpe betreiben möchte, für die Variante 4 entscheiden. Die beste Effizienz erreicht man sicher, sowohl energetisch, als auch hinsichtlich des Frachtaustrags, mit den ersten beiden Varianten. Mit der Variante 4 bin ich hier sicherlich leider bei der schlechtesten von allen gelandet. Aber „so what“ man kann manchmal im Leben nicht alles haben.
Da ich eine RE Dreambox im Einsatz habe, ist der Platz für so einen Filter eigentlich gar nicht da. Und daher hatte ich mich auch für den kleinsten der ClariSea - Reihe, den SK-10, entschieden. Im ersten Anlauf dachte ich auch schon, dass selbst dieser nicht passen würde (trotz vorherigem Ausmessen). Erst als ich die Einhängehalterungen entfernt- und mir Auflegestreben geklebt hatte, ging er auf den Zentimeter doch noch rein - was für ein Raumwunder.
 
Die gelungenste Miniaturisierung, welche ich seit langem in der Aquaristik gesehen habe.
 
Nun, sicher werden sie sich als Leser nun fragen, was denn genau das besondere an diesen Filtern von ClariSea ist. Unserer Überzeugung nach eindeutig, die clevere Miniaturisierung aller notwendigen Komponenten. Der Filter schafft es, alle Elemente auf engstem Raum, jedoch ohne Einbußen in der Funktion oder Sicherheit, unterzubringen. Und das ist eine Leistung, welche wir absolut anerkennen, weil man sich hier tatsächlich richtig Gedanken gemacht hat.
 
 
Die Komponenten im Einzelnen:

Zunächst die Abmessungen:
 
 
Viel Platz wird auch dadurch gespart, bzw. wird die Flexibilität dadurch verbessert, dass die Vliesrolle geschwenkt werden kann. Und zwar so, dass sie dem eigenen Platzbedarf optimal angepasst werden kann.
 
 
Die Verteilerplatte:
 
 
Das Wasser wird von unten in den Filter eingeleitet, gelangt in diese Kammer, in welcher zum einen die Strömungsgeschwindigkeit reduziert und somit ein Austragen von Sediment etc. verhindert wird. Ebenso ein Freispülen von bereits am Vlies anhaftenden Teilen. Eine weitere Aufgabe ist die gleichmässige Verteilung des Wasserstroms auf beide Kammern (links und rechts der Vliesbox).
 
Der Schwimmerschalter:
 
 
Setzt sich das Vlies nun auf beiden Seiten zu (Zwangswasserführung, wir kommen gleich darauf), sinkt die Durchlaufleistung durch das Vlies und der Wasserspiegel in den beiden Kammern steigt an. Ab einem gewissen Punkt löst der Schwimmerschalter den Vliesvorschub aus. Die Vorschubzeit ist so gut gewählt, das der Wasserstand kaum bis gar nicht alterniert. Dieses hat den großen Vorteil, dass keine Salinitätsschwankungen auftreten. Wäre dem nicht so und neues Vlies würde großzügiger freigegeben, hätte man nicht nur einen schlechteren Wirkungsgrad, sondern es käme z.B. auf einen Schlag wieder mehr Wasser in den Gesamtkreislauf. Damit würde die automatische Wassernachfüllung nicht auslösen = Salinität im Becken steigt.
 
 
Links unten sieht man den grauen Hartschaumgummiwürfel (was für ein Wort ;-)). Mit diesem wird der Ausgang des Bypass verschlossen. Dieser kann stufenlos geöffnet werden, will man den Filter ganz oder Teilweise aus dem Wasserkreislauf nehmen, bzw. lässt sich der Filter so anpassen wenn dieser z.B. direkt am Ablauf des Wasserkreislaufs sitzt, aber die Wassermenge größer ist, als sie der Filter leisten kann.
 
 
Die Filterbox und Führung des Vlies in U-Form, ermöglicht die sehr kompakte Bauweise. Die Box ist innen hohl. Das Wasser strömt aus beiden Filterkammern durch das Vlies in die Filterbox. 
 
 
Von der Vliesbox, welche an der hinteren Stirnseite einen Ablauf besitzt, in die Ablaufkammer im rückwärtigen Teil des Filters. Damit muss das Wasser über das gespannte Vlies laufen und kann somit durch dieses gefiltert werden. Kommt mehr Wasser, als der Filter verkraftet, oder liegt eine Störung beim Vliesvorschub vor, wird das Wasser über eine Überfallkante direkt in die rückwärtige Ablaufkammer geleitet.
.
Die Highlights aus unserer Sicht:
-Ultra kompakte Bauweise
-Äußerst flexibel durch integrierten Bypass und Notüberlauf
-Innovative Zwangswasserführung durch vertikal gestellte Kassette 
 (U-Form) und damit enormer Platzgewinn in der Fläche
-Einfacher und sicherer Betrieb
-Kleinster kommerziell vertriebener Vliesfilter
-Passt sicher in jedes Technikbecken / Aquarium
-Keine Salinitätsschwankungen, da Vliesvorschub so gering 
 gehalten wird, dass sich der Wasserspiegel immer kurz 
 unterhalb des Schwimmerschalters befindet.
-Optimale Nährstoffkontrolle durch entfernen von organischem 
 Material vor der Nitrifikationskette. Damit kann auf den 
 Einsatz von Absorbern verzichtet, bzw. dieser minimiert werden
-Klares Wasser ohne Trübstoffe
Nachteile:
-Preis
-Betrieb ist nur im Technikbecken oder Aquarium möglich
-Verfügbarkeit (im Moment)
.
Mehr Infos findet Ihr auf der Seite des Herstellers
http://clarisea.eu/de/
.
Eine Review als Video (momentan nur auf deutsch, an der englischen wird gearbeitet) haben wir ebenfalls für Euch erstellt:



Autor: Immo Gerber
.
www.salzwasserwelten.de
.
All rights reserved.

Dieser Artikel ist am 05.06.2017 erschienen

Bilder-Galerie Pfeil Zum Seitenanfang

Kommentare

darkforce
Dabei seit:13.06.2008
Kommentare 
Korallenriff:6
Lexikon:0

Hallo Holger,

das hängt natürlich immer sehr stark von der Wasserbelastung ab und wo der Vlieser im System integriert ist. Bei den meisten wird er wohl, sinnvollerweise ganz am Anfang am Ablauf sein. Meiner ist ja, da technisch bei mir leider nicht anders möglich, im Bypass der Rückförderpumpe. Hier hat das Wasser bereits 7 Filterstrümpfe und den Abschäumer hinter sich gebracht. Insofern ist meine Angabe jetzt sicher mit Vorsicht zu genießen. Andererseits befand ich mich bei der Installation des Filters mitten in der Einfahrphase und es kamen extrem viele Schwebeteilchen von den Algen mit. Wie auch immer, die erste Rolle ist nun nach 1,5 Monaten durch. Denke die Zweite wird rund das Doppelte halten, weil viele Schwebstoffe nun raus sind.

Grüße

Immo
Beitrag vom 23.06.2017 - 18:18 

holle
Dabei seit:07.11.2007
Kommentare 
Korallenriff:7
Lexikon:0

Hallo Immo,

danke für den ausführlichen Bericht. Eine wichtige Frage hätte ich allerdings noch: wie lange hält denn bei Dir ein Vlies-Rolle?

Gruß Holger
Beitrag vom 22.06.2017 - 19:05 

Simm
Dabei seit:03.11.2007
Kommentare 
Korallenriff:13
Lexikon:0

Hallo Immo
Danke für die Antwort. Nur noch ein Tipp
schau dir mal Dji Osmo an, damit kannst du
mit deinem Handy filmen ohne die grauenhaften
Schwenker! Link
Ich konnte den Film nicht gucken so.... Ansonsten
vielen Dank für dein Bericht!
Gruss Andi
Beitrag vom 21.06.2017 - 12:48 

darkforce
Dabei seit:13.06.2008
Kommentare 
Korallenriff:6
Lexikon:0

Hallo Andi,

das offene System ist bei Meerwasser überhaupt kein Problem.
Man riecht faktisch gar nichts. Das hatte auch Theiling, Herr Dr. Schlüter schon erkannt.

Link

So ab Minute 3:35

Grüße
Immo
Beitrag vom 21.06.2017 - 08:39 

Simm
Dabei seit:03.11.2007
Kommentare 
Korallenriff:13
Lexikon:0

Hallo Immo, wie verhält es sich mit dem Geruch des Filters? Da ja eine offene Bauweise ist könnte es wohl Probleme geben!? Ansonsten spannend die kleine Bauweise!

Gruss Andi
Beitrag vom 19.06.2017 - 20:30 

kugelfisch123
Dabei seit:31.08.2010
Kommentare 
Korallenriff:6
Lexikon:0

Hallo miteinander,
tolle Information, gerade das kompacte macht hier den Reiz aus. Bin gespannt auf weiter Infos. Der Video ist wirklich sehr verwackelt, das geht bestimmt noch besser...

salzige grüße
Beitrag vom 15.06.2017 - 13:27 

sea-shepherd
Dabei seit:31.10.2007
Kommentare 
Korallenriff:9
Lexikon:14

Ausführliches informatives Video, aber bei der Schaukelei wird einem schlecht beim zuschauen - sorry
Beitrag vom 06.06.2017 - 21:15 

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie Registriert und Angemeldet sein



Werbung
Extremcorals