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Das Nanoriff: Einrichtung und Grundlagen


Seit einigen Jahren werden Nanoriffbecken immer beliebter. Sei es als Start in die Meeresaquaristik oder als Zweit- oder Drittbecken bei schon bestehendem Hobby. Nanobecken haben Ihren eigenen Reiz da man hier vielmehr auf kleine Dinge achtet, also ganz anders als zumeist in grossen Aquarien in denen auch oft viele Fische schwimmen. Diese ziehen dann meist die Blicke der Pfleger auf sich, so das die kleinen Dinge leicht untergehen. Die kleinen Dinge aber sind das interessante an einem Nanobecken.

Speziell für die Freunde der Nanoriffaquaristik wird Jannes Freiberg eine mehrteilige Reihe veröffentlichen, um nach und nach das relevante über dieses kleine, aber interessante Hobby zu bringen. Das beinhaltet sowohl Informatives über die Beckenwahl, die Technik, und auf was man alles achten sollte. Und natürlich für viele das wichtigste, was für Tiere sich besonders für die kleinen Becken eignen. Es versteht sich von selbst das man nicht jedes Tier das man kaufen kann in so ein Nanobecken setzen kann. Auch kann es zu diverse Problemen bei der Vergesellschaftung untereinander kommen. Jannes selbst betreibt ein kleines Nano als Einstieg in die Aquaristik.

Einleitung:
Bei vielen Leuten kommt heutzutage der Wunsch nach einem Meerwasser-Aquarium auf. Ob das nun in einem Zoogeschäft, bei einem Bekannten oder während einer Fernseh-Reportage geschieht, ist letztlich egal- wichtig ist der plötzlich bestehende Wunsch, auch ein buntes Korallenriff zuhause zu pflegen. Und obwohl ein großes Aquarium wesentlich pflegeleichter und anspruchsloser ist, tauchte in letzter Zeit der Trend zu sogenannten "Nano-Riffaquarien" auf. Und obwohl ich hiermit nochmals darauf verweise, dass man sich selbst einen großen Gefallen tut, das Becken so groß wie möglich zu wählen, will ich doch im Folgenden möglichst Einsteigerfreundlich erklären, wie man ein solches Nano-Riff erfolgreich aufbauen und pflegen kann.

Was ist eigentlich ein Nano-Riff?
Diese Frage wird meist zuerst gestellt, und die Definition ist in der Tat nicht einfach. Ein Nano-Riff ist, zumindest meiner Meinung nach, ein kleines Aquarium von maximal dreißig Liter Inhalt, meist jedoch sind es nur 12-15l. Dieses Becken wird genauso gepflegt wie ein großes und ist mit Korallen, niederen Tieren, ja sogar winzigen Fischen besetzt. Ein Nano-Riff ist, wenn gut aufgebaut, ein winziger, funktionierender Lebensraum, in dem gerade den kleineren Tieren, welche in einem großen Aquarium untergehen würden, mehr Beachtung geschenkt werden kann. Ich bin inzwischen sogar zu dem Schluss gekommen, dass gerade diese kleinen Tiere wesentlich interessanter zu beobachten sind als große, beeindruckende Fische, doch das muss natürlich jeder selbst entscheiden.

Irrtümer und Überlegungen
Zunächst möchte ich, bevor wir uns dem eigentlichen Aufbau des Riffs zuwenden, den geneigten Leser zu einigen Überlegungen anregen und mit etwaigen Irrtümern aufräumen.

Zunächst einmal die vielfach auftretende Behauptung, Nano-Aquarien seien aufgrund der geringen Größe einfacher. Das mag vielleicht in soweit noch stimmen, dass die Reinigung der Scheiben oder die des Filters einfacher ist, andererseits jedoch muss in einem Nano-Becken penibel auf die Wasserwerte geachtet werden- jeder kleine Fehler, jede nicht sofort entfernte Leiche kann das gesamte Becken zum Kippen bringen! Weiterhin besteht nicht im Geringsten die große Auswahl an Tieren, wie man sie von großen Aquarien her kennt- wer ein zu großes Tier(und das fängt meist schon ab 6cm an!) einsetzt, quält dieses nur unnötig, während dieses Tier als starke Belastung des Ökosystems die Wasserwerte vollkommen ruiniert. Und das gilt nicht nur für Fische- auch bei Korallen, Anemonen und Krebstieren muss penibel darauf geachtet werden, dass diese nicht zu groß werden für das kleine Aquarium.

Weiterhin machen diese Mini-Aquarien mehr Arbeit, als man denkt. Wer ein kleines Korallenriff aufbauen möchte, muss immer die Korallen im Blick behalten, damit sie nicht etwa durch zu starkes Wachstum anderen das Licht nehmen, und gegebenenfalls gärtnerisch tätig werden. Gefüttert werden muss natürlich auch regelmäßig, dazu kommt dann der wöchentliche Wasserwechsel, für den das Meerwasser angerührt werden muss.

Und nun zum Schluss noch eine Überlegung, die jeder, der ein Nano-Riff plant und durch meine Beschreibungen noch nicht abgeschreckt ist, einmal machen sollte: "Warum will ich ein kleines Riff? Warum kein großes?" Und bitte seid ehrlich zu euch selbst, und glaubt meinen Ausführungen, wenn ihr darüber nachdenkt- ich weiß, was ich schreibe.

Zu Beginn:
Wer nun immer noch ernsthaft über ein Nano-Riff nachdenkt, sollte sich zunächst einige Grundkenntnisse über Riff-Aquaristik im Allgemeinen aneignen. Hierzu empfehle ich vor allem das 1x1 der Meeresaquaristik sowie das Buch Nano-Riffaquarien von Daniel Knop.

Das richtige Becken, der richtige Ort
Logischerweise gehört zur Planung eines Aquariums auch die Wahl des richtigen Beckens. In der normalen Riff-Aquaristik gilt der Grundsatz: Je größer, desto besser. Auch hier möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass die Nano-Aquaristik nur sehr beschränkten Raum zur Verfügung stellt, der schneller ausgefüllt ist, als man denkt. Wer lieber eine große Artenvielfalt im Aquarium haben will, sollte über ein größeres Aquarium nachdenken.

Die Nano-Aquaristik umfasst alle kleineren Aquarien, die noch unter gebräuchlichen Größen für Riffbecken liegen. Es gibt kein festes Maß für Nano-Aquarien, manche Nano-Becken fassen nur 4,5l, andere mit 100l relativ groß- die gebräuchliche Größe für solche Aquarien liegt zwischen 10 bis 30 Liter.

Glas-Aquarien:
Aquarien aus Glas sind wohl die häufigste Wahl eines angehenden Aquarianers. Es gibt sie in zahlreichen Größen, etwa 30x20x20cm oder auch 30x30x30cm. Die Aquarien werden häufig ohne Abdeckung verkauft, was aber nicht weiter schlimm ist, da ich in einem späteren Kapitel den Bau einer Abdeckung beschreiben werde. Auf jeden Fall sollten hier nur Silikonverklebte Aquarien verwendet werden- es existieren zwar auch ältere Becken mit einer Rahmenkonstruktion, doch diese sollten nicht verwendet werden, da jegliches Metall in der Aquaristik nichts zu suchen hat! JEDES Metall rostet irgendwann, vor allem unter dem dauerhaften Einfluss von Salzwasser, und so können nur allzu leicht diese Metalle ins Wasser gelangen- der sichere Tod für Fische und Wirbellose.

Beispiele:

Plexiglas-Aquarien:
Es gibt auch die etwas teurere Variante, kleine Aquarien aus Plexiglas. Die Scheiben sind "durchsichtiger" als Glasscheiben, zudem wiegt das Plexiglas-Aquarium weniger als ein entsprechendes Glasbecken- doch dieser Umstand fällt eher bei größeren Aquarien ins Gewicht. Plexiglasscheiben haben meiner Meinung nach einen entscheidenden Nachteil: Sie sind sehr empfindlich und werden aus genau dem Grunde schnell stumpf. Selbst bei vorsichtiger Reinigung ist es kaum möglich, Kratzer zu vermeiden, so dass viele Becken nach einiger Zeit einfach unansehnlich werden. Doch dies ist ein Umstand, über den jeder Aquarianer selbst nachdenken muss- es ist durchaus möglich, diese Scheiben mit Watte o.Ä. zu reinigen. Diese Methode ist zwar etwas aufwendiger, vermeidet aber größtenteils Kratzer.

 

 

Komplett-Sets:
Vor allem seit einiger Zeit tauchen im Handel vermehrt kleine Komplett-Sets auf, unter einfallsreichen Titeln wie "Wohnzimmer-Aquarien". Hierbei handelt es sich häufig um Aquarien von etwa 15l-Inhalt, die entweder sechseckig, säulenförmig oder rechteckig sind. Diese Aquarien bestehen aus Plastik oder Plexiglas, so dass auch bei ihnen die vorhin genannten Nachteile entstehen- doch, wie gesagt, es ist durchaus auch möglich, diese Aquarien in einem ansehnlichen Zustand zu erhalten.

 

 



Viele dieser Becken enthalten nur kleine T8-Leuchten, in der Nano-Aquaristik müssen aber mindestens T5-Leuchten verwendet werden (mehr dazu beim Thema "Beleuchtung"). Es gibt durchaus auch Ausnahmen, also Komplettsets mit guter Beleuchtung(etwa HQI-Simulation oder mehrere T5), doch das ist nicht immer der Fall und sollte auf jeden Fall vorher überprüft werden. Ansonsten halte ich diese Aquarien für gut geeignet, da sie in der Regel über einen ausreichenden Filter mit guter Strömung verfügen, eventuell benötigte Kühlung und Heizer können meist mit ein wenig Geschick nachträglich eingebaut werden, ebenso auch kleine Abschäumer.

 


Wichtig: Egal, für welche Art von Aquarium man sich entscheidet: Vor der Verwendung sollte es GRÜNDLICH (aber ohne Putzmittel) gereinigt werden, und mindestens einen Tag lang gefüllt stehen, um eventuelle Lecks festzustellen!

Der richtige Stellplatz
Nachdem Du dich für ein Aquarium entschieden hast, solltest Du dir über den Standplatz Gedanken machen. Es gibt einige Grundsätze, die bei der Planung unbedingt zu beachten sind:

Der Platz sollte stabil sein- ein wackliges Tischchen oder ein Bücherregal ist nicht der richtige Platz, denn bedenke: Ein Aquarium mit 15l-Inhalt kann, mit Bodengrund, Lebendgestein und Steinkorallen leicht 30kg wiegen! Besser ist hier ein stabiler Schrank oder Tisch, auf dem es dauerhaft stehen kann. Ausserdem ist es wichtig, dass das Aquarium leicht zugänglich ist- beim
Wasserwechsel muss es gut erreichbar sein, ebenso bei Arbeiten mit Korallen u.Ä.. Weiterhin muss natürlich ein Stromanschluss in der Nähe sein, für sämtliche Geräte. Und zu guter letzt, das Aquarium darf nicht in der Nähe eines Heizkörpers stehen und sollte so wenig Sonneneinstrahlung bekommen wie möglich, da es sich andernfalls zu sehr aufheizt.

Das Aquarium sollte an einem Platz stehen, wo man es beobachten kann. Man kann es stundenlang beobachten, doch letztlich nur, wenn der Platz auch bequem ist und man sich nicht den Hals verrenken muss. Passt das nicht mit den oben genannten Kriterien zusammen oder kannst Du einen geplanten Platz nicht mehr verwirklichen, so lohnt es sich, darüber nachzudenken, wo Du dich sonst gern aufhältst. Mit ein wenig Fantasie und Möbelrücken ist es sogar möglich, völlig neue Entspannungsorte zu schaffen.

 

Beleuchtung eines Nano-Riffs
Die Beleuchtung ist in so gut wie jedem Meerwasser-Aquarium von entscheidender Bedeutung, um die Bewohner gesund zu erhalten. Viele Korallen und andere sessile Tiere ernähren sich durch in ihren Zellen eingelagerte symbiotische Algen, so genannte Zooxanthellen, die ihrerseits Photosynthese betreiben und dabei Nährstoffe für das betreffende Tier produzieren. Dieser Vorgang setzt natürlich voraus, dass entsprechend genug Licht vorhanden ist, da ansonsten die Algen absterben und die Tiere verhungern- darum ist die Beleuchtung von essentieller Bedeutung. Lediglich in Becken, in denen nur eine Zylinderrose oder ein Krebs gepflegt werden sollen, ist sie unwichtig, doch darauf kommen wir in späteren Kapiteln zu sprechen. Es gibt einige recht passable Beleuchtungsarten auf dem Markt, doch die besten Resultate werden mit den beiden erzielt, die ich hier nun vorstellen möchte- doch zuerst einige kleine Erklärungen.


HQI, T5, T8?

All diese Abkürzungen können gerade für Anfänger recht verwirrend sein, darum möchte ich sie hier kurz erklären.

T8-Röhren
T8-Röhren sind Leuchtstoffröhren, die einen Durchmesser von 26 mm haben und heute vor allem in der Süßwasser-Aquaristik noch Verwendung finden. Sie sind meist aufgrund der geringeren
Lichtausbeute nur bedingt für die Meeres-Aquaristik geeignet. Sie weichen seit Jahren im Meerwasser immer mehr den nachfolgenden T5 Röhren.

 

T5 und T8 im direkten Vergleich
Ganz anders die T5-Röhren: Diese Röhren haben nur einen Durchmesser von 16mm, eine wesentlich bessere Lichtleistung und es ist aufgrund ihrer geringeren Dicke einfacher, mehrere Röhren über dem Becken zu installieren. Zudem sind sie meist dimmbar, so dass mit entsprechenden Vorschaltgeräten sogar Tageszeiten im Aquarium simuliert werden können. Sie erzeugen zwar mehr Wärme als T8-Röhren, doch das kann gegebenenfalls mit Lüftern reguliert werden.

HQI


HQI ist ein etwas seltsamer Begriff, der sich trotz allem im Laufe der Zeit durchgesetzt hat- eigentlich handelt es sich hier um Halogenmetalldampflampen. Da diese Beleuchtung sehr stark ist, ist sie zwar sehr praktisch für große Aquarium, jedoch nichts für das Nano-Aquarium; da die kleineren Brenner immer noch 70W haben. Bei HQI gibt es Schraubsockel und Stecksockel wobei bei Nanobecken nur die Stecksockel mit 70 Watt in Frage kommen.

T5-Röhren
Erstaunlicherweise haben sich inzwischen auch die Aquaristik-Firmen auf die stetig wachsende Zahl der Nano-Aquarien eingestellt und einige kleinere Fassungen und Vorschaltgeräte für kleinere T5-Röhren auf den Markt gebracht. Diese winzigen Röhren mit 4-6W eignen sich ideal für kleine Aquarien, da sie zum einen klein und preiswert sind und zum anderen doch eine recht gute Lichtausbeute haben. Die Firma Arcadia hat bereits kleine Doppelleuchtbalken für Nano-Riffbecken herausgebracht mit Fassungen für zwei Röhren, was natürlich etwas billiger und praktischer ist. Angeblich gibt es auch bereits kleine Reflektoren für diese Geräte, doch bisher habe ich diese nur in Komplett-Sets gesehen.



Ansicht einer "grossen" T5 Lampe, weiß und blau gemischt

Wie viele Röhren, welche und wie groß?
Für Aquarien empfiehlt sich grundsätzlich eine Kombination aus blauen und weißen Röhren, wobei darauf zu achten ist, dass die Röhren ihre Farben vom Lichtspektrum haben und nicht lediglich gefärbt sind; daher empfiehlt es sich meist etwas hochwertigere Röhren zu kaufen. Gute weiße Röhren haben mindestens 6500 K, alles darunter ist meist nicht ausreichend für Korallen.

Die Kombination aus weiß und blau setzt voraus, dass zumindest zwei Röhren verwendet werden. Diese Lichtmenge reicht meist aus für einige robustere Korallen, Scheiben- und Krustenanemonen, doch ich bin der Meinung, dass gerade an der Beleuchtung nicht gespart werden sollte- auch Steinkorallen und Anemonen haben ihren Reiz, und viele Aquarianer ärgern sich, wenn sie im nachhinein ihr Beleuchtungssystem aufrüsten müssen, um eben auch solche Arten artgerecht zu halten. Als ideal sehe ich mindestens drei bis vier Röhren á 6 W an, das ist in der Regel auch sehr gut zu realisieren.

Um eine allgemeine Vorstellung von der Größe der Röhren zu bekommen, möchte ich das hier einmal verdeutlichen:

4W = 13,6cm
6W = 21,2cm
8W = 28,8cm

Man kann diese Beleuchtung auch sehr gut mit anderen kombinieren, doch dazu kommen wir gleich.

Osram Dulux
Kommen wir nun zu einem besonderen Leuchtentyp: Die Osram Dulux TC. Diese Lampen sind in den Farben blau und weiß erhältlich und haben eine sehr gute Lichtausbeute, sodass sie schon allein mit einer einzelnen T5-Röhre das Wachstum einiger großpolypiger Steinkorallen ermöglichen.
Auch für diese Lampen gibt es bereits praktische Vorschaltgeräte mit Steckfassungen, die sowohl mit Fassung für eine als auch für zwei Leuchten erhältlich sind.

Man kann diese Lampe sehr gut mit anderen kombinieren oder ausschließlich verwenden, beides ist durchaus möglich und nützlich. Als Beispiel wäre hier etwa die Kombination 2xT5 in weiß und eine
Osram Dulux in blau zu nennen, oder einfach zwei Osram Dulux, eine in weiß und eine in blau. Generell tendiere ich aber eher zur Kombination der Osram mit T5-Röhren. Als gute Größe für diese Lampen sehe ich übrigens 9W an, diese sind mit 16cm Länge noch sehr gut zu installieren, während stärkere Lampen natürlich größer sind.

Andere Beleuchtungen
Es gibt inzwischen unzählige Beleuchtungsarten auf dem Markt, doch nur die wenigsten sind für Riff-Aquarien wirklich geeignet. Ich empfehle am ehesten die oben genannten Leuchten, da andere Lampen- etwa HQI-Ersatz- zur Bildung unerwünschter Algen führen oder (wie kleine T8-Röhren) nicht die richtige Lichtstärke für das Wachstum von Korallen haben.

Ein Hinweis noch: Egal, welche Beleuchtung gewählt wird- die Leuchtmittel, also Röhren, Brenner, Birnen oder was auch immer- sollten nach spätestens einem Jahr getauscht werden, da sie im Laufe der Zeit an Kraft verlieren und nicht mehr das ausreichende Spektrum liefern. Bei T5 kann ein Wechsel durchaus auch weit vor einem Jahr gemacht werden, da diese Röhren erfahrungsgemäß schneller ihre Lichtstabilität verlieren als die meisten HQI Brenner. Es gibt allerdings auch bei den HQI Brennern krasse Ausreißer die schon nach einigen Monaten getauscht werden müssen da die Farbstailität nachlässt.

LED Beleuchung:

Eine alternative sind mittlerweile auch LED Leuchten. Sie kosten zwar in der Anschaffung meist etwas mehr, haben aber einen deutlich geringen Energieverbrauch und die Leuchtmittel müssen nicht einmal im Jahr getauscht werden. Für uns eine wirkliche Alternative da Nanoriff Aquarien auch nicht so hoch sind. Im Kernbereich lassen sich damit durchaus auch Steinkorallen SPS halten.


Natürlich braucht ein Riff-Aquarium ein bisschen mehr als nur eine gute Beleuchtung, und das ist auch beim Nano-Riff nicht anders. Allerdings ist die Technik in kleineren Aquarien meist wesentlich einfacher und kostengünstiger und damit kein Vergleich zum "richtigen" Aquarium.


Die Pumpe
Der wichtigste Punkt nach der Beleuchtung ist die Pumpe des Aquariums. Sie dient in erster Linie zur Erzeugung von Strömung im Becken, denn entsprechende Strömung ist lebenswichtig für die Tiere. Eine Grundregel besagt, dass eine gute Pumpe den Beckeninhalt mindestens 5- bis 15mal pro Stunde vollkommen umwälzen soll, wobei im Meer natürlich eine stärkere Strömung herrscht, darum empfehlen sich für kleinere Aquarien am ehesten Pumpen mit einer Förderleistung von 150-200l/h. Besonders die Firma Eheim hat hier entsprechend kleine Geräte entwickelt, die für diese Zwecke ideal sind- eine solche Pumpe hat in der Regel nur Maße von 10x5x5cm, lassen sich also sehr gut auch im kleinen Aquarium unterbringen.

Foto oben: Produktbeispiel einer sehr kleinen Strömungspumpe, die eher für kleine Aquarien geeignet sind

 

Beim Kauf der Pumpe ist auf jeden Fall darauf zu achten, dass diese drosselbar ist. Drosselbare Pumpen können auf die Strömungsbedürfnisse der einzelnen Bewohner eingestellt werden, sodass
beispielsweise eine 150l-Pumpe in einem Becken mit 12l(30x20x20cm) bei voller Leistung genug Strömung zur Haltung kleinpolypiger Steinkorallen, die eine starke Strömung brauchen, liefert, während sie so schwach eingestellt werden kann, dass selbst direkt angeströmte Röhrenwürmer sich wohlfühlen, da sie eigentlich schwache Strömung bevorzugen. Es lohnt sich daher ein stärkeres, drosselbares Gerät zu kaufen, da die Strömung zusammen mit dem Besatz jederzeit geändert werden kann(denn wie der Besatz in der Planung auch aussehen mag- am Ende werden es doch ganz andere Tiere sein).

Filterpumpen?
Spätestens jetzt wird sich der eine oder andere die Frage stellen: Und was ist mit der Filterung? Heutzutage wird in Meerwasser-Aquarien kaum noch Filtermaterial verwendet. Derartige Pumpen
verwandeln sich meist binnen kürzester Zeit zu biologischen Filtern, was aber in der Meeresaquaristik unerwünscht ist- diese Aufgabe wird vom Lebendgestein übernommen, zudem bringen diese Filter diverse Unannehmlichkeiten mit sich, denen man besser aus dem Weg geht. Einige Aquarianer lassen solche Pumpen ohne Bestückung in ihren Aquarien laufen, damit sie- bei Wassertrübung oder schlechten Wasserwerten- kurzzeitig Filterwatte oder Aktivkohle verwenden können. Doch eigentlich kann darauf verzichtet werden, da derartige Probleme im Nano-Aquarium eigentlich nicht vorkommen oder durch Wasserwechsel sehr einfach behoben werden können.

 



Produktbeispiel eines kleinen Aussenfilters in dem gezielt Absorber, Watte oder ähnl. eingebracht werden können. Bei sehr kleinen Becken kann man aber oft besser mit Wasserwechsel regulieren.

Die Entscheidung ist letztlich zwischen einer Möglichkeit zum Einsatz von Filterwatte/Aktivkohle oder etwas mehr Platz, den eine solche Pumpe ansonsten einnehmen würde- doch das ist letztlich eine
Entscheidung, die jeder selbst fällen muss. Sollte jedoch mit Filtermaterial, egal welcher Art gearbeitet werden, so muss diese in jedem Fall nach 3 bis 4 Tagen ausgetauscht oder ausgewaschen werden!

 

 

 


Abschäumer
In vielen großen Aquarien werden heutzutage Eiweißabschäumer verwendet, es gibt sie in vielen unterschiedlichen Größen und von vielen unterschiedlichen Firmen. Nun stellt sich natürlich die Frage: Soll ich einen Abschäumer in mein Nano-Riff bauen?

Foto oben: Produktbeispiel eines Sander Piccolo für Aquarien bis ca. 60 Liter
Er nimmt allerdings auch Platz weg, da er innen integriert wird.

Einige Firmen haben inzwischen relativ kleine Abschäumer entwickelt, die rein theoretisch für ein Nano-Aquarium geeignet sein können. In der Praxis sieht es aber letztlich so aus, dass auch diese Geräte meist noch sehr groß sind und daher viel zu viel Platz im Aquarium einnehmen; zudem erzeugen während des Betriebs sehr viele kleine Luftblasen im Aquarium, was ebenfalls unerwünscht ist und für viele Tiere irritierend bis schädlich sein kann. Darum rate ich in jedem Fall von der Verwendung solcher Abschäumer in kleinen Aquarien ab, erst ab einer größe von 54l sind sie wirklich nützlich.

 

Temperaturkontrolle im Nano-Riff
Kleinere Wassermengen, wie etwa ein kleines Aquarium, können sehr schnell auskühlen. Viele tropische Tiere benötigen aber Temperaturen von 25°C bis 26°C, sodass beispielsweise ein abkühlen auf 18° C bereits fatale Folgen haben kann. Fische, Krebstiere und Korallen sind wechselwarm, d.h. sie passen ihre Körpertemperatur und damit ihre Körperfunktionen der Temperatur der Umgebung an- eine plötzliche starke Erhöhung oder Absenkung kann daher leicht zu Problemen führen.

Zur Kontrolle der Temperatur im Aquarium sollte auf jeden Fall ein Tauchthermometer oder besser noch ein Digitalthermometer verwendet werden; die häufig verkauften Klebestreifenthermometer halte ich für zu ungenau.


Der Heizer
Zur Beheizung des Aquariums eignen sich die seit vielen Jahren verwendeten Stabheizer sehr gut, die kontinuierlich weiterentwickelt wurden und dementsprechend klein und leistungsfähig sind.
Für Becken zwischen 10l und 25l eignen sich Heizstäbe mit 25W, größere Becken sollten besser mit 50W beheizt werden. Moderne Heizstäbe, sogenannte Regelheizer, sind mit einem Regelsystem
ausgestattet, sodass die gewünschte Temperatur eingestellt wird und dann per Thermostat exakt gehalten wird- ist sie erreicht, schaltet der Heizer sich ab und wird erst wieder aktiv, wenn die Temperatur sinkt. Die Anschaffung eines derartigen Heizers ist unverzichtbar, allerdings sind diese Geräte durch ihr kleines, unauffälliges Design und dem Preis ab 10-15 Euro auch kein großes Opfer. Foto: Produktbeispiel eines kleinen Heizstabes, in diesem Falle für 40 -100 Liter.

Es ist auf jeden Fall darauf zu achten, dass die Tiere im Aquarium keinen direkten Kontakt zum Heizer bekommen können. Das Glas wird stellenweise sehr warm, sodass gerade langsame Tiere wie etwa Seesterne oder Anemonen beim Einschalten des Heizers nicht rechtzeitig flüchten können und somit schwer geschädigt werden können. Hierfür empfehle ich, einen runden Käfig aus Plastikgaze zu bauen, der im Abstand von etwa 1cm den Heizer umhüllt- wichtig ist aber, dass das ganze gut von der Strömung umspült wird, damit es nicht überhitzt; jedoch sollte die Strömung das Gestell nicht an den Heizer drücken- im Zweifelsfall sollte es etwas größer gewählt werden. Aber: Auf keinen Fall Drahtgaze oder andere Metallteile verwenden- Metall hat im Kontakt mit Seewasser nichts zu suchen!

Es ist wichtig, den Heizer bei jedem Defekt sofort auszutauschen- ein kaputter Heizer kann das gesamte Becken überheizen oder sogar vollständig unter Strom setzen, was für den Pfleger
LEBENSGEFÄHRLICH sein kann! Auch ist es wichtig, darauf zu achten, dass auf dem Heizer ein GS oder VDE-Zeichen zu finden ist, da es ansonsten ebenso gefährlich werden kann.

Es gibt einige Modelle im Handel, die nicht vollständig dicht sind, daher ist beim Kauf auf jeden Fall darauf zu achten, dass der Heizer vollständig tauchfähig ist- normalerweise steht das auf der
Verpackung.

Ein Heizstab darf niemals trockenfallen, da er dadurch überhitzt und sich über kurz oder lang selbst beschädigt, was letztlich zu den oben genannten Effekten führen kann. Darum IMMER darauf achten, den Heizer für diese Zeit auszuschalten, wenn am Becken gearbeitet wird.

WICHTIG: Bevor der Heizer seiner eigentlichen Bestimmung im Aquarium zugeführt wird, sollte er in einem gefüllten 10l-Wassereimer(normales Süßwasser/Leitungswasser) getestet werden. Eine kleine
Pumpe sorgt in diesem Eimer für die Wasserumwälzung, ein Thermometer zur Kontrolle muss ebenfalls vorhanden sein. Der Heizer wird dann auf eine gewünschte Temperatur eingestellt- sagen wir 25° C und in den Eimer gehängt; dann wird entsprechend gewartet und hin und wieder das Thermometer kontrolliert, insbesondere dann, wenn der Thermostat das Gerät abschaltet. Heizt der Heizer deutlich mehr oder gar nicht, so ist er vermutlich defekt, hat er jedoch eine Abweichung von 1-2°C, so ist diese als normal anzusehen(ein falsch eingestellter Thermostat) und sollte bei zukünftigen Einstellungen berücksichtigt werden, d.h. schaltet sich der Heizer bei 2°C mehr ab, und ist eine Temperatur von 25°C erwünscht, stellt man ihn auf 23°C.

 


Kühlung
Selbstverständlich sind Korallen nicht nur anfällig gegen Kälte- gerade im Sommer kann ein Aquarium sich sehr schnell aufheizen, und hohe Temperaturen sind für viele Korallen und niedere Tiere noch verhängnisvoller als niedrige. Um keine Panik zu schaffen- wenn sich das Aquarium für einen kurzen Zeitraum auf 27°C aufheizt ist das noch kein Problem, wenn die Temperatur aber längerfristig bei 29°C oder noch höher liegt, dann schon. Es gibt eine relativ einfache und bewährte Methode zur Kühlung von Aquarien, die ich auch schon in den letzten Sommern betrieben habe: einen Ventilator.

Foto: Produktbeispiel einer 4er Lüferbatterie. Solche Lüfter gibt es auch kleiner, oder man nimmt einfach einen kleinen einfachen Tischventilator. (Vorsicht beim Aufstellen das der Tischventilator nicht ins Aquarium kippen kann!!)

Der Ventilator sollte schräg auf die Wasseroberfläche gerichtet sein, so wird der beste Effekt erzielt. Alternativ kann auch ein PC-Lüfter verwendet werden, dieser wird mit Draht (Vorsicht: Der Draht muss stabil sein, damit das ganze nicht im Becken landet!) über dem Aquarium befestigt und mit einem passenden Netzteil betrieben, wobei ich denke dass ein normaler kleiner Ventilator beim Nano-Riff wesentlich preisgünstiger ist und den gleichen Zweck erfüllt.

Bei jeder Art von Technik die beim Aquarium angeschlossen oder aufgestellt wird gilt: überlegtes Handeln! Hier ist Strom in der Nähe eines Salzwasserbeckens. Die Technik und alle dazu gehörigen Teile müssen regelmäßig kontrolliert werden.

Ausserdem: Ein Ventilator erhöht die Verdunstung im Becken (was aufgrund der Verdunstungskälte ja der erwünschte Effekt ist), darum sollte er eher schwach eingestellt werden und das Aquarium selbst muss regelmäßig mit destilliertem Wasser/Osmosewasser nachgefüllt werden!

Jannes Freiberg für Korallenriff.de

Nachfolgend finden Sie zwei superschöne Schauaquarien von Red Sea. Diese Red Sea Max Aquarien waren zu sehen auf der Messe Fisch & Reptil in Sindelfingen im Dezember 2007. Hier sieht man was heute auch im "Kleinen" möglich ist. Vor allem das Red Sea Maxx Becken hat da einen großen Anteil das viele mit einem kleineren Aquarium anfangen. Gerade so ein Komplettsystem hat daher viele Vorteile.




Dieser Artikel ist am 29.07.2007 erschienen

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