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Das war die 15. Fisch & Reptil Teil 1


Seit nun 15 Jahren schon zieht es uns im ersten Dezemberwochenende nach Sindelfingen bei Stuttgart. Dort findet, Sie erraten es sicherlich schon, seit 15 Jahren eines  DER Meerwasser-Treffen in Deutschland statt. Anfangs von Claude Schuhmacher geprägt, agiere ich seit nun schon einigen Jahren und bin verantwortlich für die Auswahl der Referentinnen und Referenten und entsprechend auch den Themen.

Es ist daher auch für mich jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung, die richtigen Themen zu erkennen oder gar Referenten dafür zu gewinnen,  neue Themen zu beleuchten. Denn eines muss ich schon vorausschicken, so viele Referenten gibt es leider nicht mehr.

Neben den Meerwasserthemen gibt es auch die Fachbereiche für Süßwasser und Reptilien, wo auch viele Fachvorträge geboten werden.  Dies ist aber nicht mein Thema, erwähnen wollte ich es zumindest.

Um die Vorträge in der Güte und Anzahl überhaupt möglich zu machen, diese kosten nämlich nichts extra, gibt es drum herum eine recht umfangreiche Verkaufsmesse. Dort kann der geneigte Aquarianer kaufen, was das Zeugs hält, und das auf fast 6.000 qm.

Auf der Verkaufsmesse gab es natürlich gewohnt große Rabatte, zumeist waren immer Schilder zu finden die einen Nachlass von 20% versprachen. Viele Meerwasserstände boten viele Korallen, aber diesmal auch eine kleine Auswahl an Fischen vor Ortansässigen Händlern.

Schade fand ich, dass in diesem Jahr zwei Firmen Meerwasseraquarien zeigten in denen eine nicht gerade kleine Anzahl an Palettendoktorfischen gezeigt wurde.  Das ist meiner Meinung nach das falsche Signal, erstens an den interessierten Käufer, aber auch an den schon erfahrenen Aquarianer. Hier wäre in der Tat weniger, oder die bessere Tierauswahl dann mehr gewesen. Also liebe Aquarienbauer,  keine Fische die 40 cm erreichen in 200 – 400 Liter Becken stecken, auch wenn die Fische noch klein waren. Das setzt den falschen Kaufanreiz.


An Korallen und anderen Wirbellosen und Garnelen gab es eine ganz gute Auswahl, hier sind vor allem Preis Aquaristik, Extremecorals & Faunamarin, Whitecorals, Mini Meer, Korallen und Meer, Korallen Outlet, Korallenzucht Karlsruhe und Riffträume. Und wem das noch nicht gereicht hat, der konnte bei den zwei nahe liegenden Fachhändlern Extremecorals und Whitecorals in deren Geschäftsräumen noch weiter shoppen. Wie ich hörte war dort jederzeit der Laden voll. Ja, man kann schon sagen, dass die zwei Fachhändler drum herum von der Messe profitieren.

Mein Hauptaugenmerk und Engagement richtet sich zum größten Teil auf das Aqua Terra Symposium,  und ich denke, nach den bisherigen Rückmeldungen ist dies wieder ganz gut gelungen.  Erstaunlich finde ich auch, dass man vor allem Leute dort findet die schon sehr viel Ahnung haben, was aber auch zeigt dass diese Messe eben auch zum persönlichen Treffen und Wiedersehen genutzt wird.  Denken wir an die Österreicher die seit 13 Jahren dabei sind, oder die Schweizer Fraktion um Ruedi Furter von Swissaquaristik, oder die Österreicher um Pit. Man kann schon sagen, das ist ein Termin auf den sich viele freuen.

Richtig schön fand nicht nur ich die Meerwasserrückwände der Fa. Back to Nature. Die machen schon echt klasse was her.


 

Hier nun ein kurzer Nachlauf der gehaltenen Referate

Auf dem folgenden Link findet man die gepanten Vorträge, ich möchte hier die besonderen etwas näher beleuchten. Leider hatten wir dieses Jahr etwas Pech, es haben Armin Glaser (zusammen mit Henning Wiese beim LED Workshop), Ina Fischer (Doktorfische) Dietmar Hättinger (Licht) und noch Dipl. Biologe Jörg Kokott aus gesundheitlichen Problemen abgesagt. Jörg Kokott hat als Ersatz zugesagt in den nächsten Tagen den Vortrag als Artikel einzureichen. Das finde ich sehr toll auch für die Fans die deswegen gekommen waren. Also freut euch drauf.




Freundlicherweise ist uns ganz unkompliziert und super kurzfristig der bekannter Buchautor und Taucher Prof. Dr. Peter Wirtz aus Madeira eingesprungen und hat uns einen genialen Vortrag über eine §Meeresbiologische Expedition nach Ascension und St. Helena" mitgebracht. Toller Vortrag! Herzlichen Dank dafür, lieber Peter. 

Ehsan Dasthi von der Fa. Triton ist uns ebenfalls zu Hilfe gekommen und hat die seiner Meinung nach verbreiteten "Irrwege der Meerwasseraquaristik" näher beleuchtet.

Besonders gut haben mir darüber hinaus folgende Vorträge gefallen.

Joachim Großkopf mit Gifttieren... hier habe ich vieles neues mitgenommen. Mein Resumee, wir müssen eher vor diversen Pflanzen Angst haben, als vor Meerwassertieren.

Michael Mrutzek hat es einfach drauf :-) Wussten wir schon durch die vielen Vorträge, aber er zeigt es auch jedes mal auf das Neue. Er hat uns nicht nur einen grandiosen Videovortrag mitgebracht, diesmal von Negros, Philippinen, auch der zweite Vortrag über Nachhaltigkeit hatte es einfach in sich. Er nannte Dinge die man heute schon nutzen kann, vor allem bei Steinen und Bodengrund und legte dabei auch viel Wert auf die Zucht im allgemeinen.

Sein eigenes Nachhaltigkeitsbecken das auch im Vortrag vorkam und im Detail beschrieben wurde, sollte meiner Ansicht nach Schule machen für andere und ist in Summe ein echtes Vorzeigeaquarium.

Hier kann man wirklich mit Fug und Recht behaupten dass darin kein Tier, kein Stein, kein Fisch, keine Garnele ist, das jemals im Meer war. Darüber hinaus ist das Becken mit einfachsten Mitteln betrieben ohne viel technischen Schnick Schnack. Wir bemühen uns gerade um ein, zwei Fotos die wir dann gerne nachreichen.


 

Dr. Dirk Schories brachte uns die Zeitraffer Methode näher.

Herausragend ist sicherlich die Arbeit die sich Henning Wiese mit dem Messen von LEDs gemacht hat. Auf keinen Fall darf ich Harald vom Gorgonien-Lexikon vergessen, er hat dabei tatkräftig mitgeholfen. 

Alleine der Aufbau war schon mühselig und zeitaufwendig genug. Es ging nicht darum, die eine Leuchte mit der anderen zu vergleichen, nein es ging an sich vor allem darum zu schauen wie gut die Leuchten ein vordefininiertes Aquarium ausleuchten. Die Kunstlkorallen dienten hier einerseits als Deko, andererseits zur Dokumentation zur Abschattung durch Korallen.


Nach dem ersten Workshop gab es um 17 Uhr noch mal eine halbe Stunde "Leuchten zum angucken und anfassen".  Das reichte aber scheinbar nicht, denn um 23.45 Uhr, also zum Ende der Abendveranstaltung standen schon wieder 10 Mann / Frauen um die Lampen herum und diskutierten über LED. Ein wohl immer noch so interessantes Thema, dass ich so schnell für Sindelfingen nicht abhaken kann.

Man kann hier getrost folgendes festhalten, zumindest ist das mein Tenor aus 3,5 Stunden Workshop an zwei Tagen.

Viele Hersteller bauen ihre Leuchten derzeit viel zu blaulastig, teils jenseits der gefühlten 25.000 K. Dies kommt nicht mehr wirlich unseren Tieren zu Gute, sondern nur noch dem Auge des Pflegers.  Im Gegenteil, das schadet meistens sogar eher, als es hilft.

Es wäre geschickter wenn die Hersteller das Licht in der LED großflächiger verteilen, den LED Leuchten mit kleinen konzentrierten Spots in der Mitte sind eher im Stile einer HQI zu sehen, also viel Licht in der Mitte, daneben dann aber nicht mehr viel. Das zeigt auch die Messung von aktuell ganz neuen LED Leuchten.  

Wünschenswert wäre zudem eine Leuchte wo man einzelne LEDs austauschen kann, ohne gleich die ganze Leuchte weggeben zu müssen. Wir finden schon, dass sich das die Hersteller nicht so einfach machen dürfen mit der Behauptung das nur noch LED mit viel Blau sich verkaufen lassen oder nachgefragt werden. Es gab hierzu einen interessanten Austausch zwischen Vertretern von den Firmen Aqua Grow, Giesemann und Steam Biz und natürlich dem Publikum und dem Referenten Henning Wiese. Vor allem ist noch der Moritz von Aqua Grow zu nennen, der viel Fachwissen vermittelte und an sich immer auch den Leuten bei Fragen zur Verfügung stand.

Interessant in dem Zusammenhang Licht war auch eine von mir gemachte Umfrage vor Ort.

Bei der Frage nach der Verteilung auf HQI, T5 und LED kam unter den Workshop Besuchern folgendes zu Stande.

Etwa 82% der Besucher haben bereits LED, 12% nutzen noch T5, und immerhin noch 6 % nutzen eine HQI Beleuchtung. So hoch hätte ich den LED Anteil nicht geschätzt, wurde aber eines besseren belehrt.

 

Wir haben natürlich Fotos und auch Videoschnipsel mitgebracht (Video kommt später separat)






Überrascht hat mich dann doch das Interesse der Besucher vor allem an einer Leuchte, nämlich der Flex von ATI.

Das Flex System von ATI separat aufgeführt.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei all den Referentinnen und Referenten ganz herzlich für Ihr Mitwirken in Sindelingen bedanken.  Toll das ihr alle da gewesen sei, ihr wart alle super.

Morgen folgen weitere Fotos vor allem auch Videos zum Messegeschehen und Interviews an den Ständen.


Dieser Artikel ist am 07.12.2015 erschienen

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