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"Zierfischhandel" - Heute & Morgen


 

Und los gehts mit dem Artikel:

"Zierfischhandel" - Heute & Morgen

Das hier vorliegende Interview zwischen Nils Neumann (freier Autor) und Christiane Schmidt (Meeresbiologin) wurde für ein bekanntes deutsches Magazin gemacht. Leider hat am Ende der WWF den Zuschlag bekommen, weil nach Auffassung der Redaktion besagte Organisation „der Zielgruppe...bereits geläufig ist“. Das ist, wer das Schwarzbuch WWF* kennt, in doppelter Hinsich bedauerlich; der WWF hat keinerlei Programme oder Projekte zum Handel mit marinen Zierorganismen.

Im Anschluß gibt es noch ein Statement zum geplanten Handelsverbot von 66 Steinkorallenarten**. Außerdem nehme ich Stellung zum angestrebten Fangverbot für Aquarienfische in Hawaii. (C.S.)

  

„Schwarzbuch WWF: Dunkle Geschäfte im Zeichen des Panda“ von Wilfried Huismann, erschienen im Güterloher Verlagshaus (2012) 

**  Um welche Arten es sich dabei handelt, können Sie hier sehen: http://reeframblings.co.uk/?p=3359


 Was sind die Hauptprobleme

beim internationalen Zierfischhandel?

Das Hauptproblem der Meeresaquaristik ist, dass die meisten Tiere der Wildnis entnommen werden (letzte Studie geht von bis zu 99% aus*), weil sie noch nicht gezüchtet werden können. Damit greift die Meeresaquaristik auf eine natürliche Ressource, das Korallenriff, zurück, welche/s ohnehin durch anthropogene Einflüsse gefährdet ist. Dazu kommt, daß in manchen Gegenden mit Gift gefischt wird - eine Praxis, die Riffe langfristig zerstört. Andererseits ist es relativ einfach, die Aquarienfischerei so zu regulieren, dass weder Fischpopulationen noch Habitate geschädigt werden, siehe Hawaii und Australien. 

* Wabnitz, C., Taylor, M., Green, E., Razak, T. 2003. From Ocean to Aquarium. UNEP-WCMC, Cambridge, UK

 

  Aus welchen Ländern

kommen Zierfisch-Importe hauptsächlich?  

Wie die Bezeichnungen Tropical Live Fish oder Exoten schon impliziert, sind unsere Tiere weitgereiste Ausländer, und das macht den Aquarienhandel zu einer globalen Angelegenheit.

Bis zu 80% (2003) aller importierten Fische und Korallen stammen aus Indonesien und Philippinen (keine Korallen). Weitere Ursprungsgebiete sind Australien und der Südpazifik (Fiji, Tonga, Vanuatu – besonders für Tridacna), der Indische Ozean (Sri Lanka/Malediven – besonders Garnelen), Hawaii (Gelber Doktor), die Karibik (Florida, Brasilien, Belize) und das Rote Meer.

Hauptmärkte sind die USA, Europa (UK, D, F, NL, …+Osteuropa), Japan und zunehmend auch Südostasien.

 

 Gibt es beim Zierfischhandel eine organisierte Kriminalität, 

die illegalen Handel mit geschützten Arten betreibt?

Eher nicht. Es gibt aber Fälle, wo Steinkorallenarten (die unter besonderem Schutz stehen und z.B. nicht nach Deutschland importiert werden dürfen) geschmuggelt werden. Man geht von einer Handvoll skrupelloser Importeure in Europa aus. Es gibt außerdem das Gerücht, dass italienische Großfamilien in diesem Geschäft mitmischen. Aber Beweise sind schwer zu erbringen.

Steinkorallen unterliegen einer Handelsbeschränkung gemäß CITES-Abkommen. Das bedeutet, dass Anzahl und Art ausgeführter Tiere dokumentieren werden müssen. Außerdem wird jährlich pro Art eine bestimmte Anzahl, die der Wildnis entnommen werden darf, festgelegt. Bei Fischen betrifft das nur ganz wenige Arten, z.B. Seepferdchen. Werden diese Ausfuhr- oder Einfuhrpapiere gefälscht oder werden Tiere ohne diese Papiere importiert, dann kann das mitunter strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Erfahrungsgemäß bleibt es bei Verwarnungen und Geldbußen. Wenn ein großangelegter Schmuggel (wie vor kurzem in Manchester*) auffliegt, hört man meist keine Fortsetzung. Offensichtlich sind Meldungen dieser Art weniger wichtig als die Hochzeit von Prinz William mit Kate Middleton. 

 

* Auf dem Flughafen Manchester wurde im Mai 2012 Korallen im Wert von 56.000 GBP konfisziert, weil gegen Cites-Bestimmungen verstoßen wurde. Der Auftraggeber der illegalen Einfuhr wurde von polizeilicher Seite bis heute nicht namentlich erwähnt  oder zur Verantwortung gezogen (es wurde keine Anklage erhoben) 

Kann man nicht alle Zierfische einfach züchten,

anstatt diese „wild“ zu fangen?

 

Leider nein. Was in der Süßwasseraquaristik größtenteils gelingt, stellt die Meeresaquaristik vor große Herausforderungen. Auch wenn die Zahl der Zuchterfolge steigt – wie von Verbänden, Lobbyisten und Magazinen behauptet wird-, nur bei wenigen marinen Fischarten ist es möglich, die für den Markt benötigten Mengen zu züchten. Von ca 1472 Arten, die im Handel sind, können gerade 84 gezüchtet werden. Davon nur 13 Arten (< 1%) regelmässig und in ausreichender Zahl, um einen Teil des Bedarfs abzudecken*. Das hängt u.a. damit zusammen, daß viele Meeresfische relativ komplizierte Lebenszyklen haben, die Larvenstadien sehr klein sind und man noch nicht das geeignete Futter anbieten kann. Für die kommerzielle Nachzucht entstehen so beträchtliche Kosten, die durch den Verkaufspreis nicht gedeckt werden. Nachzuchten sind teurer, deswegen entscheiden sich  Hobbyaquarianer oft für den preiswerteren Wildfang. 

Erfolgreich gezüchtet und in ausreichender Anzahl angeboten werden z.B. der Clownfisch Nemo. Jedoch tauchen selbst von Nemo immer noch Wildfänge im Handel auf, was nicht nötig wäre. Korallen können durch Fragmentierung einfach vermehrt werden und können somit Wildtiere im Handel ersetzen.

 

* Krause I., KORALLE Nr. 76, Aug./Sept. 2012

 

 

 

Im Jahr 2003 erschien der UNEP-Bericht „From Ocean to Aquarium: The global trade in marine ornamental species“ der in Zusammenarbeit mit MAC (Marine Aquarium Council) entstanden ist. Was hat sich seit dieser Zeit getan? Gibt es positive Verbesserungen?

Die Organisation MAC ist seit 2008 inaktiv, Trainingsprogramme in Indonesien und den Philippinen wurden eingestellt. Es gibt meines Wissens nach keine neuen Studien, die weltweit Daten auswertet.  Eine Analyse neueren Datum beleuchtet ausschließlich den Markt in den USA*. Ich denke, sowohl beim Handelsvolumen, als auch bei den Vorlieben der Aquarianer gibt es kaum Veränderungen. Es gibt ohne Frage Erfolge bei Nachzuchten zu verzeichnen. Bei Korallen mehr, bei Fischen weniger. Die Giftfischerei ist nach wie vor ein großes Thema, genauso wie ein mangelndes Management der meisten Aquarienfischereien, insbesondere in Südostasien.

Rhyne AL, Tlusty MF, Schofield PJ, Kaufman L, Morris JA Jr, et al. (2012) Revealing the Appetite of the Marine Aquarium Fish Trade: The Volume and Biodiversity of Fish Imported into the United States. PLoS ONE 7(5): e35808. doi:10.1371/journal.pone.0035808

 

 Welche Möglichkeiten gibt es zur Verbesserung der Situation?

Welchen Beitrag/Einfluss kann Ihre Organisation leisten?

 

Unsere Organisation (SAIA/ESAIA e.V.) geht verschiedene Wege, um den Aquarienhandel zu verbessern. Ein Ansatz unserer Bemühungen ist, Standards und Richtlinien zu etablieren, oder aber auch über Best practices zu informieren (s. SAIA Code of Best Practices). Des Weiteren versuchen wir zu erklären, wer eigentlich die treibende Kraft des Handels ist und wie mächtig diese Zielgruppe/Kundschaft ist. Wir geben Hilfestellung bei der Wahl des richtigen Besatzes (s. SAIA FishSelector) und beantworten Fragen, die Ethik betreffend. In Sachen der Nachhaltigkeit können unsere überarbeiteten „Listen der ungeeigneten oder ökologisch bedenklichen Arten“ * Antworten geben. Außerdem haben wir eine Ausstellung erarbeitet (Titel: „Woher kommen unsere Fische“ ) - dort kann man sich anhand von Postern und Filmen ein Bild über Situation vor Ort machen; auf ganz besonderes Interesse stoßen jedes Mal die skurril wirkenden Fischereiwerkzeuge aus Indonesien und den Philippinen. Die soziale Komponente des ganzen Handels ist wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit.

Auf der anderen Seite wäre die Unterstützung durch die Politik wünschenswert. Es besteht erheblicher Handlungsbedarf bei der Gesetzgebung (wir brauchen dringend ein themenbezogenes Tierschutzgesetz). Aber auch weitreichendere Importregularien müssen angegangen werden (ein Zyanidtest bei der Einfuhr sollte obligatorisch sein und Exporteure, die sich wiederholt etwas zu Schulden kommen lassen, sollten auf eine schwarze Liste gesetzt werden dürfen). Das setzt natürlich auch ein erweitertes Training für Zollbeamte und Veterinäre voraus, um etwa  illegale Einfuhren besser zu unterbinden. 

Wer der Thematik offen begegnet und Probleme nicht negiert, ist auf dem richtigen Weg. Derzeit wird der Schwarze Peter gerne hin und her geschoben - das Hobby beschuldigt den Handel, der Importeur beschuldigt den Exporteur, der den Fischer und so weiter...

* Listen der "Ungeeignetenen & Ökologisch bedenklichen Arten" auf www.saia-online.eu

Im Jahr 2003 erschien der Disney-Trickfilm „Findet Nemo“. Gab es zu dieser Zeit eine besondere Nachfrage an Clownfischen? Wenn ja, wie hat sich das auf die Clownfisch-Bestände ausgewirkt?

Tatsächlich stieg die Nachfrage an Clownfischen - besonders Amphiprion ocellaris - nach dem Film an. So weit ich weiß, gab und gibt es keine Studie, die die Auswirkungen auf Wildbestände untersuchte. Der Clownfisch ist und bleibt ein Renner in der Meeresaquaristik. Die meisten stammen heutzutage, wie oben schon erwähnt, aus Nachzuchten (Nemo ist ein Fisch, der in großen Anzahlen und relativ einfach gezüchtet werden kann. Er gilt unter Hobbyaquarianern/züchtern auch als „Einstiegstier“). Das Medieninteresse für die Meeresaquaristik wurde geweckt. Das rief natürlich den Tier-und Artenschutz auf den Plan, um gegen vermeintliche Rettungsaktionen (wie die meisten Menschen mit Kindern wissen, gelangt der Held Nemo durch die Toilette/Abwasserleitung wieder ins Meer) anzugehen - der Film Tracking Nemo war das Pendant zu Disneys Erfolgsstory. 

Insgesamt gesehen also eher positive als negative Auswirkungen. Dass im nächsten Jahr besagter Film wieder in die Kinos kommen soll, ist natürlich bedenklich. Disney hat offensichtlich nichts dazu gelernt. Die Verlockungen des Geldes sind scheinbar zu groß. Ich hoffe, der Konzern täuscht sich gewaltig. 

Was können Liebhaber der Meeresaquaristik tun, damit sich die Situation beim Erhalt der Riffe sowie dem Fang und Transport verbessert? 

Sich informieren, auf Nachhaltigkeit achten und im Zweifel Fragen stellen: Sind die angebotenen Tiere Wildfänge und mit Gift gefangen? Woher kommen sie? Kann ich diese Art überhaupt in meinem Becken pflegen, was sind ihre Bedürfnisse? Wer sich bewußt ist, daß diese Tiere von der anderen Seite der Welt stammen, wird seine Verantwortung wahrnehmen. Noch einmal: Wichtig ist, sich vor dem Kauf mit der Materie zu beschäftigen, sich mit anderen Aquarianern auszutauschen und ggf. auch Abstand zu nehmen, wenn klar wird, daß man die Voraussetzungen nicht erbringen kann. Langfristig könnte so statt „Tierverbrauch“ Tierpflege entstehen.

Natürlich sollten sich Hobbyaquarianer auch für den Tier-, Arten- und Umweltschutz einsetzen, um die Zukunft von Korallenriffen und Ihren Bewohnern zu sichern. Dazu gibt es viele Möglichkeiten (z.B. sich bei Tierschutz- und Riffprojekten beteiligen).

 

 Wie ist Ihre Prognose für die Zukunft? 

Wäre es letztendlich sogar besser gar kein Aquarium zu haben? 

Wie bei allen Radikallösungen und Verboten, wird es immer Leute geben, die einen Weg finden, an seltene und geschützte Tiere heranzukommen. Dem einen ist das Geld wichtig, dem anderen der Status. In beiden Fällen spielen niedere Beweggründe eine Rolle (in nehme hier ausdrücklich Zoos und öffentliche Aquarien heraus)!

Es gab mal in Deutschland ein Einfuhrverbot für Großkaiserfische... Laut Aussage eines Großhändlers wuchs die Nachfrage danach wie verrückt. Und was passierte dann? Großkaiser wurden über Nachbarstaaten ins Land geholt und mit großem Gewinn unter der Hand verkauft. Seit der Streichung des Verbotes ebbte das Interesse dann schnell wieder ab. Verloren haben wieder einmal die Tiere. Großkaiserfische sind nämlich sehr anspruchsvoll, was die Hälterung betrifft. Und sie werden vor allem groß! 

Was wir wirklich benötigen, ist eine verbesserte Gesetzgebung. Daneben braucht es eine wirkungsvollere Entwicklungshilfe in den Herkunftsländer, ein besseres Management in der Aquarienfischerei und die Umsetzung von Regularien. Ich wünsche mir des Weiteren eine aktivere Aquarianerszene. Für viele spielt die Ethik im Hobby nur eine untergeordnete Rolle.

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass der Meerwasserhandel für die weltweite Zerstörung der Korallenriffe nur bedingt verantwortlich zu machen ist. Wenn es um Klimawandel und Verschmutzung der Meere geht, sind ganz andere Industriezweige zu beschuldigen. Natürlich ist es einfacher, ein relativ kleines Hobby zu attackieren. Wer würde sich schon mit der Speisefischindustrie oder der Automobilindustrie anlegen? 

 

 (August 2012)  


  Nachtrag (Statement): 

 

Derzeit gibt es eine große Diskussion über das beschlossene Verbot, Apfelschnecken nach Europa einzuführen bzw. mit ihnen Handel zu treiben. Nun ja, was interessiert mich die Apfelschnecke, werden Sie vielleicht antworten? Die ist bekanntermaßen ein Süßwassertier... Ja, sage ich, aber die Meeresaquaristik ist genauso, wenn nicht noch mehr von Handelsverboten bedroht. Das beweisen zum einen die zahlreichen Eingaben von so genannten Umweltaktivisten wie Robert Wintner, besser bekannt als Snorkel Bob*, der mit seinen Kampagnen in Hawaii äußerst erfolgreich ist. Unterstützung finden er und seine Freunde u.a. von der mächtigen Humane Society** und US-Politikern, die gerne Ihr Image aufpolieren wollen. Sollten sie weiterhin Erfolg mit Ihren zur Gesetzesänderung haben, heißt es über kurz oder lang Abschied nehmen von Zebrasoma flavescens und Co.

 

Als zweiten Beweis für die reale Bedrohung unseres Hobbys möchte ich einen Antrag erwähnen, der den Handel mit 66 Steinkorallenarten in den USA verbieten möchte. Würde diesen Forderungen stattgegeben, hätte das natürlich auch internationale Auswirkungen und kann inspirierend auf EU-Regulationen haben. Aber irgendwie scheint das im deutschsprachigen Raum niemanden zu interessieren. Nirgendwo eine Information zum Thema, weder in europäischen Aquaristikmagazinen, noch auf den Webseiten von OFI*** oder den größten deutschen Vereinen / Foren. 

 

Aber es gibt Hoffnung, die Organisationen EATA und SAIA/ESAIA e.V. haben an offizieller Stelle Einspruch erhoben****. Und wir sind bei weitem nicht allein! Eine Vielzahl von Händlern, Fischern und Wissenschaftlern haben ihrerseits Petitionen gegen Handelsbeschränkungen unterschrieben. Es ist höchste Zeit, sich gegen Demagogen wie Snorkel Bob zu wehren. Dieser Kampf in seiner jetzigen Form wäre allerdings weniger anstrengend gewesen, wenn wir alle den Kopf nicht solange 'unter Wasser' gesteckt hätten. Die Probleme im Meerwasserhandel sind hausgemacht, weil wir Hobbyaquarianer unseren Einfluß in der Vergangenheit nicht geltend gemacht haben. Noch einmal: Ohne Hobby gäbe es den Handel nicht! Wir haben es in der Hand. So ist das übrigens mit allen Dingen, die aus Übersee oder Asien kommen. Wer beim Textildiscounter Kik einkauft, sollte sich fragen, warum alles so spottbillig ist bzw. wer den eigentlichen Preis dafür bezahlt. Genaus so funktioniert es auch beim Aquarienhändler! Gerade bei Lebewesen sollte darauf geachtet werden, wie sie gefangen (Gift) oder ob sie mit einem Transshipper ins Land geholt wurden. Unsere Kaufentscheidung sollte aber auch ethische und ökologische Kriterien berücksichtigen – nicht allein der Preis zählt! Hilfestellungen bei diesen und anderen Fragen können z.B. die im Interview erwähnten SAIA Fischlisten oder der SAIA FishSelector geben: http://www.fishselector.esaia.net/

 

PS: Im kommenden Frühjahr, wenn an oberer Stelle Nägel mit Köpfen gemacht wurden, werde ich einen längeren Hintergrundbericht über den "Revierkampf", der auf Hawaii tobt, hier auf Korallenriff.de veröffentlichen. Auch zum Thema Strom und Nanoaquarien wird es was interessantes zu lesen geben. 

 

 C. Schmidt (SAIA/ESAIA e.V.)


 

* Snorkel Bob ist Eigner von mehreren Tauchschulen (seine Shops sind auf allen Inseln Hawaiis zu finden), Hersteller von Tauchequipment und versteht sich als Umweltaktivist. Außerdem ist er Autor verschiedener Bücher. In seiner letzten Veröffentlichung verspricht er "100 % of the proceeds from book sales accrue to the campaign to stop the aquarium trade"

 

** Die Humane Society ist dem Deutschen Tierschutzbund vergleichbar. Allerdings hat der amerikanische Schwesterbund einen wesentlich größeren Einfluß im politischem Leben der USA.

 

*** OFI: Ornamental Fish International - mit Sitz in Holland und nach eigener Aussage weltgrößte Verband für Süß- und Meerwasserhandel. Lichtgestalten wie Alex Ploeg (OFI General-Sekretär) und Svein A. Fossa (OFI Geschäftsführer) saßen übrigens im Vorstand von MAC. Wer sich für Hintergrundinformationen interessiert, der sollte sich diesen Korallenriff-Artikel zu Gemüte führen: http://www.korallenriff.de/artikel/1223_MACamp180s_not_dead.html

 

**** Ich selbst war 2011 in Hawaii bei einer Anhörung und habe meine 5minütige Redezeit genutzt, unser Hobby als das darzustellen, was es ist. Wenn ein Fischerei-Management dahintersteht, so wie seit langem in Hawaii, gibt es keinen Grund, die Meeresaquaristik zu verdammen.  … Hier kannst DU Dein Für und Wider bezeugen (in english, please and before 19th Dec. 2012):

 

  http://hawaii.gov/dlnr/dar/announcements.html#WestHI

 

Per Email kann die Unterstützung (auch für Nicht-US Bürger!) an folgende Kontakte geschickt werden.

 

Für Oahu: Alton.K.Miyasaka@hawaii.gov.

 

Für West Hawaii/Kona: darkona@hawaiiantel.net. 

 

Fragen beantwortet Christiane Schmidt hier im Forum!

  (Dezember 2012) 

 

Dieser Artikel ist am 27.12.2012 erschienen

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Kommentare

GK
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Da der Link nicht funktioniert, hier der Inhalt der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Karlsruhe und des Zollfahndungsamts Stuttgart vom 21.06.2013

Kleine Tiere &#8211; großer Schaden
- Reger Schmuggel von geschützten Korallen gestoppt -

Zwei Männer aus Karlsruhe und Norddeutschland stehen in dem Verdacht, seit Mai 2011 mindestens 1.400 streng geschützte Steinkorallen illegal nach Deutschland eingeführt und weiterverkauft zu haben. Freiburger Zollfahnder durchsuchten vorgestern im Auftrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe die Wohn- und Geschäftsräume der beiden Beschuldigten sowie einer Spedition in Frankfurt und stellten zahlreiche Beweismittel sicher. Unterstützt wurden sie bei ihren Ermittlungen von den örtlichen Naturschutzbehörden sowie den Spezialisten des Naturkundemuseums Karlsruhe und des Tierparks Hagenbeck in Hamburg.

Die beiden Männer bezogen neben legal eingeführten etliche einfuhrverbotene Korallen aus Indonesien. Ein dort ansässiger Deutscher wählte in ihrem Auftrag Steinkorallen bei indonesischen Händlern aus. Diese erstellten in Absprache mit den Beschuldigten Dokumente mit falschen Artbezeichnungen, um die deutschen Zollbehörden über die tatsächliche Korallenart zu täuschen und somit eine Einfuhr zu ermöglichen.

Die Auswertung der Beweismittel zum gesamten Schmuggelumfang dauert an. Die Fahnder müssen aufklären, welche der insgesamt importierten Steinkorallen besonders geschützt sind und welche nicht. Für bandenmäßigen Schmuggel besonders geschützter Steinkorallen aus Indonesien sieht das Gesetz Freiheitsstrafen zwischen 6 Monaten und 10 Jahren vor.

Hintergrundinfo:
Steinkorallen unterliegen den Bestimmungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, da sie Hauptbestandteil der für das Ökosystem Meer äußerst wichtigen Korallenriffe sind. Der Handel mit ihnen ist zwar möglich, wird aber streng überwacht. Die Europäische Union (EU) hat bestimmte Steinkorallenarten aus Indonesien jedoch zusätzlich als besonders schützenswert eingestuft, weshalb ihre Einfuhr in die EU ausnahmslos verboten ist. Zu diesen gehören die in Rede stehenden Steinkorallen.
Beitrag vom 07.11.2013 - 17:40 

GK
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Hier eine Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Karlsruhe: Link,Lde/1228472/?LISTPAGE=1224888
Beitrag vom 06.11.2013 - 20:33 

CS
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Schon der zweite in diesem Jahr, der dafür ins Gefängnis wandert. Eine Warnung für alle Korallenschmuggler. Danke für den link.

PS: Seit einem Jahr recherchieren wir mehrere Fälle, in denen u.a. auch Tridacnas ohne CITES ins Land (via Schweiz) geholt werden. Wer weitere Angaben machen kann, bitte an: vorstand@esaia.net


Beitrag vom 21.07.2013 - 13:03 

robertbaur
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Hallo Gerd

siehst du, es geht mir wie Dir. Ich habe leider seit der Schule kein Englisch mehr groß gebraucht, weshalb ich es nicht besonders gut schreiben kann, aber zum Teil verstehe.

Mach es doch wie ich, kopier den Text, geh zu google, dann auf mehr, dann auf Übersetzen und kopier den Englisch Text da rein. Danach bekommst du eine halbwegs verständliche Übersetzung von Englisch auf Deutsch. Ich habe es auf jeden Fall verstanden.

Gruß Robert
Beitrag vom 21.07.2013 - 09:48 

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Beitrag vom 20.07.2013 - 18:47 

robertbaur
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Und hier gab es für einen Schmuggler gar ein Jahr Gefängnis neben 6000 Dollar Strafe und über 500.000 Dollar Schadenersatz für 5 Jahre Korallenschmuggel.

Link
Beitrag vom 20.07.2013 - 12:53 

robertbaur
Dabei seit:24.08.2004
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Hallo zusammen

Da sich gestern Beschwerden häuften in denen sich auch andere Teilnehmer selbst sehr persönlich angegriffen fühlten und der Ton an manchen Stellen überhaupt nicht mehr passte habe ich die gestrigen Kommentare von hier entfernen lassen da ich selbst unterwegs war und nicht mal mitlesen konnte.

Der User war dabei vorübergehend deaktiviert/gesperrt worden. Heute hat der betreffende User sein Benutzerkonto komplett selbst gelöscht und mit ihm alle bisher hinterlegten Kommentare und Fotos.

Schade das es so weit kommen musste.

Gruß Robert
Beitrag vom 08.06.2013 - 07:47 

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Beitrag vom 07.06.2013 - 11:31 

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Beitrag vom 07.06.2013 - 09:41 

CS
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GEFÄNGNIS für Korallenschmuggel (s. unten)!
Beitrag vom 05.06.2013 - 14:12 

CS
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Alex Montgomery (Inhaber der Fa. Ocean Gems, Manchester) muß für 6 Monate ins Gefängnis wegen Schmuggels (Verstöße gegen CITES-Bestimmungen). Die aus Vietnam stammenden Korallen und Muscheln hatten einen Wert von über 50.000 britischen Pfund. Einzelheiten unter: Link

Hier seine Webseite: Link
Beitrag vom 03.06.2013 - 13:52 

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Beitrag vom 04.01.2013 - 16:44 

Mildred
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Natürlich kann nicht einer alleine den ganzen Planeten retten. Es geht doch viel mehr darum, Bewusstsein zu schaffen. Bewusstsein darüber wo welche Tiere herkommen, welchen langen Weg sie bis zu uns nach Hause zurücklegen und an welchen kleinen Schräubchen vielleicht von einem selbst gedreht werden kann. Zum Beispiel die ständige Nachfrage nach Nachzuchten beim Händler. Mein Händler z.B. bietet erst seit ein paar Wochen zum ersten Mal Clownfisch-Nachzuchten an, obwohl diese doch schon relativ gut als Nachzucht verfügbar sind.
Wenn jeder Einzelne bewusst kauft bzw. auch mal nachfragt, ob Nachzuchten zu bekommen sind, dann wird der Handel vermutlich entsprechend reagieren.
Auch aus meiner Sicht geht es deshalb hier im Forum sicherlich mehr um das Thema der Aufklärung und der wunderbar sachlichen Diskussionen. Damit erreicht man dann doch schon etwas. Auch kleine Schritte führen zum Ziel, wenn man sie in die richtige Richtung setzt.
Beitrag vom 04.01.2013 - 16:16 

GK
Dabei seit:09.01.2012
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Ok, auf der einen Seite die scheinbare Ohnmacht gegenüber allen Übeln der Welt (CO2 Emissionen steigen; Tierarten sterben rasant aus und so weiter). Auf der andere Seite die Erforderlichkeit, etwas zu tun, damit sich etwas ändert. Um der Zukunft willen. Nicht nur die der Meeresaquaristik.

Ich bin für Aufklärung. Außerdem ich bin für ein Tempolimit, für den Schutz der Meere und so weiter. Aber, wie Frau Schmidt schon bemerkte, wer würde sich schon mit der Speisefischindustrie oder der Automobilindustrie anlegen? Womit wir wieder beim Anfang wären. Die Ohnmacht...

Meine Meinung. GK

ps: Warum sollte sich Korallenriff.de nicht an der Aufklärung beteiligen? Warum den Kopf in den Sand stecken?
Beitrag vom 04.01.2013 - 13:07 

dj-fari
Dabei seit:31.10.2007
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Hallo CS und vielen dank auch für den Hinweis ,
Ja..."Tierschutz " wie sollen wir es verstehen oder wie definiert man Tierschutz !!!
Was ist überhaupt Artgerechte Haltung !!! wie kann man einen Elefant in zoo Artgerecht halten !!!Im Durchschnitt legt eine Herde pro Tag 12 Kilometer zurück. Ihre Geschwindigkeit beträgt dabei 10 km/h....Viele Zoo bieten aber nur 300-400 qm freigehege für die Tiere!!!!???
ich denke auf dieser forum kann man Natürlich über Tierschuz Diskutieren ,aber wir sind hier nicht bei " GREENPEACE " ,
es geht darum ,wenn wir tiere Schützen wollen dann sollen wir sie dort lassen wo sie sind ,ganz egal ob Jungel oder Ozean...Unsere Forum korallenriff.de bietet uns Aquarianern seit Jahren Tips und Tricks wie wir unsere Kleinen mini riff besser Verstehen und pflegen,und
vieles mehr.....Diskussion Über Tierschuz wird uns hier leider nicht weit bringen ,da an der Politik ganz andere Kräfte wirken und wir leider nichts beeinflüssen können ,ich kann an dieser Stelle einen Film mit der name " Die Bucht " Empfehlen ,die soll sich jeder UNBEDINGT anschauen....!!!!
Natürlich ist meine gestrige beitrag ca.12 jahre alt ,daran kann man die Fangmethoden von damals und Heute vergleichen ,auch in viele orts werden die korallen direkt in meer nachgezüchtet ,und ich denke Dank unsere Hobby und Präsent von seiten wie korallenriff.de haben wir alle schon etwas Zum Schutz unsere ozeane beigetragen ,Auch wenn nicht viel aber wir sind auf den besten wege...und Natürlich können wir es auch in Zukunft nicht verhindern wenn irgend welche firmen in ozean nach öl bohren und die Weltmeeren verunreinigen ,oder irgend welche länder ihre Atombomben in weltmeere zünden ,das ist gemeint weshalb hier diekussion über Tierschuz hier in unsere Forum meine meinung nach nicht geeignet ist ,da Thema " Tierschutz "
eine sehr kompliziert Thema ist die keine so Richtig beantworten kann und von sehr viele Faktoren abhängt die in der Regel aufgabe von unsere Politikern ist ,natürlich werden wir auch in unsere Forum korallenriff.de Über gefährdeter und bedrohte Arten unterrichtet die wir auch zur
Kenntnis nehmen....
Beitrag vom 04.01.2013 - 01:46 

Mildred
Dabei seit:24.02.2012
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Korallenriff:17
Lexikon:0

Ich bin ebenfalls der Meinung, dass auch solche Themen hier in diesem Forum ihren Platz haben und auch haben sollten. Natürlich ist der Anteil des Handels mit Zierfischen im Vergleich zu der Plünderung der Meere durch den Fang von Speisefischen im Vergleich wahrscheinlich eher klein, aber ich denke, dass man vielleicht auch beim Verzehr von Meerestieren etwas achtsamer ist, wenn man sich insgesamt für die Meere, die Korallenriffe und die dort lebenden Tiere interessiert. Natürlich wird es immer in einigen Köpfen anders aussehen. Es werden auch z.B. Hunde und Katzen unter erbärmlichen Bedingungen gehalten. Aber ich denke schon, dass man viele Menschen im Bekanntenkreis erreichen kann, wenn man ein Meerwasseraquarium besitzt. Wenn ich sehe, wie viele Menschen alleine in meinem Umfeld garnichts über die Schönheit wissen, die in den Meeren zu finden ist, dann ist wohl immer noch einiges an Aufklärungsarbeit notwendig. Da wir auch heutzutage noch in so gut wie allen Fällen bei den Fischen auf Wildfänge zurückgreifen müssen, haben wir als Pfleger dieser Tiere doch die Verantwortung diese wundervollen Geschöpfe nicht nur zu "verbrauchen", sondern von ihnen zu lernen und an ihnen anderen Menschen zu zeigen, was es zu schützen gilt.

Ein frohes neues Jahr an alle,

Ina
Beitrag vom 03.01.2013 - 15:26 

CS
Dabei seit:06.12.2011
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Korallenriff:102
Lexikon:0

Hallo dj-fari,

vielen Dank für den Hinweis.

Leider ist der Artikel schon 12 Jahre alt - d.h. es hat sich in der Zwischenzeit einiges (u.a. Positives) getan... Nichtsdestotrotz sind dort Dinge beschrieben, die auch heute noch Gültigkeit besitzen. Hier noch einmal der Link: Link

In Ihrer Zusammenfassung kommen Sie allerdings zu dem Schluß, dass Tierschutz nicht in dieses Forum gehört. Warum?

Sie sagen, dass durch unser Hobby "Viele arten ... geschützt werden ,und dank unsere Hobby können wir eine Kleine bruchteil unsere Ozeane und deren bewohner besser Verstehen".

Außerdem äußern Sie die Hoffnung, dass durch Forschung viel mehr Fische nachgezüchtet werden können: "Vielleicht gelingt uns in Nahe zukunft dies auch in der Meerwasser Aquaristik,und dieser oder ähnliche Forum wie korallenriff.de tragen ebenso einen großen Teil dazu bei..."

Ich teile Ihre Meinung - Korallenriff.de ist genau die richtige Plattform dafür.

C. Schmidt
Beitrag vom 03.01.2013 - 13:02 

dj-fari
Dabei seit:31.10.2007
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Korallenriff:73
Lexikon:2

Nun die zusammen fassung :

ich denke Thema " Tierschutz " gehört nicht hier in dieser Forum ,das ist meine Persönliche meinung ,Auch wenn wir ( Alle ca.25000 Mitglieder ) unsere Hobby wegen Umweltschutz oder Tierschutz aufgeben ,Wird sich nichts ändern !!!dann dörfen wir auch keine Meeresfrüchte,fisch...u...s...w...auch nicht mehr verzehren ....ich denke gerade unsere hobby trägt auch dazu bei das Viele arten erst geschützt werden ,und dank unsere Hobby können wir eine Kleine bruchteil unsere Ozeane und deren bewohner besser Verstehen ,Forschen und auch Schützen ,vor ca.20-30 Jahren müsste man für einen Diskus ( Süsswasser ) ca.200-400 DM Zahlen ,Dank hobby und Forschung sind die Tiere nicht mehr gefärdet und werden Problemlos nachgezüchtet ,Vielleicht gelingt uns in Nahe zukunft dies auch in der Meerwasser Aquaristik,und dieser oder ähnliche Forum wie korallenriff.de tragen ebenso einen großen Teil dazu bei ,da bin ich fest von Überzeugt .
ist natürlich meine persönliche meinung.
Beitrag vom 03.01.2013 - 01:46 

dj-fari
Dabei seit:31.10.2007
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Korallenriff:73
Lexikon:2

Gefährliche Liebschaft
greenpeace magazin 6.01Für ihr Hobby nehmen Meeres-Aquarianer fast jeden Preis in Kauf — und keine Rücksicht auf die Umwelt. Korallenriffe und Artenvielfalt bleiben beim Handel mit exotischen Fischen auf der Strecke.



Leuchtend rosarote Fächerkorallen prangen, purpurne Demoisellen flösseln vorüber, Tentakeln wippen in der Strömung. Orange-schwarze Seesternarme schlängeln in Felsritzen, Borstenwürmer kriechen durch feinen Kies. Zwei gelbe Doktoren jagen durchs kristallklare Wasser, erschrocken verschwindet ein feuerroter Flammenkaiser hinter einer Seeanemone, während ein Einsiedlerkrebs sich hastig in seinem Schneckenhaus verkriecht.



700 Liter tropisches Leben mitten in Berlin – und direkt daneben auf dem Ledersofa im Wohnzimmer sitzt Leo Gessert, der stolze Besitzer des marinen Biotops. Seit 13 Jahren ist der 47-jährige Justizbeamte Meeresaquarianer, seit vielen Jahren in einem Berliner Verein organisiert und Herausgeber der Vereinszeitschrift "MarinLife". Mehrere zehntausend Mark hat er über die Jahre für sein Hobby ausgegeben, und deswegen vermutlich schon mehr als einen Ehestreit mit seiner Frau ausgestanden.



Christa Gessert sitzt einen Meter entfernt im anderen Eck des Sofas. Die Aquaristik ist auch heute noch nicht ihr Steckenpferd: Mal kommt ein kritischer Kommentar, mal ein missbilligender Blick, wenn ihr Mann mit kindlich leuchtenden Augen davon erzählt, wie er für mehrere tausend Mark sein Aquarium in Leipzig maßanfertigen ließ oder in einem Laden in der bayerischen Provinz endlich das fehlende Weibchen für seinen gelben Lippfisch erstehen konnte. Gessert ist mit Leib und Seele Aquarianer, ein bisschen verrückt, ein echter Meeresfisch-Freak.



Schätzungsweise mehrere zehntausend Deutsche begeistern sich für dieses Hobby, die Bundesrepublik ist nach den USA und Japan der drittgrößte Markt weltweit. Jährlich werden hierzulande zweistellige Millionenbeträge umgesetzt und geschätzte sechs Millionen Meeresfische importiert, vor allem aus den Philippinen, Indonesien, Thailand, Singapur und Hawaii. Seit den Anfängen in den 60er Jahren ist die Fangemeinde stetig gewachsen, und so hat sich auf Hawaii beispielsweise die Zahl der gefangenen Meereszierfische seit Anfang der 70er verfünffacht. Nach einem Report des Washingtoner World-watch-Instituts werden weltweit jährlich 500 bis 600 Millionen Zierfische aus den Meeren geschöpft. Für viele der meist armen Exportländer ist der Zierfischhandel eine wichtige Einnahmequelle.



Aber je mehr Menschen in den reichen westlichen Ländern den Wunsch haben, sich mit tropischen Fischen und bunten Korallen einen Tupfer Exotik ins Wohnzimmer zu holen, um so problematischer wird diese Leidenschaft: Nicht nur leiden die durch Klimaerwärmung, Meeresverschmutzung, Taucher und Ankerschäden eh schon arg strapazierten tropischen Korallenriffe unter dem Fischen mit giftigem Zyanid oder sind viele gehandelte Arten wie Seepferdchen oder etliche Steinkorallen inzwischen vom Aussterben bedroht. Vor allem die hohe Todesrate der Tropenfische ist ein Problem: Ein Teil wird schon im Riff mit Zyaniden vergiftet (siehe Kasten), andere wiederum werden so brutal aus dem Netz gerissen, dass die Kiemen aufreißen und sie verbluten. Der nächste Teil stirbt am Dauerstress oder erstickt in schlecht belüfteten Transportbehältern. Mindestens die Hälfte der Fische ist schon tot, ehe sie überhaupt in ein Frachtflugzeug nach Europa, in die USA oder Japan verladen wurde.



Für den Flug werden bis zu 20 Tiere in eine Plastiktüte mit möglichst wenig Wasser gepackt: "Die Fische sind eigentlich billig, teuer ist vor allem der Transport", erklärt der Berliner Großhändler Heiko Franke. Nach seinen Angaben sterben durchschnittlich zehn Prozent der Fische direkt nach der Ankunft bei ihm – oder sind schon tot.



Um Gewicht zu sparen, ist das Wasser in den Tüten oft so knapp, dass Fische bis zu 48 Stunden auf der Seite liegen müssen, damit sie nicht aus dem Wasser ragen. "Sie schnappen noch verzweifelt nach Luft, wenn man die Tüten öffnet, und rühren sich dann nicht mehr. Bei vielen Lieferungen war die Hälfte der Fische tot oder fix und fertig, in Extremfällen lebten von 500 Tieren gerade noch zwei", erinnert sich Dieter Bruhns (Name von der Redaktion geändert), der lange Zeit im deutschen Meeresaquarienhandel gearbeitet hat. "Das lag auch an meinem damaligen Chef, einem Großhändler, der hat profitgeil dort gekauft, wo es am billigsten war. Der Zustand der Fische war ihm egal. Es zählte allein das Geschäft – Kohle, Kohle, Kohle."



Sinken die Gewinne wegen hoher Ausfälle bei den Lieferungen zu stark, wechseln die Großhändler einfach den Exporteur, doch in den meisten Herkunftsländern sind die Haltungsbedingungen ähnlich katastrophal: Oft vegetieren die Fische tagelang ohne Futter in rostigen Blecheimern oder schwimmen in Massen von Antibiotika, bevor sie für den Transport verpackt werden.



Für die wenigen Tiere, die den Leidensweg vom Fanggebiet bis zum deutschen ischgroßhändler überlebt haben, geht das Martyrium weiter: In Plastiktüten und Transportkartons werden sie zum Einzelhändler gekarrt. Bei Andreas Franke, seit 1997 Besitzer eines kleinen Meeresaquaristikgeschäfts in Berlin, gehen rund zehn Prozent der Fische nach der Ankunft ein. Ex-Verkäufer Bruhns erzählt, dass die Ausfälle im Einzelhandel teilweise noch viel höher sind: "Beim Pinzettfisch, einem der beliebtesten Korallenfische, starben von fünf gelieferten Tieren vier bei uns im Laden."



Selbst von jenen Fischen, die es bis ins Becken eines Aquarianers schaffen, "kippt" ein großer Teil in den ersten Wochen "weg" (wie die Szene es nennt). Viele sterben wegen altungsfehlern wie falscher Fütterung oder zu dichtem Besatz, andere sind schon so angeschlagen, dass auch die beste Pflege sie nicht mehr retten kann. So sind bei mit Zyanid gefangenen Fischen die Leber und andere Organe meist irreversibel geschädigt. Oft wurden den Tiere auch hochdosierte Antibiotika ins Wasser geschüttet, was ihre Darmflora zerstört und sie langsam verhungern lässt. Letztendlich, wird geschätzt, haben für jeden Meeresfisch in deutschen Aquarien zehn bis hundert Artgenossen ihr Leben gelassen.



Zahlen, die Aquarianer nicht gerne hören, aber doch indirekt bestätigen: "Es werden Tiere verkauft, die von vornherein Todeskandidaten sind. Ich kenne Leute, die haben in kurzer Zeit schon den fünften Weißkehldoktorfisch über die Klinge springen lassen. Der Handel verdient so gutes Geld", erzählt Leo Gessert. "Wir handeln mit manchen Arten nicht, weil sie sich nicht halten lassen", sagt der Berliner Ladeninhaber Andreas Franke. "Andere verkaufen leider alles."



Leise surren die Sauerstoffpumpen in seinem Laden im Norden Berlins, während er erzählt. Die Luft ist feucht, es riecht ein wenig nach Meer. An einer Wand stapeln sich mehr als 20 Verkaufsbecken in drei Reihen über- und nebeneinander, in denen orange-weiß gestreifte Anemonenfische, bizarre Drachenfische und majestätische, dunkelblaue Pfauen-Kaiserfische kreisen. Ein riesiges Schaubecken in der Mitte des Raumes ist randvoll mit weißen, rosa- und lilafarbenen Korallen.



"Wer in die Meeresaquaristik einsteigen will, muss für Becken, Ausrüstung und Fische mit mindestens 10.000 Mark rechnen", sagt Franke, der seine jüngste Lieferung inspiziert – eine Styroporbox mit 40, 50 bunten Fischen. Acht Mark muss man bei ihm für eine Demoiselle auf den Tisch legen, 70 Mark für einen gelben Doktor, 700 Mark kostet ein seltener gelber Kugelfisch. Während sein Gehilfe den Großteil der Tiere zunächst in Eimer und später auf die Verkaufsbecken verteilt, fachsimpelt der Chef mit einem Geschäftsmann im Anzug über die richtige Wasserchemie.



Auch wenn Franke ein paar schwer zu haltende Spezies nicht im Angebot hat, eines stellt er klar: "Auf manche Arten können wir nicht verzichten, weil die jeder will, so wie den gelben Doktor." Der Gelbe Hawaiidoktor, der in fast jedem Meerwasseraquarium schwimmt, galt lange Zeit als robuster "Anfängerfisch". Doch inzwischen gibt es selbst damit massive Probleme, was Leo Gessert schwer in Rage bringt: "Seit zwei, drei Jahren gehen viele gelbe Doktoren schon Wochen nach dem Kauf ein, weil sie massenweise Antibiotika bekommen haben.



Wir haben uns beschwert, damit die Händler bei Großhändlern und Exporteuren Druck machen."



Doch nicht nur Antibiotika, auch Beruhigungsmittel und Hormone zur Steigerung der Farbintensität gehören zum Speiseplan der Exoten. "Immer häufiger bekommt man im Laden aufgeschwemmte, verdauungsunfähige, fehlfarbene Todeskandidaten vorgesetzt. Liegen diese Giftbomben endlich tot am Boden des Aquariums, rührt sie kein Einsiedlerkrebs, ja selbst kein Borstenwurm mehr an", klagt die Verhaltensforscherin Ellen Thaler in der Juni-Ausgabe der Aquarianer-Zeitschrift DATZ.



Die Professorin, selbst eine Meeresfisch-Liebhaberin, unterstellt den Aquarianern eine Wegwerf-Mentalität. Viele verschlissen Fische oder wechselten sie aus, weil gerade andere Arten "in" sind. "Je seltener ein Fisch ist, desto begehrter ist er auch. Der Preis spielt dann keine Rolle mehr", sagt Bruhns über seine ehemaligen Kunden. "Früher oder später holt sich jeder einen Fisch, von dem er besser die Finger lassen sollte." Sein vernichtendes Fazit: "Von zehn Meeresaquarianern sollten sich neun ein anderes Hobby suchen. Die sehen die Fische nur als Zimmertapete."



Mit solchen Freizeit-Aquarianern kann Leo Gessert sich nicht identifizieren. Fische sind seine Leidenschaft. Er verschwindet in der Küche. Als er mit einem Stück Gurke wieder auftaucht, ist er empört: "Jetzt haben die Jungs meinen Fischen den Salat weggefressen." Seine Frau grummelt, die Söhne seien ja auch wichtiger. Doch er widmet sich schon ganz dem Gurkenstück, welches er gekonnt an einem mit einem Stein beschwerten Draht befestigt. "Die Fische brauchen Abwechslung. Mal kriegen sie ein Salatblatt, mal ein Stück Banane oder auch etwas Ananas", erklärt er mit fürsorglicher Stimme. Kaum liegt der Stein am Grund des Aquariums, stürzen sich Fische und Garnelen auf den in der Strömung baumelnden Leckerbissen.



Der Meeres-Freak setzt sich zufrieden wieder aufs Sofa neben dem Aquarium und bestätigt mit ernster Miene Bruhns Kritik: "Leider gibt es viele Aquarianer, denen es egal ist, wenn ein Fisch kaputt geht, dann holen sie sich halt einen neuen."



Die Lust auf immer neue, immer exotischere Tiere ist für einige Spezies längst zur Bedrohung geworden. Die putzigen Seepferdchen etwa, die je nach Art 30 bis 5000 Mark kosten, sind immer noch begehrt, obwohl viele Arten kurz vor der Ausrottung stehen. Zwar ist der Hauptgrund dafür die Verwendung von Seepferdchen-Pulver und -Tinkturen in der traditionellen chinesischen Medizin, aber auch für den Zierfischhandel werden weltweit jährlich 500.000 Tiere gefangen.



Die meisten Aquarianer und Händler haben zum Naturschutz ein gespaltenes Verhältnis: Zwar schimpfen sie laut über Umweltschäden, verdrängen aber zugleich die negativen Folgen ihres Hobbys. Denn im Gegensatz zur Süßwasseraquaristik, wo die meisten Arten inzwischen nachgezüchtet und nur etwa zehn Prozent der gehandelten Fische der Natur entnommen werden, sind im Meeresaquarium 95 bis 98 Prozent der Tiere Wildfänge. Die meisten Zuchtversuche scheitern daran, dass fast alle Meeresfische Freilaicher sind. Die Weibchen geben die Eier direkt ins Wasser ab, und die Larven ernähren sich von umherschwimmendem Plankton. Doch eben diese Eier und das Plankton werden von den für die Wasserqualität des Beckens unerlässlichen Filtern abgefischt – ein bislang ungelöstes Problem. "Daraus wird in Zukunft nichts werden, weil es technisch zu aufwendig und zu teuer ist. Das kann man vergessen", winkt Fischforscherin Thaler ab.



So wird die Nachfrage nach Korallenfischen aus dem Riff wohl auch in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Trotz stetig steigender Exportzahlen gibt es bis heute nicht einmal für bedrohte Arten konkrete Bestands- oder Handelszahlen oder irgendwelche Handelsbeschränkungen, jeder darf importieren, was und wie viel er will.



Die dramatischen Folgen zeigt die weltweit bislang einzige Studie zu den Auswirkungen des Meereszierfischfangs in Hawaii (1999) auf: Dort wurden die natürlichen Populationen von zehn häufig gehandelten Arten durch den Fang rasant dezimiert – in nur zwei Jahren um 38 bis 57 Prozent. Und dies, obwohl dort nicht einmal mit Zyanid gefischt wird. Der Autor der Studie, Brian Tissot, drängte erfolgreich darauf, mindestens 30 Prozent der Küstengewässer Westhawaiis zu Reservaten zu erklären, in denen jegliches Fangen von Fischen verboten ist. Zudem werden auf den Inseln der Handel und die Populationszahlen kontrolliert. Von solchen Maßnahmen sind alle anderen Exportländer weit entfernt.



Doch auch in den Importstaaten gibt es keine Handelsstatistiken. In Deutschland etwa ist nur die Gesamtmenge der jährlich importierten Zierfische in Tonnen bekannt (2000: 105 Tonnen Süßwasser- und 45 Tonnen Meerwasserfische). Als das Bundesamt für Naturschutz (BfN) Anfang der 90er versuchte, die Handelsdaten zentral zu erfassen, scheiterte dies am Widerstand der Händlerlobby. "Die dachten, wir wollen ihnen das Geschäft kaputt machen", erzählt BfN-Abteilungsleiter Harald Martens.



Auch 1997, als die Bundesartenschutzverordnung an die EU-Gesetzgebung angepasst wurde, gab das BfN klein bei: Das acht Jahre lang geltende Importverbot für die farbenprächtigen Kaiser- und Falterfische wurde ohne Ausnahmen aufgehoben. "Es ließ sich in der EU nicht durchsetzen. Und ein deutscher Alleingang war nicht drin", sagt Martens.



"Wenn das BfN gewollt hätte, hätte man das Verbot beibehalten können", meint hingegen ein Kollege eines ostdeutschen Umweltamtes. "Auch andere Länder haben beim Import bedrohter Arten Sonderregelungen erreicht. In Schweden darf man beispielsweise keine exotischen Vögel halten, in Frankreich keine Greifvögel."



Seit der Aufhebung des Verbots haben Aquarianer und Händler wieder die freie Auswahl in allen Ozeanen. Nur einige langsam wachsende Steinkorallenarten aus Indonesien dürfen nicht importiert werden. Dafür werden sie illegal ins Land geschmuggelt. "Wir sind da schwer überfordert", stöhnt die zuständige Expertin vom Zoll am Frankfurter Flughafen, "wir sind ja Zöllner und keine Biologen. Wenn’s nach uns ginge, sollte die Einfuhr von Korallen ganz verboten werden."



Dass in der Meeresaquaristik dringend etwas getan werden müsste, darüber sind sich im Prinzip alle Beteiligten einig, Aquarianer, Händler, Wissenschaftler, Naturschützer und Behörden (siehe Kasten "Lösungen". Vom Öko-Label über chemische Stichproben bis zu Mindestverkaufspreisen – Vorschläge gibt es genug. Doch bisher ist nichts geschehen.



Bestimmte Arten hätten aber selbst mit Öko-Label und transparentem Handelsweg nichts im Aquarium zu suchen. Davon weiß auch der Fisch-Fanatiker Gessert ein Lied zu singen. Er hatte vor einiger Zeit das Ei eines Ammenhais erstanden: "Das war schon toll, man konnte genau beobachten, wie unser kleiner Hai in dem ovalen, zehn Zentimeter langen Ei immer größer wurde." Sogar seine Frau am anderen Ende des Sofas nickt beifällig. Stolz fährt Gessert fort: "Als der Hai gerade am Schlüpfen war, kam sogar das Fernsehen und wir waren auf SAT 1 zu sehen." Dem Höhepunkt seines Aquarianer-Lebens folgte schon bald das Entsetzen: Eines Tages stank es in der Wohnung säuerlich nach Fisch. Der Hai war aus dem Becken gesprungen und dahinter verendet.





Lösungen fürs Aquarium



Zum Schutz von Korallenriffen und vom Aussterben bedrohten Meereszierfischarten fordern Experten wie Ellen Thaler, Verhaltensforscherin, und Daniel Knop, Chefredakteur des Fachmagazins „Koralle“:



1. Transparenz

Es muss erfasst werden, wo und wie welche Arten in welcher Menge gefangen und wie sie „gehältert“ und transportiert werden.



2. Öko-Label

Mit Netzen gefangene Tiere bekommen ein Zertifikat und werden über ausgewählte Händler verkauft. Für die geringere Sterbequote netzgefangener Fische (im Ver-gleich zu giftgefischten) werden die Fänger mit höheren Preisen pro Tier entlohnt.



3. Stichproben

Ob Fische tatsächlich schonender gefangen und gehalten wurden, wird durch stichprobenartige chemische Analysen auf Zyanid- und Antibiotikagehalt überprüft.



4. Reservate

In allen Fangregionen wird ein Netzwerk ausreichend großer Reservate eingerichtet, in denen das Fischen vollständig verboten ist. Von dort können wieder Fische in die Fangregionen nachwandern.



5. Handelsbeschränkungen

Für besonders schwer haltbare und vom Aussterben bedrohte Fischarten gelten Handelsbeschränkungen oder -verbote.



6. Mindestpreise

Um zu verhindern, dass schwer haltbare Arten „verbraucht” und einfach wieder neu gekauft werden, werden für diese Arten im Verkauf Mindestpreise festgesetzt.



7. Ausbildung

Großhändler, Händler und Verkäufer müssen sich regelmäßig in Naturschutz und artgerechter Haltung schulen lassen.



8. Kontrollen

Durch Stichproben wird überprüft, ob Aquarienhändler geschützte Arten verkaufen und ob sie umweltgerecht beraten.

Beitrag vom 03.01.2013 - 01:25 

GK
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Einen Artikel zum geforderten Fischfangverbot in Hawaii gab es u.a. auch in der KORALLE (Ausgabe 73, Feb./März 2012, Seite 10)
Beitrag vom 21.12.2012 - 06:06 

CS
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Stellungnahme zur Kritik, die auf Meerwasserforum.info geäußert wurde.

#1: SAIA sei "vielleicht durch den WWF geprägt."
Antwort: Das Gegenteil ist der Fall.

#2: Es sei "besonders schockierend... dass in dem Artikel Menschen im Statement angegriffen werden die sich für ein Handelsverbot einsetzen."
Antwort: SAIA setzt sich gegen dieses Handelsverbot (Hawaii) ein und benennt Namen von Personen, die sich zum Wortführer dieser Handelsverbotsbewegung machen (s. Robert Wintner alias Snorkel Bob).

#3 Es könne nicht sein "dass Namen dort genannt werden, deren Arbeiten nicht exakt beschrieben werden und daher nicht ersichtlich ist was so schlecht daran sein soll."
Antwort: Es ist mir neu, dass Meerwasseraquarianer Handelverbote gutheißen und auf Gelbe Doktoren in Zukunft verzichten wollen. Des weiteren: Die Arbeiten von Robert Wintner alias Snorkel Bob sind bekannt und im Internet zu finden (Bsp.: "The Dark Hobby; Can We Stop the Devastating Impact of Home Aquaria on Reefs Worldwide"

Christiane Schmidt

PS: Warum verstecken Ihr Euch in Euerm Forum? Wir alle wollen an der Diskussion teilhaben!
Beitrag vom 20.12.2012 - 13:15 

CS
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Hallo den drei Gewinnern! Gratulation! Ihr habt natürlich Recht. Es ist ein Zweifarbenlippfisch (Bodianus mesothorax). Ein juveniles Tier, daher recht klein und niedlich anzuschauen. Leider werden auch Fische älter und größer, siehe Meerwasserlexikon: Link

Die Gewinner werden in den nächsten Tagen kontaktiert.
Beitrag vom 18.12.2012 - 17:43 

Mildred
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Ich schließe mich an. Ich tippe auch auf Bodianus mesothorax.

Gruß Ina
Beitrag vom 18.12.2012 - 16:25 

Trokan
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Zum Fischbild: Ich denke auch, dass es ein Bodianus mesothorax ist.

Viele Grüße,
Ralf
Beitrag vom 18.12.2012 - 13:41 

GK
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Zum Fisch (Bild) - Rätsel:

Ich denke, es könnte ein Zweifarbenlippfisch sein...
Beitrag vom 18.12.2012 - 10:42 

GK
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Auch wenn mein Englisch nicht das Beste ist, ich habe in Hawaii eine Stellungnahme abgegeben: Dear Mr. Alton K. Miyasaka,

I am a german Hobbyist of marine ornamental Fish and Corals.
I heard of proposed Rules to Aquarium Fishery and the Chance to write Testemony. My Opinion is there should not be a Ban, but Regulation as proposed. Regulation will ensure german Hobbyists and hawaiian People can enjoy Yellow Tang in the Future. I completely support new Rules.

Greetings from Germany, Gaby Kirchner

Beitrag vom 18.12.2012 - 10:36 

sauron82

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Hallo zusammen!

Ich denke das Problem in der Umsetzung liegt eigentlich woanders. Wir haben uns in unserem aquarienverein Heros in Nürnberg die letzten Wochen ganz intensiv damit beschäftigt zuletzt hatten wir dann den VDA Präsidenten Dr, Hetz in einem Vortrag und geben fleißig rundmails weiter an Politiker, von Politikern und vom VDA. Hier der Auszug der Neuigkeiten zum Tierschutzgesetz:


Tierschutzgesetz geändert!

Die Änderung des Tierschutzgesetzes wurde am 13. Dezember 2012 gegen die Stimmen der Opposition beschlossen. Den Text findet man hier. Erklärende Anmerkungen des VDA sind integriert.

Gegen das Votum der Opposition hat der Bundestag am 13. Dezember dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Tierschutzgesetzes (17/10572) in der vom Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geänderten Fassung (17/11811) zugestimmt. In diesem (17/11811) frei zugänglichen Dokument findet man auf Seite 27 auch den Antrag der SPD, im Tierschutzgesetz festzuschreiben, Tierbörsen mit nicht exotischen Tieren zu verbieten. Dieser wurde aber nicht umgesetzt.
Mit dieser Gesetzesänderung werden Vorschriften zum Schutz von Tieren, die für wissenschaftliche Zwecke verwendet werden, geändert, ergänzt oder ersetzt. Auch wurden Ermächtigungsgrundlagen für eine Verordnung erlassen, in der weitere Regelung für Tierversuche und damit zusammenhängende Tätigkeiten getroffen werden können. Ferner wird eine betriebliche Eigenkontrolle im Hinblick auf Tierschutz im Gesetz etabliert. Die Ferkelkastration ist ab 2019 ohne Betäubung nicht mehr zulässig. Bei Enthaltung von SPD und Linksfraktion lehnte der Bundestag einen Entwurf von Bündnis 90/Die Grünen zur Neuregelung des Tierschutzgesetzes (17/9783) ab. Die Grünen wollten die Achtung von Tieren als Mitlebewesen gesetzlich festschreiben und anerkennen, dass Angst für Tiere gleichbedeutend mit Leiden ist. Auch sollten Regelungen zur Haltung und Betreuung von Tieren erweitert oder konkretisiert werden. Wir hatten bereits öfters über diese Thematik berichtet und kritisiert, auf welche Weise diese Gesetzesvorlage das Hobby negativ beeinflussen würde. Besonders wären hier die Forderungen nach der Zuchterlaubnis nichtdomestizierter Tiere (§28 (1) 7, Seite 20), die im Zusammenhang mit §33 (5) die Positivlisten wieder in die Diskussion bringen würde.
Die Grünen wollten ferner die Stelle eines Bundesbeauftragten für den Tierschutz schaffen. Ebenso wurde ein Entschließungsantrag der Fraktion Die Linke (17/11853) abgelehnt. Außerdem wurde in namentlicher Abstimmung ein Änderungsantrag von Bündnis 90/Die Grünen (17/11851) mit 298 Nein-Stimmen bei 210 Ja-Stimmen und einer Enthaltung abgelehnt. Auch ein Entschließungsantrag der SPD (17/11852) fand keine Mehrheit. 297 Abeordnete stimmten gegen, 162 Abgeordnete für den Antrag. Es gab 49 Enthaltungen. Den Bericht der Bundesregierung über den Stand der Entwicklung des Tierschutzes 2011 (17/6826) nahm der Bundestag zur Kenntnis.
Wie in der Kürze zu überblicken war, ist der §11 (ab Seite 13 [17/10572]) leicht geändert worden. Der Paragraf umfasst nun Kopffüßer (gemäß Artikel 1 Absatz 3 Buchstabe b der Richtlinie 2010/63/EU) und Wirbeltiere. Die Befürchtung, dass dekapode Krebse auch in diesen Paragrafen aufgenommen werden, hat sich nicht bestätigt. Der §11 ist allgemeiner gefasst und sieht weitere Ermächtigungen des Bundesministeriums vor. Das Qualzuchtverbot scheint so komplex zu sein, dass man keine einheitliche Regelung gefunden hat, die ins Gesetz Eingang findet.
Alles gut? Alles in allem ist die Änderung für unser Hobby gut ausgegangen. Es hätte schlimmer, aber auch in einigen Punkten (Qualzucht) besser kommen können. Auf jeden Fall müssen wir jetzt aufpassen, dass uns mit den oben genannten Ermächtigungen keine unnötigen Vorschriften aufgezwungen werden.
Mit den besten Grüßen
Dr. Stefan K. Hetz, VDA-Präsident


Im letzten Vortrag wurde wieder mal das eigentliche Problem klar: die die diese Gesetze auf den weg bringen haben zuwenig Sachkenntnis und die die Sachkenntnis haben zuwenig zu sagen. Also passiert es das unsere Politik von irgendwelchen (Tierschutz)Organisationen einige Zahlen und Statistiken vor den Latz geknallt bekommen und danach dann regularien erfolgen. Als Beispiel der Neon: hier wurde angeführt das mehrere Millionen Neons im Jahr exportiert werden und das zuviel sei. Das sich gleicher aber von Natur aus explosionsartig vermehrt und von Natur aus Millionen von ihnen auf natürliche weise in der Trockenzeit in den ausgetrockneten vorkommensgebieten sterben fällt unter den Tisch. Im nächste Jahr sind diese wieder genauso zahlreich da. Würde keiner angemerkt auf natürliche weise sterben, würde die Welt in Neons schwimmen. Die Neons die für die aquaristik exportiert werden beeinträchtigen in keiner weise den bestand oder gefährdet in gar. Die meisten dieser Fische wären wohl eh vertrocknet. Die eigentlichen Gefahren wie Quecksilber zur Goldgewinnung, Rodung oder Erdöl sollten angegangen werden und zwar direkt mit und in dem Land. Die aquarianer dieser Welt können nichts dafür ganz im Gegenteil, wie viele Arten gibt es die in der Natur ausgerottet sind und dank der aquarianer in unseren heimischen Becken noch fortbestehen.

Viele Grüße
Patrick
Beitrag vom 16.12.2012 - 20:26 

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Beitrag vom 16.12.2012 - 19:27 

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Beitrag vom 16.12.2012 - 19:23 

GK
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Zum Thema Bashing, das ich getan haben sollte. Hier der Kommentar von Alexad30, als sein übler Kommentar vom Admin gelöscht wurde: Hallo nochmal-- vergesst meinen letzten Kommentar, am besten löschen. Ich lass mich leider oft durch solche Tasten-Weltretter und Zivilversager leicht reizen. Also sorry hierfür...

Das Thema, das diskutiert wurde, war die Vermüllung der Weltmeere... Noch Fragen, wer hier wen beschimpft hat?
Beitrag vom 16.12.2012 - 17:57 

GK
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Super Artikel, Frau Schmidt! Sie scheinen Weitsicht (was unser Hobby angeht) zu besitzen, das bringt sicherlich Ihr Beruf mit sich. Beneidenswert!
Ich bin ebenso der festen Überzeugung, dass wir Meerwasseraquarianer viel zu lange Probleme ignoriert haben. Jetzt ist die Kacke am dampfen... Da sind natürlich Aussagen, wie die von Alexad30, eine echte Provokation. Ich versteh diese Typen einfach nicht, die argumentieren als ginge sie nichts an. Außer natürlich mein Auto, mein Aquarium, meine Olle (genau in dieser Reihenfolge)!
Beitrag vom 16.12.2012 - 17:53 

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Beitrag vom 16.12.2012 - 10:44 

Mildred
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Wir als Meerwasseraquarianer haben es doch maßgeblich in der Hand, welche Tiere für unser gemeinsames Hobby importiert werden. Wie kann dann jemand der Meinung sein, dass wir nichts mit dem Thema Naturschutz zu tun hätten? Ich finde, dass gerade die Meerwasseraquaristik eines der bedeutendsten Hobbies ist, um anderen Menschen die wunderbare Welt der Natur und hier natürlich besonders die Welt der Meere näherzubringen. Was kann besser die Menschen im eigenen Umfeld von der Schönheit, der Faszination und dem Einfallsreichtum der Natur überzeugen, als die komplexen Zusammenhänge im Riff? Wenn ich Freunden die Häutungsreste einer Krabbe zeige, oder sie mit leuchtenden Augen zusehen, wie sich Doktorfische von einem Putzerlippfisch pflegen lassen, dann hat das nichts mit Naturschutz zu tun? Wir alle haben es doch in der Hand, die uns anvertrauten Geschöpfe gesund zu erhalten, damit sie ein langes Leben haben. Nichts würde mich mehr freuen, als wenn ich irgendwann sagen kann, dass meine Doktoren bereits 16 Jahre (gerne auch mehr) bei mir leben.
Aber in Zeiten, in denen mir immer noch Leute erzählen, dass sie ihre unliebsamen Süßwasserfische im Klo versenken, darf man sich auch über solche Äußerungen wohl nicht wundern...

Ina
Beitrag vom 16.12.2012 - 00:51 

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