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Seestern findet im Kleinwuchs seine Nische


3. Mai 2011

Foto zeigt Xyloplax als kleine bleiche, ausgefranst wirkende Scheibe mit fünf abgerundeten Ecken Die Bedingungen in der Tiefsee bewirken mitunter erstaunliche Anpassungen. So geschehen im Fall eines kleinen Stachelhäuters, demonstriert eine Studie einer amerikanischen Biologengruppe. Der Winzling bricht schon früh seine normale Entwicklung ab und weist einen derart ungewöhnlichen Körperbau auf, dass er lange Zeit nicht als Seestern erkannt wurde.

Xyloplax misst nur wenige Millimeter im Durchmesser. Foto: Daniel Janies/Ohio Supercomputer Center

Stattdessen habe man in dem Xyloplax getauften Organismus zunächst den Vertreter einer völlig neuen Klasse von Stachelhäutern gesehen, erläutert Daniel Janies von der Ohio State University. Die Erkenntnis, dass der kaum fingernagelgroße Exot zu den altbekannten Seesternen gehöre, mache ihn jedoch umso interessanter, so der Forscher. “Xyloplax lässt das Stadium des großen ausgewachsenen Tiers schlicht aus und ist so in der Lage, in den Ecken und Winkeln versunkener Holzstücke am Grund der Tiefsee ein Auskommen zu finden.”

Xyloplax war erst im Jahr 1986 auf Holz vom Grund des Südpazifiks entdeckt worden, später auch in der Karibik. Zwar wurde das “Seegänseblümchen” aufgrund seiner fünfstrahligen Symmetrie rasch als Stachelhäuter erkannt. In der Anordnung seiner Füßchen und Skelettplatten unterscheidet es sich allerdings stark von Seesternen, Seeigeln, Schlangensternen, Seegurken und Seelilien. Daher wurde ihm eine eigene Klasse innerhalb der Stachelhäuter eingerichtet.

Foto zeigt kleine Kugeln innerhalb einer Xyloplax-Scheibe Die Larven von Xyloplax reifen in einer Art Brutkammer heran. Foto: Daniel Janies/Ohio Supercomputer Center

Zu Unrecht, belegt die von Davies und seinen Kolleginnen Marymegan Daly und Janet Voight durchgeführte Untersuchung. Das Trio studierte die Entwicklung von Xyloplax und verglich zudem das Erbgut des Exoten mit dem von 86 anderen Stachelhäutern. Zwar ergeben sich je nach Analysemethode unterschiedliche Stammbäume für die gesamte Gruppe, berichten die Forscher im Fachblatt “Systematic Biology”. Xyloplax findet sich jedoch in jedem Fall innerhalb der Seesterne wieder und nicht etwa auf einem eigenen Ast.

“Xyloplax ist einfach nur ein kleiner Seestern mit einem seltsamen Körperbau und in einem seltsamen Lebensraum”, so Janies. Die scheibenförmige Gestalt komme wahrscheinlich zustande, indem der Seestern sein Wachstum noch vor dem Herausbilden der typischen Arme einstelle. Gleichwohl verfüge er über ausgereifte Keimdrüsen und sogar über eine Art Brutkammer, in der sich der Nachwuchs entwickeln könne. Dass diese Kammer und das Leben in der Tiefsee tatsächlich Gemeinsamkeiten mit den nächsten Verwandten innerhalb der Seesterne seien, werde erst jetzt klar, “nachdem wir sein Genom und seine Entwicklung enträtselt haben”.

Forschung: Daniel A. Janies und Marymegan Daly, Department of Biomedical Informatics und Department of Evolution, Ecology, and Organismal Biology, Ohio State University, Columbus; Janet R. Voight, Department of Zoology, The Field Museum of Natural History, Chicago

Veröffentlichung Systematic Biology, DOI 10.1093/sysbio/syr044

WWW:
Biomedical Informatics, Ohio State University
Laboratory of Marine Invertebrate Diversity, Ohio State University
Echinodermata

Echinoderm Weirdness: Pt. 1, Pt. 2

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Seesterne lassen sich volllaufen
Sequenziert: Fundgrube Seeigel


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28.03.2011



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