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Das Nanoriff: Korallen


Vor den Korallen kommt die Reinigungscrew:

Interessanterweise sollte man vor dem Besatz mit Korallen überlegen welche Einsiedlerkrebse und Schnecken man pflegen möchte.
Wobei das MÖCHTE weniger im Vordergrund steht als das Wissen um die Nützlichkeit von Schnecken und Einsiedlerkrebsen im Bezug auf Algen.

Gerade in der Einfahrphase wo man erste Kontakte zu Fadenalgen oder anderen Plagen machen wird, stellt man schnell fest warum Einsiedler und bestimmte Schnecken äußert wertvolle Pfleglinge sind. Neben der Nützlichkeit gegen Algenprobleme ist das Beobachten von Einsiedlern auch etwas überaus interessantes.  So wachsen sie regelmässig durch Häutung, und brauchen um größer werden zu können ein neues Haus. Zum Glück hält ein gut sortierter Händler solche Einsiedlerhäuschen bereit. Das ist im übrigen wirklich wichtig, da sonst der Krebs zu Grunde geht.

Neben den wichtigen Einsiedlerkrebsen gehören auch Schnecken mit zur wichtigen "Reinigungscrew".  Ich empfehle für 50 Liter Wasservolumen anfangs 3-4 Einsiedler, und 3-4 Schnecken zu kaufen und einzusetzen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass diese Zahl an Schnecken und Einsiedlern ein Algenproblem schnell in den Griff bekommen.  Wer mehr Probleme mit Algen hat, kann durchaus auch mehr Tiere einsetzen, da sich Schnecken und Einsiedler ja ganz gut wieder entfernen lassen.

Nachfolgend finden Sie einige ganz interessante Arten die bekanntermaßen auch ordentlich Algen fressen. Die Arten Clibanarius und Calcinus sind bei den Einsiedlern, Tectus, Turbo, Nassarius und Stomatella bei den Schnecken aus meiner Sicht dabei besonders geeignet.

 

und Schnecken:

Es ist schon lange bekannt das gerade diese Tiere äußert wichtig sind um ein Becken naturnah und ohne Probleme zu betreiben. Gerade in so kleinen Behältnissen ist es daher deutlich einfacher als in großen Becken, Algenprobleme durch eine ausreichende Anzahl an Algenfresser zu beseitigen.

 

Korallen ziehen ein:

Nach dem wir nun die erste Algenphase hinter uns haben, und vielleicht sogar die ersten höheren Algen eingebracht wurden wird es Zeit sich Gedanken um den Korallenbesatz zu machen. Man muss sich natürlich immer vor Augen halten, dass ein Nanoriff nur einen beschränkten Raum bietet und Korallen, gute Werte vorausgesetzt, ja in der Regel auch relativ schnell wachsen. Daher will der Besatz auch hier gut überlegt sein.

Einge bekannte Buchautoren raten zum Erstbesatz durch einfachere und damit leicht haltbare Weich / Lederkorallen. Aufgrund meiner Erfahrung gehe ich mit den Autoren aber nicht unbedint gänzlich konform. Natürlich ist die Empfehlung zu einfachen Korallen aus der Sicht das Anfänger das lesen auch ok.  Aber ist es nicht sinnvoller das zu besetzen was man will und plant, anstatt etwas einzusetzen was irgendwann evtl. wieder weichen muss? Auch ich möchte Ihnen ein paar Bilder von möglichen Weichkorallen zeigen, gebe Ihnen aber doch auch mit auf dem Weg dass man diese nicht nehmen sollte, wenn man deren Besatz nicht plant. Logischerweise schreibe ich hier von der Königsklasse, nämlich den kleinpolypigen Steinkorallen. Denn fast jeder Korallenpfleger wird sich da ran wagen, und spätestens jetzt müssen die meist nur beigefarbigen Weichkorallen weichen.

Alle der nachfolgenden Korallen gelten als sehr robust, und dabei auch als wuchsfreudig.

 

Weichkorallen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zusammenfassend noch einiges zu den diversen aufgeführten Arten:

Die oben aufgeführten Korallen haben natürlich auch ihre Ansprüche. Diese sind im Grundprinzip nicht so hoch, aber es gibt dennoch auch einiges zu beachten. Beispielsweise nesseln so gut wie alle Korallen, das dem Nachbarn zu schaffen machen kann. Daher sollte man immer auf einen bestimmten Abstand zwischen Korallen achten.  Darüber hinaus haben z.B. Xenien und Anthelien die Eigenart sich sehr schnell zu vermehren und den Siedlungsraum knapp zu machen. Sie bedecken schnell freie Fläche. So dekorativ wie sie auch sind, das kann sich schnell bei übermässigen Wachstum ins Gegenteil verkehren. Sarcophyton Arten sind ebenfalls schnell wachsen und von Aussehen und Wachstum her nicht wirklich optimal für ein Miniriff Aquarium. Sie erreichen letzliche mehrere 10 cm in der Breite und Höhe.

Das ist nämlich schon das nächste "Problem" in einem kleinen Nanoriff.  Solche Korallen wachsen zum Teil so schnell, dass man nicht lange Freude damit hat, sondern dann schon nach Abnehmern suchen muss. Außerdem sind nicht alle dieser Korallen optimal was die Größe zum Beckenverhältnis angeht.

Es macht also in meinen Augen keinen Sinn erst Weich und Lederkorallen einzusetzen wenn ich auf Dauer keine halten will. Ist also der Wunsch nach SPS (Small Polyp Scleractinia) oder LPS (Large Polyp Scleractinia) da, dann sollte man sich auch danach richten.  

Deshalb zeigen wir Ihnen natürlich auch einige Arten die man durchaus in einem solchen Becken pflegen kann. Diese finden Sie hier nachfolgend. Natürlich stellt diese nur eine kleine Auswahl ds Möglichen dar. Mit den richtigen Werten, und viel Licht kann man jede kleinpolypige Steinkoralle halten, großpolypige Steinkorallen sowieso.

SPS Korallen:

geeignete Acropora Arten

 

 

gut geeignete Montipora Arten für Anfänger

 

weitere gut geeignete SPS Korallen

 

Hinweis:

Wir pflegen derzeit gesammt 460 Steinkorallen im Meerwasser-Lexikon, dabei fallen 255 auf LPS und 205 auf SPS. Diese hier gzeeigten Arten sind natürlich nur ein Ausschnitt aus den vielen Korallen und auch wissentlich einfacher und in der Regel bei Einhaltung der Werte und viel Licht auch gut haltbar, ja sogar vermehrbar. In der Regel lassen sich alle LPS Korallen gut halten weshalb wir hier keine Vorauswahl getroffen haben. Anzumerken ist jedoch dass LPS Korallen meist mehr Nesselkraft haben, und zudem auch über Kampftentakel verfügen. Damit sind sie in der Lage auch entfernt stehende Korallen zu vernesseln.  Nicht alle können das aber doch einige.  Aber schauen Sie einfach selber mal hinein dort finden sie viele ergänzende Infos:

LPS Korallen im Lexikon

Im übrigen kann man das scheinbar gar nicht oft genug wiederholen, denn ich wurde jetzt schon mehrfach befragt.

LPS steht für Large Polyp Scleactinia (groppolypige Steinkorallen)

SPS steht für Small Polyp Scleractinia  (kleinpolypige Steinkorallen)

 

Röhrenkorallen:  

Auch sie stellen eine gute Wahl dar.  Röhrenkorallen sind allerdings auch schnellwachsend und neigen dazu sich entsprechend stark auszubreiten. Die Familie der Clavulariidae ist noch unzureichend bearbeitet, eine Bestimmung ist für den Laien so gut wie unmöglich. Alle Arten besitzen aufrechte  zylindrische Calyces die aus einem hornartigen Material bestehen. Die Polypen  können sich vollständig zurückziehen ! Vermehren sich durch ungeschlechtliche  Vermehrung. Neue Polypen sprossen aus dem Stolongeflecht, die Koralle überzieht damit flächig Substrat.

Neben Röhrenkorallen sind auch einige Gorgonien sehr gut geeignet. Hier werfen Sie einfach auch mal einen Blick ins Meerwasser-Lexikon. Gerade die Arten die vom Licht leben, und filigran sind, sind eine gute Auswahl für manche Nano oder Miniriffe.

Interessant sind wegen dem doch beschränkten Platz in einem Miniriff natürlich direkt Ableger Korallen. Nicht nur das damit Entnahmen aus der Natur vermindert wurden, es ist in den vielen Jahren ein wirklich enormer Markt für Nachzuchtkorallen entstanden, von dem auch die Importländer profitieren. Sie müssen bedenken, dass die meisten Korallen bei guten Wasserwerten und optimalen Bedingungen ein enormes Wachstum an den Tag legen können, und es nicht mal 12 Monate dauern wird bis sie ihre ersten Ableger anbieten.

 

Zusammenfassung:

Es muss uns zusammenfassend bewusst sein, dass Steinkorallen meist viel mehr Licht benötigen als Weich- und Lederkorallen zumindest auf jeden Fall die Gattung SPS.  Das ist wichtig bei der Anschaffung des Lichtes, vor allem bei den sog. Komplettsets. Oft ist das Licht dabei nicht unbedingt für alle Tierarten ausreichend. Das muss man vorher ggf. prüfen.  Auch stellen Steinkorallen andere Ansprüche was die Wasserqualität angeht. Wenn man allerdings die Grundwerte bei behält ist so gut wie jede Koralle zu halten und zum wachsen zu bekommen.

Die "Grundwerte" nochmals in Erinnerung gerufen:

Nitrat No3 sollte immer unter 5 mg/L  sein

Phosphat Po4 sollte unter 0,1 mg/L sein

Calzium CA 380-440 mg/L

Magnesium MG  1100 - 1300 mg/L

Wie bereits auch an einigen Stellen erwähnt kann man in Behältnissen bis 150 Liter wunderbar durch Wasserwechsel auf negative Werte bzw. eintretende Veränderungen reagieren. Das ist in großen Becken ab mehreren 100 Litern dann nicht mehr so einfach möglich. Das bedingt natürlich ordentliche Wassertests und deren regelmässige Ausführung.

Ohnehin raten wir dringend zu regelmässigen Wassserwechseln.  Gut hat sich ein 5% Wechsel je Woche oder ein 10-20% Wechsel vom Volumen im Monat bewährt. Keinerlei Wasserwechsel und nur Spurenelementzugaben sind für Nanoriffaquarien nicht das wahre.

 

Wasserreinigung:

Darüber hinaus raten wir auch jedem dazu immer ein wenig Aktivkohle mit laufen zu lassen. Viel muss es nicht sein aber es sollte durchaus gemacht werden. Nicht nur, dass man damit das Wasser klar behält und man Gelbstoffe verhindert, es hilft auch Nesselstoffe und anderes aus dem Wasser zu filtern. Den Korallen, aber auch Fischen sollte man jederzeit ein sehr gutes Mileu bieten. Wir verwenden auf einem kleinen 36 Liter Aquarium zum Beispiel eine Handvoll Filterkohle die alle 3 Wochen ausgetauscht wird. Die nachfolgenden Bilder sollen ihnen das Nachdrücklich verdeutlichen.

Schwebstoffe:

Für die in jedem Riffaquarium auftretenden Schwebstoffe rät sich ein kleines Stückchen Schwamm an, das aber auch dann regelmässig alle paar Tage ausgewaschen werden sollte. Am besten bringt man es im Filterabteil unter, so das es gut durchströmt wird.

Weiter geht es dann im nächsten Teil mit geeigneten Anemonen für ein Nanoriff Aquaium.

 

...eine Artikelreihe von Robert Baur-Kruppas

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Dieser Artikel ist am 27.02.2012 erschienen

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Kommentare

robertbaur
Dabei seit:24.08.2004
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Korallenriff:885
Lexikon:106

Hi Michael

nicht unbedingt.
Bei 380 mg Calzium reichen auch 1100 bei dann 420-440 mg Calzium dann eher 1250-1300 mg/l. Letztlich sind ja beide Werte schon etwas abhängig voneinander. Allerdings ist der hohe Magnesiumgehalt aus meiner Sicht mittlerweile etwas überschätzt. Siehe die Veröffentlichungen von Armin Glaser. Dennoch habe ich es angepasst

Ich gehörte auch zu denen die bereits in den 1990er Jahren Magnesium teuer erkauften und dem Beckne zuführten.
Beitrag vom 29.02.2012 - 07:44 

PulpRider

Dabei seit:31.07.2008
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Korallenriff:35
Lexikon:0

Mmmmh, das einzige, was ich "übersehen" habe:

Mg 1100 mg/L? Ich würde eher 1300 mg/L sagen, oder?

VG,
Marcus
Beitrag vom 29.02.2012 - 05:28 

ThomasA.
Dabei seit:27.11.2007
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Korallenriff:3
Lexikon:0

Danke ,

mein Becken , 120L , steht jetzt 14 Tage . So Langsam lese ich mich ein zum Thema Besatz . Da kommt dieser Bericht gerade richtig .

LG Thomas Andermann
Beitrag vom 28.02.2012 - 18:00 

robertbaur
Dabei seit:24.08.2004
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Korallenriff:885
Lexikon:106

HI Marcus

habe es noch ergänzt
Danke für die Blumen

lg
Robert
Beitrag vom 28.02.2012 - 17:31 

PulpRider

Dabei seit:31.07.2008
Kommentare 
Korallenriff:35
Lexikon:0

Moin moin,

vielen Dank für diesen Artikelstart.

Meiner Meinung nach gut und schön dargestellt, leicht nachvollziehbar und für mich einleuchtend.

Nach meinen Erfahrungen mit zwei 27 und einem 45-Liter AQ kann ich dem Artikel bis jetzt nur zustimmen.

Gruss,
Marcus

PS Bin ich blind, oder gibt es tatsächlich keine Angabe zum Autoren?
Beitrag vom 28.02.2012 - 17:14 

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